Die achte Bilanz für 1969 stammt vom März 1970
Bericht des Vorstands zur Gesamtentwicklung

Hifi-Chef und Vorstand ist noch Karl Buresch

Das am 30. September 1969 abgeschlossene Geschäftsjahr brachte Braun auf allen Märkten eine erfreuliche Aufwärtsentwicklung. Im Inland baute die Braun AG ihre Marktstellung weiter aus. Der Anteil des Auslandgeschäfts ist erneut gestiegen.

Umsatz
Die Braun-Gruppe (Braun AG mit in- und ausländischen Tochtergesellschaften) erzielte 1968/69 wieder eine kräftige Umsatzsteigerung. Der konsolidierte Gesamtumsatz betrug 321 Mio. DM. Das entspricht einem Zuwachs von 15% gegenüber dem Vorjahr (279 Mio. DM). Der Umsatz der Braun AG nahm um rund 14% zu. Er erreichte 246 Mio. DM gegenüber 215,5 Mio. DM im Vorjahr.

Die Artikelbereiche - Elektronik, Foto, Haushalt und Rasierer - haben mit etwa gleichen Steigerungsraten dazu beigetragen. Nach gezielten Marktinvestitionen im Ausland bauten wir das Auslandgeschäft weiter aus. In der Braun-Gruppe hatte es einen Anteil von 59% gegenüber 55% im Vorjahr. Der Exportanteil der Braun AG stieg von 42 auf 44%. Die höchsten Zuwachsraten ergaben sich in Japan, Frankreich und in Spanien, wo eine eigene Produktionsstätte besteht.

Ertrag
Der Jahresüberschuss des Braun Konzerns (Braun AG mit inländischen Tochtergesellschaften) stieg bei einem Umsatz von 320 Mio. um 23% auf 10,8 Mio. DM (Vorjahr 8,8 Mio. DM). Bei der Braun AG selbst erhöhte er sich um 37% auf 9,6 Mio. DM. Diese Steigerungsraten sind durch aperiodische Ertragsanteile beeinflusst, vor allem bedingt durch einen erheblichen Lagerabbau.

Anmerkung : Spätestens jetzt wurden die Amerikaner argwöhnisch. Die deutsche Tocher Braun mit diesen supertollen Rasieren macht bei 320 Mio Umsatz an Ende nur 10 Mio Gewinn, das sind ja nur 3% und das ist natürlich viel zu wenig.

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Investitionen
Für Sachinvestitionen in Deutschland wurden 7,7 Mio. DM aufgewandt gegenüber rund 6 Mio. DM im Vorjahr. Die Zusammenfassung der gesamten Fertigung des Artikelbereichs Foto in der neuen, gepachteten Produktionsstätte in München-Allach wurde im Sommer 1969 abgeschlossen.

In Kronberg ging der Bau des neuen Fertigungsgebäudes zügig voran. Hier wird im zweiten Halbjahr 1970 die Teileproduktion vor allem für die Artikelbereiche Rasierer und Haushalt konzentriert. Gleichzeitig wird das Mehrzweckgebäude in Kronberg für die Aufnahme weiterer Verwaltungsabteilungen vergrössert. Dadurch erhält der Artikelbereich Elektronik in Frankfurt neue Ausweitungsmöglichkeiten.
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Beteiligungen
In den Beteiligungsverhältnissen zwischen der Braun AG und ihren Tochtergesellschaften traten keine wesentlichen Änderungen ein. Im Ausland übernahm die Braun AG gegen Ende des Berichtsjahrs die beiden spanischen Tochtergesellschaften Braun Espanola S.A. und Braun Electric Iberia S.A. als direkte Beteiligungen von der Zwischenholding Braun Electric International S.A.

Die Braun Electric Canada Ltd. ist jetzt über die Braun Electric International S.A. eine 100%ige Tochtergesellschaft der Braun AG (bisher 80,5%). Die Braun Electric America Inc. konnte nach der Zusammenfassung aller Braun-Vertriebsaufgaben in Nordamerika durch die von Gillette eingerichtete „Braun North America" aufgelöst werden. Mit Ausnahme der Braun Espanola, die auch produziert, erfüllen die ausländischen Tochtergesellschaften im wesentlichen Vertriebsaufgaben.

Braun Electric International S.A. und Braun Electric (Schweiz) AG sind Finanzierungsgesellschaften. Die Geschäftsentwicklung war für die Tochtergesellschaften im Ausland insgesamt erfolgreich. Im Inland wurde aus organisatorischen Gründen zu Beginn des neuen Geschäftsjahrs die Braun Elektromechanik GmbH & Co. mit der Braun Elektromechanik GmbH vereinigt.

