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Die einführenden Seiten des 1979er Test-Jahrbuches von Karl Breh.
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Der 2. Tonabnehmer-Sammeltest aus 1979

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  1. Denon DL-103
  2. Denon DL-103 D
  3. Denon DL-103 S
  4. JWS AT 1001 Super E
  5. Nagaoka OS-100 MP
  6. Nagaoka OS-200 MP
  7. Nagaoka OS-300 MP
  8. Ortofon MC-10
  9. Ortofon MC-30
  10. Toshiba C-400

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Der letzte Tonabnehmersammeltest wurde in HiFi-Stereophonie 8/78 veröffentlicht. Seither haben sich neun neu auf dem deutschen Markt erschienene oder neu herausgekommene Tonabnehmer angesammelt.

Nicht getestet : 3 neue Modelle und ein Ortofon

Nach Abschluß der für diesen Sammeltest durchgeführten Messungen und Hörtests erreichten uns noch drei neue Modelle von audiotechnica: Signet MKX11 E, AT 25 und AT 20 SS. Wir werden diese Tonabnehmer in den nächsten Sammeltest einbeziehen, ebenso wie die im Januar 1979 in der Las-Vegas-Show erstmals gezeigten und inzwischen wohl auch auf dem deutschen Markt erhältlichen Leichttonabnehmer von Ortofon.

Bild 1 zeigt das Grundmodell, dessen Masse nur 1,5g beträgt und das zur Integration in einen Leichttonarm gedacht ist. Daneben gibt es eine mit einem Halbzolladapter ausgestattete, 2,7g wiegende Variante (Bild 2) und zum Gebrauch an gängigen Tonarmen mit Überwurfmutter das Modell „Concorde" (Bild 3), dessen Masse nur 7g ausmacht. Eigens für Dual fertigt Ortofon den Leichttonabnehmer auch mit speziellem Übergangsstück (Bild 4).

Der neue Ortofon Leichttonabnehmer

Diese Leichttonabnehmer in Verbindung mit einem Leichttonarm gestatten die Reduzierung der effektiven Masse, so daß trotz hoher Nadelnachgiebigkeit (und folglich kleinen Auflagekräften) die Baßeigenresonanz im günstigen Frequenzbereich zwischen 10 und 15 Hz liegt.

Das derzeitig unter Laborbedingungen in Stückzahlen von rund zweihundert täglich produzierte Spitzenmodell von Ortofon ist das dynamische MC-30. Es wird mit Meßprotokoll und einer direktgeschnittenen Tonabnehmer-Testplatte zum Preis von rund 1.200.- DM in einem Leichtmetallkoffer geliefert (Bild 5), was sogar noch „vornehmer" ist als bei Technics im Falle des EPC 100 C (vgl. HiFi-Stereophonie 8/78), das „nur" in einem aufwendigen großformatigen Behältnis aus Pappe mit Meßprotokoll und -Schallplatte geliefert wird.

Ortofon Details

Bild 6 zeigt unten zwei offene MC-30 in unterschiedlichen Montagestufen. Beim rechten Exemplar fehlt vorne das Eisenstückchen, das den magnetischen Kreis schließt, so daß man den winzigen Spulenträger sehen kann, der auf dem Nadelträger sitzt. In Bild 7, einer Mikroskopaufnahme, kann man die im rechten Winkel zueinander gewickelten Spulenpaare deutlich erkennen. Der nach vorne gerichtete Nadelträger wird wegen der geringen Tiefenschärfe nur unscharf abgebildet.

Um die prinzipiell gegensätzlichen Forderungen hoher Abtastfähigkeit bei tiefen Frequenzen (große Nadelnachgiebigkeit) mit linearem und zu hohen Frequenzen hin breit-bandigem Übertragungsverhalten zu optimieren, wurde für das MC-30 eine „Zweifachdämpfung" entwickelt.

Die Aufhängung des Nadelträgers hat Sandwichstruktur (Bild 8): Auf den Spulenträger folgt eine besonders weiche Gummischeibe, die hohe Nadelnachgiebigkeit gewährleistet, dann zur Bedämpfung durch Masse eine Platinscheibe (Platin hat die doppelte Dichte von Blei), und schließlich folgt eine „härtere" Gummischeibe, die für gutes Dämpfungsverhalten bei hohen Frequenzen sorgt. Beide Dämpfungsmechanismen werden durch die Masse der Platinscheibe voneinander entkoppelt.

