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Mai 2010 - Frankfurt am Schaumainkai :
"Braun im Schatten von Dieter Rams"

Als alter BRAUN-Hifi Bewunderer wollte ich mir die bereits lange im Voraus so hoch gelobte Design-Ausstellung (vorher 9 Monate in Japan zu sehen !!) im "Museum für angewandte Kunst" in Frankfurt am Museumsufer nicht entgehen lassen.

Am Ende des BRAUN Quadro-Abends bekam ich nämlich noch eine "vermeintlich exklusive" Einladung zur elitären Ausstellungseröffnung um 19.oo Uhr samt Begleitung, die aber, wie sich später herausstellte, ganz Frankfurt per Ankündigung in der F.A.Z. und/oder Frankfurter Rundschau (auch) erhalten hatte.

Gezeigt wird : "Professor Dieter Rams", sein historisches Können in Verbindung mit der Firma BRAUN.

Diesmal waren wir pünktlich 15 Minuten vorher da
, doch die Massen ließen Schlimmes erahnen. "Man" strömte von allen Seiten, auch über den eisernen Steg (also von der Innenstadt über den Main herüber), in diese Richtung, fast Alle mit der ach so "exclusiven" Einladungskarte in der Hand, übrigens ein edler grauer 180 Gramm Karton mit Kunstdruck auf beiden Seiten, welche Ehre.

Doch alleine der Name "Museum für ... Kunst" hätte mich vorwarnen sollen. Dort sind die begnadeten Künstler, die bei uns hier in Wiesbaden die alten dicken wild verbogenen Eisenbleche auf unseren weiten gepflegten grünen Rasenflächen verrotten und verrosten lassen und das dann auch noch hartnäckig als Kunst bezeichen. - Das ist halt nicht mein Geschmack. - Und sie kamen alle, die Künstler.

Als wir an den Vortrags-Saal heran kamen, war der bereits randvoll. Also blieben wir draußen auf einer Treppe mit Blick aufs Rednerplut stehen.

Der Strom riß aber nicht mehr ab und bald war alles - aber auch alles - übervoll und die "Gäste" fingen an, hinter den Vitrinen laut und vernehmlich zu palavern, denn sehen konnte man bereits nichts mehr.
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So hatte ich mir das nicht vorgestellt.

proppevoll bis in die letzten Ecken
und auch vorne kein Platz mehr

Als dann von dem ersten Redner in wenigen Minuten über hundert !!! Mal der Name "Professor Dieter Rams" gefallen war, und kein einziger Satz ohne diesen Namen endete, war mir die überzogene Lobhudelei bereits peinlich. Den zweiten Redner sah und verstand ich aufgrund der Umgebungslautstärke bereits (fast) nicht mehr. Aber auch der muß hunderte !!! von Malen "Dieter Rams, der Herr Professor" gesagt haben. Ach wie peinlich, wir sind doch nicht alle blöd.

Bei dem Andrang hätte ein vorausschauender Organisator durchaus Beizeiten noch ein paar weitere Lautsprecher aufstellen lassen können, aber nichts dergleichen. Und das wars dann. Die eigentliche Geräte- Ausstellung war "natürlich" noch abgesperrt, also (noch) nicht zugänglich. Ich finde, daß diese Art von Veranstaltungen so "nicht mehr zeitgemäß" sind. (Das ist eine sehr wohlwollende Umschreibung von "voll daneben".)
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Doch Frankfurt hat auch sehr schöne Seiten, den Main und die Zeil und an diesem Abend wunderbares Wetter.

Frankfurt im goldenen Schein der untergehenden Sonne

Und so haben wir, meine bessere Hälfte und ich, das Museum in Richtung Zeil verlassen und es war eine gute Entscheidung.

Vor dem Römer spielte ein Musiker, die Sonne schien schräg auf die alten Bauten und die Hochäuser leuchteten gülden im Licht der untergehenden Sonne.

Natürlich habe ich auch den obligatorischen Abstecher in die Sandhofpassage zu dem (bei uns älteren Hifi-Fans) sehr bekannten uralten Hifi-Studio Raum-Ton-Kunst (inzwischen von "Die Hifi Profis" gekauft oder übernommen) nicht versäumt.

Und im Caffee Douglas auf der Zeil (inzwischen leider für immer geschlossen) gab es wunderbaren Marzipan-Kuchen und leckeren Earl Grey Tee und schon war die Welt wieder in Ordnung.
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Um 21.oo Uhr kamen wir wieder . . .

und trafen sogar noch ein paar bekannte BRAUN Freunde. Die 150 Würstchen waren sowieso alle, die hatten bestimmt nicht mal für die Hälfte der weit über 500 Besucher gereicht. Aber was sind Würstchen mit Senf und trockene Brötchen gegen edlen Marzipan-Kuchen mit Earl-Gray Tee ?

Die Ausstellung war inzwischen offen und ich habe noch ein paar Schnappschüsse gemacht.

Die Röhren- Urversionen der BRAUN HIFI-Geräte und die beiden weißen Schneewittchen Särge hatten es mir angetan.
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Anmerkung : Was auch hier wieder (also wie bei der BRAUN Hifi-Design- Ausstellung in 2008) für den normalen Besucher - ich meine damit die Jüngeren und "Mittelalten" Hifi-Fans (aus meiner Sicht) gefehlt hatte und nach wie vor fehlt, ist der direkte (optische Design-) Vergleich mit damaligen zeitgleich gängigen Radio- und Phono- Produkten (z.B. Grundig oder SABA oder Loewe Radios) und derem (uralten hausbackenen) Design.


Das kommt aber alles noch hier auf diesen Museen-Seiten
, denn wir haben die Funkschau und die Funk-Technik ab 1946 durchgängig (54 komplette Jahrgänge) vom ehemaligen BRAUN- Chefentwickler Wolfgang Hasselbach geschenkt bekommen.

Und dann sind wir dem Sonnenuntergang entgegen - ganz gemütlich - wieder nach Hause gefahren (und waren um ein Erlebnis reicher).

Bis hierher also das Erlebnis mit der Kunst und den Künstlern.
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Und ich bin nach wie vor der Meinung, daß Herr Rams nicht vor der Firma BRAUN, sondern nach der Firma BRAUN kommt . . . .

Artur (links) und Erwin Braun

denn ohne BRAUN und die beiden Chefs Artur und Erwin, deren Visionen und deren Risiko- und Entscheidungsfreudigkeit und deren Marketing würde man ihn heute vielleicht noch irgendwo als lokalen Architekt irgendwie regional kennen, doch diese Publicity und vielleicht auch den "Professor" hätte er ohne die BRAUN AG nie erreicht.

Profitiert haben von der Zusammenarbeit bestimmt beide
, Herr Rams sicher mehr als die BRAUN AG. Denn die BRAUN-Mannen haben laut der Zeitzeugen- infirmationen nie richtige dicke schwarze Zahlen geschrieben. Über die gezahlten "Künstler"-Honorare dagegen hüllte und hüllt man sich in Schweigen. Inzwischen wurde bekannt, Herr Rams war bei BRAUN ganz normal als Designer angestellt und bekam keine Extra-Honorare.
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