Sie sind hier : Startseite →  Hifi Hersteller (1) Deutschland→  Dual (1) Plattenspieler

Die Geschichte von Dual kommt überwiegend hier im Hifi- Museum, obwohl es bei Dual auch mal Tonbandgeräte gab.

Der DUAL 1002
DUAL 1003
DUAL 1004
und 1008 - alles keine Erfolgsmodelle

Und (leider erst) ziemlich am Ende hatte DUAL auch noch erstaunlich gute Tuner, Verstärker und Receiver sowie Boxen.

Doch DUAL stand (nahezu weltweit) für den Hifi-Platten- spieler an sich
und damit nicht nur für "hochwertige" Platten- spieler. Ab etwa 1965 (ab dem DUAL 1019) redete bei Hifi keiner mehr von ELAC, PE, Telefunken oder Philips (oder all den anderen Hifi-"Klitschen", die nach dem Krieg so aufgetaucht und auch wieder versunken waren).

Es gab in Europa (ja beinahe weltweit) außer Lenco (CH) und Thorens (CH) nur noch wenige erntshafte und damit etwas größere Anbieter wie BRAUN, ELAC und Perpetuum Ebner, (vielleicht noch Bang & Olufsen, Garrad und BSR aus England) denen DUAL aber bereits ab Herbst 1963 mit dem DUAL 1009 abrupt den Rang abgelaufen hatte. EMT Franz mit den sündhaft teuren Studiogeräten zählt hier mit seinen wenigen Studio-Laufwerken nicht mit. Und seltene Geräte aus dem Ostblock (DDR und Ungarn) waren entweder nicht verfügbar oder waren bei uns nicht gefragt.

Der golden blinkende Stern am Vinyl-Himmel hieß von nun an weltweit DUAL. Und das war auch nicht unberechtigt. Rechts zwei noch recht einfache Modelle (noch aus Plastik) aus den 50er Jahren, dem Beginn der Erfolgsstory von DUAL. In der Historie kommen bald hunderte von Anzeigen von deutschen Audio- und Hifi-Firmen aus den 50er und 60er Jahren.
.

DUAL mußte im Frühjahr 1982 Konkurs angemelden - zu lange geträumt

Lesen Sie die Analyse des Chefredakteurs der Hifi-Stereophonie - Dipl. Phys. Karl Breh - der den DUAL-Produkten und der Firma DUAL als solcher immer sehr zugeneigt war (- weil die Qualität gestimmt hatte). Im Editorial der Ausgabe Heft 2 in 1982 beschreibt er die Pleite.

.

Dual 1219 und 1229 - Spitzenprodukte zum Consumerpreis

Daß es nach oben keine Preisgrenze gab und gibt, ist den Hifi Gurus all zu gut bekannt. Daß es aber eine Qualitätsgrenze gab und gibt, wollten und wollen heute noch viele Gurus nicht wissen.

Aus internen Quellen der Deutschen Grammophon Berlin (Professor Feldgen) wurde mir glaubhaft erzählt, daß dort anfänglich der 1019 und später der DUAL 1219 Plattenspieler lange Jahre als der Referenzplattenspieler (der Toningenieure) neben einigen wenigen EMTs und Thorens Laufwerken benutzt wurde. Man wußte ja sehr genau, was auf die Platten (Folien = Rohlinge) drauf "geschrieben" wurde und wollte natürlich auch sehr genau wissen, was bzw. wieviel davon wieder runter kam.
.

Märchen, Mären, Myhten, Legenden . . . .

Und so werden die Gerüchte, Märchen, Mären, Myhten, Legenden und (verklärte)  Wahrheiten vielerorts durch Unkenntnis oder Geltungsbedürfnis weiter gepflegt und vermehrt und verbreitet, nur ein EMT (oder ein "xyz" Super-Laufwerk) sei in der Lage, absolute Super- Top- Edel-Hifi Qualität zu generieren bzw. zu liefern.

