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Die Hifi-Stereophonie war Deutschlands erstes Hifi-Magazin.

Die "Hifi-Stereophonie" Magazine von 1962 bis 1983 liegen uns lückenlos vor. Unser Dank geht an Karl Breh aus Karlsruhe, den langjährigen Chefredakteur dieser Zeitschrift. Dieses Magazin ist die Basis aller Vergleiche mit den anderen Zeitschriften.

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Bis hierhin habe ich 3 Jahre Hifi-Stereophonie durchforstet

1. Ausgabe Heft 1 - 1962
Ausgabe Heft 12 - 1964

von Gert Redlich im Juni 2014 - Das Ergebnis ist nicht berauschend. Zu just diesem Stichtag - also Weihnachten 1964 - hätte ich - wenn ich ein erwachsener Abonnent gewesen wäre - dieses Magazin wieder abbestellt - auch, wenn in den letzen drei Herbst/Winter Ausgaben ein paar Lichtblicke zu erkennen waren.

Doch ich war 1964 erst 15 Jahre alt und kam sowieso aus dem Staunen nicht heraus. Alles war neu und alles war ungewohnt und teuer, also unerschwinglich - mit 1 DM Taschengeld im Monat. Unsere Eltern waren weder Millionäre noch im heutigen Sinne wohlhabend. Die Zeitschrift durfte ich hin und wieder im Kiosk im Wiesbadener Hauptbahnhof mal ansehen und kurz reinschaun - schon wurden wir "vertrieben".

Jetzt nach 50 Jahren sehe ich das natürlich gänzlich anders. Auch nach den langen Gesprächen mit Karl Breh (1932 geboren) und vielen anderen (ähnlich alten) Zeitzeugen erhellt sich das damalige Umfeld etwas mehr. In unserem jugendlichen Alter, selbst als ich 19 Jahre alt war, konnten wir uns nicht im geringsten die Zwänge der Hersteller und Händler und auch der Zeitungsmacher vorstellen. Das lief ja alles hinter den Kulissen ab. Und irgendwelche Zusammenhänge zwischen Anzeigenaufkommen und Anzahl der Leser und dem Verkaufspreis, das wurde ja alles noch richtig geheim gehalten.
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Ein Rückblick nach 1964/1965

Was gab es damals an Informationen ? Es gab das fonforum, die Hif-Stereophonie, die Prospekte der ganz großen Hersteller wie Grundig (die Grundig Revue), Saba, Uher, Telefunken, Philips und noch ein paar, an die ich mich aber gar nicht mehr so genau erinnere. In den 3 Kaufhäusern und den wenigen größeren Radiogeschäften in Wiesbaden standen fast nur Unterklasse und Mitteklasse Radios "herum", nein, fein säuberlich in Regalen aufgebaut. Da die ja alle die Lautsprecher im "Kasten" drinnen hatten, brauchten Sie nur Strom.

Und dann in 1964/65 entdeckte ich zufällig das neue Geschäft "Schallplatte am Kureck" bei uns in Wiesbaden am Ende der Wilhelmstraße (damals die feinste Gegend) - mit dem Thorens TD 124 im Schaufenster. Wenige Monate später standen die neuen weißen Braun Geräte auch im Schaufenster und meine (unsere) Nasen wurden immer "platter" (eine Steigerung von "platt" !!!) Was war das ?

Irgendwann durfte ich mit einem deutlich älteren Freund unserer Eltern da mal rein - runter ins große Untergeschoß. Da standen sie, die unerreichbaren Träume für 1598.- DM und 1998.- DM und 2800.- DM und noch mehr. Es muß auch schon ganz vernünftig geklungen haben, das konnte ich damals bestimmt noch nicht beurteilen, aber besser als im Kino war es schon.
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Die ersten amerikanischen Kataloge ab etwa 1969

Etwa 1966 lernte ich durch Zufall einen Amerikaner kennen, der im amerikanischen Kino Filme vorführte, aber nicht (mehr) der Armee angehörte - ich glaube, sein Name war Gerry Sinder. Er hatte bereits einen großen Pioneer Receiver und große Boxen in seiner Kellerwohnung stehen samt einem Superplattenspieler - und das klang super. Und er hatte bergeweise amerikanische Hifi-Kataloge aller Art und weitere Berge an Hifi-Magazinen. Natürlich warben auch die Amerikaner dort drüben mit ihren Dollar Preisen, die mir die Schuhe auszogen. Der Dollar stand noch bei 4.- DM und dennoch, es war enorm preiswert "da drüben". Irgendwann legte mir Garry mal eine Preisliste aus dem "Audio-Club Wiesbaden" (in Mainz Kastel) vor, dem größten Audio-Club der Welt, kaufbar natürlich nur für Militärangehörige. Die Preise waren nochmals halbiert - völlig irre.

Alleine die Vielfalt der Vor- und End-Verstärker und der Lautsprecher kannten wir hier in Deutschland noch nicht. Trotz Erdkunde-Unterrricht im Gymnasium war mir die Dimension der USA überhaupt nicht bewußt. Sicher, wir waren als Kinder mal mit den Auto an der Ostsee, das waren 9 Stunden - und wir waren auch mal am Gardasee, auch 10 Stunden Fahrt. Doch die Dimension der USA verstand ich erst in 1985, als ich von Miami nach San Franzisco geflogen war, mehr als volle 5 Stunden lang, also fast 5000 Kilometer.

Erst 1985 gönnte ich mir einen Besuch in einem amerikansichen Hifi-Studio in Miami. Die Auswahl in dem größeren Studio war enorm. Marcato und SATURN in Köln (aber das war erst viel später in 1974) waren bei uns ja erst der Anfang der Gigantomanie.

 

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