Die DUAL Story kommt hier im Hifi- Museum, obwohl es bei DUAL auch mal ein Tonbandgerät gab.
Doch DUAL steht oder stand (nahezu weltweit) für den Plattenspieler an sich. Ab etwa 1965 redete keiner mehr von Telefunken oder Philips, es gab noch etwas ELAC und Perpetuum Ebner.
Lenco und Thorens kannte man auch, doch der Stern am Himmel hieß DUAL. Und das war auch nicht unberechtigt. Rechts ein Modell aus etwa 1958, der Beginn der Erfolgsstory.
DUAL 1219 und 1229
Spitzenprodukte zum Consumerpreis
Daß es nach oben keine Preisgrenze gab und gibt, ist den Hifi Gurus all zu gut bekannt. Daß es aber eine Qualitätsgrenze gab und gibt, wollten und wollen viele Gurus nicht wissen.
Aus internen Quellen der Deutschen Grammophon Berlin wurde mir erzählt, daß dort der DUAL 1219 Plattenspieler lange Jahre als der Referenzplattenspieler neben den EMTs und den Thorens Laufwerken benutzt wurde. Man wußte ja sehr genau, was auf die Platten rauf kam und wollte sehr genau wissen, was bzw. wieviel davon wieder runter kam.
Und so werden die Gerüchte, Märchen, Mären, Myhten und Wahrheiten vielerorts durch Unkenntnis weiter gepflegt und vermehrt und verbreitet, nur ein EMT (oder ein xyz Laufwerk) sei in der Lage, absolute Super Top Edel-Hifi Qualität zu generieren.
Ein Teil der "Wahrheiten" stimmt natürlich, bezogen auf die unverwüstliche Mechanik der EMT und TD 124 Laufwerke im 24 Stunden Studiobetrieb. Die waren einfach unkaputtbar, hatten aber alle noch Reibradantrieb. Und diese Reibräder altern nach 40 Jahren.
Doch wenn die alten Tonmeister zu Hause sich einen DUAL 1019 mit Ortofon- oder Shure- oder Elac- System hinstellen ließen und damit im normalen Wohnraum die edlen Scheiben abgehört hatten, dann war das schon eine (aber bitte nicht zu veröffentlichende) Referenz.
Jedenfalls damals drang es nicht an die Öffentlichkeit, wer immer da den Daumen drauf hatte. (siehe die geschenkten Boxen beim Karajan Syndrom). Übrigens gibt es im Jahr 2010 noch eines der ganz raren Schneidestudios hier in Frankfurt Nord.
Der DUAL 1019 (und der 1229) gehörte schon zur absoluten Spitzenklasse.
Einen sehr großen Einfluß hatte natürlich das Magnetsystem vorne im Arm. Und aus Preisgründen wurden verschiedene Qualitäten ausgeliefert. Im Standardbereich war es zum Beispiel das Shure DM 103. Doch auch Dieses war bereits oberste Hifi Klasse und brachte schon Edelhifi an die Boxen.
Daß das in ganz geringen Größenordnungen steigerungsfähig war, ist unbestritten. Doch jetzt sind wir bereits bei den subjektiven Vorlieben und Gewohnheiten der Hörer. Da kämpften dann das Shure V15 III gegen ein Ortofon und gegen ein ClearAudo und was noch alles. Doch diese Syteme waren allesamt unterschiedlich ge- oder verfärbt. Und jetzt kam die mechanische Eigenschaft des Tonarmes hinzu und die Gurus hatten (diesmal zurecht) wieder Einiges zu Optimieren.
Merkwürdigerweise hatten aber die Wenigsten etwas an der Frequenzkurve ihres jeweiligen Magnet- oder MovingCoil- Vorverstärker gedreht bzw. optimiert.
Denn dort ließen sich (jedenfalls bei speziellen Studiogeräten) die unterschiedlichen Frequenzgänge wieder auf normal korrigieren und schwups, waren die (sowieso subjektiven) klanglichen Unterschiede doch nur noch marginal.
Das Shure DM 103 M-E, ein Standardsystem
Das Shure DM 103 war nicht das ultimative Spitzensystem, es gab einige, die "klangen" auch in einem Dual 1219 Tonarm subjektiv besser oder angenehmer.
Das sieht man teilweise an den ausgedruckten Frequenzgängen, die mit einer Toleranz von 1mm pro 5 db angezeigt wurden. Schaut man jedoch genau hin, ist der Pegel-Abfall bei 15 Kilohertz bereits deutlichzu sehen. Das bedeutet, da oben kommt nichts mehr rüber und sei die Platte noch so gut.
In den Hifii Tests sind vielmals diese Maßstäbe der Frequenz-Kurven unterschiedlich. Das war uns damals nicht so genau aufgefallen, doch heute im Rückblick ist es schon merkwürdig, daß die Kurve manches Movingcoil Systems mit 1mm pro 1db ausgedruckt wurde und manch Anderes nicht.
Und so steht bei den Spezifikationen des DM 103 M-E folgendes:
Technische Daten
| Abtastnadel: | DN 345 - (Shure DN 103 ME) 5x18 um elliptisch, Diamantnadel für Mikrorillen-und Stereoschallplatten Kennfarbe: gelb |
| Empfohlene Auflagekraft: | 3/4p (1/2p-1 1/4p) |
| Übertragungsbereich: Übertragungsfaktor: | 20 Hz - 20 kHz (mit welcher Abweichung bitte ???) |
| Pegeldifferenz zwischen beiden Kanälen: | > 0,8 mV / 1 cms -1 je Kanal bei 1 kHz bei 1 kHz max. 2 dB |
| Übersprechdämpfungsmaß: | min. 25 dB bei 1 kHz |
| Nachgiebigkeit: | horizontal 40 x 10 -6 cm/dyn / vertikal 30 x 10-6 cm/dyn |
| Intermodulations-Verzerrung (FIM): | bei 1 p Auflagekraft, 8 cm/s Schnelle < 1% |
| Eigengewicht: | 5,5 p |
| Abschlußwiderstand: | 47 kOhm |
| Sonderzubehör: | DN 321 (Shure N 75-3) 65um Diamantnadel für 78 U/min Schallplatten - Auflagekraft: 3 p |
Die Angabe des super tollen Frequenzbereiches von 20 Hz - 20 kHz ohne Angabe des Toleranzbereiches (zum Beispiel +- 3db) ist natürlich Marketing Unsinn "von damals" und damit absolut Makulatur.