Wieviel Wahrheit ist "wahr" ?

erste Risse und Verhärtungen außen am Reibrad
Dual verbaute überwiegend Shure Systeme

Ein Teil der "Wahrheiten" stimmt natürlich, bezogen auf die unverwüstliche Mechanik der EMT- und Thorens TD124- Laufwerke im 24 Stunden Studiobetrieb. Die waren einfach unkaputtbar, hatten aber alle dennoch den problematischen Reibradantrieb. Erstens übertragen Reibräder immer irgendwelche mechanischen Geräusche (vom Antrieb zum Plattenteller) und zweitens altern diese Reibräder nach 40 Jahren und werden hart.

  • Anmerkung : In 2017 haben wir zwei 3M-Wollensack Bandgeräte aus dem USA Low-Cost Bereich von 1956/1959 bekommen, bei denen sowohl die Gummis wie auch die Reíbräder NICHT gerissen oder zerbröckelt oder ausgehärtet sind. Soetwas gibt es also doch noch, eben nur bei uns in Deutschland nicht.


Doch wenn die alten Tonmeister und Toningenieure
sich zu Hause einen DUAL 1019 oder einen 1219 mit Ortofon- oder Shure- oder Elac- System hinstellen ließen (also von ihrem Arbeitgeber hingestellt bekamen) und damit im normalen Wohnraum die (eigenen) edlen Scheiben abgehört hatten, dann war das doch schon eine (aber bitte nicht zu veröffentlichende) Referenz.

Jedenfalls damals drang es nicht an die Öffentlichkeit, wer immer da den Daumen drauf hatte. (Siehe die geschenkten Boxen beim Karajan Syndrom). Übrigens gibt es im Jahr 2010 noch eines der ganz raren Schneidestudios hier in Frankfurt Nord. Dort werden die edlen Rohlinge (genannt "Folien") geschnitten und !!!! kontrolliert. Und Herr Brüggemann wußte sehr genau, was er mit seinen 250.000.- DM "Neumännern" drauf "schreibt" und wieviel davon wieder runter kommt.
.

Nach dem Dual 1229 kamen noch weitere Laufwerke raus.

Wieviel ist "besser" ??

Dual baute danach noch weitere Spitzengeräte wie den 701, 604, 612, 704, 721, 731 und 741. Diese Weiterent- wicklungen konzentrierten sich zuerst auf den vollelek- tronischen Direktantrieb (701) und später auf den leisen Riemenantrieb (1249).

An den Tonarmen wurde nicht mehr so viel verbessert, es war ja schon fast das Ende der Fahnenstange erreicht, das mit dieser mechanischen Länge physikalisch machbar war.

Der Einfluß des Abtastsystems.

Ein teures ClearAudio Gamma
Spitze - Ein ELAC D796-H30

Einen sehr großen Einfluß hatte natürlich das Magnet- system vorne im Tonarm. Der DUAL 1219 (und der 1229) gehörte schon zur absoluten Spitzenklasse. Und aus Preisgründen wurden bei den verbauten Systemen verschiedene Qualitäten in verschiedenen Preisklassen angeboten und ausgeliefert. Im Standardbereich war es zum Beispiel das Shure DM 103. Doch auch dieses war bereits oberste Hifi- Klasse und brachte schon Edel-Hifi an die Boxen.

Daß das in ganz geringen Größenordnungen immer noch (homöopatisch) steigerungsfähig war
, ist unbestritten. Doch jetzt sind wir bereits bei den subjektiven Vorlieben und Gewohnheiten der Hörer. Da kämpften dann das Shure V15 III gegen ein ELAC D796-H30, ein Ortofon "xyz" und gegen ein ClearAudo "123" und was noch alles.

Doch diese Syteme waren allesamt nur noch "minimalst" unterschiedlich ge- oder verfärbt. Denn jetzt kam die mechanische Eigenschaft des jeweiligen Tonarmes bezüglich Resonanz- und (unterer) Grenzfrequenz hinzu und die Gurus hatten (diesmal zurecht) wieder Einiges zu optimieren.

