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Der Ur-Großvater unter den deutschen Hifi Verstärkern.

Der Braun Röhrenverstärker CSV 13
hier die Rückansicht mit LE1 Buchsen
die völlig andere Frontplatte
die Seriennummer 7204
nach 40 Jahren voller Staub

Juni 2010 - Sicher, es gab bereits vor dem Braun CSV 13 Hifi-Verstärker in Deutschland. Die Firmen Sennheiser und Klein & Hummel bauten solche Unikate und fast nur in Mono. Beide Hersteller waren auch fast nur im Studiobereich aktiv und so sahen diese Teile dann auch aus und waren damit auf dem Consumer Markt natürlich Flops. (Übrigens: Auch Grundig hatte Hifi Musiktruhen mit Hifi Röhenverstärkern.)

Und die Preisgestaltung von Sennheiser und K+H war ebenfalls im Studiobereich angesiedelt und dann noch ohne eine optische Kaufanimation.

Das mit der Optik machten die Brüder Artur und Erwin Braun anders/besser.

Sie engagierten einen richtigen Designer, also keinen Techniker bzw. Ingenieur wie bei Grundig, Telefunken, Wega oder Saba (usw.), sondern einen, der die Radio- und Hifi- Geräte für damalige Zeiten extravagant skizzierte. Der CSV 13 mit dem Tuner CET waren mit die ersten Röhren- Hifi-Komponenten, die nach dieser neuen Strategie designed, konstruiert und gebaut wurden.

Den Sound entwickelten die Techniker

Der Teamchef Audio-Entwicklung bei BRAUN war Wolfgang Hasselbach, der mir sehr viel von "Damals" erzählte. Was uns heute am meisten "ziemlich fremd" vorkommt, es gab damals Mitte der 1950er Jahre fast nichts an Vorlagen oder Mustern zum Abkupfern. Herr Hasselbach reiste dann nach England zu Quad wegen der Lausprecher, flog auch nach Amerika zu "AR" (Acustical Research) - auch wegen der Lautsprecher und zu anderen Amerikanern wegen der Verstärker. In Deutschland gab es Ende der 50er Jahre bereits wieder ein hartes Konkurrenzdenken, sodaß neben den obligatorischen 9-Röhren 10-Kreis Supern, so nannte man die Radios damals, jetzt auch hochwertige Lautsprecher und ebensolche Verstärker entwickelt werden mußten. Und mit dem CSV 13 setzte Braun auch schon neue Maßstäbe.

Fast 50 Jahre ist er alt.

Juni 2010 - Auf zwei gelben Elkos sind die Produktionsdaten drauf. Einmal KW 02 aus 1963 und einmal KW 05 aus 1963. Dieser Verstärker wurde vermutlich erst im späten Frühjahr oder Sommer 1963 produziert.

Wir haben die ganze 1961er Braun Anlage mit Tuner und 2 Braun L60 von einer älteren Dame aus Berlin geschenkt bekommen. Die Anlage war damals bestimmt sehr oft an und hat den Besitzer oder die ganze Familie erfreut. Die Oberflächen aller Schalter sind stark abgegriffen und die Regler wurden bestimmt oft benutzt.

In Röhrenverstärkern sammelt sich wesentlich schneller ganz viel Staub an als 20 Jahre später in den geschlossenen Transistorverstärkern. Daß Röhrenverstärker nicht besonders effektiv sind, wußte man schon ganz kurz nach der Vorstellung der ersten Transistoren in den 60 Jahren. Doch es dauerte noch etwas, bis das Wissen gewachsen war, wie man mit den damals verfügbaren Transistoren Hifi machen konnte.

Max Grundig war da mit dem Grundg SV50 (basierend auf Germanium Transistoren) der Vorreiter, stieg aber nach weniger als einem Jahr auch auf Silizium um.

Aus mindestens einem der beiden Netzteil Elkos kommt das ausgetrocknete Elektrolyt raus. Die sind also ganz bestimmt dahin und müssen ausgetauscht werden, bevor wir ihn wieder einschalten.

Jetzt kommt die Naßwäsche

Wie bei den Fachleuten aus der Brandschadensanierung hinreichend bekannt, kann man solche elektronischen Geräte mit entmineralisiertem (Regen-) Wasser, leicht auf etwa 40 Grad angewärmt, dazu mit einem Schuß Spülmittel oder Seife, bedenkenlos auswaschen. Man muß sie danach nur schnell und ausgiebig trocknen, damit nichts Metallisches rostet. Nach dem Ausblasen mit Pressluft und dann 6 Stunden praller Sonne sind die Geräte wieder einschalttauglich.

Das haben die alten großen extrem teuren Fernsehkameras vertragen und auch so mancher Transistorverstärker und die gehen alle wieder und sehen dazu noch wie neu aus, jedenfalls innnen.