Der Übertrager zu den Ortofon MC Modellen

Zum Anschluß des MC-30 an einen normalen Phonoeingang für magnetische Tonabnehmer benötigt man einen Übertrager. Der zum MC-30 entwickelte Übertrager T-30 (Bild 9) gestattet die Umschaltung des Innenwiderstandes in fünf Stufen von 3 bis 48 Ohm. In Stellung „By pass" wird das Signal ohne Beeinflussung durchgeschleift. Dieser Übertrager ist aufwendig gebaut und daher entsprechend teuer (ungefährer, unverbindlicher Preis 1.000.- DM).

Daneben gibt es zum dynamischen Tonabnehmer Ortofon MC-10, der die 20er Typen ablöst mit Ausnahme des SL 20 Q, das mit Rücksicht auf CD-4-Kunden weitergebaut wird, den preiswerteren, batteriebetriebenen Vorverstärker MCA-10 (Bild 10).

Drei Denon dynamische MC Tonabnehmer

Von Denon befinden sich drei dynamische Tonabnehmer in diesem Test. Sie werden vertrieben von der Firma "Distribution of Sound". Wie bei Ortofon, so gibt es auch bei Denon zum Anschluß der dynamischen Tonabnehmer an übliche Phonoeingänge hochwertige passive Übertrager: das Modell AU-320 (Bild 11), an das zwei Tonabnehmer bei zwei möglichen Quellwiderständen anschließbar sind (umschaltbar), und daneben das einfachere Modell AU-310(Bild 12).

JWS (Josef Wetz) ließ sich einen AT Abtaster bauen

Der Tonabnehmer AT 1001 Super E wird von audio technica für die deutsche Vertriebsfirma JWS exklusiv gefertigt. Es handelt sich um einen sehr preiswerten magnetischen Tonabnehmer.

Nagaoka Abtaster

Außerordentlich preiswert sind auch die drei magnetischen Tonabnehmer der japanischen Firma Nagaoka mit den Typenbezeichnungen OS-100 MP, OS-200 MP und OS-300 MP. Sie werden von Osawa in München vertrieben. Neun weitere Tonabnehmer dieses Herstellers sind für das laufende Jahr angekündigt.

Nachtest : Der Kondensator Tonabnehmer C-400 von Toshiba

Den Kondensatortonabnehmer C-400 von Toshiba, der über ein besonderes Versorgungsteil SZ-1000 zu betreiben ist, hatten wir schon im letzten Sammeltest. Wir äußerten damals den Verdacht, daß wir es mit einem Ausreißer zu tun gehabt haben könnten, da die Nadelnachgiebigkeit extrem hoch war. Dies scheint tatsächlich der Fall gewesen zu sein, wie Vorführungen und Hörvergleiche auf der hifi 78 ergeben haben. Die Firma Toshiba hat uns deshalb zwei Exemplare zum Nachtest zur Verfügung gestellt.

Durchführung der Messungen

Alle von uns gemessenen Daten sind in der Tabelle zusammenfassend dargestellt. Wenn uns zwei Exemplare zur Verfügung standen, haben wir beide gemessen, um daraus Anhaltspunkte bezüglich der Fertigungsstreuung zu gewinnen.

Alle Messungen und der Musikhörtest wurden am Rabco-Tangentialtonarm SL-8 durchgeführt, der an einem Technics-Laufwerk SP-10 betrieben wurde. Nur das Ortofon MC-30, das als Vergleichsstandard verwendet wurde, war in einem AC-400-MkII Leichttonarm montiert (vgl. Test in diesem TJB), der an einem Micro-Plattenspieler DDX-1000 betrieben wurde.

