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Reise nach USA vom 19.5. bis 6.6.1962

Juni 1962 - einen Bericht bitte

Wie ich auf den anderen Seiten bei der Hifi- Historie öfter ausgeführt hatte, war das Wissen um Hifi und auch um Stereo im Deutschland der Jahre 1960 bis 1962 sehr dürftig. Bei Grundig gab es zwar Hifi-Verstärker und sogar Hifi-Boxen, doch heute dürfen wir darüber lächeln. Damals war das bereits herausragend gut und super modern. Doch alles das reichte den beiden Brüdern Braun und den Managern bei der BRAUN AG nicht, sie wollten es besser machen und vor allem, sie wollten in der Spitzengruppe der weltweiten (damaligen) Hersteller "mitschwimmen". Und deshalb durften Wolfgang Hasselbach (hba) und (wt) eine zweite Reise nach USA unternehmen, die ja immerhin deutlich mehr als Zehntausend DM gekostet hatte. Der Bereichsleiter (oder Vorstand) forderte natürlich einen Bericht von "hba", was denn aus dieser Reise für die Firma BRAUN an Wissenswertem herausgekommen sei.

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Bericht über die Reise nach USA vom 19.5. bis 6.6.1962

(Unter besonderer Berücksichtigung technischer Gesichtspunkte)

von Wolfgang Hasselbach


Inhalt:

Seite 1 1. Allgemeines
Seite 1 und 2 2. Zweck, Reiseroute, Termin
Seite 5 5. Liste der besuchten Firmen
     
Einzelheiten :    
Seite 4   Ausstellung in Chicago
Seite 5-15   Besuche bei den Hi-Fi-Herstellern
Seite 16 - 17   Besuche bei den Hi-Fi-Händlern und Demonstrationsräume

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1. Veranlassung zur Reise von Wt und Hba

1.1 Schon länger wurde die Möglichkeit gesucht, sich sowohl in kaufmännischer als auch technischer Hinsicht auf dem Hi-Fi-Markt in den USA zu orientieren. Die Braun AG hatte sich entschlossen, sich eingehender mit dem Gebiet der High-Fidelity- Technik zu beschäftigen. Weiterhin wurde bei der Gründung des "dhfi" (Deutsches High-Fidelity-Institut) mitgearbeitet. Diese Tatsache ergab die Möglichkeit des Besuches von Herstellern von Hi-Fi-Geräten.
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1.2 Die Fa. Shure Brothers (Hersteller von Tonabnehmer-Systmen, Mikrofonen und Magnettonköpfen) interessiert sich für den Vertrieb unseres Hi-Fi-Plattenspielers PCS 5 in den USA zur Vervollständigung des (ihres) Programms. Um die Reaktion der Händler zu prüfen, sollte der PCS 5 auf der "Electronic Parts Distributors Show & Conference" in Chicago auf dem Stand der Fa. Shure ausgestellt werden.
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2. Es wurde von EL-L beschlossen, daß Hba (zusammen mit Wt) eine Reise mit folgendem Zweck ausführt :

2.1 für das "dhfi"
Aufnahme von Kontakten um Erfahrungsaustausch mit amerikanischen Hi-Fi-Firmen und mit dem IHFM (Institut of High Fidelity Manufactures) über

2.11 Vertriebliche und werbliche Probleme (Wt)
2.12 Technische Probleme:
Festlegung von Meßmethoden zur Charakterisierung von Hi-Fi-Geräten; u.U, Festlegung eines Qualitätsstandards"
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2.2 für die BRAUN AG
2.21 Besuch der "Electronic Parts Distributors Show & Conference" in Chicago und Orientierung über den Stand der Technik
2.22 Besuch von Hi-Fi-Geräte- Herstellern und Besichtigung der Fabrikation und Erfahrungsaustausch zur gegenseitigen Orientierung über den Aufbau, Einrichtungen, Herstellungsmethoden u.a. und über den Stand der Technik
2.23 Orientierung über gemeinsame vertriebliche Probleme, u.a. Absatzmöglichkeiten von Braun-Geräten in den USA (Wt)
2.24 Aufnahme von engem Kontakt mit der Fa. Shure zur Klärung der technischen und kaufmännischen Probleme für den Vertrieb des PCS 5 durch die Fa. Shure in den USA.
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2.3 Die Reiseroute wurde aufgrund eines Vorschlages von Herrn Kaercher (europäischer Repräsentant der Fa. Shure und ungefähr mit der Hi-Fi-Geräte-Industrie in den USA vertraut) festgelegt. Aus verkehrstechnischen und Kostengründen konnten wir nur den Osten der USA berücksichtigen. Es wurden mehrtägige Aufenthalte bei der Ausstellung und an Plätzen mit mehreren Geräte-Herstellern vorgesehen, die für einen repräsentativen Querschnitt geeignet waren.

