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Ein CD- oder DVD- Spieler kann Schwächen haben, auch die teuersten Modelle für "ganz viel Geld" :

Eine ganz neue CD-Oberfläche
Oberfläche bereits leicht beschädigt
und die hier ist ganz kaputt

von Gert Redlich im Dez. 2017 - Ganz wichtig, nicht die CD hat Schwächen, die hat vielleicht Fehler. Aber der CD- Spieler hat Schwächen, Schwächen konzeptioneller Art.

Beginnen wir mit dem Medium CD. Ist sie neu, dann ist sie nahezu perfekt - immer innerhalb ihrer technisch qualitativen Klasse von Programmquellen gesehen.

Die Computerdaten - die auf der CD drauf sind - sind im Original, also wenn sie (vom Studio-Bandgerät als Quelle kopiert) dann aus dem professionellen A/D Wandler der Tonstudios herauskommen, auch noch perfekt.

Die "Väter der CD" haben aber gegen etwaige Fehler dieser Daten vorgesorgt. Denn eine mathematische Fehlerkorrektur auf der digitalen Seite kann oder könnte - bis zu einer gewissen Grenze - diese (Lese-) Fehler korrigieren, und sogar verlustfrei korrigieren.

Ab einer gewissen Grenze (oder "Schwere" der Fehler) kann die Fehlerkorrektur nichts mehr ausrichten, dann kommt die Stufe 2 der Reparatur-Technik der Audio-Daten, es wird "interpoliert".

Was immer da der Prozessor (oder der DSP) macht und egal, wie schnell er ist, also wieviele Gigahertz er wirklich hat, er braucht ein klitze-klein wenig Zeit.
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Die Zwickmühle der Konstrukteure bzw. Entwickler der Player

Der Digital-Cip des Players
der Burr-Brown D/A-Wandler
Raspi- Zusatz Hi-DACplus-std
Raspi- Zusatz IQ-Pi-DACplus
Raspi- Zusatz JB-DAC-HAT
Raspberry 2 Raspi- Zusatz - 2017-mit 13-Euro Audio-Platine

Wenn ich also weiß, daß auch der schnellste Prozessor beim eventuellen Korrigieren von eventuellen Fehlern etwas Zeit braucht, um die zu korrigieren oder unser Ohr zu beschummeln (interpolieren von fehlenden Daten), könnte man ja in den D/A Wandler von Anfang an einen kleinen Pufferspeicher im Micro-Sekunden- Bereich einbauen. Dann würde die analoge Ausgabe immer mit einer bestimmten Anzahl von Wartezyklen ein klein wenig verzögert. Ob diese Zeitspanne der Wartezyklen dann eventuell zum Korrigieren wirklich gebraucht würde, hängt von dem Zustand des jeweiligen Mediums - der CD oder DVD - ab.

In den allermeisten CD-Spielern hängt der D/A-Wandler aber direkt am DSP (digitalen Signalprozessor) dran, der die Daten der CD ausliest und prüft und evtl. korrigiert. Und vom Konzept her ist der dem DSP nachfolgende digitale Eingang des D/A Wandlers intern direkt mit seinem analogen Ausgang verkoppelt. Der D/A-Wandler nimmt genau das, das er bekommt und zwar ohne weitere Kontrollen.

Und wenn dann doch korrigiert werden muß, ist der kontinuierliche Zeitfluß nicht mehr intakt. Es treten ganz kleine Zeitfehler auf. Der Wiedergabe-Stream (der Strom oder der Fluß der Daten) ist nicht mehr "zeitrichtig".

Jetzt haben die Tonmeister und Toningenieure viele Test gemacht, wer das denn wirklich alles hört. Es sind am Ende weniger als 1% der Musikliebhaber, die bei einem CD-Spieler diese störenden Zeitfehler mit künstlich erzeugten Oberflächen-Fehlern nachvollziehbar (also in den Blindtests mehrfach gehört) wirklich "erhören". Der normale und sogar der erfahrene Hifi-Gourmet hat es schwer, diese Zeitfehler definitiv zu erkennen.

Auch braucht es eine insgesamt sehr edle Abspiel-Anlage (oder Komponenten- Kette) der oberen oder der höchsten Qualitätsstufen und das sind dann mehrere 10.000 Euro. Und man braucht überhaupt den Hinweis (oder den virtuellen "Schubs"), worauf man achten solle, und wie sich diese Zeitfehler beim Hören darstellen bzw. wie man die hört und erkennt.
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Auf den Bildern rechts sehen sie den digitalen Signalprozessor (Pansonic) für CD/DVD Laufwerke - als voll integrierten SOC (System on Chip) Prozessor - mit allem drum und dran.

