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2017 - Der Raspberry Pi Type B oder 2 ist die Client-Grundlage

Dezember 2017 - Warum gerade dieses Bastelgerät ? Bei mir soll der Hifi- Audio- Client Tag und Nacht eine recht große Menge von vielleicht 25.000 MP3 Musikstücken im Zufallsmodus abspielen.

Dabei soll er möglichst wenig Strom verbrauchen und vor allem - über Wochen unbeaufsichtigt und stabil laufen - quasi als Dauerberieselung - trotzdem mit hoher Güte und ohne Aussetzer (wie bei den bisherigen PC basierten Lösungen) und das auch noch mit edlem Sound. Das ist es also. Der alte (erste) Raspberry 1 sowie der vom Typ 1B konnten das nicht, die CPU war noch zu schwach, aber jetzt mit einem Edel-Wandler im Huckpack- Modus kann er es so leidlich.

Und so hatte ich mir das vorgestellt :
Ein Mini-MiniPC (ähnliches) Teil im Netzwerk, von jedem Browser im ganzen Haus aus zu bedienen und an einem oder mehreren analogen Verstärkern als Quelle davor geschaltet sollte es sein.
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Der Ur-Raspberry-pi-1
der 2. raspberry-pi-2
der A/D-Wandler oben drauf

Woran hing es denn so lange ?

Der Raspberry Pi 1 hatte nur einen sehr bescheidenen Audio-Ausgang - gedacht für Warnmeldungen - mit minderer Qualität und er war von der CPU- Leistung her zu "schmalbrüstig", der Typ B hatte dann etwas mehr RAM Speicher, der geht damit schon leidlich. Es muß also auch für diese laue Tätigkeit doch besser der Raspberry 2 sein, der jetzt (das ist inzwischen auch einige Jahre her) eine 4-Kern-CPU mit 900 MHz sowie 1GB RAM hat.

Doch der Knackpunkt war und ist immer noch die Software. Denn immer, wenn man 2 Jahre lang studieren muß, um auf einem beliebigen Gerät "irgend Etwas" zum Laufen zu bringen und man dabei immer wieder über eine wilde (Software-) Bastelei stolpert, dann läuft da etwas falsch.

Bei KODI (auch einer Multi-Media-Client-Software) hatten sich die Entwickler bereits einiges einfallen lassen, doch ich brauche kein Video-Wiedergabe und schon gar nicht 4K oder 8K Bilder. Die schlaffen solch ein System nur gründlich ab.

Mein Freund Rudi hatte mir dann ein minimales Raspian Betriebssystem auf diesen Raspi-2 aufgespielt und einen reinen Audio-Client installiert. Damit konnten wir überhaupt erst mal ausprobieren, ob dieser neue Burr-Brown Huckepack-Wandler funktioniert und wie gut er funktioniert. Die dort ebenfalls vorhandene Mini-Klinkenbuchse funktioniert mit einem Wackelkontakt zum Beispiel nur manchmal. Doch der Netzwerk-Treiber für meine Samba- NAS Server war bei dieser Software sehr "hilfsbedürftig". Ich konnte bei mir im Netz meine NAS-Server - selbst mit diversen Tricks - nicht sehen bzw. ansprechen.
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2017 - Gefunden: Die "music-box" auf der Basis von "Mopidy"

Installation in weniger als 1 Stunde - ohne Tricks

Da hat ein Spezialist (vermutlich aus Holland) etwas gezaubert - sehr beeindruckend. Herr "Wouter van Wijk" ist der Urheber, der diese Software auf die Beine gestellt hat. Natürlich hat auch er eine Basis von bereits vorhandenen Modulen übernommen. Diese Module sind unter "Mopidy" bekannt. Und die Jungs waren (sind) gut. Natürlich kann man diese Software auch irgendwie selbst auf den Raspberry drauf bekommen, aber man muß von sogenannten Kommandozeilen- Installationen unter Linux Ahnung haben.
Der Durchbruch :
Bei der "musicbox" ist das alles anders, so erfeulich anders
, daß ich das nicht genug loben kann. Nach 35 Jahren Software- Entwicklungs- und Vertriebs- Erfahrung ist das wirklich bewundernswert.
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Die Installation ist ein Kinderspiel, ganz erstaunlich

Da ich mich gerade mit Windows Server 2012 R2 samt MS-SQL 17 und Clients unter WIN 7 und WIN 8 und WIN 10 rumquäle samt ODBC Treiber, war das hier eine Installation wie im Bilderbuch.

