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"Die Diamanten" - also die "Nadeln" - standen schon viel zu lange auf dem (Test-) Fahrplan

echt 1000fach - ein Zeiss

von Gert Redlich im Juni 2015 - Seit vielen Jahren habe ich im Labor zwei irrsinnig teure Präzisions-Mikroskope - beide von Zeiss. Es klingt ziemlich paradox, aber die sind einfach viel zu gut. Das eine ist ein OPMI 1 Stereo-Mikroskop vom Feinsten, aber leider habe ich keine Chance, dort eine moderne Kamera anzubringen.

Das andere ist ein Kavenzmann mit echter optischer 1.000-facher Vergrösserung - ein tolles Teil und mit über 60 Kilo nahezu unbeweglich. Dort ist sogar der dritte Tubus für die Fernseh-Kamera oder die Digitalkamera bereits integriert (siehe Bild rechts). Alles toll, doch die Qualität ist so gut, daß die Schärfentiefe im 1/1000 Millimeter- Bereich liegt. Ich könnte damit theoretisch eine Abtastnadel in 200 Scheiben zerlegen, ähnlich einer Kernspinn Aufnahme. Doch das geht nicht. Ich brauche die Nadel ja noch. Jedoch mit modernster Technik ist endlich Abhilfe im Anmarsch.
Es sind die neuen USB Mikroskope - so die Theorie.
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Und die gibt es bei verschiedenen Distributioren oder Händlern

Ist nur ein Spielzeug
wirklich absoluter Bastelkram
Die Kodak Z650 aus 2006

Den ersten Test habe ich mit Reichelt.de gemacht, weil ich sowieso Kondensatoren und Teile brauchte. Ein 5 "Megapixel" USB Mikro kostet zur Zeit ca. 59.- Euro und soll (angeblich) 200 fache Vergrößerung können und sogar 8 LEDs zur Auflicht Beleuchtung.

Das historische DUAL Mikroskop von 1970 hatte "nur" 120 fache Vergrößerung - angeblich. Die 1600x1200 Pixel wären dann eigentlich ausreichend. In der besten Auflösung kommen aber echte 14 MegaByte (.bmp) Dateien mit echten 2533 x 1050 Pixel raus. Damit müsste man doch leben können.

Zum Vergleich : Unsere (alte) Kodak 630 Kamera aus 2005 : Die (physikalische) Auflösung des dort eingebauten 1 / 2,5" CCD-Chips mit 6.100.000 Bildpunkten ergibt:
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12,1 Megapixel (Nikon Large = 4288 x 2848 Bildpunkte
 6,0 Megapixel (Standard) – 2.832 x 2.128 Bildpunkte
 5,3 Megapixel (3:2) –  2.832 x 1.888 Bildpunkte
 4,0 Megapixel –  2.304 x 1.728 Bildpunkte
 3,1 Megapixel – 2.048 x 1.536 Bildpunkte
 1,7 Megapixel – 1.496 x 1.122 Bildpunkte
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Doch das ist alles Murks . . .

Denn das alles hat eine Menge Macken. Diese 5 MegaPixel USB Kamera ist nämlich doch nur ein primitives Spielzeug. Das muß man wissen. Es klingt alles super, aber die Qualität und das Handling sind mühselig - Bastelkram.

Das mitgelieferte Stativ ist ein billiges Alibi Zubehör, also völlig unbrauchbar. Die ganze Klemmtechnik ist verchromter chinesischer Bastelkram. Das hatte ich auch nicht anders erwartet. Daß aber der Schärfering des Hauptteils so schwergängig ist, daß man bei dieser Vergrößerung so gut wie immer - egal in welcher Richtung - über den optimalen Schärfepunkt drüber dreht. Das ist großer Murks. Die Schärfe wird dazu mit dem Zoom-Ring gemeinsam eingestellt, auch das ist konzeptioneller Murks.
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ein USB Mikroskop Foto
genug Knete für 1 Euro

Dennoch - ein paar Versuche

Also man braucht mehrere verbrauchte "Probanden" und einen Topf mit Knete - kostet 1 Euro . Die verbrauchten Nadeln habe ich seit langem in diversen (Plattenspieler-) Geschenken vorgefunden.

Mein uraltes Nadelmikro von DUAL hatte ich vor 20 Jahren dem Klangstudio Pohl geschenkt, denn ich hatte damals kein Laufwerk mehr. Leider ist der Nadel-Halter verschwunden. Somit ist es erst mal wertlos. Also muß Knete herhalten, die simpelste einfache russische Methode.

