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Warum so viele Karajan Platten so basslastig klingen . . . .

etwa 1968 die Krönung - eine Karajan Kassette

Vor vielen Jahren hatte ich mit Tonmeistern um des Kaisers Bart diskutiert, daß auch die teuren DGG und DECCA Platten doch sehr unterschiedlich seien, obwohl !! renomierte Tonmeister mit "von der Partie" waren.

Insbesondere die teuren edlen DGG/Karajan Scheiben klingen alle unnormal gewaltig monumental und voll und schwer. Andere Aufnahmen der gleichen Komponisten (Tschaikowski zum Beispiel) mit den gleichen Berliner Symphonikern nur unter einem anderen Dirigenten klingen viel luftiger und meiner Meinung und meinem Klangempfinden nach ausgewogen.

Das Geheimnis (meiner Gefühle und meines Klangempfindens) kam dann scheibchenweise aus mehreren unabhängigen Ecken ans Tageslicht.

Der große Meister hatte seine eigene Art, . . . . .

Sie klingen bei mir keinesfalls schlecht, die DGG Platten
nur hätte ich vom Meister mehr erwartet
er hatte fantastische Solisten angelockt
die schönsten populären klassischen Stücke

seine Aufnahmen zu Hause in seiner Villa zur Probe zu hören und dann erst freizugeben.

Und das Geheimnis war, Karajan hatte in seinem Musikzimmer oder Wohnzimmer zwei sicherlich ehemals sehr gute Acoustical Research AR3a Regalboxen "auf dem Fußboden" stehen und Regalboxen klingen nun mal recht dünn, wenn sie nicht im Regal stehen. Das Regal mit seinen Büchern und Schrank-Elementen meist vor einer massiven Wand wirkt wie eine zusätzliche Schallwandvergrößerung. Das wissen die Tonmeister, das wissen die Lautsprecherhersteller, daß wissen auch erfahrene Hifi-Verkäufer und manchmal sogar angelernte Verkäufer im Grossmarkt oder im Blödmarkt.

Nur, der Herr und Meister war von keinem seiner Berater oder Tonmeister dazu zu bewegen, diese Dinger ins Regal zu stellen oder sich Standboxen "schenken" zu lassen. Und offensichtlich waren sogar sehr viele Hersteller ganz erpicht darauf, sich mit seinem Namen zu schmücken.

Aber der alte Karajan war nicht erst im hohen Alter stur wie ein Bock
und quälte seine Tonmeister und Produzenten, bei der finalen Abmischung richtig Bass hinzuzumischen, damit es bei ihm Zuhause so klingt, daß es ihm gefiel.

Und keine seiner Aufnahmen erhielt von ihm die Freigabe, die nicht sein Musikzimmer durchlaufen hatte (sprach die Legende). Und da ich es von drei unabhängig voneinander erzählenden Zeitzeugen gehört hatte, ohne gezielt danach zu fragen, erscheint mir diese Eigenart des "Meisters" durchaus glaubhaft.

Testen Sie es selber mit den alten schwarzen analogen Scheiben
, ich habe ganz viele davon (Klavierkonzert Nr.1 von Peter Tschaikowski) und auch ganz viele weitere von Karajan. Dirigieren und Arrangieren konnte der Meister, aber entweder bockig oder aber unbelehrbar war er offensichtlich trotzdem.

Das Obengesagte gilt für die schwarzen Scheiben ebenso wie für die moderneren CDs. Selbst die nachträglich digitalisierten "historischen" Aufnahmen haben diese Basslastigkeit.

Da könnte man doch inzwischen (Karajan ist bereits verstorben) etwas dran drehen oder ? So ist das eben mit dem subjektiven Eindruck vom Klingen und von Hifi und vom Geniessen.

Karajan und "seine" Berliner Philharmoniker

So richtig mit der Wahrheit raus kam der Knartsch mit seinem Orchster nie. Seine eigene Art, Musik zu hören und auf bestimmten Eigenarten seiner Person zu beharren, das gefiel Vielen nicht. Auch diesen Musikern war aufgefallen, daß "ihre" Aufnahmen von Platte oder CD ziemlich viel oder zuviel anders klangen, als sie es selbst im Studio oder in ihren Konzerten hörten.

