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Die einführenden Seiten des 1979er Test-Jahrbuches von Karl Breh.
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Der Tonabnehmer Test 2 im Testjahrbuch 1979

Für heutige Ansprüche (wir schreiben das Jahr 2016) ist keines der getesteten Abtastsysteme mehr gut genug (und auch nicht teuer genug). Doch es macht Sinn, sich über den Stand der Abtast-Technik von 1979 zu informieren.

Insbesondere die Aussagekraft der "super tollen" Makro- Fotos der Abtastdiamanten (ohne die wirklich wichtigen Detailfotos der eigentlichen Diamant-Spitze und der dortigen Verrundung) wird durch die Menge der Fotos relativiert.

Was soll das Bild (oder die Mengen der Bilder) dem potentiellen Interessenten oder Kunden wirklich sagen ?
Hat der Leser oder Kunde überhaupt das Fachwissen, das zu beurteilen ?

Und wenn das Abtastsystem nicht klingt oder viel zu schlechte Abtasteigenschaften hatte
, war auch die Nadelverrundung und der noch so tolle Schliff der Nadelspitze am Ende völlig nebensächlich.

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Denon DL-103

Klanglich völlig ausgeglichener dynamischer Tonabnehmer mit ausgezeichneten Abtasteigenschaften bei tiefen und hohen Frequenzen, guter FIM, glattem Frequenzgang und bei zufriedenstellender Übersprechdämpung, CD-4 tüchtig. Im Vergleich zum MC-30 zeichnet es eine winzige Nuance weniger fein, weniger zart und durchsichtig. Dennoch ein dynamischer Tonabnehmer der Spitzenklasse. Der Denon-Übertrager AU-320 arbeitet weitestgehend brummfrei, wenn man nur ein wenig auf Leitungsführung und korrekte Erdung achtet. Angemessene Preis-Qualität-Relation.

Denon DL-103: dynamischer Tonabnehmer, empfohlene Auflagekraft 25 bis 30 mN, Übertragungsfaktor 0,06 mVs/cm ohne Übertrager, Nadelnachgiebigkeit 5 mm/N, größte Kanalabweichung 1 dB, Übersprechdämpfung >25 dB, elektrische Impedanz 40 Q ±20%, empfohlene Lastimpedanz ^ 100 Q, Gewicht 8,5 g, Übertragungsbereich 20 bis 45000 Hz; Preis 450 DM

Abtastnadel: kristallorientiertes, nacktes Stäbchen, vermutlich konisch geschliffen (keine Angaben des Herstellers) - Bei allen Denon-Tonabnehmern liegen individuelle Schriebe des Frequenzgangs von 1 bis 50.000 Hz !!! bei. Nadelträger nicht auswechselbar

Denon DL-103 D

Klanglich völlig ausgeglichener dynamischer Tonabnehmer mit ganz ausgezeichneten Abtasteigenschaften sowohl bei tiefen als auch bei hohen Frequenzen, hervorragendem FIM-Verhalten, sehr gutem Frequenzgang und sehr guter Übersprechdämpfung im gesamten Übertragungsbereich, CD-4-tüchtig. Im Vergleich zum MC-30 nur eine winzige Nuance härter, weniger konturiert im Baß und weniger fein zeichnend. Dennoch ein dynamischer Tonabnehmer der Spitzenklasse. Problematische Preis-Qualität-Relation.

Denon DL-103 D: dynamischer Tonabnehmer, empfohlene Auflagekraft 15 bis 20 mN, Übertragungsfaktor 0,05 mVs/cm ohne Übertrager, Nadelnachgiebigkeit 12 mm/N, größte Kanalabweichung 1 dB, Übersprechdämpfung >28 dB, elektrische Impedanz 33 Q ±20%, empfohlene Lastimpedanz ^ 100 Q, Gewicht 7,5 g, Übertragungsbereich 20 bis 65.000 Hz !!! ; Preis 700 bis 800 DM

Abtastnadel: feines, kristallorientiertes, nacktes Stäbchen, biradialer Spezialschliff (keine Herstellerangaben über Verrundungsradien)

