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1981 - Die neue 12cm Silberscheibe mit rauschfreier Musik drauf.

Eine Idee von Philips (und Sony)
Musik auf einer Makrolon-Scheibe
Der Visonär Max Grundig zeigt 1981, worin er die Zukunft sieht.

Mitte der 70er Jahre war die erreichbare Qualität der analogen Langspielplatte samt der super tollen analogen Abspielgeräte (sprich Plattenspieler) ausgereizt. Die "Direct Cut Disks" waren das i-Tüpfelchen, doch das wars dann aber auch.

 

Auch das Handling der Schallplatten mit der empfindlichen und dazu noch teuren Diamant-Nadel und dem extrem leichtgängigen Tonarm war nicht Jedermanns Sache. Überhaupt war die Benutzung bzw. das Abspielen einer Schallplatte nicht besonders "anwenderfreundlich".

 

Bei Philips wurden so um 1980 die ersten brauchbaren Anfänge einer optischen Abtastung public gemacht. Aus der Erfahrung, daß auch beim Weltkonzern Philips ohne starke Partner nichts geht, es müssten dann ja auch Millionen von Geräten zeitnah produziert werden, suchte Philips Partner auf der ganzen Welt.

Und Grundig mit dem alten aber bis dato erfolgreichen Max am Ruder
war mit auf der Schiene. Hier stellt er 1981 diese umwerfende Neuerung vor. Natürlich dürfen wir die Firma Sony nicht vergessen, die sich auch für die CD stark gemacht hatte, alle CD-Partner natürlich aus Eigeninteresse.

Doch erst im Jahr 1983 kamen erste erschwingliche Consumergräte
auf den Markt. Bei den CDs (den Medien) selber war das Angebot am Anfang sehr "mau".

Die etablierten Musikverlage mit ihren verknöcherten oder gar versteinerten Strukturen bekamen das damals nicht auf die Reihe. Und schon gar nicht wollten sie sich am einträglichen Kuchen (also den etablierten Pfründen) von anderen (mit-) knabbern lassen.

Auch beeindruckend und erstaunlich - die USA spielten bei der digitalen Schallplatte überhaupt keine Rolle.

Die USA als der größte Absatzmakt der Welt für hochwertige Unterhaltungsgeräte spielte bei der CD nicht die geringste Rolle. Das war sehr sehr ungewöhnlich, da die Amerikaner doch überall mitspielen wollten und laut mancher dortigen Bücher und Publikationen die Amerikaner sogar das Tonbandgerät und den Hubschrauber erfunden hatten. Sie haben wirklich viel erfunden, die Amerikaner, und auch die "aus"-gesiedelten Deutschen in Amerika, aber weder das Tonbandgerät noch der Hubschrauber - und auch nicht die CD - kommen alle mit Sicherheit nicht von dort.
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Was machte die CD-Entwicklung von Philips so herausragend?

Philips hatte mit der 30cm Laser-Disc von 1971 (der Philips Bildplatte) eine ausgereifte fertige Entwicklung im Portfolio, die aber nach der Erkenntnis des Philips Managements oder der Philips Ingenieure nicht perfekt war. Man ließ die anderen beiden (bzw. die anderen drei) Bildplatten- Anbieter von 1972 (ebenalls 21cm bzw. 30cm Platten) das alles ausprobierren und sah einfach nur zu, wie sie mit der analogen und teils mechanischen Technik "gegen die Wand" liefen. Philips vermarktete diese Laser-Disc nur sehr zögerlich.

Warum ?

Beim Philips Laser-Disc- Abspieler wird/wurde der Laserstrahl in einer recht langen speziellen Röhre, dem Laser-Rohr erzeugt. Dabei wird eine sehr starke Lichtquelle zwischen zwei ganz speziellen Spielgeln sehr oft hin und her gespiegelt, bis die Energiedichte so groß ist, daß dieses Laserlicht durch ein ganz kleines Löchlein in einem der Spiegel austritt. Dieser stark gebündelte Laserstrahl wird jetzt außerhalb des Rohrs mit weiteren teils beweglichen Spiegeln auf die Rilleninformation gelenkt und die Reflektionen mit einer Photozelle abgetastet. Das funktionierte mit den 30cm Discs so lange, wie sie absolut sauber waren. Bei den kleinsten Verunreinigungen oder bei Staubbefall gab es bereits Bild- und Ton- Aussetzer. Die "Philips Leute" wußten also um die Schwächen, warum dieses optische und eigentlich geniale Konzept in der Masse der Consumer nicht funktionierte.

Die spätere Technik der CD ist anders.

Die Weiterentwicklung der optischen Disc mit neuen Bauelementen sowie der digitalen Speicherung

In der analogen Technik konnte man keine vernünftige Fehlertoleranz integrieren. Auch war diese (alte) Lasertechnologie nicht verschleißfrei (oder langlebig). Mit der Entwicklung der Laser-Diode wurde das anders. Erstens war die Laserdiode extrem klein im Vergleich zu dem langen Laser-Rohr und sie ist von der Energieausbeute dem Strahlrohr haushoch überlegen. Auch erzeugt die Laser-Diode ein difuses Licht, das man nur leidlich zu bündeln brauchte, weil es da einen ganz einfach zu beherrschenden optischen Trick gab.

