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Eine kleine Firmenhistorie der Braun AG (aus 1994 !!)

1921 wurde die Braun AG von Max Braun in Frankfurt am Main gegründet und stellte zunächst Radio-Zubehör und später Radios her. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachte Max Braun Küchenmaschinen und den ersten Elektrorasierer auf den Markt. 1951, nach seinem Tod, übernahmen seine Söhne Artur und Erwin Braun die Leitung der Firma. Seit 1967 gehört die Braun AG dem Konzern Gillette Company, Boston, USA, an.

(Anmerkung 1: Dieser Artikel ist aus 1994 !!!)
(Anmerkung 2: Es ist die (eigene) Firmenhistorie aus dem Hause Braun !!)

Bei der Grundig Chronik habe ich damals als Redakteur hinzugefügt: Ein Freund schreibt über einen Freund. Das gilt es fairer Weise auch hier zu beachten.


Also weiter:

Weltweit beschäftigt die Braun-Gruppe ca. 8200 Mitarbeiter in 20 Tochtergesellschaften und sieben Werken, drei davon in Deutschland. Die Tagesproduktion in den Werken beläuft sich auf ca. 150.000 Einheiten. Der jährliche Absatz beträgt ca. 58 Millionen Stück. Sitz des Unternehmens ist Kronberg im Taunus vor den Toren Frankfurts. Im Geschäftsjahr 1992/93 (30. September) erzielte die Braun-Gruppe einen Umsatz von 2.021 Millionen DM.

Braun war von Anfang an ein ausgesprochen technikorientiertes Unternehmen und ist es über sieben Jahrzehnte hinweg bis heute geblieben. Der Gründer, Max Braun, war autodidaktischer Ingenieur, begabter Erfinder und fähiger Unternehmer. Kennzeichnend ist, daß und wie er sich in der um 1921 noch ganz jungen Radiotechnik engagierte.

Eines seiner ersten Produkte war ein neuartiger Detektor, Herzstück damaliger Radios. Bald stellte Braun selber Radioempfänger und elektrische Plattenspieler her. Das Unternehmen gehörte zu den ersten in Europa, die beides in einem Gerät vereinigten. Solche Phonokombinationen spielten im Braun-Programm sehr lange eine Hauptrolle.

  • Anmerkung: Braun Hifi war 1994 bereits abgewickelt.

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Max Braun und der Elektrorasierer

Noch vor dem Zweiten Weltkrieg begann Max Braun mit der Entwicklungsarbeit an einem Gerät, das zu einem der großen Erfolge der Industriegeschichte werden sollte und eine ganz neue Produktgattung entstehen ließ: dem Elektrorasierer.

Für die Aufgabe, Barthaare zu schneiden, gibt es mehrere konstruktive Lösungen. Max Braun entschied sich für das Scherfolien-Prinzip: Eine dünne, perforierte Metallfolie liegt über einem Block aus halbrunden, eng nebeneinander stehenden Klingen. Der Klingenblock bewegt sich unter der Lochfolie hin und her. Die Barthaare ragen durch die Löcher und werden an ihrem Rand von den Klingen geschnitten.

1950 kam der erste Elektrorasierer auf den Markt - der Braun S 50. Zugleich damit auch die ersten Braun-Küchenmaschinen, Gerätesysteme, mit denen man viele Arbeiten besser und rascher erledigen konnte als von Hand.

1952 wurde das Braun-Programm mit dem ersten Elektronenblitzgerät Braun-Hobby um eine vierte innovative und vielversprechende Produktlinie erweitert.

Radio- und Phonogeräte, Elektrorasierer, Küchengeräte, Elektronenblitze - Braun bot damals bereits ein breites, vielseitiges Programm an. Der gemeinsame Nenner aller Produkte: Es waren Gebrauchsgegenstände im eigentlichen Sinne des Wortes.

Braun - ein Synonym für gutes Design

Für Fachleute überall auf der Welt ist Braun fast schon ein Synonym für gutes Design. Viele Käufer und Verwender von Braun-Geräten nehmen zwar nicht bewußt war, daß sie besser gestaltet sind als andere, erleben aber sehr deutlich, wie gebrauchsgerecht und ästhetisch sie wirken, wie stark ihre Qualitätsausstrahlung ist, wie handlich sie sind und wie leicht sie sich bedienen lassen.

Die erstaunliche Karriere des Unternehmens als Vorreiter des guten Industrie-Designs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann um 1954.

Max Braun, der Gründer, war seit drei Jahren tot. Seine Söhne Artur und Erwin Braun hatten die Leitung des Unternehmens übernommen. Sie änderten nichts am Produktprogramm. Sie blieben auch bei dem Konzept, Geräte mit innovativer Technik und möglichst hohem Gebrauchswert anzubieten. Aber sie entschieden sich für einen neuen Kurs bei der Gestaltung der Produkte.

