Die Firma Braun aus Frankfurt / Kronberg
Warum gerade die Braun AG und warum so ausführlich ?
Die Firma Max Braun, ehemals aus Frankfurt, später dann in Kronberg im Taunus angesiedelt, hat in Deutschland die Hifi- Ära eingeleitet. Die Artikel (und natürlich auch die ganzen Produkt-Anzeigen) in den diversen Fachzeitschriften, über die wir seit April 2010 verfügen, zeigen ganz deutlich, vor Braun gab es bei Hifi (fast) nichts.
Da hatte zwar Klein & Hummel ein paar sehr gute Verstärker, aber kein Programm für den Otto Normalverbraucher. Auch Sennheiser bemühte sich mehrmals, in diesen neuen Markt einzusteigen, es mißlang. Thorens hatte neben dem TD 124 auch mal Verstärker, die aber heute keiner mehr kennt.
Bei Braun waren es die beiden Söhne, die nach dem Tod des Vaters mit neuen Ideen die geerbte Firma nicht nur weiter führen wollten, nein, sie wollten mehr.
Trotz der Frotzelei des Max Grundig (auf einer Funkausstellung oder Messe), mit diesem neuen weißen Kram würden sie jetzt das Erbe des Vaters verspielen, sie hatten (nach draußen hin) Erfolg und waren bald die Nummer 1 im Hifi Bereich.
Und von daher kommt auch der Braun Mythos bzw. das Image der ganzen Braun Prdukte her.
Inzwischen seltenes "Zeitzeugen-Wissen" über Braun Audio und Braun Hifi
In vielen Gesprächen im Frühjahr 2010 mit Dipl. Ing. Wolfgang Hasselbach, dem Chefentwickler Bereich Audio bei Braun, der diese Hifi Entwicklung von 1956 an begleitete, wurde mir erst klar, daß es jetzt leicht ist, die Nase zu rümpfen. Natürlich hätte man Einiges besser machen können, aber nicht in den frühen 50ern und 60ern. Da gab es in Deutschland nichts. Alles an modernem Gurdwissen kam fast nur aus Amerika oder England.
Herr Hasselbach erzählte, wie er in England mit Leak Kontakt aufnahm und danach in den USA mit AR (Acustical Research) konferierte. Die AR Leute hatten drüben ein Patent auf geschlossene Boxen. So etwas gab es hier in Deutschland nicht. Hier wurde quasi die Boxen wie Radios ohne Elektronik gebaut. Die ziemlich ersten Braun Boxen, ein Paar L20, haben wir geschenkt bekommen. Hinten ist sie mit einem Grill offen und klingt auch so. Ein Paar bereits rundrum geschlossene Braun L60 aus 1961 haben wir im Juni 2010 aus Berlin geschenkt bekommen.
Der Chef von AR hielt sich gegenüber den Deutschen sehr bedeckt, das Kriegsende war gerade mal 12 Jahre her und die ungefähr 170 Tausend in Europa gefallenen amerikanischen Soldaten noch lange nicht vergessen. Auch der Chef von Quad hatte zwar das Geld für die 500 Lizenzen zur paarweisen Herstellung der LE1 (bei Braun in Frankfurt) eingenommen, aber der Support war die ganze Zeit lang mangelhaft. Am Ende war es ein Problemfall.
Und so mußten sich die Ingenieure bei Braun mühsam mit der damals überhaupt verfügbaren Literatur durchbeißen und im Prinzip von der Pike auf neu anfangen. Dabei spielten die (wenigen) deutschen wie internationalen Fachzeitschriften eine große Rolle, denn die hatten Übersetzungen von physikalisch wissenschaftlichen Audio-Erkenntnissen aus dem Ausland ins Deutsche übersetzt und hier publiziert.
Es gibt auch weniger berauschende Wahrheiten, die jetzt ans Licht kommen, denn die alten Kämpfer sind müde und alt geworden. Zum Beispiel war auch der Ausstieg aus der Hifi Branche 1991 eine letzte kostspielige Marketing Aktion, die als Image rettende Maßnahme auch wieder viel Geld gekostet hatte. So hatte Braun zwar ein super Image aufgebaut, nur Geld haben sie bei Braun mit Hifi nie verdient. Irgend etwas hatte nicht gestimmt.
Und die Amerikaner von Gillette und auch von P&G orientierten sich natürlich am eigenen amerikanischen Markt und sahen dort McIntosh mit tollen güldenen Zahlen, bei auch nur kleinen Stückzahlen. Es ist also nicht alles Gold, das glänzt. Schaun Sie mal bei Zeitzeugen rein.
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