Für die Messung der Frequenzgänge und des Übersprechens wurde die Brüel&Kjaer Meßplatte QR-2009 verwendet, zur Bestimmung des vertikalen Spurwinkels die CBS-Platte STR-160, zur Messung der Frequenzintermodulation die DIN-Meßplatte 45 542 (Anpressung der neuen Ausführung), für die Bestimmung der Abtastfähigkeit bei tiefen Frequenzen die neue, noch nicht erhältliche, aber in diesem Teil definitive DIN-Platte 45549, die 315-Hz-Frequenzen mit horizontalen Amplituden von 50 bis 120um enthält, aber keine vertikalen Amplituden.

Da die Tiefenschriftkomponente nie größer als 50% der Seitenschriftkomponente ist, kann man erfahrungsgemäß auf die Prüfung der Abtastfähigkeit für Tiefenschrift verzichten.

In Zweifelsfällen zogen wir die DHFI-Schall-platte Nr. 2 hinzu, auf der Vertikalamplituden bis 50µm aufgezeichnet sind. Die Höhenabtastfähigkeit wurde mit Hilfe der Shure-Meß-platte TTR-103 ermittelt, die Baßeigenresonanz mit der DG-Platte 1 099112. Zur Darstellung der 1kHz Rechtecke haben wir die CBS-PlatteSTR-111 benutzt.
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Neu : Referenz ist ab jetzt das Ortofon MC30

Für den Musikhörtest haben wir diesmal ein anderes Verfahren angewandt. Mit dem Ortofon MC-30 hatten wir uns schon seit Wochen in Verbindung mit den Technics-Verstärkern und den Infinity-QRS-Lautsprechern sowie entsprechend hochwertigem Plattenmaterial gründlichst befaßt (vgl. Beitrag „Ein Hauch von Absolutheit" in HiFi-Stereophonie 2/79). Über die hervorragende Qualität dieses Tonabnehmers gab es daher schon vor der Durchführung der Messungen keine Zweifel mehr.

Daß die Meßergebnisse dieses aufgrund von Hörerfahrungen gewonnene Urteil nachträglich bestätigt haben, ist nur logisch. Es lag daher nahe, für den Musikhörtest diesmal nicht den Vergleich zwischen 38er Band und der entsprechenden Schallplatte zu verwenden, sondern unter Benutzung hochwertiger Direktschnittplatten, darunter auch der DHFI-Platte Nr. 7, alle Tonabnehmer mit dem Ortofon MC-30 als Referenz zu vergleichen. Auch zwei Exemplare der DG-Aufnahme 2531 049 mit den Violinkonzerten G-dur und A-dur von Mozart, gespielt von Anne-Sophie Mutter, wurden für diesen Hörtest benutzt.

Selbstverständlich wurde die Methode des Blindtests angewandt. Der zu prüfende Tonabnehmer tastete, am Rabco-Tonarm montiert, ein Exemplar der Direktschnittplatte ab, während ein anderes, synchron laufend, vom MC-30 am AU-400 Mk II abgetastet wurde. Die Eigenresonanz des MC-30 am AU-400 Mk II lag zwischen 10 und 12 Hz. Beide Tonabnehmer waren an den Technics- Vorverstärker SU-A 2 angeschlossen. Zwischen beiden konnte jeweils direkt umgeschaltet werden. Abgehört wurde über zwei Infinity QRS (vgl. S.310 und 311 in diesem Testjahrbuch).

Hinweis auf die Texte zu den Bildern

Eine zusammenfassende Beurteilung jedes Tonabnehmers unter Berücksichtigung des Musikhörtests befindet sich, durch grauen Raster hervorgehoben, jeweils neben den Mikroskopfotos der Abtastnadeln, die alle in gleichem Maßstab aufgenommen worden sind. Sie lassen daher einen unmittelbaren Vergleich der Nadelformen, der Nadelmassen und der Feinheit der Nadelträger zu. Es versteht sich fast von selbst, daß ein Tonabnehmer um so hochwertiger und teurer ist, je feiner Nadel und Nadelträger ausgebildet und je masseärmer sie sind. Die technischen Daten unter den Abbildungen der Tonabnehmer und den Mikroskopfotos der Abtastnadeln sind nach Angaben der Hersteller wiedergegeben. Die genannten Preise sind unverbindliche ungefähre Ladenpreise.

Karl Breh, Karlsruhe 1979
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