Die Geschichte von DUAL kommt überwiegend hier im Hifi- Museum, obwohl es bei DUAL auch mal Tonbandgeräte gab.
DUAL steht oder stand (nahezu weltweit) für den Hifi-Plattenspieler an sich und damit nicht nur für hochwertige Plattenspieler. Ab etwa 1965 redete bei Hifi keiner mehr von Telefunken oder Philips (oder all den anderen Hifi-"Klitschen", die nach dem Krieg so aufgetaucht und auch wieder versunken waren), es gab außer Lenco (CH) und Thorens (CH) nur noch wenige erntshafte etwas größere Anbieter, BRAUN, ELAC und Perpetuum Ebner, denen DUAL 1963 mit dem DUAL 1009 abrupt den Rang abgelaufen hatte.
Der golden blinkende Stern am Vinyl-Himmel hieß weltweit DUAL. Und das war auch nicht unberechtigt. Rechts zwei noch recht einfache Modelle aus den 50er Jahren, dem Beginn der Erfolgsstory von DUAL. In der Historie kommen hunderte von Anzeigen von deutschen Audio- und Hifi-Firmen aus den 50er und 60er Jahren.
DUAL 1219 und 1229 - Spitzenprodukte zum Consumerpreis
Daß es nach oben keine Preisgrenze gab und gibt, ist den Hifi Gurus all zu gut bekannt. Daß es aber eine Qualitätsgrenze gab und gibt, wollten und wollen viele Gurus nicht wissen.
Aus internen Quellen der Deutschen Grammophon Berlin wurde mir erzählt, daß dort anfänglich der 1019 und später der DUAL 1219 Plattenspieler lange Jahre als der Referenzplattenspieler neben einigen wenigen EMTs und Thorens Laufwerken benutzt wurde. Man wußte ja sehr genau, was auf die Platten rauf kam und wollte sehr genau wissen, was bzw. wieviel davon wieder runter kam.
Und so werden die Gerüchte, Märchen, Mären, Myhten und Wahrheiten vielerorts durch Unkenntnis weiter gepflegt und vermehrt und verbreitet, nur ein EMT (oder ein "xyz" Super-Laufwerk) sei in der Lage, absolute Super Top Edel-Hifi Qualität zu generieren.
Wieviel Wahrheit ist "wahr" ?
Ein Teil der "Wahrheiten" stimmt natürlich, bezogen auf die unverwüstliche Mechanik der EMT und Thorens TD124 Laufwerke im 24 Stunden Studiobetrieb. Die waren einfach unkaputtbar, hatten aber alle noch Reibradantrieb. Und diese Reibräder altern nach 40 Jahren.
Doch wenn die alten Tonmeister zu Hause sich einen DUAL 1019 oder einen 1219 mit Ortofon- oder Shure- oder Elac- System hinstellen ließen und damit im normalen Wohnraum die edlen Scheiben abgehört hatten, dann war das schon eine (aber bitte nicht zu veröffentlichende) Referenz.
Jedenfalls damals drang es nicht an die Öffentlichkeit, wer immer da den Daumen drauf hatte. (siehe die geschenkten Boxen beim Karajan Syndrom). Übrigens gibt es im Jahr 2010 noch eines der ganz raren Schneidestudios hier in Frankfurt Nord. Dort werden die edlen Rohlinge geschnitten und !!!! kontrolliert. Und Herr Brüggemann weiß sehr genau, was er mit seinen 250.000.- DM "Neumännern" drauf "schreibt" und wieviel davon wieder runter kommt.
Nach dem DUAL 1229 kamen noch verbesserte Laufwerke raus.
Dual baute danach noch die Spitzengeräte 701, 604, 612, 704, 721, 731 und 741. Die Weitereintwicklungen konzentrierten sich erst auf den vollelektronischen Direktantrieb (701) und später auf den leisen Riemenantrieb (1249).
An den Tonarmen wurde nicht mehr so viel verbessert, es war ja schon fast das Ende der Fahnenstange erreicht, das mit dieser mechanischen Länge physikalisch machbar war.
Der Einfluß des Magnetsystems.
Einen sehr großen Einfluß hatte natürlich das Magnet- system vorne im Arm. Der DUAL 1219 (und der 1229) gehörte schon zur absoluten Spitzenklasse. Und aus Preisgründen wurden bei den verbauten Systemen verschiedene Qualitäten ausgeliefert. Im Standardbereich war es zum Beispiel das Shure DM 103. Doch auch dieses war bereits oberste Hifi Klasse und brachte schon Edelhifi an die Boxen.
Daß das in ganz geringen Größenordnungen steigerungsfähig war, ist unbestritten. Doch jetzt sind wir bereits bei den subjektiven Vorlieben und Gewohnheiten der Hörer. Da kämpften dann das Shure V15 III gegen ein ELAC D796-H30, ein Ortofon und gegen ein ClearAudo und was noch alles. Doch diese Syteme waren allesamt nur noch leicht unterschiedlich ge- oder verfärbt. Und jetzt kam die mechanische Eigenschaft des Tonarmes bezüglich Resonanz- und (untere) Grenzfrequenz hinzu und die Gurus hatten (diesmal zurecht) wieder Einiges zu Optimieren.
Ein (mono) Studio-Entzerrer für 10.000.- Mark ?
Merkwürdigerweise hatten aber die Wenigsten etwas an der Frequenzkurve ihres jeweiligen Magnet- oder Moving-Coil- Vorverstärker gedreht bzw. optimiert.
Denn dort ließen sich (jedenfalls bei speziellen Studiogeräten) die unterschiedlichen Frequenzgänge wieder auf normal korrigieren und schwups, waren die (sowieso subjektiven) klanglichen Unterschiede doch nur noch marginal.
Bei den "ganz normalen" (oder auch un-normalen) Hifi Vorverstärkern war dort aber nichts einzustellen, selbst bei meinem sündhaft teuren Accuphase 280 und auch bei dem Revox Vollverstärker nicht. Bis auf die Eingangsimpedanz war dort alles fest "verdrahtet" nach der RIAA Kurve.
Und am Schluß kommt die sensibelste aller Fragen : Wer weiß denn nun, wie es "richtig" klingt, also wirklich so wie damals bei der Aufnahme im Studio oder im Konzertsaal ????
Meines Wissens nach sind alle Diejenigen, die es vielleicht noch wüßten oder wissen könnten bereits alle verstorben oder inzwischen schwerhörig. Und nun ??











