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Ein neues Magazin vom Nov. 1995

Auch wir machen mal eine Zeitschrift über Lautsprecher. Das wird bestimmt ein Markt. Doch der Markt war 1995 bereits verlaufen und so haben wir bislang nur eine einzige Ausgabe vorliegen.
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Nachtrag im Januar 2019

Ein Leser aus Schwelm hat uns weitere 3 Ausgaben von "Hörmal!" gespendet. Jetzt ergibt sich ein viel besseres Bild von den beiden Autoren aus Kiel als in der bislang vorhandenen Erstausgabe von Nov./Dez. 1995. Also eine Ausgabe sollte am Kiosk 6,80 DM kosten. Das war schon reichlich viel Geld für die dort gebotenen Inhalte.

Die beiden Autoren und/oder auch Herausgeber und Ideengeber dieses Lautsprecher-Magazins waren Thorsten Günther und Klaus Wanke, beide aus Kiel.

Um es gleich vorweg zu nehmen, das Engagement der beiden Gründer für eine physikalisch-akustische Betrachtung der jeweiligen Lautsprecher-Qualitäten im Vergleich zu den jeweiligen Markt-Preisen stand und steht der Audio-Industrie bzw. den Herstellern diametral gegenüber und damit deren Interessen entgegen.

Und damit ist diese Zeitschrift (oder das "Magazin") am "Karl Breh Syndrom" gestorben. Karl Breh - als Diplom- physiker - war genau wie diese beiden Autoren - der unbestechlichen Wahrheit verpflichtet und das kam schon 1980 nicht mehr gut bei den Herstellern an. Die Hersteller wollten und mussten - über die Anzeigen in solchen Magazinen - nichts weiter als verkaufen. Die Wahrheit war da völlig nebensächlich.

Als in der Hifi-Stereophonie die Anzeigenkunden ausblieben, war das Ende abzusehen. Nur, Karl Breh wollte sich selbst treu bleiben und bei dem ganzen verblendeten Hokuspokus der Highend Träumer nicht mitmachen. Vielleicht war es auch der drastisch veränderte "Markt", der ihm nicht mehr gefallen hatte. In "Hörmal" gab es fast keine potenten Anzeigenkunden, die dauerhaft das finanzielle Überleben gesichert hätten.
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Über die Qualität von Selbstbauboxen

In meiner 45jährigen Hifi-Historie bin ich immer wieder über angeblich geniale Selbstbauboxen gestolpert und jedesmal war die Enttäuschung groß, also fast ebenso groß wie bei vielen gekauften fertigen Boxen.

In diesem Magazin werden die einzelnen Lautsprecher-Chassis ausführlich beschrieben und sogar ausgemessen und deren Einsatz in selbst konstruierten Spanplattengehäusen ausgeführt und das alles auf dem Wissensstand von 1990.

Dazu bewegten sich die beiden Autoren im - nach heutigen (2018) Maßstäben - als Mittelklasse-Hifi zu beschreibendem Marktsegment. Damals war es zwar die Oberklasse, jedoch immer noch weit entfernt von der damaligen Spitzenklasse.

Aus meiner Sicht ist es gerade in diesem Marktsegment aufgrund der großen Auswahl an fertigen Boxen damals wie auch heute (und deutlich auch vor 1995) schon nicht mehr sinnvoll gewesen, Boxen selbst zu bauen. Es fehlte dem mehr oder weniger befähigten Boxenbauer damals wie heute der echte direkte Vergleich mit wirklichen Spitzenboxen. Und die gab es 1995 bereits.

Die mehrseitigen Ausführungen über Auto-Hifi sind ebenfalls fehl am Platze gewesen, weil das mit Hifi und Stereo nicht viel zu tun hatte und hat.

Auch die in den 4 Magazinen mehr oder weniger fundierten Technik-Grundlagen orientierten sich am doch recht flachen physikalischen Allgemeinwissen, das in der Hifi-Stereophonie von Karl Breh über 22 Jahrgänge wesentlich gründlicher aufbereitet war.

Alles in allem ist des Ende von Hörmal kein bedeutender Verlust gewesen, auch wenn in den verbliebenen Magazinen nur noch irgenwelche religiös visionären unerfüllbaren High-End Träume abgebildet wurden und immer noch werden.
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Beispiel : Ein Artikel über die Physik des Lautsprechers

In dem Artikel wird über den sogenannten akustischen Kurzschluß referiert. Das war auch mein Grundlagen-Wissen von vor 1970. Was ich damals nicht wußte, daß ein Deutscher Namens Siegfried Linkwitz in den USA herausgefunden hatte, daß das gar nicht immer stimmt. Linkwitz war Entwickler für Audio-Meßgeräte bei einem großen amerikanischen Unternehmen - Hewlet & Packard. Weltweit berühmt bei den Audio-Profis in den Studios sind die Linkwitz-Filter, also steilflankige Filter mit geringster Phasendrehung.

In 2014 wurde ich bezüglich der angeblich unbedingt notwendigen unendlichen Schallwand, also des sogenannten akustischen Kurzschlusses, eines Besseren belehrt, als ich diese Linkwitz Boxen zu hören bekam. Daß dieses Konzept bereits weit über über 20 Jahre alt war, wußte ich bislang auch nicht.

In einem anderen Artikel über physikalische Wandler-Konzepte fehlt sowohl der OHM F Lautsprecher (von Lincoln Walsh) als auch der Heil Air Motion Transformer (von Dr. Oskar Heil) - beides herausragende Entwicklungen.
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Nachtrag aus einem Forum

Im Juni 2005 schreibt ein Informant:

Guten Tag,
"HörMal Lautsprechertechnik" aus Kiel gründete sich anfangs der 1990er Jahre. Thorsten Günther und Klaus Wanke betrieben das Einzelhandelsgeschäft HörMal Lautsprechertechnik Kiel, das im Bereich Lautsprecherselbstbau angesiedelt war.

1994 begannen sie als Alternative zum damals einzigen Fachblatt K&T (wurde das nicht erst in 1999 angefangen ?) ein eigenes Magazin (HÖRMAL Lautsprechertechnik für alle) auf die Beine zu stellen. Ende 1995 (Ausgabe 1/95) war es soweit, weitere 3 Ausgaben erschienen 2 monatlich (1/96, 2/96, 3/96) bis Aufgrund schon zum Teil genanten Gründen das Magazin Mitte / Ende 1996 eingestellt wurde. Das Geschäft endete Ende 1998 mit der Schließung.
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