Bis dahin waren die Geräte - wie allge-mein üblich - von den Konstrukteuren eher nebenher gestaltet worden. Braun beauftragte nun zunächst externe Designer wie Wilhelm Wagenfeld, der vom Bauhaus kam, oder Hans Gugelot von der Hochschule für Gestaltung Ulm. Wenig später begann das Unternehmen, eine eigene Abteilung für Produktgestaltung aufzubauen. Sie ist seitdem für das Design aller Braun-Geräte verantwortlich. Was Braun zum weltweit bekannten und anerkannten Pionier des Industrie-Design hat werden lassen, war
das Konzept, Geräte konsequent funktional zu gestalten.

Braun und die ersten HiFi-Baustein-Anlagen

Einfach, sachlich, geordnet und hell - die Radio- und Phonogeräte von Braun zeigten ein ganz eigenständiges Gesicht und hoben sich damals dramatisch ab von den schwerfälligen, überladenen, dunklen Tonmöbeln der Zeit.

Sie waren als technisch anspruchsvolle Instrumente zur Wiedergabe von Musik gestaltet. Nicht anders die Braun-Blitzgeräte, Rasierer, Küchengeräte.

Braun erregte Aufsehen und wurde wegen seiner Leistung auch international beachtet. Der Erfolg erlaubte eine starke Expansion. Das Programm der Radio- und Phonogeräte wurde um miniaturisierte Transistor-und Kofferradios, Fernsehgeräte, Lautsprecher erweitert.

Braun brachte in Deutschland die ersten HiFi-Baustein-Anlagen auf den Markt. Unter der Traditionsmarkte Nizo wurden Super-8-Kameras hergestellt. Auch das Programm der Geräte für den Haushalt wuchs. Mitte der sechziger Jahre umfaßte es Kaffeemühlen, Handrührer, Saftpressen, Toaster, Tischlüfter, Haartrockner und einiges mehr.

Braun wird an Gillette USA verkauft

1967 erwarb die Gillette Company, Boston, USA, die Aktienmehrheit von Braun. Als führendes Unternehmen für Geräte zur Naßrasur hatte Gillette Interesse an einem der führenden Unternehmen für Trockenrasierer, aber auch an der Braun-Unternehmensphilosophie.

Das Spitzengerät von Braun, der sixtant, war 1962 auf den Markt gekommen und hatte sich dank seiner überlegenen Schertechnik, seiner hohen Qualität und Zuverlässigkeit, aber auch dank seines handlichen, zurückhaltenden Design rasch zu einem aufsehenerregenden Erfolg entwickelt.

Insgesamt wurden bis heute über 130 Millionen Braun-Rasierer verkauft. Braun behielt als Tochtergesellschaft von Gillette seine Eigenständigkeit und änderte seinen unternehmerischen Kurs nicht. Schritt für Schritt konzentrierte sich das Unternehmen aber auf einen seiner Kernbereiche: die Elektrokleingeräte.


Das Ende für Braun Hifi

Die Bereiche Unterhaltungselektronik und Foto wurden aufgegeben. In beiden hatte damals eine dramatische technische Entwicklung eingesetzt - die Digitaltechnologie und die Videotechnik. Erhebliche Investitionen in Forschung und Entwicklung wären notwendig gewesen, um hier technisch autonom zu bleiben und damit Geräte bieten zu können, die innovativ und überlegen sind, in Großserien hergestellt und auf dem Weltmarkt vertrieben werden.

Auch mit der Muttergesellschaft Gillette im Hintergrund war Braun zu klein, um bei Unterhaltungselektronik und Videotechnik eine Hauptrolle zu spielen. Genau dies aber strebte das Unternehmen im Bereich der Elektrokleingeräte an und hat es heute in jedem Teil seines Sortiments erreicht.

Und wieder hat sich alles verändert:

Doch das ist in 2010 alles bereits wieder Geschichte. Gillette und damit Braun gehört inzwischen zu "procter & gamble", einem sehr sehr großen "Waschmittelkonzern" auch aus den USA.

Anmerkung der Redaktion: Die Marketing-"Leute" haben es aber (im Gegensatz zu den zurückhaltenden Gillette-Leuten) erkannt, man kann mit einem über Jahrzehnte aufgebauten Image und einer außergewöhnlichen Reputation immer noch Einiges an Werbeffekten bewirken. Jetzt gibt es nämlich wieder Aktionen von Braun über Braun.

Schaun Sie mal rein in die Braun Ausstellungen.

oder in die ausführliche Historie rein.
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