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Bei den Lautsprechern gab und gibt es viel Sinnvolles und auch viel viel Unsinn . . .

Die AR2, die erste geschlossene Box mit sauberem Bass
Die Braun L20 - sehr bescheiden, scheinbar nur ein Versuch

von Gert Redlich in 2014 - In der Sturm- und Drang Hifi-Zeit vom Anfang der 1970er Jahre bis zum Ende der 1980er Jahre stand fast jeden Morgen eine neuer "Guru" auf, der die alleine selig machende Lautsprecher-Box entwickelt hatte.

Dies wurde dann von der ewig hungrigen Presse sogleich aufgeschnappt, schillernd ausgemalt, sehr oft im Vorfeld bereits in den Himmel gelobt, natürlich ohne Probehören und dann mehr oder weniger qualifiziert weiter verbreitet.

Die uralte klassische Lautsprecherbox (wenn man von Box überhaupt reden konnte) hatte aber immer noch ein oder mehrere ganz normale Trichter-Chassis nach vorne gerichtet und war hinten anfänglich noch offen (bis etwa Anfang der 60er Jahre), später (ab etwa 1963) dann geschlossen.

Irgendwann kamen die echten Kalotten- Hoch- und Mitteltöner (etwa 1965) sowie die sogenannte Bassreflex-Box dazu und dann kamen aus der Profitechnik die exponentialen Basshörner und sonstigen Konstrukte.

Die "Besonderen" Konstrukte

die Bose 901/III offen
die OHM F

In den 1970ern gab es dann eine Menge ganz "besonderer" Konstruktionen, die alle meist einen einzigen Vorteil (vielleicht sogar mehrere) gegen (ziemlich oft) ein Vielfaches an Nachteilen anzubieten hatten.

Eine dieser besonderen und sehr erfolgreichen Ausnahme- Konstruktionen war die Bose 901 "direct reflecting" Konzeption. Mit 9 (eigentlich sehr simplen Langhub-) Breitbandchassis und einem elektronischen Entzerrer erzeugte dieses Konzept eine erstaunlich wirkungsvolle und voll beeindruckende Musikwiedrgabe, vor allem eine überragende Stereo-Perspektive. Im Laufe der Zeit wurde dieses Konzept von der Serie 1 bis zur Serie VI (6) weiter entwickelt und dabei deutlich verfeinert. Die Bose 901 Box ist jetzt über 35 Jahre alt und insbesondere die Serie II Lautsprecher sind noch gefragt, weil sie (angeblich) nicht die Sickenprobleme der Serie III und folgende (die Sicken lösen sich auf) hatten und auch nicht die Probleme mit den Magneten aus der Serie I.

Fast gleichzeitig kamen noch diverse Elektrostaten, Bändchen- hochtöner, Ionenhochtöner, Plasmastrahler, Kugelstrahler, dann die OHM F und sonstige "geniale" Entwicklungen auf den Markt . . . . . und sind alle wieder verschwunden.

Geblieben ist bis heute (wir haben 2015) die direkt abstrahlende mehr oder weniger schlanke Lautsprecher- Säule und die fast unsichtbaren Mehrkanal Satelliten samt aktivem Basswürfel.

Alle dicken großen Superboxen
erfreuen sich nur noch geringer Beliebtheit. Immer weniger "Gourmets" lauschen den wirklichen Spitzenklasse Boxen. Der Markt und auch das Niveau der Ansprüche haben sich seit den 90er Jahren völlig geändert. Meiner Meinung nach ist das Niveau für viele Jüngere nach unten gerutscht.

An den physikalisch technischen Möglichkeiten des Wandelns von elektrischer in akustische Energie und den reproduzierbaren Qualitäten hat sich dennoch nichts Wesentliches geändert.
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Die ganz modernen Boxen haben eine "völlig" neue Gehäusetechnik - der viereckige Kasten ist weg.

Das ist natürlich nichts wirklich "Neues". Die JBL TI Serie von 1987 (die Ti250 und die Ti1000) hatte zusammen mit anderen Boxen bereits diese asymmetrische Pyramiden-Form, bei der keine der gehäuse-Wände zur einer anderen Wand symmetrisch parallel war. Und so klangen sie damals schon "spektakulär" super, im Vergleich teils heute noch.

Inzwischen: Die moderne Elektronik der Simulation jedweder physikalischen Eigenschaften und Prozeduren
hat bei den "Lautsprecherschmieden" Einzug gehalten - und die damalige "empirische" Entwicklung von Lautsprecherboxen nach Gehör zum Beispiel eines - in der Legende verklärten - Herrn Seikritt bei Braun und Heco und Canton ist lange überholt.

Bei Canton zum Beispiel wurde die Resonanz und Reflektion des Schalls innerhalb des Boxengehäuses per Software sorgfältig im (Quadcore-) PC simuliert und so kamen optisch eigentlich "merkwürdige" Gehäuseformen auf den Markt. Sie sind irgendwie alle rund oder abgerundet und schief und krumm. Fast wie ein Wunder klingen die aber alle eben NICHT mehr nach einer Zigarren- oder Holzkiste - wie manche Braun L710 oder Heco P4302 oder Tannoy Boxen von vor 40 Jahren.

Auch die anderen Hersteller haben fast alle nachgezogen und sind nicht nur im höheren Preissegment von den alten rechteckigen Kästen weggegangen hin zu hochoptimierten unsymmetrischen Konstruktionen.

Heutige "ganz normale" Boxen im Preisbereich von ca. 500.- Euro schlagen so gut wie alle kleinen und mittleren Boxen von vor über 30 Jahren haushoch, und waren sie damals auch noch so teuer !!
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