Denon DL-103 S

Klanglich völlig ausgeglichener dynamischer Tonabnehmer, hinsichtlich der Abtastfähigkeit bei tiefen Frequenzen zwischen DL-103 und DL-103 D liegend, bezüglich der Höhenabtastung etwa so gut wie DL-103 D, auch hinsichtlich des FIM-Verhaltens zwischen den beiden anderen Modellen liegend, Frequenzgang und Übersprechdämpfung sehr gut, CD-4-tüchtig. Klingt eine Nuance weicher als DL-103 und DL-103 D, aber um eine winzige Nuance weniger transparent und impulstreu als MC-30. Vom Hörtest her der beste unter den drei getesteten Denon-Tonabnehmern, absolute Spitzenklasse. Angemessene Preis-Qualität-Relation.

Denon DL-103 S: dynamischer Tonabnehmer, empfohlene Auflagekraft 18 ±3 mN, Übertragungsfaktor 0,06 mVs/cm ohne Übertrager, Nadelnachgiebigkeit 8 mm/N dynamisch, 25 mm/N statisch, größte Kanalabweichung 1 dB, elektrische Impedanz 40 Q ±20%, Lastimpedanz ^ 100 Q, Gewicht 7,8 g, Übertragungsbereich 20 bis 60.000 Hz !!!; Preis 550 DM

Abtastnadel: kristallorientiertes, nacktes Stäbchen, montiert in Aussparung des Nadelträgers, spezieller biradialer Schliff (keine Herstellerangaben über Verrundungsradien)

JWS AT 1001 Super E

Klanglich ausgewogener magnetischer Tonabnehmer, sehr gutes Abtastverhalten bei tiefen und gutes bei hohen Frequenzen, gutes FIM-Verhalten, Frequenzgang zeigt Abfall im extremen Obertonbereich, Übersprechdämpfung im gesamten Übertragungsbereich ausreichend. Im Vergleich zum MC-30 etwas belegtes, ,,Dünstiges" Klangbild, zeichnet rauher und härter, aber weniger brillant. Magnetischer Tonabnehmer der oberen Mittelklasse. Ausgezeichnete Preis-Qualität-Relation.

JWS AT 1001 Super E: magnetischer Tonabnehmer (Doppelmagnet), empfohlene Auflagekraft 10 bis 20 mN, Übertragungsfaktor 1 mVs/cm, Nadelnachgiebigkeit 26 mm/N, bewegte Masse 0,5 mg, Übersprechdämpfung 30 dB bei 1 kHz, vertikaler Spurwinkel 20°, Frequenzintermodulation 0,95%; Preis 98 DM

Abtastnadel: elliptisch geschliffener, offensichtlich metallummantelter (nach Herstellerangabe nicht ummantelter) ganzer Stein, Verrundungsradien 5/17µm, Nadelträger auswechselbar

Nagaoka OS-100 MP

Klanglich im wesentlichen ausgewogener, im Baß jedoch etwas üppig zeichnender magnetischer Tonabnehmer, durchschnittliches Abtastverhalten bei tiefen Frequenzen, recht gutes bei hohen Frequenzen, FIM-Verhalten nur mäßig, da zu großer vertikaler Spurwinkel, Frequenzgang und Übersprechdämpfung im gesamten Übertragungsbereich gut. Im Vergleich zum MC-30 ist das Klangbild leicht belegt, beim Abtasten einer Direktschnittplatte mit Klavier werden Impulse etwas abgerundet, so daß sie klingt wie eine normale Klavierplatte. Guter magnetischer Tonabnehmer. Hervorragende Preis-Qualität-Relation.

