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Es kommt eine Auflistung der ersten CD-Spieler in 1983

Die weltweiten UR-Modelle der ersten CD-Spieler - also aller bekannten Modelle bis Ende 1983 - sind hier aufgeführt. Ob die wirklich jemals in den Regalen/Geschäften gestanden hatten, ist sehr vage. Auch die genannten Preise haben fast nur in den Preis-Listen gestanden. Den einzigen in Mitte 1984 überhaupt verfügbaren erschwinglichen CD-Spieler SHARP DX3 hatte ich ganz normal im Laden für genau 998.- DM (anstelle 1698.-) gekauft.

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CD-Player von Revox: B 225 (eine Vorschau)

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Die "Graue Eminenz" von 1984

Gespannte Aufmerksamkeit in der HiFi-Branche herrscht immer dann, wenn sich die Perfektionisten von Studer-Revox, gewöhnlich nach langer Wartezeit, dazu bereitfinden, ein neues Gerät zu präsentieren. Das war mit dem Tangential-Plattenspieler B790 und dem Cassettendeck B710 so, und stets kam etwas Ungewöhnliches dabei heraus.

Grund genug, den Moment abzuwarten, da Revox den Schleier seines ersten CD-Players lüften würde. Im schweizerischen Regensdorf hatte STEREO Gelegenheit, ein Labormuster des B225 in Augenschein zu nehmen.

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Auf der Berliner Funkausstellung im Herbst 1983 . . .

Schon auf der Berliner Funkausstellung konnte ein kleines Häuflein von Revox-Fans einen Farbprospekt ergattern, der den Eintritt der eidgenössischen Nobelmarke ins Zeitalter der Laserabtastung ankündigte und hohe Erwartungen weckte.

Das Laufwerk stammt von Philips

Die Presse durfte damals sogar den Prototypen begutachten, doch was STEREO nun in Gestalt des brandneuen B225 vorfand, hat nicht mehr viele Gemeinsamkeiten mit dem Berliner „Urahn".

Nach Betätigung der „Load-Taste" fährt eine im Gegensatz zu manchem fernöstlichen Konkurrenzprodukt äußerst solide gefertigte Schublade aus, in die sich die CD bequem einlegen läßt. Der dabei sichtbare Laserarm ermuntert uns zu einer gezielten Frage, die unsere Gastgeber bestätigen: Nach gründlichen Versuchen hat man sich für das bestens bewährte Philips-Laufwerk inklusive der Abtasteinheit entschieden, es kam den strengen Vorstellungen von Schweizer Präzision am ehesten entgegen. Doch die zugehörige Elektronik ist natürlich von Revox selbst entwickelt.

Oversampling und Fernbedienung

Natürlich ergab sich der folgende Schritt fast zwangsläufig aus dem ersten: Die Übernahme des Philips-Oversampling mit Digitalfiltern und vierfacher Abtastfrequenz (Sampling Frequency).

Schon auf den ersten Blick ist der B225 unverwechselbar ein echter Revox, die Designintegrität mit den übrigen Komponenten des Herstellers ist voll gewährleistet. Da war es nur konsequent, alle wesentlichen Bedienungselemente des CD-Spielers auch durch eine Infrarot-Fernbedienung drahtlos erreichbar zu machen: Bei ausgeschalteter Power-Taste befindet sich das Gerät im Standby-Betrieb, ist aber dennoch für das Infrarotsignal empfänglich.

Doch damit nicht genug: Dieses intelligente Fernsteuerungssystem kann sowohl den CD- wie auch den Analogspieler ansteuern und die komplette Revox-Anlage auf Distanz bedienen!