Kapital
Das Aktienkapital beträgt unverändert 30 Mio. DM, aufgeteilt in 18 Mio. Stammaktien und 12 Mio. stimmrechtlose Vorzugsaktien. The Gillette Company hält über ihre Tochtergesellschaft Gillette International Capital Corp. sämtliche Stammaktien. Durch Zukauf erhöhte sie ihren Besitz an Vorzugsaktien im Berichtsjahr auf nunmehr etwa 9,6 Mio. (Vorjahr ca. 8,8 Mio.). Insgesamt hält Gillette damit einen Anteil von rund 92% (Vorjahr 89%).

Mitarbeiter
Die Zahl der Braun Mitarbeiter stieg in der Gruppe von 6137 auf 6615, in der Braun AG von 3062 auf 3073. Die geringe Veränderung der Mitarbeiterzahl in der Muttergesellschaft ist vor allem auf die Übernahme im Artikelbereich Foto tätiger Mitarbeiter durch die Tochter- gesellschaft Niezoldi & Krämer GmbH, München, zurückzuführen. Der Anteil der Lohnempfänger blieb in der Braun-Gruppe mit 58% nahezu unverändert.

Das Aus- und Fortbildungsprogramm für Braun Mitarbeiter wird ausgebaut.

Wirtschaftsminister Prof. Schiller übergibt Herrn Buresch den Preis für die Gute Form.

Auszeichnungen
Braun-Geräte erhielten 1969 vom Bundesminister für Wirtschaft im Bundespreis »Gute Form« einen Ersten und einen Zweiten Preis. Der Bundespreis, dessen Jury international anerkannte Design-Fachleute angehören, war in diesem Jahr zum ersten Mal ausgeschrieben worden.

Ausblick
Der Beginn des laufenden Geschäftsjahres zeigt, daß wir trotz des scharfen internationalen Wettbewerbs mit einem weiterhin guten Ergebnis rechnen können. Allerdings wird die Aufwertung der Deutschen Mark die Geschäftsentwicklung im Ausland weiter belasten.

Artikelbereich Elektronik

Mit neuen Geräten, konsequenter Weiterführung der Vertriebspolitik im Inland und intensivem Vertriebs- ausbau im Ausland erzielte der Artikelbereich Elektronik im Geschäftsjahr 1968/69 gute Erfolge. Die grössten Zuwachsraten im Ausland ergaben sich in EWG- und in EFTA-Ländern.
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Auf dem Gebiet Elektroakustik wurde das Programm der hochwertigen HiFi-Geräte durch Neuheiten und Weiterentwicklungen ergänzt, die grossenteils auf der Deutschen Funkausstellung 1969 in Stuttgart vorgestellt wurden.

Dazu zählen vor allem die neue HiFi-Kompakt-Anlage audio 300 und der elektronisch geregelte, hydraulisch gedämpfte HiFi-Plattenwechsler PS 600. Ausserdem wurde ein neues Farbfernsehgerät gezeigt, das sich allen Braun Musikanlagen zuordnen lässt.

Mit den HiFi Lautsprechereinheiten L 810 und L 710 trat Braun noch stärker als bisher auch als Lautsprecherhersteller hervor. Der von Braun verwirklichte Serienbau von Mitteltonlautsprechern mit Kalottenmembran und das durch diese Neukonstruktion erzielte Ergebnis drückte sich in steigendem Auftragseingang aus. Nunmehr werden alle HiFi-Lautsprechereinheiten nicht nur von uns entwickelt und konstruiert, sondern auch selbst gefertigt.

Das Programm der elektro-akustischen Anlagen zur Beschallung öffentlicher Gebäude und grosser Räume sowie der Tonbandgeräte für Sprachlabors wurde vervollständigt.

Technisch weiterentwickelte Blitzgeräte und der Ausbau des Studioblitz Systems F 1000 trugen dazu bei, die Marktstellung von Braun auf dem Gebiet Fotolicht zu festigen.

Das Sortiment der Temperatur-Mess- und Regelgeräte mit Tastotherm, Tastomed und Infratherm bauten wir weiter aus. Es findet im In- und Ausland wachsendes Interesse, vor allem in der europäischen Industrie.

Der Artikelbereich Elektronik war 1969 stärker als je zuvor auf allen wichtigen in- und ausländischen Messen vertreten. Im Ausland waren das »Festival du Son« und der »Salon de la Radio« in Paris sowie die »Fera« in Zürich von besonderer Bedeutung. Nach einem erfolgreichen Saisongeschäft wird für 1969/70 insgesamt mit einem guten Ergebnis gerechnet.

Anmerkung : Noch kann Vorstandsmitglied Karl Buresch seine schützende Hand über die immer noch nicht profitable Hifi-Sparte halten, jedenfalls bis zum 30.9.1970.