Nagaoka OS-100 MP: magnetischerTonabnehmer, Super-Permalloy-geschirmt, Übertragungsbereich 20 bis 20000 Hz, effektive Masse 0,85 mg, Übersprechdämpfung 25 dB bei 1 kHz, Übertragungsfaktor 0,8 mVs/cm, größte Kanalabweichung 1,5 dB bei 1kHz, Lastimpedanz 30 Q, Nadelnachgiebigkeit 8 mm/N dynamisch, 20 mm/N statisch, empfohlene Auflagekraft 15 bis 20 mN (optimal 18 mN), Gewicht 5,5 g, Material des Nadelträgers Aluminium; Preis 89 DM

Abtastnadel: metallummantelter, ganzer Stein, konisch geschliffen, 15µm Verrundungsradius

Nagaoka OS-200 MP

ist etwa gleich zu beurteilen wie OS-100 MP, klingt aber bei manchen Programmen eine Nuance durchsichtiger und weniger verhangen. Zeigt meßtechnisch die gleichen Ergebnisse wie OS-100 MP, mit Ausnahme der FIM, die schlechter ist, weil der vertikale Spurwinkel noch mehr von den vorgeschriebenen 20° abweicht. Guter magnetischer Tonabnehmer. Sehr gute Preis-Qualität-Relation.

Nagaoka OS-200 MP: magnetischer Tonabnehmer, Super-Permalloy-geschirmt, Übertragungsbereich 20 bis 20000 Hz, effektive Masse 0,7 mg, Übersprechdämpfung 25 dB bei 1kHz, Übertragungsfaktor 0,8 mVs/cm, größte Kanalabweichung 1,5 dB bei 1kHz, Lastimpedanz 30 Q, Nadelnachgiebigkeit 8 mm/N dynamisch, 20 mm/N statisch, Auflagekraft 15 bis 20 mN (optimal 18 mN), Nadelträger aus Aluminium UT 58, Gewicht 5,5 g; Preis 129 DM

Abtastnadel: kristallorientiertes, nacktes Stäbchen, elliptisch geschliffen, 8/18µm

Nagaoka OS-300 MP

Klanglich ähnlich zu beurteilen wie OS-200 MP, Abtastfähigkeit bei tiefen Frequenzen nur durchschnittlich, bei hohen Frequenzen besser, gutes FIM-Verhalten, Frequenzgang und Übersprechdämpfung gut. Guter magnetischer Tonabnehmer. Sehr gute Preis-Qualität-Relation, aber innerhalb dieses Nagaoka-Angebots am ungünstigsten.

Nagaoka OS-300 MP: magnetischer Tonabnehmer, Super-Permalloy-geschirmt, Übertragungsbereich 20 bis 22000 Hz, effektive Masse 0,6 mg, Übersprechdämpfung 25 dB bei 1kHz, Übertragungsfaktor 0,8 mVs/cm, Lastimpedanz 30 kQ, Nadelnachgiebigkeit 8 mm/N dynamisch, 20 mm/N statisch, Auflagekraft 15 bis 20 mN (optimal 17 mN), Nadelträger aus Carbon Fiber, Gewicht 5,5 g; Preis 189 DM

Abtastnadel: recht feines, kristallorientiertes, nacktes Stäbchen, elliptisch geschliffen, 8/18µm Die Nadelträger dieser Nagaoka-Tonabnehmer sind auswechselbar

Ortofon MC-10

Dynamischer Tonabnehmer mit ausgezeichneten Abtasteigenschaften bei tiefen und hohen Frequenzen und gutem FIM-Verhalten, sehr gutem Frequenzgang und ausreichender Übersprechdämpfung im gesamten Übertragungsbereich. Klanglich im Vergleich zum MC-30 eine Nuance weniger weich, weniger präzise, weniger durchsichtig zeichnend, auch hinsichtlich der Baßwiedergabe nicht ganz so gut, dennoch dynamischer Tonabnehmer der Spitzenklasse. Akzeptable Preis-Qualität-Relation.

