Die dritte Bilanz für 1964 stammt vom März 1965
Geschäftsverlauf

Man sieht, daß es 1960 und 1961 schwierige Zeiten gab

In dem am 30. 9. 1964 beendeten Geschäftsjahr 1963/64 erzielte die Gesellschaft erneut eine kräftige Geschäftsausweitung mit gutem Ergebnis.

Umsatz 1964 ca. 145 Millionen DM
Der Umsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 27% auf rd. 145 Mio. In der Braun-Gruppe, zu der in- und ausländische Beteiligungsgesellschaften gehören, ergibt sich eine Erhöhung des Konzern-Außenumsatzes in fast gleichem Verhältnis auf 173 Mio (Vorjahr: 139 Mio). Die Braun AG hat weiterhin ca. 1/3 ihres Umsatzes exportiert.

An der Geschäftsausweitung waren die vier Artikelbereiche (Elektronik, Foto, Haushalt, Rasierer) in verschiedenem Maße beteiligt. Am stärksten hat sich das Rasierergeschäft entwickelt. Bei Elektronik verlagerte sich das Geschäft noch stärker zu dem Programm hochwertiger Musikanlagen.
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Anmerkung: Der Verkauf von "normalen" Radiogeräten brach fast völlig zusammen. Die neue Hifi-Sparte war immer noch ein kleines Pflänzchen, nur der Bereich Rasierer legte gewaltig zu. Nach wie vor werden in den Bilanzen keine transparenten Ertragszahlen pro Sparte ausgewiesen. Die Verteilung der Umsätze und Gewinne bleibt ein internes Geheimnis.


Daneben brachten neue und verbesserte Elektronenblitzgeräte Erfolg. Im Bereich Foto wurde das Geschäft mit neuen Projektoren verstärkt. Bei Haushalt traten neben die bewährten verschiedenen Küchenmaschinen und Lüfter völlig neue Geräte für Küche und Kosmetik.
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Ertrag
Die Ertragsentwicklung war gut. Trotz anhaltender Kostenerhöhungen konnte das Betriebsergebnis in jeder Hinsicht verbessert werden.

Neue Produkte
Neue und verbesserte Produkte bestimmen die bisherige und künftige Geschäftsausweitung. Die technische Entwicklung wurde in allen Artikelbereichen entsprechend ausgebaut.

Bei Elektronik ist das Programm der für HiFi-Stereo eingerichteten Empfangs- und Musikanlagen durch das hochwertige Tonbandgerät TG 60 ergänzt worden.

Für die elektroakustische Ausstattung von Großräumen wurden erstmals spezielle Bauelemente und Lautsprechereinheiten entwickelt. Die Elektronenblitzgeräte F 40 für Amateure und EF 300 für professionelle Zwecke erweitern das Blitzgeräteprogramm.

Im Fotosektor wurden die Dia-Projektoren D 45 und D 46 (mit Jod-Niedervoltlampe) sowie der automatische Nizo-Film-projektor FP 1 herausgebracht. Im Bereich Haushalt umfaßt das erweiterte Programm die neuartige Klein-Küchenmaschine Multiwerk und eine Mahlwerks-Kaffeemühle.

Zu dem neuen Arbeitsgebiet Kosmetik gehören ein Haartrockner mit Tangentialgebläse und ein elektrisches Bestrahlungsgerät. Das Rasiererprogramm umfaßt neben den bewährten Spitzengeräten Sixtant und Commander verbesserte kleinere Netzgeräte und einen Rasiererstab mit Batterie-Antrieb.

Eine besondere Anerkennung für die Gestaltung unserer Produkte war im Sommer 1964 eine Sonderausstellung des gesamten Braun-Programms im Museum of Modern Art in New York. Daneben erhielten wir weitere Auszeichnungen, u. a. auf der Triennale in Mailand und der Design-Biennale in Ljubljana.

Anmerkung: Das ELA Rack war ein Versuch. Nach zwei erfolglosen Jahren wurde der Flop beendet, denn die gesamte Infrastruktur der Braun Hifi-Geräte paßte überhaupt nicht zu diesem Vertriebsweg.

