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Die Hifi-Stereophonie war Deutschlands erstes Hifi-Magazin.

Die "Hifi-Stereophonie" Magazine von 1962 bis 1983 liegen uns lückenlos vor. Unser Dank geht an Karl Breh aus Karlsruhe, dem langjährigen Chefredakteur dieser Zeitschrift. Dieses Magazin ist die Basis aller Vergleiche mit den anderen Zeitschriften.

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Bis hierhin habe ich 5 Jahre Hifi-Stereophonie durchforstet

von Gert Redlich im Juni 2014 - Das Ergebnis ist immer noch nicht berauschend. Der Hifi Leser fühlt sich von den Titelseiten nur selten angesprochen. Die Betonung der Zeitschrift liegt immer noch mehr auf den musikalischen Inhalten von Klassik Platten und Aufnahmen sowie klassischen Konzerten und Künstlern und Opernhäusern.
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Sicher war das Karl Brehs ganz besondere Vorliebe, sein Steckenpferd, die klassische Musik perfekt wiederzugeben. Doch so hat er eine bestimmte Klientel nur zu selten oder fast gar nicht erreicht und das dann den später kommenden "Bunte-Bilder- Magazinen" überlassen und das war (meiner Meinung nach) auch eines der Dominosteinchen für das Ende der HS im Dezember 1983. In der harten Zeit ab 1981 brachen zu viele Anzeigenaufträge entweder ganz (durch Konkurs) oder an den Wettbewerb weg und es waren keine Reserven an Abonnenten mehr vorhanden, um das auszugleichen.
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Zu den letzten Ausgaben :

Zu Weihnachten 1966 wird es wieder dünn mit den lebenserhaltenden Anzeigen (der Hersteller), doch diesmal ist es eine ganz besondere Zeit. Denn ab 1965 gehen in der europäischen Unterhaltungsindustrie die Uhren anders - in Deutschland zeigt sich das ganz besonders drastisch.

In den Artikeln in der Hifi-Stereophonie
wird der Aufhebung der allgemeinen gesetzlich verfügten Preisbindung nur wenig Beachtung geschenkt, warum, weiß ich nicht. - Jedenfalls fing ein gnadenloser (eigentlich unsinniger) Preiskrieg (der Hersteller) mit Dumpingpreisen (bei den Händlern) an. Jeder der immer ach so seriösen großen Wettbewerber (im Hersteller-Lager) wurde auf einmal zum gnadenlosen Konkurrent der anderen und machte anfänglich bei den Fernsehern hinten herum genau das Gegenteil von dem, das er auf den Verbands-Treffen der Industrie vorne gerade gesagt hatte - auch Max Grundig machte das so - vor allem Josef Neckermann spielte (s)ein eigenes Spiel.

Die Preise und damit die Gewinne sowohl der Hersteller, der Großhändler wie auch der (Einzel-) Händler sanken ins Bodenlose.
Die Hifi-Branche traf es dann ein paar Jahre (etwa 10 Jahre) später, als die Japaner mit Macht kamen und sie das - damals so sicher geglaubte heimische - Preisgefüge nochmal kippten.
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1965/66 - Das s/w Fernsehgeschäft bricht überall ein ..... und fast alle Firmen suchen krampfhaft nach Alternativen, manche sogar beinahe verzweifelt, weil es um's Überleben geht.

In den Hifi Publikationen wird es kaum beachtet, warum auch. Doch es ist draußen am Markt allgegenwärtig - das neue Farbfernsehen. Irgendwann in 1965 wurde der Stichtag des Beginns der Farbe in Deutschland West nach dem PAL System für (oder auf) den Beginn der Funkausstellung in Berllin im August 1967 festgelegt. In den Fernseh-Informationen wird darüber sicher noch genauer berichtet.
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Und natürlich war "der Kunde", - besser: der potentielle Kunde - vorsichtig geworden, was da mit schwarz/weiß passiert und wie teuer die Farbgeräte denn werden würden.

Fazit : Er kaufte einfach mal "nichts" und die Läger bei den Herstellern quollen über, denn die mußten ja produzieren, die Läger bei den Großhändlern und Werksniederlassungen waren voll und die Fachhändler und auch die Warenhäuser hatten ihre Regale voll - und jetzt kamen die "Leute" nur noch "gucken". Und es ging fast 2 Jahre so, das scheinen also sehr harte Zeiten gewesen zu sein. Sogar Max Grundig - als der mit Abstand "Größte" in diesem Markt - hatte Probleme. Viele Details lesen Sie in der SABA Story.
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Beispiel SABA aus dem Schwarzwald :

In dem Buch von Hermann Brunner-Schwer von SABA mit den Erinnerungen an diese Zeit finden wir die Ängste der Inhaber-Familie, die Firma überhaupt aufrecht erhalten zu können. Denn SABA zum Beispiel hatte damals nur wenige Ausweichprodukte, um den dramatischen Rückgang der wichtigen und damit fast der gesamten Umsätze auffangen zu können.

Aus dieser Zwangslage heraus
kam sicher auch das Abkommen mit Walter Hummel von Klein+Hummel zustande, daß der SABA-Vertrieb im Juli 1966 den bundesweiten Vertrieb der SABA TELEWATT Super-Hifi-Produkte übernimmt.

Damals wurde von SABA auch diese Edel-Uhr aus Aluminium produziert, denn man mußte ja im SABA Werk irgendetwas "tun" - also irgendetwas (Alternatives) produzieren.

Auch wurden große Anstrengungen in den verbliebenen Produkt-Bereichen unternommen. Im Dezember 1966 erscheint hier die erste Anzeige von dem neuen SABA Monster-Receiver Freiburg - ein Gerät mit allen Schikanen, die sich ein Hifi-Freak überhaupt nur vorstellen konnte.

Optisch hätte er noch etwas "Überarbeitung" (man nennt das auch Styling - wie bei den Damen) verdient, denn der Rest war fast schon einsame Klasse. Vor allem, er war in seinem Preis-Bereich einmalig. SABA hatte wieder etwas (den Mercedes 600) zum Vorzeigen.
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Ein Blick zurück in das Heft 03 in 1966 - das Editorial

Karl Breh refereiert in diesem Editorial über "Erfolg oder Niedergang einer Fachpublikation". Also auch dem frisch gebackenen Chefredakteur ist bewußt, wenn die Anzeigen ausbleiben, steht die Hifi-Sterophonie auf des Messers Schneide.

Doch was ist das Leben und Sterben einer kleinen Fach-Redaktion mit vielleicht insgesamt 4 festen und 10 freien Mitarbeitern gegen die Existenzängste einer Firma mit 3.500 Mitarbeitern oder bei GRUNDIG mit 30.000 Mitarbeitern. Von den anderen Firmen wie Philips, Telefunken, WEGA und KUBA und Normende und all den vom Fernseher abhängigen mittelgroßen Firmen ist uns nur wenig über diese Zeiten bekannt.
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Da SABA die Fernseh-Chassis für BRAUN in Frankfurt geliefert hatte, wissen wir aus dem SABA Buch, daß im ganzen Jahr eine kurze Woche für diese OEM-Produktion ausgereicht hatte. BRAUN war also von diesem Auf-und Ab des Fernseh-Umsatzes nicht besonders betroffen. Dort haben die Rasierer immer alles gerettet.
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