Ortofon MC-10: dynamischer Tonabnehmer, Gewicht 7 g, Übertragungsfaktor ohne Übertrager 0,02 mVs/cm, Innenwiderstand 3 Q, vertikaler Spurwinkel 20°, Übertragungsbereich 10 bis 20000 Hz + 3/-2dB, Übersprechdämpfung 22 dB bei 1 kHz, Nadelnachgiebigkeit 15 mm/N, Abtastfähigkeit bei 300 Hz und empfohlener Auf lagekraft 50µ, FIM <1 %, effektive Masse 0,5 mg, Auflagekraft 17 bis 23 mN, empfohlene Auflagekraft 17 mN; Preis 375 DM

Abtastnadel: metallgefaßter, ganzerStein, elliptisch geschliffen, 8/18µm, Nadelträger nicht auswechselbar

Ortofon MC-30

Dieser dynamische Tonabnehmer hat sich im Verlaufe längerer Hörtests in Verbindung mit einer Top-Anlage (HiFi-Stereophonie 2/79), aber auch in Verbindung mit einer „normalen" Anlage der oberen Qualitätsklasse als überragend erwiesen: Er zeichnet absolut präzise und durchsichtig, brillant und doch weich und beim Abhören von Direktschnittplatten so impulstreu, wie man dies bisher noch nicht gehört hat.

Die Meßergebnisse bestätigen diesen Höreindruck nur unvollkommen, denn rein meßtechnisch ist zwischen dem Denon DL-103 D und dem MC-30 kaum ein Unterschied festzustellen (am ehesten noch beim Rechteck ???), gehörmäßig sind Unterschiede zwar nicht gravierend, aber feststellbar. Auch ein Vergleich zwischen MC-30 und einem Shure V15 IV ging eindeutig zugunsten des MC-30 aus, das zur Zeit wohl die absolute Spitzenklasse verkörpert. Die Frage nach der Preis-Qualität-Relation reduziert sich auf die Gegenfrage, wieviel man bereit ist, für die letzten Feinheiten zu bezahlen.

Ortofon MC-30: dynamischer Tonabnehmer, Gewicht 7 g, Übertragungsfaktor ohne Übertrager 0,016 mVs/cm, Innenwiderstand 3 Q, empfohlene Lastimpedanz bei Betrieb mit T-30: 47 kQ, vertikaler Spurwinkel 20°, Übertragungsbereich 5 bis 60.000 Hz !!!, Frequenzgang 20 bis 20.000 Hz ±1 dB, Übersprechdämpfung 25 dB bei 1 kHz, 20 dB bei 15 kHz, größte Kanalabweichung 1 dB, dynamische Nadelnachgiebigkeit 13 mm/N, Abtastfähigkeit bei 315 Hz und empfohlener Auflagekraft 75µm, FIM <1%, empfohlene Auflagekraft 15 mN, effektive Masse des Nadelträgers 0,4 mg; Preis mit Koffer und Direktschnittplatte 1200 DM

Abtastnadel: sehr feines, kristallorientiertes, nacktes Stäbchen, „Fine-line-Schliff", Verrundungsradius 8µm, Nadelträger nicht auswechselbar

Toshiba C-400 (Nachtest)

Elektret-Kondensator- Tonabnehmer, Betrieb nur mit Versorgungsteil SZ-1000. Klanglich sehr ausgewogener, fein und weitgehend impulstreu zeichnender Tonabnehmer, gutes Abtastverhalten bei tiefen und hohen Frequenzen, nur durchschnittliche FIM, da vertikaler Spurwinkel um 2 bis 4° zu groß. Im Vergleich zum Ortofon MC-30 nur bei extrem großen Spitzenschnellen (Shure-Platte Era IV ab dem vierten Pegel bei Orchesterglocken und Flöte) unterlegen. Da im Tonabnehmer kein Magnet verwendet wird, keinerlei Brumm. Tonabnehmer der Spitzenklasse bei akzeptabler Preis-Qualität-Relation.

Toshiba C-400: Elektret-Kondensatortonabnehmer, Ausgangsspannung mit SZ-1000 8,5 mVs/cm, Über-sprechdämpfung 25 dB bei 1 kHz, Kanalabweichung <2dB bei 1 kHz, Nadelnachgiebigkeit 10 mm/N, empfohlener Lastwiderstand >300 kQ, Auflagekraft 10 bis 15 mN, Gewicht 6 g; Preis 900 DM einschließlich Entzerrer-Vorverstärker SZ-1000

Abtastnadel: kleiner, nackter Stein, nicht kristallorientiert, sehr feiner Nadelträger, elliptisch geschliffener Diamant, Nadelträger nicht auswechselbar
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