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Qudrophonie, die Rettung in einem stagnierenden Markt ?
(es geht um die analoge Quadrophonie etwa 1971 bis 1978)

Das sah auch noch richtig gut aus

von Gert Redlich ab 2010 - So um 1970/71 stagnierte der Unterhaltungssektor ein wenig zu heftig und alle Hersteller und Händler suchten nach einem Ausweg. Die Firmen dieser Branche waren weltweit so stark gewachsen, meist durch die Umsätze auf dem amerikanischen und dem europäischen Markt beflügelt, daß diese Kapazitäten ausgelastet werden mussten, ja mussten, denn die Arbeiter waren ja nun mal da. Zu der damaligen Zeit galt im konservativen Japan immer noch das ungeschriebene Gesetz - "Hier wird niemand entlassen".

Dazu kam, daß bereits viele europäische (und amerikanische) Firmen in Japan produzieren ließen
, und diese "Vertriebs-" Firmen bekamen nur noch ihr Logo drauf gedruckt. JVC-Nivico und Matsushita waren damals mit die größten OEM- Hersteller.
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Einschließlich 1970 war noch keine Rede von Quadrophonie

Beim Durchblättern mehrerer Hifi-Magazine aus 1970 und 1971 haben wir keine redaktionellen Inhalte bezüglich Quadro gefunden. Ein paar vereinzelte Anzeigen, von denen man damals nicht wußte, was die eigentlich wollten, hatten keine Wirkung. Erst Ende 1971 ging es langsam los mit kleinen Firmenvorstellungen und neuen Hardware-Produkten. Doch das Wesentliche wurde geschickt umrundet, denn die Medien oder Programmquellen waren noch sehr diffus. Und an Quadro aus dem Radio war überhaupt nicht zu denken, fast wie ehemals 1963 bei der mühsamen Einführung von UKW Stereo.
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4 Kanal (aber analog ! ) - soll das der Stein der Weisen sein ?

Eine Vorführ- und Justage Platte
Die edle Sony Magnetband-Palette
4-Kanal-Monsterreceiver
und ganz viele Knöpfe
Ein Spitzengerät mit 38 Kilo
fast wie dieser Brocken hier

Also nach Stereo kam 4 Kanal. Doch es war fast !! alles Lug und Trug, denn die billigen 4 kanaligen Decorder mischten ein wenig Hall auf die hinteren Kanäle mit trickreicher Überkreuz- Anreicherung von phasenverschobenen Fragmenten der beiden Frontkanäle und das wars dann auch schon. - Nur wenige professionell aufgenommene Tonbänder und wenige wirklich gut gemachte LP-Demo-Scheiben brachten wirklichen Quadro- Sound mit echter Quadrophonie.

Selbst der unbedarfte Laie merkte recht schnell
, also spätestens, wenn er zu Hause war und seine neuen "Quadro-Kisten" (also weitere 2 Boxen) angeschlossen hatte, da stimmt etwas nicht. Auch auf den 4-kanaligen Musterschallplatten war keine echte Quadrophonie drauf, denn die hätte man ja schon im Konzertsaal so aufnehmen müssen.

Und mit diesem komischen künstlichen Hallgemixe
war spätestens nach einer Stunde die Luft raus. Unbestritten, ein paar wenige Demo-Platten hatten einige Male das Abspielen überlebt.
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Die Crux mit der Aufnahmetechnik

Bei den Tonmeistern brach dazu noch ein Disput aus, wie denn nun Quadrophonie zu definieren sei.

Also : Sitzt der Zuhörer mitten im Orchester, so wie Zuhause mit ganz normalen Kopfhörern ?

Oder sitzt er, wie normalerweise im Konzertsaal, im Publikum vor dem Orchester
oder gar ganz hinten auf den billigen (oder billigsten) Plätzen.

Das wurde auf den allermeisten Platten-Covern nicht benannt und so wurde viel zu oft die eigene Vorstellung als "Maß der Dinge" angesehen - und die jeweils vorliegende Aufnahme somit bemängelt. Mehrere Artikel über die Vorstellungen der Tonmeister und Dirigenten über das Prinzip "Quadro" kommen noch in diesem Bereich.
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Es gab schon einige wenige echte 4Kanal Aufnahmen, sogar auf CC-Kassetten.

. . . und auf Viertelspur-Bändern und natürlich auch auf den 33er LPs für teures Geld. Doch die waren mit allen möglichen und vor allem unterschiedlichen technischen Finessen in den beiden Rillenflanken der Stereo-Rille codiert und der (Decodier-) Aufwand war schon erheblich.

Und dann stand das Hörerlebnis in keinem Verhältnis zu den Kosten. Dennoch, gekauft wurden diese Geräte schon, denn man konnte damit prächtig angeben.

Das Gleiche galt übrigens auch für die großen 26,5cm Aluspulen
auf den großen billigen Tonbandboliden von Akai und TEAC. Die Wiedergabe war zwar nur mäßig, aber es sah nun mal "saugut" aus (ein Begriff aus der modernen Prozzo-Prozzo-Sprache).

Das wars dann aber auch schon. Bei den nach 1980 geborenen "Nachkommen" hat diese Art des Prozzens keine so große Bedeutung mehr, da zählt nur noch die Zahl der Handys und Smartphones, die in die Jackentachen passen.

Schaun Sie mal rein in unsere Betrachtung der analogen Quadro-Historie von 1972.

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