Was braucht man dazu ?
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  • 1 x einen WIN-XP- oder WIN7- PC oder Notebook zur Vorbereitung der SD Speicherkarte
  • 1 x Raspberry 1B oder besser gleich den Typ 2 (ca. 35 Euro)
  • 1 x Netzteil 5 Volt mit 2A und mini-USB Secker (ca. 5 Euro)
  • 1 x D/A-Wandler Aufsatz im Huckpack-Board (ca. 15 Euro)
  • 1 x 8GB micro SD Speicherkarte, angeblich geht auch eine 1GB Karte (ca. 8 Euro)
  • 1 x Stereo-Cinch-Kabel
  • 1 x vergrößertes Gehäuse nach Wunsch

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Es ist wirklich verrückt, aber mit einem normalen PC z.B. unter WIN XP lädt man den "Win32DiskImager-0.9.5" aus dem Netz, ab Win-7 geht auch der neue "win32diskimager-1.0.0". Dazu lädt man das sogenannte Boot-Image (eine Zip-Datei) für die 1GB oder 8GB Speicherkarte, mit der der Raspberry später gestartet wird.

Diese Datei "musicbox_v0.7.0RC5.zip" wird entpackt. - Das geht mit einem Klick und der "Diskimager" wird mit einem Klick gestartet und das dann entpackte "Image" ausgewählt und mit einem Klick auf die Speicherkarte geschrieben.

Man glaubt es in 2017 schon nicht mehr, daß das wirklich "alles" ist, wirklich alles.
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Die Speicherkarte in den Raspi stecken und los gehts . . .

nur 3 Verbindungen, Netz, Strom und Audio out
und die kleine Speicherkarte

Das neue Netzwerkkabel vom Router oder vom Switch in den Raspi stecken, das Netzteil einschalten und der Raspi entwickelt ein tolles Eigenleben.

Es ist fast alles fertig. Alle notwendigen Clients für (unsere) externen NAS Server unter Linux (dort ist ein Samba Modul installiert) aller Versionen (zum Beispiel Buffalo Linkstations oder Zyxel NSA) oder auch ganz normale Windows Server sind bereits vorhanden.

In der heruntergeladenen Zip-Datei ist auch ein 150 Seiten Handbuch als PDF enthalten. Es steht alles sauber chronologisch strukturiert drinnen - vorbildlich. Weiterhin gibt es eine deutsche Webseite, die das auch nochmal erklärt. Und alles ist Freeware, hinzu kommt nur die eigene Zeit.
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Eine ganz simple und übesichtliche Web- Bedienoberfläche

Das war eigentlich eine oder die (meine) zentrale Bedingung, von jedem beliebigen Browser mit jedem beliebigen Betriebssystem von allen Windows PCs, OS10 PCs als auch Linux PCs diesen Client per Browser zu steuern, natürlich auch von jedem W-Lan tablet. Und es funktioniert. Die ganz simple Oberfläche ist sehr handlich und nach einem Eintrag meines NAS Servers mit den 65.000 Musiken drauf und der Auswahl des Huckpack-Wandlers oben drauf fing er an, zu spielen. - Die Initialisierung der 65.000 MP3 Dateien dauert aber etwas.
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Die Qualität ist überragend und damit überzeugend . . .

Der Huckpack- Wandler kommt aus dem tiefsten China, das dauert etwa 2 Wochen ab Bestellung. Und er funktioniert mit der im Setup-Menü enthaltenen "HifiBerry DAC+" Einstellung.
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Der Ausgangspegel ist enorm und der reicht auch für dicke Endstufen wie den BOSE 1800 Boliden. Man sollte dort aber immer mit zugedrehten Reglern anfangen, es könnte plötzlich sehr sehr laut werden.
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Ein in die Software eingebauter WLAN Client ist auch vorhanden

Ich benutze zur Zeit das 100 MBit Kabel zur Verbindung an unser lokales Netzwerk. Das geht aber auch direkt über WLAN in die Fritzbox zu den NAS Servern. Alle Einstellungen sind vorgesehen und sind bereits aktiviert. Also der gesamte WLAN Client würde sich auch über das WLAN verbinden. Doch hier muß man zuvor über Kabel die Nutzer-Zugangsadten konfigurieren, sonst kommt man in das WLAN nicht rein.
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Eine 64 Gigabyte Speicherkarte wäre natürlich der Hammer

Da paßt dann jede Menge an Musik drauf. Im Setup kann man den "SSH" Zugang aktivieren und dann über "winscp" von einem beliebigen Windows PC seine Musiken auf die Speicher-Karte übertragen. Dann wären alle NAS Server außen vor.
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Austausch von Raspi B gegen Raspi 2 (jetzt 4 Kerne)