Im August 1984 war anscheinend das Maß der "Bevormundung" und der "Einflußnahme" des Maestros auf die etwa 120 Musiker voll. Man trennte sich und schloß einen Vertrag mit der amerikanischen CBS. Jahre später ließ Karajan irgendwann so ganz nebenbei verlauten, es hätte ihn schon geschmerzt, nicht mehr der Chef der Berliner Philharmoniker gewesen zu sein. Man sollte also doch nicht zu hoch pokern, ist die Erfahrung daraus.

Ein Selbstdarstellung des Herbert von Karajan 1968

In einer Beilage zur "70 Jahre DGG Edition" haben wir folgenden Text gefunden:

Herbert von Karajan (über sich selbst)

Bei der Deutschen Grammophon Gesellschaft (DGG) nahm ich 1938 die ersten Schallplatten meines Lebens auf: Die Ouvertüren zur „Zauberflöte" von Mozart und „Die Macht des Schicksals" von Verdi. Seither hat sich die Aufnahmetechnik in einer Weise entwickelt, wie man es vor dreißig Jahren nicht für möglich gehalten hätte, obwohl ich mich schon damals bei der Deutschen Grammophon an den ersten Versuchen für eine Langspielplatte beteiligt habe. Heute wird jedes Instrument vollkommen naturgetreu reproduziert, moderne Stereo-Mikrophone zeichnen das gesamte Klangspektrum eines Symphonie-Orchesters auf, moderne Verstärker und Lautsprecher geben es in seiner ganzen Fülle wieder.

In der Saison 1961/62 dirigierte ich alle neun Symphonien von Beethoven für die Schallplatte. Mit dieser großen Aufgabe begann meine zweite und diesmal exklusive Bindung zur Deutschen Grammophon Gesellschaft. Inzwischen habe ich einen repräsentativen Querschnitt durch zwei Jahrhunderte abendländischer Musik aufgenommen. Meine Aufnahmen reichen zurück in die Barockzeit bis zu Bach und Händel und in unsere Zeit bis Bartok und Strawinsky. Alle vier Symphonien und weitere Werke von Brahms, vier Symphonien, das Violinkonzert und verschiedene andere Stücke von Sibelius, die Opern „Cavalleria rusticana" und „Der Bajazzo" im Haus und mit dem Ensemble der Mailänder Scala zählen zu den wichtigsten Stationen meiner Aufnahmetätigkeit.

Seit 1967 arbeiten die Deutsche Grammophon Gesellschaft und ich zusammen an dem, was ich meine Lebensaufgabe nennen möchte: Die Werke von Richard Wagner unter den bestmöglichen künstlerischen Voraussetzungen für die Schallplatte zu produzieren, für meine Salzburger Osterfestspiele und für die Metropolitan Opera in New York. Mit der „Walküre" fingen wir im letzten Jahr an, dieses Jahr wurde „Rheingold" aufgezeichnet.

Bei der Deutschen Grammophon Gesellschaft stehen mir die besten Toningenieure und künstlerische Aufnahmeleiter zur Seite, die meine musikalischen Vorstellungen vollkommen verstehen. Sie und ich sprechen dieselbe Sprache.

Anmerkung zu obigem Promotion-Text

Jetzt, nachdem der "große Meister" verstorben ist, der damals für mehr als 60% der DGG Umsätze gezeichnet hatte, kommt es so langsam raus. Nichts war so, wie es oben stand. Heutzutage beschreibt man das Ganze Bromborium um die Person Herbert von Karajans als seichtes Marketing Blabla (die Story des PAL Farbfernsehmannes Walter Bruch von Telefunken lässt grüßen) und man beschreibt (oder umschreibt) sein Wollen (und seinen Willen) verklärt als besonders "willensstark".

Übrigens kam so nach und nach heraus, daß die Schwester (oder Tochter)- Firma der DGG, die Polydor, auch mehr als 60% ihres Umsatzes mit nur einer Person, nämlich James Last, gemacht hatte und auch dort nicht alles eitler Sonnenschein war, im Gegenteil. Die Verträge waren stahlhart.

Und auch so etwas rächt sich. Also nicht nur das sogenannte erlaubte freie Kopieren kratzt an den Erträgen der alteingesessenen Musikverlage. Es ist wirklich sehr sehr oft hausgemacht.


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