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Sie nannten ihn "Air Motion Transformer"

Das klingt natürlich super toll und und vor allem "exklusiv". So "etwas" - also ein Teil mit solchem Namen - das hatte bislang keiner. Leider ist das alles Marketing- Humbug, denn im Grunde ist jedes Lautsprecher- Chassis ein Umsetzer - also ein Transformator - nämlich von elektrischer Energie (aus der Endstufe des Leistungs- verstärkers) in bewegte Luft = "Air Motion". Das ist alles.

Doch die Amerikaner haben es mit den lockeren Sprüchen und Titeln und Bezeichnungen. Wer da nicht "Senior Consultant" auf der Visitenkarte stehen hat, wird gerade mal zum Kaffee eingeladen. Und wer in Amerika nicht "President" ist, kann schwerlich Geschäfte ankurbeln. So hatte ich mir für meine USA Besuche ab 1985 eigene Visitenkarten drucken lassen, natürlich mit "President" drauf. Und so muß auch jedes Produkt, und sei es noch so gewöhnlich oder ungewöhnlich, einen klingenden Namen haben. Also schaun wir mal ....

Der "Air Motion Transformer" ist natürlich ungewöhnlich .....

ein Grundig Elektrostat von 1954
die Folie des Elektrostaten
Die 3 Panels der QUAD ESL57

Wie der Physiker Dr. Heil richtig feststellte, düfte der Antrieb für die Bewegung von (Schall-) Wellen keine Masse besitzen, er sollte damit physikalisch trägheitslos sein. Das geht aber prinzipiell nicht. Also sollte er zumindest die geringst mögliche Masse besitzen. Trotzdem muß er irgendwie genügend Kraft aufbringen, um die träge Luft in Schwingungen zu versetzen. Und da mitten drin muß ein Kompromiß gefunden werden.

Eine dünne Folie hätte die geringste Masse und das hatten der Quad Chef Peter Walker und sogar die Grundig Ingenieure auch schon viel früher erkannt. Doch die QUAD Lautsprecher sind gar arg gerichtet und haben dazu auch nicht viel Kraft. Denn die dünne metallisierte Folie ist ja ringsherum eingespannt und nicht unendlich dehnbar. Auch die Aufteilung in mehrere unterschiedlich große Folien- Lautsprecher wie bei der legendären Infinity Servstatic 1 und den Janszen Hochtönern ist nicht die Lösung, denn die können auch keine großen Lautstärken (Pegel) erzeugen.

Das Horn zum Beispiel von Altec Lansing oder vom Paul Klipsch wäre die Lösung, doch dort hat die Membrane - und sei es auch nur eine kleine Kalotte - viel zu viel Masse. Die (Denk-) Richtung zum Horn-Prinzip war schon gut. Das Horn zeigt ja, wie man mit einem kleinen "Treiber" gewaltige Lautstärken erzeugen kann.

Und es gab ja noch mehr gute Ideen, die zwar alle irgendwo eine (andere) Macke hatten, doch das trieb den Erfindergeist an.
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Beeindruckend sind die JBL PA- Bühnen-Hörner

Am Anfang ist Staunen angesagt, wie an dem eigentlichen Horn hinten solch ein riesiger Magnet angeflanscht ist und der Hals des Horns nur wenige Zentimeter dick ist. Also Kraft heißt immer - ein dicker Magnet. Doch wie nutze ich diese magnetische Kraft zum Bewegen von Luft. Die Schwingspulen haben ja die Einschränkung, daß ich nicht beliebig viel magnetische Kraft in den runden Magnetspalt konzentrieren kann und daß mir dann auch noch die Schwingspule abraucht, weil sie die (Verlust-) Wärme nicht mehr abführen kann. Es müsste also anders gehen.

Und Dr. Heil hat sich etwas ausgedacht.

Man könnte eine Zieharmonika bewegen

Oder nehmen wir den Balgen aus der Fotografie bzw. der Kamera-Technik oder beim Akkordion. Ziehe ich den Balgen auseinander, bewege (sauge) ich Luft zwischen die Falten und drücke ich den Balgen wieder zusammen, presse ich die Luft wieder raus. Und das alles geht ziemlich gleichmässig über eine große Fläche.

Damit hätten wir den idealen Wandler (oder Transformer oder Lautsprecher). Wie konstruiere ich die notwendige Mechanik ? Beim Balgen wird der Knick jeder einzelnen Falte relativ stark beansprucht, bei mehreren Tausend Bewegungen pro Sekunde geht da nicht lange gut, das Materal würde brechen.

Oskar Heil hat sich eine mäanderförmige Wellenstruktur seiner beweglichen Folie einfallen lassen, die auch solch fast schon hochfrequente Bewegungen mechanisch aushält.



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