Braucht man einen Mono-Studio-Entzerrer für 10.000.- Mark ?

der Klein + Hummel UE 1000 kostete mehr als ein Kleinwagen

Merkwürdigerweise hatten aber die Wenigsten (der Gurus) etwas an der Frequenzkurve ihres jeweiligen Magnet- oder Moving-Coil- Vorverstärker gedreht bzw. optimiert (oder überhaupt drehen können!).

Denn dort ließen sich (jedenfalls bei speziellen Studiogeräten) die unterschiedlichen Frequenzgänge wieder auf normal korrigieren und schwups, waren die (sowieso subjektiven) klanglichen Unterschiede doch nur noch marginal.

Bei den "ganz normalen" (oder auch un-normalen) Hifi- Vorverstärkern war dort aber nichts einzustellen, selbst bei meinem sündhaft teuren Accuphase CL280 und auch bei dem Revox B251 Vollverstärker nicht. Bis auf die Eingangsimpedanz war dort alles fest "verdrahtet" nach der RIAA Kurve.
.

Und am Schluß kommt die sensibelste aller Fragen :

Wer weiß denn nun, wie es "richtig" klingt, also wirklich so, wie damals vor 40 oder 50 Jahren bei der Aufnahme im Studio oder im Konzertsaal ????
.

Meines Wissens nach . . . .

. . . sind alle Diejenigen, die es vielleicht noch wüßten oder noch wissen könnten, hoch in den achtzigern oder inzwischen schwerhörig oder sogar bereits verstorben.

Und nun ??

.

Nachtrag zur DUAL Geschichte - ein Gast schreibt in 2017 :

Sehr geehrte Macher dieser Seiten,

es ist eine tolle Informationsseite zu klassischem HiFi. Da bleiben Fehler nicht aus, so wie die Informationen zu den Dual-CD-Spielern.

Es ist tatsächlich so: Zur Funkausstellung 1981 hat Dual zunächst ein Pilotmodell präsentiert, welches auf dem CD 110 von Philips basierte. Zu der Zeit hatten die Gebrüder Steidinger noch das Sagen.

Nach der "Übernahme" (Anmerkung : DUAL war 1982 in Konkurs gegangen) durch den französichen Thomson-Brand-Konzern war man der Ansicht, daß man nicht ausgerechnet ein Modell des europäischen Rivalen Philips nehmen konnte. So wurde ein Clone des Hitachi DA 1000 zum ersten für den Kunden käuflich erwerblichen CD-Spieler mit dem Dual-Logo, dem CD 120.

Später kam ein vom Hitachi DA 800 abgeleitetes Modell, als Dual CD 130 nachgeschoben. Die Hitachis wurden auch bei anderen OEM-Konzernmarken wie Saba und Telefunken umgelabelt angeboten. Der Dual CD 40 und der Dual CD 20 hingegen waren original Schwarzwälder Produkte, ebenso wie der leicht veränderte Dual CD 41. Beide Modelle wurden modifiziert ebenfalls bei anderen Konzernmarken angeboten. Sie wurden in Deutschland konzipiert, konstruiert und gefertigt. Lediglich die Abtasteinheiten bezog Dual noch aus Japan.

Gerüchten zufolge soll Dual zu der Zeit sogar für asiatische Unternehmen CD-Spieler gefertigt haben. Erst unter Schneider wurde wieder zugekauft, unter anderem von Rotel und Inkel.

Mit freundlichem Gruß
HUN
.

  • Anmerkung : Das mit dem DUAL Protoyp eines CD Spielers zur Funkausstellung 1981 müssen wir erst noch recherchieren.

.

- Werbung Dezent -
Zurück zur Startseite ----- © 2009 / 2017 - Deutsches Hifi-Museum Wiesbaden - Copyright by Dipl. Ing. Gert Redlich - Zum Telefon der Redaktion - - - - NEU : Zum Flohmarkt
Bitte einfach nur lächeln: Diese Seiten sind garantiert RDE / IPW zertifiziert und für Leser von 5 bis 108 Jahren freigegeben - kostenlos natürlich.

Privatsphäre : Auf unseren Seiten werden keine Informationen an google, twitter, facebook oder andere US-Konzerne weitergegeben.