Der Raspberry der Generation B ging, zwar etwas schleppend, aber der neue (inzwischen auch schon wieder alte Raspi 2) 4-Kern 32Bit Prozessor hat natürlich deutlich mehr Performance als die 1-Kern CPU. Man merkt es. Das Web-Interface geht jetzt ganz toll ab und antwortet sogleich. Auf der (für Linux-Eingeweihte ladbaren putty-) Anzeige sieht man 4 CPU-Kerne, von denen einer mit nur ca. 8% bis 12% arbeitet, wenn die MP3 Musik spielt.
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Linux Experten können sich hier die prozentuale Auslastung der 4 Kerne anzeigen lassen

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2 Wochen Erfahrung mit der "musicbox"

Die Qualität der Audioausgabe ist erstaunlich gut, das ist nahezu Highend. Es fehlt aber eine Art Loudness (eine gehörrichtige Klangregelung) bei leisen Lautstärken, die mein kleiner ONKYO Vollverstärker mitbrachte. Die Einrichtung des ALSA (Software-) Equalizers ist bislang schief gelaufen. Dort soll man in 10 Frequenzbereichen den Pegel anheben bzw. absenken können, aber auch nicht lautstärkeabhängig, sondern fest eingestellt. Auch ist diese Bedienung/Einstellung des Equalizers nur auf der grafischen Oberfläche der Console über VNC möglich.

Es ist also doch noch einiges zu verbessern.

Für die PC- und Linux Spezialisten ein paar Tips :

Die nachfolgenden Absätze sind für diejenigen Leser, die bereits etwas mehr Computer-Wissen haben und mal hinter die begeisternden Kulissen dieser modernen Technik schaun wollen.

Aktivieren Sie SSH und holen Sie sich mit "putty" die Kommandozeile. Das ist natürlich nichts für Fans, die einfach nur ganz viel Musik hören wollen. Es ist für die Spezialisten, die herausfinden möchten, warum Dieses und Jenes nicht so super toll funktioniert.

Sind Sie also als "root" User auf der Linux- Kommando-Oberfläche des Raspis (dem CLI = Command Line Interface) gelandet, hilft das hier :

root@MusicBox:~# speaker-test -t wav -c 2 -D hw:1

und dann sehen Sie :
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speaker-test 1.0.25
Playback device is hw:1
Stream parameters are 48000Hz, S16_LE, 2 channels
WAV file(s)
Rate set to 48000Hz (requested 48000Hz)
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und Sie sollten etwas aus den Boxen oder dem Kopfhörer hören
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Noch zu reparieren :

Zur Zeit spielt die Software noch keine Wave-Dateien, so wie sie von der normalen CD mit dem Audio-Grabber herunter ge-"grabbed" werden. Aber das finde ich auch noch.
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Wie ich einen Radiosender-Stream hinzufügen kann

Bei uns in Hessen läuft fast jeden Abend von 20.oo bis 24.oo sehr angenehmen "Easy Listening Music" auf HR4.

Dazu sucht man nach "stream url hr4" und erhält :

www.stream-urls.de/webradio/144-hessischer-rundfunk-hr4

Auf der Unterseite STREAMS trägt man diese URL ein und speichert sie ab.

Fertig - ein Doppelklick und HR4 spielt los.
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Hier kommen ein paar Programmierer- Informationen:

Das Basisverzeichnis usw. .......................

Dazu muß man als Python-Neuling wissen : Alle Anwendungsprogramme, die auf die extrem komfortablen und vor allem fertigen Python-Module und -Libraries zugreifen, wohnen immer hier :

/usr/local/lib/python2.7/dist-packages/

Das Basisverzeichnis des "musicbox-Web-Interfaces" der 2017er version 0.7 ist auf den Raspbery System hier zu finden :

/usr/local/lib/python2.7/dist-packages/mopidy_musicbox_webclient/static

Dort stehen die index.html Files und auch ein sekundärer "css" File. Der "Haupt-css" File steht aber woanders - im /mopidy_mopi/ Verzeichnis. Und den will ich bezüglich der Farben etwas freundlicher gestalten. Das ist nicht ganz so einfach, da hat sich der Programierer / Gestalter weit aus dem Fenster gelehnt.
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Das "musicbox" Hauptmenue steht hier in "index.html":

/usr/local/lib/python2.7/dist-packages/mopidy_musicbox_webclient/static

Dazu gibt es ein ergänzendes css-Verzeichnis - noch ein Verzeichnis höher :

./css/webclient.css

Doch die Haupt-css Datei wohnt im "mopidy" Verzeichnis. Dort kann man auch einiges "verschönern"
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Doch vorher ein Blick, wie die "musicbox" überhaupt gestartet wird :

Das war für mich als raspi Neuling doch etwas krude. Obwohl ich seit über 20 Jahren meine eigenen Linux Web-Server von Grund auf selbst installiere und auch konfiguriere, mit "opensuse" sind das andere Welten, einfach um Klassen komfortabler als "debian" oder "raspbian".
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