Direkt an der Laser-Diode wurde/wird das austretende Licht mit einer im Prinzip ziemlich simplen Optik in einem recht breiten Lichtstrahl gebündelt, der durch alle (auch bereits angestaubten) Spiegel und Prismen viel leichter zu lenken war, als ein Hochintensitäts-Strahl aus dem Laser-Rohr. Dieser Laserstrahl verlangte perfekt und absolut saubere Umlenkspiegel.

Der Clou ist aber, daß dieser verhältnismäßig breite Laserstrahl erst ganz kurz vor der Oberfläche der durchsichtigen 1,2mm dicken CD-Scheibe mit einer Fokussierlinse auf den eigenlich benötigten klitzekleinen Punkt (den Fokus) konzentriert wird.

An der Oberfläche der CD hat der Strahl aber noch die volle Breite und erst 1,2mm weiter innen, quasi bereits auf der anderen Seite der CD auf der Reflektionsschicht ist er auf den kleinen Punkt fokussiert.

In den Schaubildernist es sehr schön dargestellt, daß damit Kratzer  oder Stäubchen in eigentlich bereits riesieger Größenordnung dem Strahl fast ncihst anhaben können.

Damit war das allerwichtigste Problem der optischen Abtastung gelöst, die optische Fehlertoleranz eines ganz normalen Consumer-Produktes.
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Die CD rollte den Markt auf, unaufhaltsam und gnadenlos.

hervorragende Aufnahmen
Der Linearmotor stellt die Schärfe ein

Diese damalige Versteinerung der gesamten mit der Vinyl-Schallplatte satt und fett gewordenen Musikindustrie wiederholte sich so ab 2004, als die MP3 Technik und das Internet die Umsätze und damit die Gewinne/Profite der Musikindustrie in arge Bedrängnis brachte.

 

Der - fast am Ende der Entwicklung - lancierte Urgedanke der Spiellänge einer CD war, es musste ein bestimmtes Konzert von Wagner komplett "auf eine Seite" drauf passen. Die Schallplatte konnte (bei höchster Qualität) ca. 2 x 22 Minuten auf den beiden Seiten unterbringen und natürlich nicht ohne Unterbrechung abspielen. Die CD sollte 60 (oder 70) Minuten am Stück können, und das war der Masstab.

 

Jetzt konnte man 60, 70 oder sogar 80 Minuten edlen Sound auf eine "primitive" Acrylscheibe pressen oder brennen und sooft hören, wie man wollte, nahezu ohne Abnutzungserscheinungen. Doch primitiv war die CD wirklich nicht und die Abspielgeräte wie auch die Aufnahmegeräte (also die Wandler) mußten wirklich vom Feinsten sein, dann hatte man den ultimativen Klang.

 

Es war wirklich eine bahnbrechende Erfindung von Philips und dieses mal im Verbund mit Sony. Und die CD wurde ein Welterfolg.

Einer der allerersten erschwinglichen CD Player auf dem deutschen Markt ab 1983
Einer der letzten großen alten Sony Edel-Player
Der SCD1 von Sony

Hier und auf den Seiten darunter sind wir im Bereich der Medien, also der CDs. Zu den Geräten geht es über den Link in der Überschrift.

Eigentlich heißt es ja : "Das Bessere ist des Guten Feind." So war es auch in der edlen Hifi-Technik.
Anfänglich angefeindet wegen eines angeblich knallharten glasklaren Klanges, so rein wie "Meister Propper" (Anmerkung : das war damals ein sehr oft beworbenes Universal- Reinigungsmittel), steril und unpersönlich und was noch alles der CD vorgeworfen wurde, doch nichts stimmte so richtig.

Was da an Sound oder Musik (oder an Daten) irgendwie drauf kam,
kam auch so wieder runter. Wenn man mal die spinnerten Gedanken der unbelehrbaren Analog-Gurus weg läßt, war die CD eigentlich (nahezu) das Ideal des Hifi Gedankens. Erstmalig war es möglich, Musik weitgehend neutral in Daten zu wandeln und auch wieder (weitgehend neutral) zurück in Musik zu wandeln.

Daß wir uns an unsere immer und überall verfärbten analogen Super-Hifi-Anlagen
so schön gewöhnt hatten, darf nicht darüber hinweg täuschen, die CD von 1981 konnte es damals bereits theoretisch besser (es dauerte noch eine Weile, bis auch die Praxis stimmte) und kann es heute wirklich besser.

 

Es ist aber unbestritten, daß diese Qualität manchen Hifi-Freunden nicht gefällt, also "subjektiv" nicht gefällt. Und darum, wie auf der Eingangsseite bereits gesagt, Hifi ist subjektiv, auch bei Tonmeistern und Hifi-Jüngern, überall.

 

Dann kam auch noch die SACD, noch besser, noch teurer, aber wieder ein Flop. Sie ist "zu gut", die allermeisten hören das schon gar nicht mehr. Denn dazu brauchen Sie allerfeinstes Equipment. Und das kostet richtiges Geld.

Und "richtiges Geld" haben allermeist die beruflich ausgelaugten Gruftis über 50, inzwischen wohlhabend oder begeistert und die hören es dann (fast) auch schon nicht mehr.

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