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Artikelbereich Foto

Neues gemietetes Firmengebäude in München

Das abgerundete Sortiment der Nizo Filmkameras und der Braun Projektoren begegnete gleichmässig verstärkter Nachfrage. Im Ausland wurden die grössten Zuwachsraten in den USA, in Frankreich und im Efta-Gebiet erzielt. Im Inland wurde die Partnerschaft mit dem Fachhandel weiter ausgebaut. Dazu gehören Spezialhändlerverträge mit beiderseitigem Leistungsabkommen.

Die zu Beginn des Geschäftsjahrs auf der photokina 68 in Köln vorgestellten neuen Nizo Super 8 Filmkameras und der Filmbetrachter Braun SB 1 erfüllten unsere Erwartungen. Grossem Interesse bei Handel und Verbrauchern begegnete auch der gegen Ende des Geschäftsjahrs eingeführte neue Filmprojektor FP5 mit Tonanschlussmöglichkeit. Die Nachfrage nach Braun Multivision und Dia-Selector, Anlagen für die visuelle und audio-visuelle Information, war gut.

Die Zusammenlegung der bisherigen Fertigungsstätten in Kronberg (Projektoren) und München-Nymphenburg (Filmkameras) im neuen Werk München-Allach ergab wesentliche Rationalisierungsvorteile vor allem für Entwicklung und Produktion; sie sichert ausserdem die zukünftigen Ausweitungsmöglichkeiten des Artikelbereichs Foto.

Der wachsende Bedarf für hochwertige Foto- und Filmgeräte lässt auf eine gute Entwicklung auch im Geschäftsjahr 1969/70 schliessen.

Artikelbereich Haushalt

Weitere Konzentration auf Geräte, die spezielle Verbraucherwünsche befriedigen und umschlagsintensiv sind, brachte dem Artikelbereich Haushalt eine günstige Umsatz- und Ertragsentwicklung. Sie wurde durch methodische Marktvorbereitung und gezielte Verkaufsförderungsaktionen unterstützt. Das Geschäftsvolumen wuchs bei gestrafftem Sortiment.

Die inländische Vertriebsorganisation verstärkte die Zusammenarbeit mit Gross- und Einzelhandel und erreichte eine deutliche Zunahme des Marktanteils unserer Schwerpunktartikel. Dazu zählen vor allem Kaffeemühlen und Geräte für die Zubereitung von Frischsäften sowie Haartrockner und Personenwaagen.

Im Ausland ergaben sich die grössten Umsatzsteigerungen in Frankreich, Kanada und in Spanien, wo sich neben der eigenen Produktion vor allem intensiveres Marketing und verstärkte Vertriebsorganisation auswirkten.

Das Angebot wurde durch Neuheiten ergänzt, die für Marktlücken mit guten Zuwachschancen entwickelt wurden. Dazu gehören besonders aromaschonend mahlende Kaffeemühlen in jetzt auch farblicher Produktdifferenzierung und weiteres Zubehör zum Handrührer.
Der Artikelbereich erwartet für das laufende Geschäftsjahr im In- und Ausland eine weitere positive Entwicklung.

Artikelbereich Rasierer

Die Spitzenqualität des sixtant-Systems sicherte Braun bei Elektrorasierern weiterhin die führende Stellung in Deutschland. Im Auslandgeschäft setzte sich die günstige Entwicklung verstärkt fort.

Konsequente Durchführung der bewährten Produkt- und Vertriebspolitik in enger Zusammenarbeit mit Gross- und Einzelhandel trug wesentlich zum Inlandzuwachs bei. Im Ausland bauten wir die Vertriebsorganisation weiter aus und erzielten in wichtigen Ländern eine erhebliche Geschäftsausweitung. Dies wurde durch unser einheitliches Marketing und seine Anpassung an die besonderen Erfordernisse der einzelnen Märkte ermöglicht. Die grössten Zuwachsraten ergaben sich im Berichtszeitraum in Spanien und Frankreich sowie in Japan und in osteuropäischen Ländern.

Verkaufsschwerpunkt war weiterhin die sixtant-Linie. Daneben brachten der Trend zur netzunabhängigen Rasur und wachsende Nachfrage nach Zweitgeräten einen starken Umsatzanstieg dieser Rasierer mit sich.

Auf der Kölner Hausrat- und Eisenwarenmesse im September 1969 stellten wir den sixtant S automatic mit Dauerladeteil vor. Gleichzeitig führten wir den Batterie-Rasierstab B11 als kompaktes Zweitgerät ein.

Das neue elektromagnetisch gezündete Tischfeuerzeug in handlicher Rundform brachte im In- und Ausland einen erheblichen Zuwachs, der die Erwartungen übertraf. Diese Produktlinie wird konsequent weiterentwickelt.

Das Ergebnis der ersten Monate des laufenden Geschäftsjahrs zeigt, dass der Artikelbereich mit seinem Programm trotz des international scharfen Wettbewerbs mit weiterhin guten Erfolgen rechnen kann.

Fazit 1969

Die Rasieresparte erwirtschaftet den Großteil des Ertrags des Unternehmens.

 

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