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Produktion
Wegen der starken Auslastung der vorhandenen Produktionskapazitäten, deren Ausweitung teilweise auf Grenzen des Arbeitsmarktes stößt, mußten mehr Aufträge an fremde Firmen vergeben werden.
Bei der Tochtergesellschaft in Walldürn wurde ein neuer Bauabschnitt mit ca. 2.000qm Nutzfläche in Betrieb genommen. Im Werk Marktheidenfeld ist die Vergrößerung um weitere ca. 10.000qm für Fertigung und Lager im Bau.

Mit einer größeren zweiten Baustufe in Kronberg für Fertigung, Entwicklung und Verkauf wird 1965 begonnen.

Vertrieb
Die durch Preis- und Vertriebsbindungen gekennzeichnete Vertriebspolitik im Inland wurde mit Erfolg weitergeführt. In enger Zusammenarbeit mit dem Fachhandel konnte für Rasierer eine wesentliche Preissenkung durchgeführt werden. Im übrigen waren Preiserhöhungen bei einer Anzahl von Erzeugnissen nicht zu vermeiden.
Das Exportgeschäft wurde sowohl in Europa als auch nach außereuropäischen Märkten verstärkt. In Nordamerika konnten insbesondere Haushaltgeräte erstmals stärker Fuß fassen.
Die zunehmende internationale Konkurrenz machte eine verstärkte Werbung notwendig. Hierbei haben sich die Informationszentren in Frankfurt, Hamburg, Kassel und neuerdings in Düsseldorf gut bewährt. Weitere sind im In- und Ausland
geplant.

Mitarbeiter
Die Zahl der Mitarbeiter bei der Braun AG hat sich im Geschäftsjahr auf 2.776 erhöht, in der Braun-Gruppe in etwa gleichem Umfang auf 4.945 (1963: 4.629).

Zum 31.12.1964 werden erstmals mehr als 5.000 Mitarbeiter beschäftigt. Der Anteil der Angestellten beträgt bei der Braun AG weiterhin 40%.

Löhne und Gehälter einschließlich Sozialabgaben sind durch Tariferhöhungen und vom Arbeitsmarkt bedingte zusätzliche Zahlungen um rd. 8% gestiegen. Bei den freiwilligen Sozialleistungen, die fast 10% davon betragen, lagen die Schwerpunkte bei Gesundheitsdienst und Werksverpflegung einschließlich Diätküche sowie gestiegenen Gratifikationen und Altersversorgung.

Anmerkung: Jahresgewinn 1964
Der Rohgewinn steigerte sich bei einem Umsatz von 145 Millionen DM zwar (von 3,8 Millionen in 1963) auf 5,8 Millionen DM im Bilanzzeitraum 1964. Doch eigentlich hätten es 14 Millionen sein müssen oder sollen, denn das wären die notwendigen ca. 10% vom Umsatz.

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Ausblick
Die vor zwei Jahren eingeführte neue Organisation mit vier (vertikalen) Artikelbereichen und drei (horizontalen) Geschäftsbereichen bietet nach den bisherigen positiven Ergebnissen die Voraussetzung für ein weiteres Wachstum des Unternehmens. Interessante Produktentwicklungen hierfür sind eingeleitet. Die in Vorbereitung befindlichen neuen räumlichen Kapazitäten stehen für den Ausbau von Entwicklung und Fertigung in absehbarer Zeit zur Verfügung. Daneben ist die Erweiterung der Vertriebsorganisation im In- und Ausland geplant.

Die nochmalige Kapitalerhöhung vom Sommer 1964 um nominell 2 Mio auf insgesamt 24 Mio hat die finanzielle Grundlage für die notwendigen Maßnahmen verstärkt. Mit der Einführung von 6 Mio Vorzugsaktien in den geregelten Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse im Oktober 1964 wurde ein erster Schritt zur Erschließung des Kapitalmarkts gemacht. Die Einführung von Braun-Aktien in den amtlichen Handel ist vorgesehen.

Das Ergebnis der bereits im neuen Geschäftsjahr liegenden Hauptsaison vom Oktober bis Dezember 1964 berechtigt zu Erwartungen für eine weitere gute Geschäftsentwicklung.

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