Die Silberscheibe mit Musik drauf
Mitte der 70er Jahre war die erreichbare Qualität der Langspiel- platte samt der super tollen Abspielgeräte (sprich Plattenspieler) ausgereizt. Die "Direct Cut Disks" waren das i-Tüpfelchen, doch das wars dann aber auch.
Auch das Handling der Schallplatten mit der empfindlichen und dazu noch teuren Diamant-Nadel und dem extrem leichtgängigen Tonarm war nicht Jedermanns Sache. Überhaupt war die Benutzung bzw. das Abspielen einer Schallplatte nicht besonders "anwenderfreundlich".
Bei Philips wurden so um 1980 die ersten brauchbaren Anfänge einer optischen Abtastung public gemacht. Aus der Erfahrung, daß auch beim Weltkonzern Philips ohne starke Partner nichts geht, es müssten dann ja auch Millionen von Geräten zeitnah produziert werden, suchte Philips Partner auf der ganzen Welt.
Und Grundig mit dem alten aber bis dato erfolgreichen Max am Ruder war mit auf der Schiene. Hier stellt er 1981 diese umwerfende Neuerung vor. Natürlich dürfen wir die Firma Sony nicht vergessen, die sich auch für die CD stark gemacht hatte.
Doch erst so um 1983 kamen erschwingliche Consumergräte auf den Markt. Bei den CDs (den Medien) selber war das Angebot am Anfang sehr mau. Die etablierten Musikverlage mit ihren verknöcherten oder gar versteinerten Strukturen bekamen das damals nicht auf die Reihe. Und schon gar nicht wollten sie sich am einträglichen Kuchen (also den etablierten Pfründen) von anderen (mit-) knabbern lassen.
Doch die CD rollte den Markt auf, unaufhaltsam und gnadenlos.
Diese Versteinerung der gesamten satt und fett gewordenen Musikindustrie wiederholte sich so ab 2004, als die MP3 Technik und das Internet die Profite der Musikszene in arge Bedrängnis brachte.
Der Urgedanke der Spiellänge einer CD war, es musste ein bestimmtes Konzert von Wagner komplett "auf eine Seite" drauf passen. Die Schallplatte konnte (bei höchster Qualität) ca. 2 x 22 Minuten auf den beiden Seiten unterbringen und natürlich nicht ohne Unterbrechung abspielen. Die CD sollte 60 Minuten am Stück können, und das war der Masstab.
Jetzt konnte man 60, 70 oder sogar 80 Minuten edlen Sound auf eine "primitive" Acrylscheibe brennen und sooft hören, wie man wollte, nahezu ohne Abnutzungserscheinungen. Doch primitiv war die CD wirklich nicht und die Abspielgeräte wie auch die Aufnahmegeräte (also die Wandler) mußten wirklich vom Feinsten sein, dann hatte man den ultimativen Klang.
Es war wirklich eine bahnbrechende Erfindung von Philips und dieses mal im Verbund mit Sony. Und die CD wurde ein Welterfolg.
Die CD - Das Bessere ist des Guten Feind.
So war es auch in der edlen Hifi-Technik. Anfänglich angefeindet wegen eines angeblich knallharten glasklaren Klanges, so rein wie Meister Propper, steril und unpersönlich und was noch alles der CD vorgeworfen wurde, doch nichts stimmte so richtig.
Was da an Sound oder Musik (oder an Daten) irgendwie drauf kam, kam auch so wieder runter. Wenn man mal die spinnerten Gedanken der unbelehrbaren Analog-Gurus weg läßt, war die CD eigentlich (nahezu) das Ideal des Hifi Gedankens. Erstmalig war es möglich, Musik weitgehend neutral in Daten zu wandeln und auch wieder (weitgehend neutral) zurück in Musik zu wandeln.
Daß wir uns an unsere immer und überall verfäbrten analogen Super-Hifi-Anlagen so schön gewöhnt hatten, darf nicht darüber hinweg täuschen, die CD vn 1983 konnte und kann es wirklich besser.
Es ist aber unbestritten, daß diese Qualität manchen Hifi-Freunden nicht gefällt, also "subjektiv" nicht gefällt. Und darum, wie auf der Eingangsseite bereits gesagt, Hifi ist subjektiv, auch bei Tonmeistern und Hifi-Jüngern, überall.
Dann kam auch noch die SACD, noch besser, noch teurer, aber wieder ein Flop. Sie ist "zu gut", die allermeisten hören das schon gar nicht mehr. Denn dazu brauchen Sie allerfeinstes Equipment. Und das kostet richtiges Geld.
Und "richtiges Geld" haben allermeist die beruflich ausgelaugten Gruftis über 50 und die hören es dann (fast) auch schon nicht mehr.









