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Die Hifi-Qualität bei den Schallplatten

Schellackplatte vor dem Krieg
Deutsche Grammophon AG Berlin

Wenn wir hier über die super tolle Hifi-Edelqualität reden, dann meinen wir meist die letzten Generationen von 33er Langspielplatten vom Ende der 1970er Jahre - wenige Jahre vor der CD. Da haben sich die DGG, Decca, EMI, CBS und Teldec und viele Andere oft sehr bemüht. Doch das gilt nie generell. Wir haben von der DGG, der Deutschen Grammophon absolute schlimme Gurken hier auf dem Tisch.

Und bei der Abhandlung über die Qualität im Bereich Hifi-Wissen lesen Sie das Statement (die Aussage), daß die Qualität nie besser sein konnte als auf dem Masterband. Alles Andere ist ein träumerischer Schmarren von unbelehrbaren Hifi-Jüngern oder Analogfans.

Und es gab noch eine Zeit vor dem ersten guten Hifi Bandgerät
, dem AEG Magnetophon K4 von 1941. Abgesehen davon, daß die damit machbare (Tonband-) Qualität über Mittelwelle sowieso nicht rüber kam, bremsten die damaligen Schallplattengeräte und Verstärker das Hörbare auch noch mal.

Bei den Amerikanern war bis etwa 1947 die Schallplatte das Maß der Dinge
, sie wußten es nicht besser und das Land war (und ist) sehr groß und sehr patriotisch, damals wie heute. Etwa ab 1948 wurden mit der Ampex 200A (im Prinzip ein Nachbau der AEG K4 Maschine) auch in den USA die Musikstücke für die Platten zuerst auf Magnetband aufgenommen, überarbeitet und dann erst in Rillen geschnitten.

Als die Amerikaner 1944 die erste Militär- Radiostation auf europäischem Boden bauten,

die AFN Library umfaßte mal über 25.000 Scheiben

war damit selbstverständlich die Platte das Medium für Tonkonserven aller Art. Und es war natürlich alles noch Mono.

Die Amerikaner (mit "dem" AFN) sendeten über viele viele Jahre nur über Mittelwelle.
(AFN steht für "American Forces Network" - das Sendernetzwerk der amerikanischen Streitkräfte). Die Amerikaner bekamen nämlich die (ehemals deutschen Mittelwellen-) Frequenzen im Stockholmer Wellenvertrag vorrangig zugestanden. Denn sie hatten entscheidend zum Sieg über Hitler-Deutschland beigetragen - bezahlt haben sie den Sieg mit angeblich über 120.000 gefallenen Soldaten - und sie schulterten zu der Zeit auch einen großen Teil der Lasten der Siegermächte.

Damals war die Qualität der 78er und ab etwa 1955 der 33er Platten immer noch etwas besser als die damalige MW- Sende- und Empfangstechnik. Wir haben im Frankfurter Raum ganz viele Schallplatten mit klassischer Musik "aufgetan" und haben zwei exemplarische Muster überspielt. Obwohl der Autor gr mit edlem Gerät (Sony DTC-55ES und Beyer DT 931) angereist war, die Qualität war und ist (im Vergleich zu Heute) sehr bescheiden.
.

Es sind zwei Klang-Muster - die wir zur Verfügung stellen (wollen).

30cm Platte
40cm Platte

Die Rechte der Veröffentlichung nach so vielen Jahren muß dennoch eindeutig geklärt sein und das ist es noch nicht. Anfänge von Qualitätsbeispielen gibt es hier.

Zurück zu den AFN Platten: Die 30cm Platte stammt vermutlich aus 1948/50, die 40cm Scheibe vermutlich aus 1945/47. Beide Platten sind mono und werden mit 33 1/3 U/min abgespielt.

Abgespielt wurden beide Scheiben mit dem EMT Mono Tonkopf auf dem EMT 927. Die Platten wurden mit einem ganz speziellen leicht feuchten Schwamm gereinigt und dann trocken gefahren. Damit sind natürlich immer noch Knackser und Staubknistern zu hören.

Weiterhin ist anzumerken, daß dieser Plattenspieler auch schon ein Urgroßopa ist und anfänglich ein ganz vernehmliches Reibrad Rumpeln zu hören war, also außerhalb der Lautesprecher direkt am Laufwerk. Nach ca. 1 Std. Warmlaufen war das Rumpeln dann nahezu unhörbar, offensichtlich war das Reibrad jetzt temperiert und weich "geknetet" worden. Die Auflagekraft betrug ca. 2,5 Pond.

Die Scheibe 1 mit Tschaikowsky

Die 30er Scheibe enthält die

1.) Serenade Menlancholique (Tschaikowsky) (6.22)
Jascha Heifetz Violinist mit dem Los Angeles Philharmonic Orchester unter Alfred Waffenstein

und

2.) Vocalise (Rachmaninoff) 7.41
mit Leopold Stokowski und seinem Symphony Orchester

Diese beiden Aufnahmen sind sehr stark verzerrt. Mag sein, daß das bei der Aufnahme bereits so war oder daß die Platte oft gehobelt wurde. Andere 30er Platten klangen ebenso verzerrt.

aber die zweite Scheibe hats . . .

von der 40er Scheibe hören Sie die
Symphonie NO.6 in F Major, Op. 68 "Pastoral" - Teil 1 
(Ludwig Van Beethoven 1770-1827) gespielt von dem New Yorker Philharmonischen Orchster und dirigiert von Leonard Berstein

1.) Allegro ma non troppo - 11.05
2.) Andante molto mosso - 13.43

Diese beiden Stücke klingen fast schon nach Hifi. Jedenfalls für diese Zeit und die direkte Live-Aufnahme ohne Möglichkeit der Verschönerung bzw. des Schnitts ist das eine bewundernswerte Leistung.


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