Braun CES 1020, quasi ein Receiver ohne Endstufen (1972)
Mai 2010 - Den Braun CES 1020 haben wir schon vor über zwei Jahren für 1 Euro ersteigert und dann eingelagert wie auch den SONY STR 6120, bis die ersten aktiven Boxen einlanden würden. Und die kommen jetzt in Kürze. (Braun LV720 und Heco P7302 SLV/K)
Inzwischen (Juni 2010) ist ein richtiger Receiver Braun CES 550 eingelandet, sodaß wir der gehegten Mär nachgehen können, die Braun Boxen würden nur an Braun Receivern klingen.
Man nehme, was man hat . . .
Für die aktiven L710, also die LV720 brauchte man keinen Kraftverstärker im Receiver. Also konnte man auf die Endstufentechnik komplett verzichten und das Gehäuse dort leer lassen oder anderweitig nutzen.
Vor allen Dingen braucht man jetzt keinen dicken Netztrafo mehr.
aber dann einen billigen Netztrafo ?
Diese Art von Trafos gehört zum Billigsten, daß auf dem Markt verfügbar war. Die M-Kern Trafos haben ein deutlich größeres Streufeld als Schnittbandkerntrafos oder gar Ringkerntrafos. Doch jene sind etwas teurer und wurden nur in den Geräten "ganz oben" verbaut. Damit gehört der CES also nicht zur Spitzenklasse.
Besonderheit oder Altlast
Der CES 1020 (und vermutlich auch alle Receiver dieser Generation) hat noch den Ganzmetall Lautstärkeregler von Preh mit dem Schalter hinten dran, bei dem man duch Ziehen die Loudness komplett abschalten kann.
Der Regie 550 hat diese Funktion nicht mehr. Dort wird die Wirkung/Stärke der Loudness- "Korrektur" über die beiden gekoppelten Regler mit der Aufschrift Balance fließend von Voll bis auf Null geregelt.
Auch sind die Platinen sehr servicefreundlich bestückt, sodaß man fast jedes einzelne Bauteil leicht austauschen könnte.
Netzleitungen neben ungeschirmten NF Ausgangs-Leitungen
Die beiden NF DIN Ausgänge sind schaltbar und die Buchsen liegen direkt unter der 220 Volt Buchse. Würden dort wirklich mal 2 Ampere von einem Verbraucher mit Schaltnetzteil "gezogen", würden in den Lautsprechern Wispern und Zwitschern zu hören sein.
Die beiden Instrumente
sind hier noch am Chassis befestigt, nicht so unglücklich an der Frontplatte wie beim Regie 550.
Dieser CES 1020 ist auch nur recht wenig gelaufen wie der regie 550. Das kann man an der Durchhängung der Glüh-Wendeln in den Skalenlämpchen sehen.
Der Zahn der Zeit nagt
Eigentlich ist es das wichtigste Kabel, nämlich vom Netz-Trafo auf der Sekundärseite zum Netzteil für alle Funktionen.
Und diese beiden Leitungen haben sichtbare Verrottungserscheinungen. Noch habe ich nicht dran gebogen oder gerüttelt. Doch man sieht die 35 Jahre.
Bei den UHER Royal Tonbandgeräten zum Beispiel riecht man das Ausdünsten der Weichmacher in den vielen Drähten und Kabeln. Sie stinken wie in ein alten Kabelkeller der Bundespost vor 40 Jahren.
Einer der wenigen Edeltuner
Die Empfangsteile der Braun Receiver waren immer oberste Spitzenklasse, doch inzwischen ist UKW Radio nur noch unter "ferner liefen" gefordert. Selbst damals 1972 war LW und MW und KW eigentlich nicht mehr erforderlich für die Oberklasen- Hif-Fans.













