Sie sind hier : Startseite →  Hifi Magazine→  (6) Stereoplay (1978)

Die Zeitschrift "stereoplay" - erstmals vom Mai 1978

stereoplay November 2015

von Gert Redlich im Januar 2014 - Ergänzung vom Juni 2015 - sie sind alle da !!!, alle Stereoplay Ausgaben, die es jemals gab. ---
.

Etwas mehr über die Anfänge ...

Die erste "stereoplay" Ausgabe kam im Mai 1978 als deutsche Ausgabe der italienischen Zeitschrift "stereoplay" heraus. Es war also diesmal kein Abklatsch einer amerikanischen Zeitschrift (siehe die deutsche Audio), obwohl es der Titel (auch so) suggerierte.

Die Nummer 5 vom Mai 1978 titelte mit :
.

Erste Ausgabe Mai 1978
Ausgabe Mai 1984
Ausgabe 1988
Ausgabe 1996

"stereoplay" das Hifi magazin in Farbe - 6 DM

und unten rechts stand : NEU ! Europas größte Hifi-Zeitschrift jetzt in deutsch.

Ob es damals wirklich Europas größte Hifi-Zeitschrift war, kann ich nicht mehr verifizieren. Da müsste ich Karl Breh fragen. Jedenfalls war der Inhalt dieser ersten deutschen Ausgabe in einer überwiegend miserablen italienischen Druckqualität. Gedruckt wurde bei S.A.T. in Rom. Es gab dort viele DIN A4 große flaue Farbbilder mit Farbrändern. Solch einen miserablen Farbdruck hätte sich bei uns hier keiner getraut.

Überhaupt war das ganze Magazin sehr misteriös, denn gleich in der ersten Ausgabe wurden bereits Leserbriefe beantwortet, die ganz offensichtlich getürkt waren. Zur Zeit des Karl Breh als Chefredakteur musste sogar ein Kollege die Redkation verlassen, weil er Leserbriefe selbst initiiert hatte und den Nachweis (den Original-Brief) nicht erbringen konnte. Es wurde also mit harten Bandagen um jeden Leser oder um die Leser gekämpft.

Auch befremdlich ist, wenn der Chefredakteur mich als anonymen Leser in seinem Editorial "herzlichst" begrüßt. Ich kenne und kannte den Mann doch gar nicht. Er machte es auch nicht lange.
.

Gleich in der ersten (italienischen) Ausgabe - viele deutsche Hersteller

Bemerkenswert ist auch, daß gleich in dieser ersten Mai 1978 Ausgabe viele deutsche Hersteller große doppelseitige Anzeigen "geschaltet" hatten (oder vielleicht doch geschenkt bekommen hatten ?).

Nach der Durchsicht von mindestens 10 weiteren Erstausgaben
anderer Hifi-Publikationen fällt es hier ganz besonders auf. Die anderen betrachteten Erstmagazine hatten es da offensichtlich deutlich schwerer, Anzeigen- kunden und dann gleich mal mit Doppelseiten zu "aquirieren". Also auch das hat ein Geschmäckle, es ist nicht glaubwürdig.
.

Wohin der weitere Weg führt : "Prozzen"
"Leser zeigen ihre Anlagen" - Wohnen und Hifi

Nach mehreren Geräte-Tests mit nichtssagenden Bewertungen und nichtssagenden Fotos kommen wir zur Sache. "Zeig den anderen, was Du für ein toller Hecht bist."

Überwiegend Italiener präsentieren sich hier mit ihren Hifi-Anlagen - zum Glück noch ohne Paßbild. Ob es bei denen Zuhause klingt, ist dabei nebensächlich, es soll erst mal gut aussehen - also "prozzoprozzo".

Und natürlich werden auch Schallplatten rezensiert. Das gehört anscheinend einfach dazu. Man will somit vorhandene Marktanteile von den alten Magazinen wie fonoforum und Hifi-Stereophonie "abgraben".

Und wie selbstverständlich dürfen auf der Rückseite die nackten Hochglanz-Brustspitzen einer superschlanken dunkelhäutigen Figur nicht fehlen.
.

Daß aller Anfang schwer ist, ist bekannt.

Mehr über die ersten Eindrücke dieser 1978er Ausgaben kommen auf der 1978er Seite.
.