Geplant war die Route: Ffm.- Chicago-Boston-New York- FFm,

die ohne Mehrkosten für Fahrt (Flug) aufgrund des telegraphischen Auftrages, auch die Fa. Clairtone zu besuchen -

umgebucht wurde in : Ffm.- Chicago-Toronto-Boston-New York-Ffm.

2.4 Der Reisetermin wurde so gelegt, daß die verschiedenen Firmen nach der Ausstellung in Chicago besucht wurden, damit man einerseits u. U. sich dort verabreden konnte und andererseits nicht die Vorbereitung für die Ausstellung stören würde. (Abflug Ffm. Sa. 19.5.62)
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3. Liste der besuchten Firmen

jeweils mit Anschrift, Personenzahl der Belegschaft, Fabrikationsprogramm usw.
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Chicago

Hilton Hotel Chicago 1962
  • (1) Ausstellung in Chicago "Electronic Parts Distributors Show & Conference"

  • (2) Fa. Shure, Evanston (Vorort von Chicago) ca. 650; Tonabnehmersysteme, Tonarme, Mikrofone, Magnettonköpfe, Vorverstärker

  • (3) Fa. Sherwood, Chicagoca. 150; HF-Spulen, Verstärker, Tuner, Receiver, LautSprecherkombinationen

  • (4) Fa. Jensen, Chicagoca. 350; Lautsprecherchassis, LautSprecherkombinationen

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Toronto

  • (5) Fa. Clairtone, Toronto - Musikschränke, Braun-Rundfunk-Geräte, Hi-Fi-Anlagen

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Boston

  • (6) Fa. Scott, Maynard (ca. 35 km von Boston) - 250 ... 300; Verstärker, Tuner, Receiver, (Plattenspieler) Lautsprecherkombinationen, Meßgeräte.
  • (7) Fa. Acoustic Research, Cambridge (Am Charles River gegenüber von Boston) ca. 100; Lautsprecherchassis für Eigeneinbau, Lautsprecherkombinationen, Plattenspieler).
  • (8) Hi-Fi-Händler Audio Lab, Cambridge
  • (9) Hi-Fi-Vorführraum der Fa. AR, Cambridge

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New York

  • (10) Fa. Fisher, Long Island City (Vorort von New York) ca. 500; Musikschränke, Verstärker, Tuner Receiver, LautSprecherkombinationen, Meßgeräte)
  • (11) Werksvertretung der Fa. Clairtone in New York
  • (12) Hi-Fi-Vorführraum der Fa. AR in New York
  • (13) Fa. Electro-Sonic Laboratories, New York - ca 15... 25; magn. Ansagegeräte, Tonabnehmersysteme, Tonarme, Plattenspieler
  • (14) Fa. Marantz, Long Island City ca. 50; Verstärker, Tuner
  • (15) Fa. Fairchild, Long Island City - ca. 50; Schallplatten Aufn. und Wiederg.-Geräte für Studios, Tonarme, Plattenspieler
  • (16) Institut of High Fidelity Manufacturers New York
  • (17) Hi-Fi-Händler Schirmer New York
  • (18) Hi-Fi-Händler Harvey New York
  • (19) Hi-Fi-Händler Airex New York Cortland Street

u.a.
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Zu (1) Ausstellung in Chicago im Hilton Hotel
"Electronic Parts Distributors Show & Conference".

Hilton Hotel Chicago 1962

Ausgestellt wurden: Elektronische Bauteile und Hi-Fi-Bausteine

Diese zunächst etwas eigenartige erscheinende Zusammenstellung kommt wahrscheinlich daher, daß in USA ursprünglich das Charakteristische der Hi-Fi-Anlagen war, daß sie aus einzelnen Bausteinen (verschiedener Hersteller) bestanden, die dann wie Bauteile (bei uns nannten wir das Komponenten) im Handel erhältlich waren und zu Anlagen zusammengestellt werden mußten.

Besucher: Hauptsächlich Händler

Räume: In 2 Sälen im Untergeschoß waren kleine Stände aufgebaut, auf denen nur ausgestellt wurde und keine Demonstrationen stattfinden durften. - Im 5. und 6. Obergeschoß des Hotels waren die Zimmer ausgeräumt und für Demonstrationen hergerichtet. In verschiedenen Stockwerken gab es einzelne Räume als die sogenannten "Hospitality suites" für Besprechungen von größeren Firmen. Die meisten Firmen hatten entweder einen Stand oder einen Demonstrationsraum.
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Zusammenfassung :

Das Ergebnis des Ausstellungsbesuches wird gesondert behandelt, jedoch kann man zusammenfassend feststellen.:

Die den Handel interessierenden elektronischen Bauteile betreffen hauptsächlich die Unterhaltungs-Elektronik. Hierbei gibt es keinen bemerkenswerten Unterschied zu deutschen Erzeugnissen.
Dagegen gibt es in den USA den Industriezweig der Hi-Fi-Geräte Hersteller, der in Deutschland erst im Entstehen ist und ein entsprechend reichhaltiges Programm einschließlich Zubehör führt.

