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Die Firma Elektroakustik in Kiel

"ELAC in Kiel sei sehr breit aufgestellt". Mit diesem trivialen Spruch umschreibt man ein (zu großes) Produktspektrum, das zum Nachdenken anregt. (Es stimmte nämlich anfänglich überhaupt nicht.) ELAC hatte nämlich den ersten MM (moving magnet) Magnet-Tonabnehmer erfunden oder bis zur Perfektion entwickelt. Vorher gab es viele Kristallsysteme und auch elektrodynamische Tonabnehmer, bei denen ein Eisenplättchen am Nadelträger über einen festen Magneten und eine feste Spule das Signal erzeugten.

Und ELAC hatte anfang der 1960er Jahre dieses Patent auf den bewegten Magneten, nach bisherigen Informationen weltweit. Es war insbesondere für die neuen Stereo- Tonabnehmer die bessere Konzeption. Die amerikanische Firma Shure lizenzierte diese Technik und erlangte damit Weltruf. ELAC baute zwar ebensolche hervorragenden Abtaster, wurde aber dennoch im Bereich der Tonabnehmer nur mittelmäßig bekannt. Die ELAC Marketing-Abteilung hatte eine viel  zu "engstirnige" Auffassung von "Weltmarkt". SHURE machte das um Dimensionen besser.

ELAC entwickelte und baute aber gleichzeitig auch sehr hochwertige Plattenspieler, mittelmäßige Verstärker und später (zu Seikrits Zeiten) auch noch hochwertige Lautsprecher. Aufgrund des etwas unglücklichen Designs konnten sie DUAL nie das Wasser reichen. Zum Glück haben sie sich von Bandgeräten aller Art ferngehalten. Zur Zeit der Einführung von Stereo (1961) und später der Quadrophonie (1972) wurde bei ELAC kräftig geforscht und viele hochkarätige Artikel wurden von Elac Mitarbeitern veröffentlicht.

Für uns spielt ELAC bei den Plattenspielern keine so große Rolle (mehr), obwohl sie 1961 den ersten deutsche Hifi Spieler und Wechsler vorgestellt hatten. Die Marktführerschaft bei Plattenspielern hatte wie schongesagt DUAL ab etwa 1963 mit dem 1009 übernommen, total übernomen.

Bei den Magnetsystemen jedoch hatte ELAC wirklich Hervorragendes zu bieten. Bei Revox wurden in den B795 und B791 unter anderen die Typen 796H30 eingesetzt. Dieses Magnet-System liefert eine Klangqualität, die fast nicht zu übertreffen war und ist.

Irgendwann hatte die Akustik Abteilung von ELAC den Zug der Zeit verschlafen oder "sie" hatten die falschen Produkte und auch die Patenteinnahmen (von Shutre) liefen nach 17 (oder 20) Jahren aus und ELAC war Konkurs. (Das war sehr sehr ähnlich zu Telefunken, die auch in Lizenz-Einnahmen schwelgten, bis die plötzlich abrupt aufhörten.)

Der Lautsprecher-Entwickler Wolfgang Seikrit kaufte einen Teil von der ELAC Konkursmasse zusammen mit Herrn John und versuchte einen Neuanfang in einem damals gerade kaputten Markt.

Aus den inzwischen (im Juni 2015) eingelandeten 900 kg Hifi Magazinen werden die Artikel und Pressenotitzen hier eingefügt.
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