Gleichsam die Symmetrieachse des B225 bildet, in Anlehnung an das Cassettendeck B710 (Mk II), das CD-Fach. Zu beiden Seiten befinden sich die Bedienorgane, gegliedert nach der Häufigkeit ihrer Benutzung in primäre (oben) und sekundäre (unten angebrachte) Elemente. So steht den großflächigen, relaisgesteuerten Tastenzur Laufwerkbedienung die Programmiertastatur gegenüber.
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Komfort und Sicherheit

Wie umsichtig man bei der Konzeption des Players zu Werke ging, zeigt sich an einem nicht unwichtigen Detail: Stößt die Schublade während des Ein- oder Ausfahrens auf Widerstand, ändert sie ihre Bewegungsrichtung. Auf diese Weise kann kein unvorsichtiger Finger eingezwickt werden. Um die vielfältigen Programmiermöglichkeiten und Bednienungsvarianten transparent zu machen, gibt eine Flüssigkristallanzeige (LCD) jederzeit Auskunft über die Funktionsabläufe des B 225. Eine sogenannte Subcode-Verarbeitung ermöglicht es auch, zusätzlich auf der CD gespeicherte Informationen wie Index oder Zeit zu nutzen. Außerdem ist die Mikrocomputersteuerung zuständig für die Entgegennahme von Befehlen über die Tastatur (im Fachjargon Keyboard-Matrix genannt) oder per Fernbedienung, für die Speicherung der eingelesenen Daten und die Sicherheitskontrolle der Schublade.

Verarbeitung genügt Profiansprüchen

Wer einen Blick ins Innenleben des Revox-Players wirft, erkennt schnell, daß Studer hier nicht nur auf langjährige Studiopraxis, sondern auf einen ebenso hohen Standard bei professioneilen und semiprofessionellen Heimgeräten aufbauen kann: Kabelverbindungen wurden auf das Nötigste reduziert, überall beeindruckt die modulare Bauweise, die im Falle des Falles problemlose Wartung verspricht. Dem entspricht die saubere, übersichtliche Gliederung in Steuerung für Laufwerk und Programmierung auf der linken Seite sowie für die Signalverarbeitung im rechten Teil. Die einzelnen Printkarten stecken in einem Basisprint.

Extrem kurze Zugriffszeit

Selbst, wer sich schon für einen „alten CD-Hasen" hält, wird kaum umhin können, die 20seitige Bedienungsanleitung des Revox-Spielers zu studieren, denn Bezeichnungen wie „Cursor", „Mark", „Loop" oder „Autostop" finden sich auf keiner Frontplatte der Konkurrenz. Zum Ausgleich für die Einarbeitung hat der B225 dem Eingeweihten aber allerhand zu bieten.

Die Schublade fährt entweder nach erneuter Betätigung der „Load"-Taste ein oder auf den „Play"-Befehl hin, der ohne weitere Verzögerung den Spielvorgang startet. Drückt man die Play/Next-Taste während des Abspielvorgangs, eilt der Laser zum Beginn des nächsten Titels, durch mehrmaliges Drücken kann man die einzelnen Stücke durchzählen und das gewünschte Stück gezielt anfahren. Wie viele Titel die Scheibe enthält, verrät die LCD-Anzeige, desgleichen Länge der CD, den Titel, vergangene Gesamtzeit seit Plattenbeginn und verstrichene Spielzeit des gerade laufenden Stücks.

Die Pause-Funktion ist mit dem „Lift"-Symbol des Analogspielers gekennzeichnet, was einleuchtet: Wie der Tonarm wird ja auch der Laser von der rotierenden Scheibe „abgehoben" und an exakt derselben Stelle wieder „aufgesetzt". Drückt man die Vor/Rücklauftasten nur kurz, springt der Laser fast silbengenau, bei längerem Gedrückthalten macht er größere Sprünge; natürlich kann man dabei mithören (Cueing). Mit „Autostop" veranlaßt man das Gerät, am Schluß eines Stücks auf „Pause" zu gehen; zugleich plaziert sich der Laser an den Beginn des nächsten Titels, der auf Drücken der Pause-Taste hin ohne jede Verzögerung beginnt. Die „Loop"-Taste bewirkt, daß das ganze Programm wie in einer Schleife wiederholt wird, während „Repeat" das endlose Abspielen der Platte in der ursprünglichen Reihenfolge bewirkt. Extrem kurz ist die Zugriffszeit zu jedem Titel, die Lesegeschwindigkeit beträgt 12.000 Spuren pro Sekunde.
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Der B225 schlägt Alarm

Zwei Funktionen hat der eingebaute Ein-Kilohertz-Pegeltongenerator: Er entspricht dem maximalen Pegel der CD und erlaubt es, die richtige Aussteuerung eines Bandgeräts für die Überspielung zu finden; außerdem kann man ihn vor Spielbeginn für einen bestimmten Zeitpunkt abspeichern, an dem er dann ertönt und auf die betreffende Stelle aufmerksam macht.