Die besuchten Firmen werden nach folgendem Schema charakterisiert. :

a) Firmenname und Anschrift  
b) Anzahl der Belegschaft  
c) Namen und Stellung der besuchten Personen.  
d) Lage und Gebäude  
  Einrichtung: a) kaufm. Abteilung
    f) Entwicklungs-Abteilung
    g) Fabrikation
h) Produkte  
i) Sonstiges  

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Zu (2) - Die Firma Shure Brothers

a) Shure Brothers, Inc. 222 Hartrey Avenue Evanston, Illinois
b) ca. 650
c) Mr. S.N. Shure, President
Mr. V. Machin, Vice President Marketing
Mr. H.I. Blumenthal, Exp. Manager
Mr. R.E. Ward, Distr. Sales Manger
Mr. L. Gunter Chief Eng. Development.
d) Moderne große doppelstöckige Gebäude in einer Industriegegend um Norden Chicagos (Evanston)
e) Großraumbüro, umgeben von den Einzelzimmern der höchsten Angestellten.
f) Entwicklungsabteilung in Laborräumen mittlerer Größe, sehr gut mit Meßgeräten ausgerüstet, zusammen mit der Fabrikation 4 schalltote Räume und 1 sehr kleiner Hallraum.
g) Fabrikation großzügig angelegt, sehr sauber, fast alle Montagebänder arbeiten bei Kunstlicht, kleinere Spritz- und Läppmaschinen stehen innerhalb der Bänder, dezentralisiertes Lager.

Die Produkte:

h) Mikrofone (größter Umsatzträger) Tonarme, Tonabnehmersysteme, Magnettonköpfe, Vorverstärker dazu, in Qualitätsausführung. Es werden dynamische, magnetische, Bändchen- und auch einige piezoelektrische Mikrofone hergestellt. Der neueste Typ ist ein "Noise cancelling microphone".
i) Es wurde eingehend über die Messungen an Tonabnehmersystemen und Tonarmen mit Mr. Gunter gesprochen. Im IHFM wurden noch keine Meßmethoden festgelegt.

Allgemein richtet man sich nach den NARTB-Standards. Mr. Gunter will uns entsprechende Druckschriften schicken und bittet uns um Zusendung von Kopien der entsprechenden DIN-Blätter über Schallplatten und Abspielgeräte.
Die Verhandlungen über die Prüfung und den evtl. geplanten Vertrieb des PCS 5 durch die Fa. Shure werden in einer gesonderten Notiz behandelt.

Zu (3) Die Firma "Sherwood Electronic Laboratories"

a) Sherwood Electronic Laboratories, Inc. 4300 Noth Calif. Avenue Chicago 18, Illinois
b) ca. 150
c) Mr. Planck Finanzier, ehem. Deutscher, ca. 1930 ausgewandert, Mr. E.S. Miller General Manager, Mr. J. Blare Exp. Manager
d) Älteres doppelstöckiges Gebäude im Nordwesten Chicagos in vorstadtähnlicher Gegend.
e) Kaufm. Abteilungen in mehreren kleineren Räumen,
f) Entwicklungsabteilung in Laborräumen mittlerer Größe, mit ausreichend vielen z.T. älteren Meßgeräten ausgerüstet, ca. 8..10 Meßplätze im Labor für Verstärker und Tuner.
g) Fabrikation relativ eng und dunkel, fast nur Kunstlicht an den Arbeitsplätzen. Im oberen Stockwerk nur Spulenwickelei (hauptsächlich als Zulieferant), im Erdgeschoß mehrere Verstärker, Tuner- und Receiverbänder, die Lautsprecherfertigung befindet sich offenbar noch im Anfangsstadium.

Die Produkte:

h) Die Fa. Sherwood wurde als Hersteller für HF-Spulen gegründet. Schätzungsweise die Hälfte der produktiven Arbeitskräfte sind auch heute noch in der Spulenwickelei und mit der Herstellung ähnlicher Spezialteile beschäftigt.
Es kamen dann Verstärker, Tuner und Hi-Fi Receiver hinzu. Neuerdings stellt die Fa. Sherwood auch Lautsprecherkombinationen und Ausrüstung für Stereo-Sender her.