Auf dem Bild rechts über dem Topf mit der Knete
mit der alten verbogenen Shure- Nadel (mit meiner Kodak Macro Kamera aufgenommen) sieht man auch ohne Mikroskop, daß da nichts mehr zu retten ist. Wichtig ist, die Knete kann man nur einmal verwenden, sie trocknet rasch aus.
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Das sind unsere aktuellen Test-Probanden

In einem Kästchen liegen sie schon viele Jahre und warten auf eine fachliche Überprüfung. Diese Aufnahmen stammen alle aus der Kodak Kamera.Hier mal ein Überblick.
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Shure M75 D
Pioneer
AKG
Shure M55

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Nadelträger mit Knete fixiert

Den Nadelträger mit Knete fixieren

Wie am Anfang vorgeschlagen, werden die Probanden jetzt mit Knete fixiert, doch das ganze System ist insgesamt zu wackelig.

Ein Mikroskop mit dieser Vergrößerung kann man nicht mehr mit der Hand führen und wenn auch noch das bastelige Billig-Stativ mikrig ist, wackelt es dann auch ununterbrochen - die ganze Schose ist also insgesamt unbrauchbar.

Das Kriterium ist die Schärfentiefe .....

Aus der normalen Fotografie ist bekannt, je heller die Beleuchtung oder die Lichtverhältnisse sind, desto kleiner die Blende und desto größer ist der Schärfenbereich des Objektives. Ich möchte die gesamte Nadelspitze des Diamanten scharf sehen - das ist der Wunsch. Das war auch ein Grund, mit einem Lowcost Mikroskop zu beginnen.

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Erste Ergebnisse = leider alle unbrauchbar

Ein erstes Testobjekt

Mit dieser lowcost Technik ist das so nicht zu machen. So sehen die Fotos dann auch aus. Radio Eriwan würde das so sagen : Im Prinzip funktioniert es leidlich.

Doch man kann aus den Bildern kein Qualitätsurteil über die Abnutzung der Diamant-Spitze herleiten. Das 1. Mikroskop-Bild unten zeigt den extrem dünnen und flexiblen PVC Faden, an dem das Antiskating Gewicht eines Lenco L75 (Bild rechts) hängt. Die Mikrometer-Schraube mißt einen Durchmesser von 0,15mm.
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ein 0,15mm PVC-Faden
Diamant von oben
abgebrochene Spitze
scheinbar in Ordnung


Im 2. Bild kan man so gut wie nichts erkennen. Im 3. Bild sieht man nur, die Nadelspitze ist platt. Alleine im 4. Bild ist eine Spitze deutlich zu erkennen, aber ob die seitlich ok ist, das sieht man nicht.
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Mit viel Mühe und Fingerspitzengefühl

sind dann doch ein paar Fotos gelungen, die vermutlich das maximal Machbare dieses USB Mikroskops aufzeigen. Dazu gehört minutenlanges auf und ab und Unterfüttern mit kleinen Blechen oder Heftchen oder Büchlein. Es ist eine wackelige Geschichte und testweise gerade noch akzeptabel. Aber es ist keine vernünftige und reproduzierbare Lösung.
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man sieht,
daß man
am Ende
doch nichts sieht

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Ein neues massives Mikroskop ist (- Nachtrag : ab-) bestellt !

Dieses Mikroskop ist leider völlig unbrauchbar. Man kann überhaupt nichts erkennen.

.... also mal sehen.
Das war natürlich ein Schnellschuss, denn ohne das notwendige Wissen nutzt auch ein neues Stereomikroskop mit 200 bis 400fach nichts. Inzwischen habe ich von der UNI in Wien eine Datei herunter geladen, die sich sehr genau über die physikalischen Grundlagen der Schärfentiefe bei 400 facher Vergrößerung ausläßt und ganz detailliert die extrem engen Grenzen aufzeigt. Es sind wenige Mikrometer an Schärfentiefe.

Bezüglich der Sonderangebote oder Schnäppchen : Glauben Sie den Aufdrucken nie, es ist schlicht gelogen. Bei 1024-facher Vergrößerung, also bereits ab 800fach, sehen Sie überhaupt nichts mehr. Das war ein wirklich unbedachter Flop, der so nicht hätte vorkommen dürfen.

Aus dieser Erkenntnis muß ich noch weitere wirkliche Makro- und Mikro-Experten befragen und auch profesionelle Fotografen interviewen, wie die das gemacht hatten. Denn im Prinzip müsste es gehen, wie Sie auf dieser Seite sehen können.

Hier stehen im Teil 2 unsere bislang zusammengefassten Ideen
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