Unten darunter sehen Sie den so ziemlich neuesten D/A Wandler vom Spezialisten Burr Brown, der in 2017 mit den höchsten Lorbeeren ausgezeichnet wurde. Diese Chip ist auf mehreren Raspberry Huckepack Audio-Boards drauf. Und er düpiert so manchen 1000.- Euro Edel-Wandler von vor 2 oder 3 Jahren.
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Die Erkenntnis ist halt, die Technik schreitet unaufhaltsam weiter.
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Ein immer wieder gültiger Vergleich

Als die CD 1983 endgültig als verkaufbares Produkt auf den Markt kam, waren die Zuhörer und auch die Techniker begeistert. Und diese Begeisterung deckt sich genau mit den so oft so verteufelten BOSE 901 Lautsprechern. Als die BOSE 901 Boxen so um 1972 auf den Markt kamen, saßen wir - und natürlich auch ich - staunend davor und wir waren begeistert. Dieser Professor hatte nämlich versprochen, er bringe uns das (oder ein) Konzert live ins Haus, also in die eigene Wohnung - in die eigenen vier Wände - und es stimmte wirklich. Die Vorführungen auf den Messen, bei den Händlern und am Ende bei mir Zuhause - alles mit den damaligen 33er Vinyl- Schallplatten - Besseres hatten wir ja gar nicht - war absolut beeindruckend.
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Eindhoven 1981

Und Gleiches geschah, als Philips etwa 270 wirkliche Schallplatten- Fachleute (Toningenieure) aus den renomierten Plattenfirmen und deren Aufnahme-Studios und eine Menge (teilweise sogar honoriger Fach-) Journalisten aus aller Welt einschließlich Amerika und Japan nach Eindhoven einlud und die erste (Prototyp-) CD - einfach mal so - vorführte. Musikliebhaber und Chefredakteur Karl Breh schwärmte mir über 35 Jahre später in 2012 !! (immer noch) vor, er wäre noch nie in seinem Leben so beeindruckt gewesen wie damals bei dieser Philips Vorführung. Und Karl Breh kannte sich wirklich gut aus mit der Musik und der Qualität.
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Die Entwicklung geht unaufhaltsam weiter

Die Wahrheit ist aber, die Entwicklung der digitalen Technik verläuft "LEIDER" diametral konträr zu der Alterung unserer analogen Ohren. Die Technik wird immer besser und die eigenen Ohren "schlaffen" immer weiter ab.

"UND" unsere alten CDs bekommen immer mehr Macken, Kratzer, blinde Stellen, Schatten usw., die sie vorher nicht hatten, als sie noch neu waren. Selbst manche gebrannten CDs haben oft nur schwer erkennbare Informationen auf oder in der "Rille", weil sie zu schnell oder mit dem sensibleren DVD Brenner gebrannt wurden. Und auf einmal fällt es auf, diese oder jene CD klingt irgendwie komisch.

Das Gehirn speichert so manches musikalische Erlebnis
in einer hinteren Ecke ab. Und es dauert etwas, bis der sehr akribische erfahrene Hifi-Fans das registriert und es nicht vom Gewöhnungseffekt überdeckt wird.
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Mc 275 Nachbau

Machen Sie den eigenen Test : Kaufen Sie einfach mal (mit oder ohne Grund) einen ganz neuen LCD ("LED"-) Monoitor (oder leihen Sie sich einen) und stellen (betreiben) ihn neben dem alten. Sie erschrecken, wie grau oder farblich schlaff der alte gegen den neuen aussieht. Beim Hören ist es sehr ähnlich. Vor allem die Röhrenfanatiker wollen es nicht wahr haben, daß die (also auch deren) Röhren erstaunlich schnell altern und der geliebte und ehemals teure Verstärker immer sumpfiger oder sogar leicht verzerrt klingt. Das kommt, wenn die dicken End-Röhren unterschiedlich schnell altern und die ach so edle Endstufe das nicht ausgleicht (wie zum Beispiel beim McIntosch MC275).
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Die Alternative, der Audio-Streamer

Die CD wird "gegrabbt"
Alle Stücke überprüft
Unser Protoyp Streamer

Eine Alternative für die High-End Musik-Fans wäre da der oder ein Audio-Streamer. Vorher "grabben" Sie Ihre CDs und speichern die auf dem PC oder einer NAS-Station als Wave-Dateien ab. Beim Auslesen der CD liest der "Grabber" die Spuren so lange, bis er so gut wie jeden Fehler korrigiert hat und schreibt die korrigierte digitale Information in die Datei rein.

Rechts im Bild sehen Sie, daß das Lese-Programm die Prüfsummen verglichen hatte und daß die jetzt abgespeicherten Wave-Dateien alle fehlerfrei sind. Zum Verständnis nochmal, beim Übertragen der CD auf den PC ist das absolute Zeitverhalten nebensächlich. Ich höre ja dabei nicht zu.

Beim Abspielen sowohl vom PC wie auch von der NAS-Station ist immer ein Puffer eingebaut. Die Programmierer solcher Abspielsoftware wie dem Winamp oder dem Foabar oder der "musicbox" auf einem Raspberry zum Beispiel wissen, daß sowohl auf dem PC selbst wie auch im Netzwerk keine definierten Antwortzeiten zu erwarten sind und damit nicht machbar sind.

Beim Winamp können Sie diesen Pufferspeicher, ein sogenannter Ringpuffer im Hauptspeicher, selbst dimensionieren, je nachdem, wie leistungsfähig Ihr PC ist.

Die fertigen Streamer aus dem Hifi-Studio mit vom Hardware-Hersteller eingebauter Firmware bzw. Software haben das alles auch bereits einkalkuliert. Ob die Datei von der eigenen Platte oder aus dem Netz kommt oder vom USB Stick gespielt wird, es sind (fast überall) reichlich Reserven eingebaut, daß der gesamte "Stream" zeitrichtig abgespielt wird.
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