Hier weiter mit dem alten Text: (wird noch überarbeitet)


A
ls Leser und Bewunderer der Hifi-Stereophonie war das Konkurrenz-Magazin "stereoplay" (Erstausgabe vermutlich May 1978) für uns Hifi-Jünger nie eine Alternative.

Zu schön (oder geschönt) sahen die Hochglanzfotos der dort abgebildeten - irrsinning teuren - Edel-Träume aus. Und wenn fast jedes Gerät ein Testsieger wurde und/oder in der absoluten Spitzenklasse "mitspielte", dann klang das schon fast makaber nach Einflußnahme bzw manipuliert. Der ADAC und das ZDF lassen grüßen - man dreht einfach etwas an der Schraube der Wahrheit.
.

Der Eindruck von 3 Jahrgängen 1990-1992

3 Jahrgänge ab 1990

Blättert man die (Einzelheft-) Jahrgänge 1990 bis 1992 mal chronologisch am Stück durch (wir haben die ganzen 13 Jahrgänge von 1984 bis 1996 - überwiegend gebunden - von Karl Breh übergeben bekommen) und vergleicht Anzeigen und Beschreibungen (oder Tests), so stechen die Zusammenhänge direkt ins Auge.

Fazit: Es ist eine Hochglanz- Verkaufszeitung mit fast nur kaufanregenden Werbeaussagen wie zum Beispiel : Von diesen Verstärkern (oder anderen Geräten) können Sie (eigentlich) alle kaufen, alle sind hervorragend und sehr gut.

Das regt natürlich zum Nachdenken an und wenn ich dann die Interviews mit Karl Breh aus 2012 und 2013 abhöre, dann öffnen sich Horizonte der Wahrheit - natürlich zwischen den Zeilen. Karl Breh war nun über 30 Jahre Chefredakteur im Hifi-Bereich und pflegt sich sehr diplomatisch, gewählt und vorsichtig auszdrücken. Da ich das mit den Zeitzeugenbefragungen aber auch schon über 10 Jahre mache, habe ich gelernt, zwischen den Zeilen und Sätzen zu lesen. Es ist immer wieder sehr erhellend.
.

Rückblick : Im Herbst 1983 kam dem "Auto Motor Sport" Verlag - speziell der Zeitschrift stereoplay - ein Zufall zu Hilfe.

links die Hifi-Stereophonie in Teilen bis 1983, rechts in schwarz Stereoplay ab 1984 bis 1996
Links oben der Verweis auf die übernommene Hifi-Stereophonie

Der Stuttgarter Verlag konnte den in Bedrängnis geratenen qualitativen Marktführer - die Hifi-Stereophonie - kaufen bzw. übernehmen. Das waren vor allem die Inserenten, die das Geld brachten, und vielleicht auch die Leser, die die verbreitete bzw. verkaufte Auflage erhöhten und damit die Anzeigenpreise rechtfertigten - und natürlich die Köpfe dieses renomierten Karlsruher Magazins, die die vielen fundierten Artikel geschrieben haben.

(Inzwischen Ex-) Chefreakteur Karl Breh wechselte also am 1.1.1984 vom G. Braun Verlag
Karlsruhe zur (ehemaligen) Konkurrenz "stereoplay", deren Redaktion in Stuttgart residierte. Auch die alten Mitarbeiter sollten bei "stereoplay" unterkommen - jedenfalls war das geplant.

Doch "stereoplay" hatte zu der Zeit kein berauschendes Image. Das sollte und wollte Karl Breh ändern. Anfänglich war er "redaktioneller Berater", ab Nov. 1984 wurde er dann der Chefredakteur von stereoplay und fing an - wie in alten Zeiten - seriöse unbestechliche Publizistik in die Redaktion einzubringen.

Aber das war anscheinend gar nicht so einfach, wenn sich die Inserenten seit längerem ihres Einflusses auf die Artikel und Tests - also auf die Redaktion als solche - so sicher waren.

Schreibst Du schlecht über mein Produkt, inseriere ich eben in AUDIO
, ein "noch weiter" herausragendes Hochglanz Magazin der unerfüllbaren Träume. - Das war aber zum Glück im gleichen Verlag, also zumindst die (Anzeigen-) Umsätze waren schon mal gerettet.
.

