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Die BRAUN Zahlen aus 1970 - für die Presse

Lesen Sie genau, was dort aufgeschlüsselt wird.
(überarbeitet von Gert Redlich im Juli 2017)
Die Zeitschrift hieß MFM - Moderne Fotografie und war an die Fotoamateure, Foto-Profis und 8mm Schmalfilmer gerichtet. Die 16mm Vollprofis hatten den Kameramann und rümpften über die 8mm Hobbyisten und Freaks die Nase.

Die Nachricht war, bei BRAUN gehts aufwärts. Der Umsatz in 1969 stieg auf 246 Millionen DM. Die Marktstellung im Inland wurde ausgebaut. "Alles gut, macht Euch keine Sorgen". Der Jahresüberschuss stieg auf 9,6 Millionen DM. Es hätten aber ca. 24 Millionen sein müssen. Dort steht kein weiterer Kommentar zu den Zahlen. Die Übernahme durch den Gillette Konzern ist jetzt 3 Jahre her und die Amerikaner wurden so langsam ungeduldig. Denn diese Zahlen sind unwahr bzw. trügerisch.
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Der alte BRAUN Chef-Buchhalter hatte es mir in 2010 gesteckt :

Die unten genannten Zahlen sind die kumulierten Zahlen, und die sind (waren) eine Katastrophe. Die Amerikaner hatten der deutschen Geschäftsleitung vorgegeben, in 10 Jahren (10 Jahre ab 1967) einen Ertrag (besser eine Umsatzrendite = Return of Investment) von ca. 10% zu erwirtschaften. Und dafür gab es wirtschaftlich handfeste Gründe.

Nach diesen Zahlen stehen einem Umsatz von 246 Mio eine Umsatzrendite von knapp 10 Mio entgegen. Das war immer noch weniger als 5%. Aber viel schlimmer war, diese trügerischen Zahlen verschleierten, daß 3 von 4 Divisionen (besser : Geschäftsbereichen) dicke rote Zahlen schrieben und nur ein Bereich (Rasierer) das Ganze aus den Miesen raus riß.

Die Aussage des Chefbuchhalters in 2010: Also Audio/Video, Foto/Film und Hausgeräte machten über mehr als 20 Jahre nur Miese. Und viele Mitarbeiter, die Betriebsräte und die Gewerkschaftler sonnten sich im vergänglichen Ruhm des Erfolges, der aber gar nicht vorhanden war.
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MFM 04/1970 - Seite 178 - Kurz aufgeblendet
"Größerer Umsatz und besserer Ertrag bei der Braun AG"

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  • Das am 30. September 1969 abgeschlossene Geschäftsjahr brachte Braun auf allen Märkten eine erfreuliche Aufwärtsentwicklung. Die Braun-Gruppe (Braun AG mit in- und ausländischen Tochtergesellschaften) erzielte 1968/69 wieder eine kräftige Umsatzsteigerung. Der konsolidierte Gesamtumsatz betrug 321 Mio. DM, entsprechend einem Zuwachs von 15 % gegenüber dem Vorjahr (279 Mio. DM). Der Umsatz der Braun AG stieg von 215,5 Mio. DM um 14% auf 246 Mio. DM. Die Marktstellung im Inland wurde weiter ausgebaut. Der Anteil des Auslandsgeschäfts in der Braun-Gruppe nahm wiederum zu und erreichte 59% (Vorjahr 55%). Bei der Braun AG stieg der Exportanteil von 42 auf 44%. Die höchsten Zuwachsraten ergaben sich in Japan, Frankreich und in Spanien, "wo" eine eigene Produktionsstätte besteht.

  • Der Jahresüberschuß des Braun Konzerns (Braun AG mit inländischen Tochtergesellschaften) stieg von 8,8 auf 10,8 Mio. DM. Bei der Braun AG selbst erhöhte er sich von 7,0 auf 9,6 Mio. DM. Der Hauptversammlung am 26. März 1970 wird wieder eine Dividende von 17% auf die Stammaktien und 18% auf die Vorzugsaktien vorgeschlagen.

  • Der Artikelbereich Elektronik, der die Gebiete Elektroakustik, Fotolichttechnik sowie Meß- und Regeltechnik umfaßt, brachte mehrere Neuheiten auf den Markt, vor allem im Programm der hochwertigen Hi-Fi-Geräte. Dazu zählen eine neue Hi-Fi-Kompaktanlage, ein elektronisch geregelter, ölhydraulisch gedämpfter Hi-Fi-Plattenwechsler und neue Lautsprechereinheiten, deren Mitteltonlautsprecher trotz Serienherstellung mit Kalottenmembran ausgestattet ist. Weiterentwickelte Blitzgeräte und -Anlagen festigten die Marktstellung auf dem Gebiet Fotolicht.

  • Im Artikelbereich Foto begegnete das abgerundete Sortiment der Nizo Filmkameras (Nizo ist die Kameramarke der Braun AG) und der Braun Dia-Filmprojektoren gleichmäßig verstärkter Nachfrage. Neu ist ein Super 8 Filmprojektor mit Tonanschlußmöglichkeit, der gegen Ende des Geschäftsjahrs vorgestellt wurde. Starker Nachfrage begegneten auch Braun Multivision und Dia-Selector, Anlagen für die visuelle und audiovisuelle Information.

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Die Folgen waren hart aber sinnvoll

Die Amerikaner beendeten den Schmusekurs und verkauften "Film und Foto" an Bosch/BAUER nach Stuttgart, die daraufhin - nach wenigen Jahren des nicht Aufpassens - ins Schleudern kamen. Gleichzeitig hatte auch BOLEX, der größe Wettbewerber beim Film, Konkurs gemacht. EUMIG folgte auch bald danach. Hifi wurde 1981 augegliedert und 1991 geschlossen. Hausgeräte wurde hart saniert.
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