Sie sind hier : Startseite →  Hifi Wissen und Technik→  (2) Die Quellen / Geräte→  Die Abtast-"Nadel"→  Das Dual Mikroskop (1)

Dual machte es möglich ? - ein Blick auf die "Nadel"-Spitze :

Eigentlich machte ja Neckermann alles möglich, doch hier hatten die bei Neckermann geschlafen. Denn Dual propagierte das Nadelmikroskop für den guten Fachhändler.

Hintergedanke war natürlich, daß mit Ersatzdiamanten (Nadeln) genauso problemlos Umsatz (und damit gigantischer Ertrag) zu machen wäre, wie bei der BRAUN AG mit den Scherblättern für die BRAUN Rasierer.

Heutzutage machen es die Druckerhersteller ja weltweit vor, wie man billigst Drucker auf den Markt wirft und dann in der Hoffnung schwelgt, die Kunden mögen jetzt nur noch fleißig drucken oder die Tinte verdrucken oder anderweitig mit der täglichen Druckkopf-Reinigung verplempern.

Das Wort Kundenbindung wurde erst viel später erfunden. Doch die Händlerbindung an den Marktführer (Dual) wurde so sehr gut erreicht. Es gab dies Mikroskop anfänglich nämlich nur von Dual (später auch von anderen Herstellern) und von nun an hieß es überall das Dual-Mikroskop.

.

Und es war schon sehr preiswert, das Mikroskop von Dual

Wenn ich mich recht erinnere, kostete es weniger als 185.- Mark - für den Dual Händler und das war nicht so viel. Nach der zweiten Abtastnadel (natürlich mit dem diamantenen Nadelträgereinschub) hatte es sich bereits "amortisiert".

Mit zwei 1,5V Monozellen unten im Sockel konnte man die "Nadel" (von oben !! = Auflicht Mikroskopie) gut beleuchten und man konnte "angeblich" !! wirklich sauber erkennen (????), wie weit der Abschliff die Spitze bereits "begradigt" hatte. (Anmerkung: Nach 1.500 Stunden waren die beiden äußeren Rillenflanken angeblich v-förmig platt rasiert.)

"Man" konnte das dem Kunden sogar zeigen
, damit er dann eine neue "Nadel" bestellten sollte. Und die "Nadel" für ein Shure V15/II oder V15/III oder IV war damals (und heute auch noch) eine recht teure Angelegenheit, bei der der Händler natürlich auch "ein wenig" verdiente.

Ein bißchen Schummel war auch dabei . . . . . .

Was aber nur selten zum Vorschein kam, weder der "Fach-" Verkäufer noch der Kunde hatten die Diamantspitze wirklich haarscharf gesehen und keiner wollte sich die peinliche Blöße geben, sie mit den eigenen Adler-Augen nicht randscharf erkannt zu haben. Der randscharfe "Durchblick" durch das billige Okular ist nun doch etwas sehr kritisch, vor allem mit einer Brille (die wir jungen Fans damals noch nicht brauchten - heute aber schon). Ich habe jetzt wieder eines und kann beweisen !!!, man sieht fast NICHTS.

.

Und so las sich der gedruckte DUAL Promotion Text :

"Das Nadelmikroskop"

Das Dual-Nadelmikroskop S 200 gewährleistet durch die 120-fache Vergrößerung und die neuartige sowie einfach zu bedienende Einspannvorrichtung eine exakte Beurteilung von Abtastnadeln aller Fabrikate. (Heute kann man das mit der damaligen intelligenten Einspannvorrichtung mit einem simplen Weichmaterial - ähnlich der Knete aus dem Kinderladen - auch bewerkstelligen.)
.

Bedienungshinweise

.

  1. Beleuchtung einschalten (4). (Die beiden 1,5 V Babyzellen sind nach Lösen der Schraube (6) und Öffnen der Bodenplatte zugänglich.)
  2. Federn des Adapters (2) niederdrücken und das Prüfobjekt einspannen. Der Adapter haftet durch seinen Magnet-Fuß auf dem Objektiv-Tisch. (Jedem Mikroskop sind zwei Adapter beigefügt.)
  3. Zentrierstift (1) nach unten führen, Objektiv-Tisch (3) mittels Drehring (5) in die richtige Höhe bringen und Adapter (2) so ausrichten, daß die Nadelspitze den Zentrierstift scheinbar (!) berührt.
  4. Zur Betrachtung den Zentrierstift hochziehen und Bildschärfe am Okular (7) einstellen. Durch Drehen des Objektiv-Tisches kann die Abtastspitze von allen Seiten betrachtet werden.

.

Wie die Bilder der Nadelspitzen "ideell" aussehen (könnten)

Spitze ist neu
leicht angeschliffen
abgeschliffen
ausgebrochen

Das sind verkaufsfördernde Promotion-Zeichnungen, die dem Kunden natürlich vorher gezielt gezeigt wurden. Und wenn der Verkäufer dann von erkennbarem Einschliff philisophierte, wagte doch kein ernsthafter Hifi-Fan zu widersprechen und sich zu outen, er sähe das nicht. Also wurde ein neuer Einschub bestellt oder sogar gleich mitgenommen.
.

Das war eigentlich alles, mehr gab es dazu auch nicht zu sagen.

Die obigen 4 Zeichnungen (es sind keine Fotos) sind natürlich etwas ideell dargestellt. In Natura war es schon etwas difizil, die eventuell abgebrochenen Ecken oder an- oder abgeschliffenen Rundungen an der Spitze des Diamanten oder Saphirs zu erkennen.

Wir haben seit 2008 bis 2015 so gut wie alle Hifi-Magazine (etwa 1800 Exemplare) aus dieser alten analogen Vinyl-Zeit sowie der neuen populären Retro-Vinyl Epoche erhalten und hier in der Museums-Redaktion verfügbar. Dort sind bei den Test und Beschreibungen mehrere tausend Diamantspitzen abgebildet.

Doch beginnen Sie mit dem Einblick in unser Projekt, die Rundungen der Nadelspitze deutlich besser zu sehen und zu fotografieren.

.

- Werbung Dezent -
Zurück zur Startseite © 2007/2019 - Deutsches Hifi-Museum Wiesbaden - Copyright by Dipl. Ing. Gert Redlich - DSGVO - Privatsphäre - Zum Telefon der Redaktion - Zum Flohmarkt
Bitte einfach nur lächeln: Diese Seiten sind garantiert RDE / IPW zertifiziert und für Leser von 5 bis 108 Jahren freigegeben - kostenlos natürlich.

Privatsphäre : Auf unseren Seiten werden keine Informationen an google, twitter, facebook oder andere US-Konzerne weitergegeben.