Chefredakteur Karl Breh - warum nur bis 1996 ??

jetzt mit Hifi-Stereophonie
nur noch Hifi-Stereophonie
Karl Breh 1995

Zu Beginn des Jahres 1996 beendete der Chefredakteur Karl Breh nach 13 Jahren die Mitarbeit bei "stereoplay", offiziell - weil er in Rente "ginge". Doch aus seinem Mund - und zwischen den Worten gelesen - klingt das für mich ganz anders.

In seinem großen Fundus (oder Archiv) hatte er nämlich danach (also nach seinem Ausstieg 1996) auch keine weiteren Exemplare dieser Zeitschrift mehr aufgehoben - und das hatte ganz sicher seinen besonderen Grund.

In den Ausgaben des 1996er Jahrganges finden Sie
auch nur noch Artikel bzw. Tests mit den Titeln "X gegen Y" und "A gegen B und gegen C", also wie in einem synthetischen Krieg : "Jeder gegen Jeden". Alles scheint nur noch wie bei einem Kampf um die Quote aufgemacht.

Ich vermute ganz stark, er (Breh) konnte sich gegen die finanziellen Interessen des Verlages bzw. der Verlagsleitung nicht mehr durchsetzen. Und so quittierte er einfach "den Dienst", von dem er schon lange nicht mehr abhängig war.

(Anmerkung:
Wenn man gezwungen ist oder wird, Artikel konträr abweichend von der eigenen Meinung zu formulieren bzw. zu schreiben, ist ganz schnell die Luft raus, und der Spaß und das Interesse sind auch weg.)

Irgendwann danach (in einer der vielen Hifi-Flauten) hatte die Vereinigte Motor-Verlage GmbH & Co.KG den ganzen Hifi-Krams zusammen mit den Zeitschriften stereoplay und AUDIO und weiteren "abgestoßen". In Fachkreisen nannte man das aber ganz anders. (das kommt noch).
.

Im August 2008 wurde "stereoplay" verkauft

eines von mehreren Regalen
und die Menge wächst stetig

Zusammen mit "Connect, Audio, video, stereoplay und autohifi" verkaufte die Motor-Presse Verlagsgruppe Stuttgart diese Zeitschriften an den WEKA Verlag in Kissing.

Das redaktionelle Niveau konnte ab 1985 zwar leicht gesteigert werden, jedoch wurden viele seriöse Ansätze, die Karl Breh von der Hifi-Stereophonie mitgebracht hatte, verwässert oder nicht umgesetzt. Karl Breh strich in der "steroplay" zum Ende des Jahres 1995 die Segel. Er konnte in den mehr als 10 Jahren weder seinen Anspruch an Seriosität und Objektivität noch sein technisches Niveau mit einbringen.
.
Inzwischen (etwa nach 2008) haben fast alle Zeitschriften im Bereich Audio und Hifi ein marktschreierisches Boulevardblatt- Niveau erreicht, daß sich das Lesen fast nicht mehr lohnt. Selbst in dem ehemals so gerühmten "fonoforum" habe ich populistische unqualifizierte Artikel gefunden, die einem Ingenieur und Hifi-Begeisterten den Zorn in die Augen treiben.

Aber so ist es nunmal, der Anbieter, in diesen Fällen die Verlage, müssen sich an den Wünschen und dem Niveau der Mehrheit der Leser orientieren. Das ist nun mal so und es ist schade.
.

Eines ist besonders aufgefallen :

Alle diese Entwicklungen erkennt der recherchierende Leser (in dem Fall der fremde Redakteur) erst im Nachhinein, wenn er mehrere Jahrgänge eines Magazins wirklich chronologisch am Stück durchblättert und beim Durchblättern sofort diese Eindrücke notiert, wie hier in der Hifi-Stereophonie testweise ab 1980 gemacht.
.

- Werbung Dezent -
Zurück zur Startseite ----- © 2009 / 2017 - Deutsches Hifi-Museum Wiesbaden - Copyright by Dipl. Ing. Gert Redlich - Zum Telefon der Redaktion - - - - NEU : Zum Flohmarkt
Bitte einfach nur lächeln: Diese Seiten sind garantiert RDE / IPW zertifiziert und für Leser von 5 bis 108 Jahren freigegeben - kostenlos natürlich.

Privatsphäre : Auf unseren Seiten werden keine Informationen an google, twitter, facebook oder andere US-Konzerne weitergegeben.