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Warum gerade PIONEER aus Japan so ausführlich ?
1962/1964 - "Hilfe, die Japaner kommen" (hier PIONEER)

Pioneer-1964 - der Anfang
Pioneer-SMB-201 (1962)
Pioneer-SX-82
Pioneer-SX-34
Pioneer-SX-800A
Pioneer-SX-1000T
und jetzt bunt
Pioneer-TX-9100
Pioneer-QX-949
modernes Design
Ein "Walnut" Grill

Pioneer war meiner Erinnerung nach der erste Japaner, der uns frühen Hifi Freaks so richtig ins Auge fiel. Es gab zwar irgendwie schon Kenwood und Sony und noch ein paar andere Japaner, doch Pioneer blieb in Erinnerung. Die blanke ALU-Optik Optik war total anders als die braunen Brokat- Gardienen der deutschen Grundigs, SABAs, WEGAs, BRAUNs, Körtings, LOEWEs, Telefunkens oder gar Siemens. Und die technischen Daten waren schon ganz erstaunlich für den ebenso erstaunlich kleinen Preis.
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Die Firma Pioneer war ein Audio-Voll- sortimenter, "die" hatten einfach alles.

Pioneer tauchte bei uns hier in Deutschland West etwa 1964 überhaupt und etwa 1967 mit ersten Röhren-Receivern auf. Und gleich danach kamen lustige Röhren-Vollverstärker mit polierten silbernen Aluminium-Fronplatten und so komischen Gnubbel-Knöpfen und Schaltern dran.

Die großen Pioneer Receiver hatten teilweise echte 2 x 30 Watt Sinus an 8 Ohm und laut Hifi Stereophonie hatten die das wirklich, sogar mit Röhren. Das war zu der Zeit, als ich im Bieberhaus in Frankfurt ganz hinten auf der Zeil die ersten Aushilfs-Samstage verbrachte und über diese neuen Geräte staunte.

In Verbindung mit einem Thorens TD124 Plattenspieler (natürlich schon mit Magnetsystem) und zwei Goodmans Magnum K Lautsprecherboxen hörte sich eine Oper so toll an, daß Kunden aus der Waschmaschinenabteilung im Erdgeschoss nach oben kamen und mehrere 10 Minuten begeistert zuhörten. Einige kaufte sich daraufhin sogar eine richtige Hifi-Anlage.

Natürlich gab es auch Probleme, denn diese Dinger da hatten so komische amerikanische Plattenspieler- und Tonband- Doppel-Stecker, die Amis sagten "Kinsch" dazu. Und von da an boomte der Verkauf von sogenannten Adapterkabeln von DIN auf "Cinch" oder RCA Plugs, wie sie richtig hießen. Und diese Kabel und Adapter waren so begehrt, daß damit richtig Profit gemacht wurde.
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Und was es 1968/69 noch so alles gab.

Da gab es neben den Pioneer Receivern und Vollverstärkern auch Tuner und separate Stereodecoder, große Plattenspieler, riesige Trümmer von Japan-Boxen, Lautsprecherbausätze und einzelne Chassis, und Kopfhörer und noch so manch anderes Gerät.

Bei den großen Lautsprechern war der in japanischem Stil geschnitze wunderschöne Echt-Holzgrill deutlich schöner als der Klang der Boxen. Das galt eigentlich für alle frühen Boxen aus Japan. Auf diesen filgranen Holzgrill fuhren vor allem die jungen Amerikaner ab, die ich später in Wiesbaden kennenlernte und die dann schon die großen 2 x 60 Watt Pioneer Verstärker hatten.
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Pioneer zielte zuerst noch auf den amerikanischen Markt, aber dann . . .

Der Verkauf nach Europa war vorerst - also 1964 bis 1968 - ein Abfallprodukt der US-Aktivitäten oder auch ein Testballon und Pioneer wurde damals schon viele lange Jahre von einer Firma Melchers Import/Export aus Bremen vertrieben.

Wie bei vielen Japaner änderte sich die Produktlinie von 1968 an sehr schnell, extrem schnell - die Transistoren zogen ein, das Design wurde gefälliger und die Qualität war nach und nach ganz oben angesiedelt. Es gab nur noch selten Japan-Schrott, der kam dann schon aus Hongkong oder Taiwan. Korea kannte man zwar, aber von da kam zuerst nichts, von China redete man damals noch gar nicht.
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Und bei uns hatte man alles verpennt

Fatal war für uns Europäer, unsere alt gewordenen Führungsspitzen einschließlich des ehemals eigentlich sehr pfiffigen Max Grundig mit dem goldenen Händchen verkannten den Ideenreichtum und vor allem die Schnelligkeit der Japaner, fast aller Japaner.

Auch deren Fleiß und deren Arbeitswut waren uns - durch unsere Gewerkschaften kräftigst gefördert - fast schon befremdlich geworden. "Wir" Europäer schwelgten genüsslich und zufrieden im erreichten Wohlstands-Wunder, konsumierten aber Hifi aus Japan für billiges Geld und "wir" streikten für noch mehr Geld. Das ging so lange (leidlich) gut, bis die größeren Deutschen Rundfunk-Firmen wie ELAC, DUAL, Telefunken, Körting usw. der Reihe nach Pleite machten und selbst Grundig arg ins Schlingern kam.
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