Und bei den Röhren sind danach die Beschriftungen ab. Braun- oder Röhren-Sammler würden sich jetzt die Haare raufen, doch der Hifi Fan will ja eigentlich Musik hören und nicht tagelang die Aufschriften auf den rötlich glühenden Röhren bewundern.

Doch dazwischen liegen sowieso Welten und ich halte mich von den Sammlern fern.
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Und hier - noch ein Datum

Von dem CSV 13 gab es nach Expertenangaben unterschiedliche Ausführungen oder Varianten mit diversen verschiedenen Netz-Transformatoren. In Kronberg im Fundus soll es sogar einen letzten original verpackten CSV 13 mit einem Schnittbandkern Trafo geben.

Hier auf dem Kondensator findet man die K(alender) W(oche) 5 aus 1963. Was das CSV13-020 bedeutet, sind uns die Experten bislang schuldig geblieben.

Unser "kleiner" CSV 13 . . .

geht nach der Ganzkörper-Wäsche und dem Superpolish außen erst mal zur elektronischen Generalüberholung und zum Durchmessen. Die Selengleichrichter und die vielen dicken Kondensatoren machen die Wiederinbetriebnahme sehr vage und sollen vorher getauscht werden.

Dez. 2010 - Jetzt ist das Prachtstück fast wieder wie neu

Diese Teile wurden ausgetauscht

Unser Braun Röhrenspezialist Herr Herzberg aus Fankfurt hat sich seiner angenommen und erst mal die obligatorischen Messungen durchgeführt und dann Standard-Tests gefahren und dann die typischen "Verschleißteile" ausgetauscht.
Es sind eigentlich nur ganz normal gealterte Teile, die man aus alter Hifi-Röhren Zeit her kennt. Papierkondesatoren waren zwar recht spannungsfest, doch trocknen die besonders gern aus. In diesem Verstärker wurden die Endröhren bereits früher schon mal getauscht und auch die beiden größeren Siebelkos waren noch ok.

Der stärkere - aber exakt gleich große - Braun CSV 60 . . .

Der Braun CSV 60
Trafo und Übertrager

Den CSV60 haben wir noch nicht, ist uns aber brereits zugesagt worden. Noch eine Info zu dem größeren Bruder, dem Braun CSV 60. Nach den Angaben der Experten mußte der im Vergleich etwas dickere Netz-Trafo natürlich in das gleiche Gehäuse wie das des CSV 13 passen. Doch der Platz war sehr knapp bemessen und der Trafo ist deshalb "auf Kante" dimensioniert, also auch recht knapp bemessen.

Ebensolches trifft auch auf die beiden Ausgangsübertrager des CSV 60 zu. Diese sollen zusammen mit den angrenzenden vier PL500 Röhren bei Power Musik so richtig ins Schwitzen kommen, also sind die Blechpakte der Übertrager auch zu klein. Beim CSV 13 sind die Übertragerwicklungen geschachtelt. Das kostet Platz. Und darum sehen die auch fast gleich groß aus.

Wichtig zum Verständnis: die Ausgangsübertrager sind zwar prinzipiell auch Transformatoren, jedoch mit ganz anderen Kriterien. Der "Netz"-trafo "überträgt" nur eine Frequenz, die 50 Hz unserer Netzfrequenz, der Übertrager am Ausgang des Verstärkers überträgt ein (möglichst Hifi-) Frequenzband, dazu noch mit unterschiedlichsten Amplituden (Lautstärken). Und dazwischen liegen Welten !!

Mehr über Übertrager und Kondensatoren finden Sie im Bereich Wissen und Technik.

Der CSV 60 - Nach 20 Jahren nochmal getestet

In der Hifi-Sterophonie wurde ein 20 Jahre alter CSV 60 aus dem Braun Fundus nochmal unter die Lupe genommen. Mehr dazu steht hier.
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Zum Vergleich - Der MacIntosh 275 - eine Legende

ein "kleiner" Mc 240

Jetzt versteht auch der Laie, warum die McIntosh 275 Legende mit "seinen" gewaltigen Reserven in den Transformatoren und Übertragern so aussergewöhnlich war. Da gab es Stereo-Power satt und ohne zusätzlich zur normalen Röhrentemperatur zu Schwitzen, nämlich echte 2 x 75 Watt Sinus von 20 bis 20.000 Hz an allen Impedanzen und fast ohne Klirren. Angeblich wurden sogar über 2 x 85 Watt Sinus bei 1 KHz gemessen.

Das waren in jener alten Zeit gigantisch gute Werte bzw. technische Daten.
Ein ähnliches "Gespann" haben wir in 2012 geerbt. Es sind zwei STW Mono Studio-Endstufen mit EL34 Röhren.
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