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Wir haben jetzt 2010 und besuchen viele Zeitzeugen . . .

Es sind etwa 20 Stunden (Braun- Zeitzeugen-) Tonauf- nahmen, die noch ausgewertet werden müssen. Doch hier vorab ein paar Erinnerungen an wichtige Aussagen.

Die Glanzzeit der Hifi Ära, also die "finanzielle" Glanzzeit
dieser Produktsparte bei Braun, war in den 60er Jahren. Das Hifi-Geschäft hatte angefangen zu brummen. Dennoch, so die internen Quellen, wurde mit Braun Hifi nie !!! Geld verdient. Alle Führungskräfte der obersten Etage waren glücklich, wenn es am Jahresende null zu null aufging. Der notwendige Gewinn, den jede Firma nun mal braucht, wurde ausschliesslich mit den Rasierern erwirtschaftet.

Eigentlich ist es für die alten engagierten Mitarbeiter eine sehr bittere Wahrheit, daß man, um ganz oben im High-End (oder Hifi-Himmel genannt) mitspielen zu wollen, den Ertrag (böse Zungen sprechen immer nur von "Profit") vernachlässigt hatte.

Nach glaubwürdigen Aussagen soll Willi Studer nur milde gelächelt haben, . . .

. . . als er auf einer Messe das brandneue Braun TG 1000 Bandgerät mit all den tollen Eigenschaften für etwas über 1100.- Mark Werksabgabepreis (netto bei später insgesamt etwa 12.000 Stück) analysiert hatte. "Dafür können DIE (bei Braun) das nie rentabel bauen . . . . " soll er kommentiert haben. Die deutlich magere Revox A77 und B77 wurde zwar auch in Deutschland (bei Revox in Löffingen) produziert, aber mit insgesamt fast 470.000 Stück rentabel produziert.
Und Willi Studer war wirklich der Vollprofi und er hatte wieder mal recht, wie wir heute wissen.


Als Braun dann 1967 mehrheitlich in den Besitz der Bostoner Gillette Corp. überging
, haben die sonst immer sehr sanierungsfreudigen Amerikaner über zig Jahre wohlwollend toleriert, daß es da eine (Image-) Sparte gab, die einfach keinen Gewinn abwerfen wollte. Erst als es Anfang der 80er Jahre richtig deutlich in die roten Zahlen abging, wurden Schritte angekündigt.
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Als es sich dann nach einer gewissen Karenszeit (immer noch) NICHT - wie erwartet bzw. versprochen - zum Besseren wandte, sondern im Gegenteil noch dicker kam, (also rote"re"!!" Zahlen geschrieben wurden) sprachen die Amerikaner ein Machtwort und damit wurde für "Braun-Hifi" Mitte 1990 intern das Ende verkündet und diese Episode wurde mit einer letzten durchaus erfolgreichen aber sehr teuren Marketing-Aktion zum März 1991 endgültig abgeschlossen.

Übrig geblieben sind aus dieser Epoche sehr viele mir persönlich bekannte (Ex-) Mitarbeiter, die heute noch mit vielen guten aber auch gemischten Erinnerungen an "ihrer" Firma hängen, aber leider auch ein paar unverbesserliche Narren, die es einfach nicht kapieren wollen, daß es so nicht hätte weitergehen dürfen und auch nicht hätte können.

Alle anderen Legenden oder verbreitete Mythen entbehren leider der Wahrheit.
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