Programmierung mit Pfiff

Während man die Platte hört, kann man mit „Mark" je eine Start und Stopp-Marke setzen, zwischen denen dann ein Ausschnitt gespielt wird. Sowohl nach Titelnummern wie nach der Zeit kann programmiert werden, man schaltet um zwischen „Track" und „Time";die Zeiteingabe erfolgt in Minuten und Sekunden.

Besonders pfiffig ist die „Cursor"-Funktion: Schritt für Schritt lassen sich mit ihr Programmiervorgänge vornehmen oder während der laufenden Programmwiedergabe nachträglich ändern; jede einzelne Stelle in der Anzeige kann exakt angefahren und eingelesen oder geändert werden. Ein Druck auf „Store" speichert die Schritte ab, mit den „Programstep"-Tasten läßt sich während der programmierten Wiedergabe der Speicherinhalt überprüfen („durchblättern") und wenn gewünscht, abändern.

Über alle Vorgänge informiert das Display. Bis zu 30 Stücke kann es darstellen, das eingelesene Programm kann maximal 19 Schritte umfassen. Bei Abschalten des Geräts bleibt der Speicherinhalt erhalten, nur längerer Stromausfall löscht ihn. Übrigens läßt sich der B225 auch direkt über die Zahlentasten 1 bis 9 einschalten und starten. Allerdings stört hier ein wenig, daß nach dem Drücken einer Zahlentaste dies
nicht sofort im Display rückgemeldet wird.

Die an den Kopfhöreranschluß gelieferte Lautstärke kann mit den beiden Volume-Tasten geregelt werden, es steht ein mehr als ausreichender Pegel zur Verfügung; auch auf den mit „Variable" gekennzeichneten der beiden Cinch-Ausgänge wirken die Pegelsteller.

Die Messungen

Die bei CD-Playern sehr wichtige Störfestigkeit konnte uns Urs Zogg, Leiter der Revox-Produktentwicklung im schweizerischen Regensdorf eindrucksvoll demonstrieren: eine speziell präparierte CD mit einem Höhenschlag und einer Exzentrizität im Millimeterbereich schaffte der Revox-Player gerade noch, wo andere längst versagen.

Sehr gut auch das Verhalten auf Störungen der Informationsspur (Preßfehler) oder Verschmutzung der Oberfläche. Die hierfür eigens hergestellten und auch in unserem Testlabor verwendeten Testplatten spielte der B225 ohne die geringste hörbare Beeinträchtigung ab.

„Absolute Spitzenklasse" würde hierfür das Urteil bei unseren Vergleichstests lauten.

Somit können wir dem Revox-Player B225 ungewöhnlich hohen Bedienungskomfort, erstklassige Verarbeitung und einwandfreie Funktion bescheinigen. Da dies alles außerdem nicht teuer erkauft zu werden braucht - der B 225 soll weniger als 2.000.- Mark kosten - darf man auf die für Mai 1984 vorgesehene Markteinführung hochgespannt sein.

M. Trömner im Frühjahr 1984

TECHNISCHE DATEN (wir sind im Jahr 1984)

- Phasenlinearität durch digitale Filterung (oversampling)  
- Frequenzgang: 20Hz...20kHz: +0/-0,6dB
- Klirrfaktor: < 0,005% (20Hz...20kHz)
- Fremdspannungsabstand: > 96dB (20Hz...20kHz)
- Geräuschspannungsabstand: >100dB (20Hz...20kHz)
- Übersprechen: > 92dB (20Hz...20kHz)
- Pegel fix: 2 VRMS
- Pegel variabel: 0...2VRMS
- Suchlauf: > 4s oder über 12.000 Spuren pro Sekunde
- Stromverbrauch: <40Watt
- Masse: H:109/ B:450/ T:332 mm
- Werbung Dezent -
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