Alle Verstärker, Tuner usw. werden auf verkupferten Stahlblechchassis aufgebaut. Die Geräte sind handverdrahtet, lediglich sogenannte "Printet circuits" (eingegossene Kombinationen von Widerständen und Kondensatoren mit freien Drahtenden) werden an den Röhrenfassungen oder Schaltern angelötet. Die Verdrahtung ist sonst zwar sauber aber doch ziemlich wild durchgeführt. Neuerdings werden "Dark Heater"-Röhren 7868 von RCA eingebaut, die in der Eingangsprüfung paarweise sortiert werden.

Die Lautsprecherkombination "Ravina" ist ein "ducted port"- Lautsprecher ca. 26 1/4" x 15" x 13 1/4". Der Woofer hat Geweberand, der Rand des Mitteltonlautsprecher hat einen Stoffrand und einen offenbar der besseren Dispersion der Höhen dienenden am Kern festgeschraubten birnenförmigen Verteilungskörper.

i) Außer den Produkten fallen auch die technisch interessant gestalteten Prospekte und Bedienungsanleitungen mit Schaltbild und vielen Meßkurven auf. Im Lautsprecherprospekt werden IM-Kurven angegeben.: Das dhfi betreffend waren Mr. Miller und Mr. Blare sehr interessiert.

Zu (4) Die Firma Jensen Manufacturing

a) Jensen Manufacturing Company
6601 South Laramie Avenue, Chicago 38 Illinois (m.W. die größte Lautsprecher-Spezialfabrik der USA)
b) m.W. ca. 350
c) Mr. van Deveer, Export Manager, - Mr. Williams, Chief Engineer (Develop. ?) Mr. Kuhlmann, offenbar Betr.-Leiter
d) ältere Gebäude im Westend-Industriegelände Chicagos in der Nähe des Midland-Airports.
e) Kaufm. Abteilungen in mittel...großem Raum
f) Entwicklungsabteilung in mittel....großen Laborräumen; schalltoter Raum, Hallraum und Demonstrationsraum mit Wohnraumnachhallzeit.
g) Fabrikation in einer sehr sehr großen (auch hohen) Halle, einschließlich Vorfertigung, Nebenräume seitlich herum gruppiert. In der unter Führung von
Mr. Kuhlmann besichtigten Fabrik in Chicago werden nur Speziallautsprecher hergestellt. Eine weitere Fabrik außerhalb Chicagos stellt die Massenprodukte her. In dieser großen Halle stehen schwerste Pressen zum Stanzen der Polplatten. In einer speziellen Abteilung werden die Schwingspulen gewickelt und dann an Bändern die Lautsprecher montiert geprüft und verpackt.

Die Produkte:

h) Es werden dynamische Lautsprecher, Lautsprecherkombinationen und Kits für Lautsprecherkombinationen in eigenen Gehäusen hergestellt. Es gibt eine ganze Reihe von verschieden großen Flachlautsprecherkombinationen, die als Baßlautsprecher einen ca. 10" Lautsprecher mit flacher Polytec-Membran, Gußkorb und extrem flachem keramischem Ringmagnet haben. Die üblichen Baßlautsprecher (bis zu 15") haben Papiermembranen und z.T. sehr lange Schwingspulen und starke Magnete. Bei den Dome-type-Tweeter bestehen Membran und Rand aus einem Stück (mit Harz getränktes und gebackenes Gewebe).

Zu (6) Die Firma H.H. Scott Inc

a) H. H. Scott Inc. 111 Powdermill Road, Maynard, Mass.
b) ca. 250 ... 300
c) Mr. H.H. Scott President (angeblich Erfinder des RC-Generators) Mr. D. v. Recklinghausen, Chief Eng. Development (1947 aus Deutschland ausgewandert) Mr. P. Sachbearbeiter für Lautsprecher (gebürtiger Russe, war an Universität in München)
d) früher in Boston; seit ca. 3 Jahren in einem eingeschoßigen Neubau ca. 40 km westlich von Boston, für elektronische Geräte; landschaftlich sehr schöner Ort Maynard am Waldrand, die Lautsprecherfabrik befindet sich an einer anderen Stelle in Maynard.
e) Kaufm. Abteilung in Bürosaal mit ca. 1,60m hohen mit Dämmplatten beschlagenen Abteilwänden; IBM-Buchhaltung, 3 Einzelbüros für höchste Angestellte.
f) Entwicklungsabteilung in Großraumlabor mit ca. 12 Arbeitsplätzen; akustischen Vorführraum; dazu Konstrukteurplätze.
g) Fabrikation zusammen mit dem Lager in einer großen Halle. Die Vorfertigung befindet sich in einer Nebenhalle; hier stehen Spezialpressen für die Chassisherstellung (Lochung) bei geringen Stückzahlen. Die Pressen haben sehr weite Ausladung und lochen in einzelnen Arbeitsgängen für jede Ausschnittgruppe.

Die Produkte :

h) Verstärker, Tuner, Hi-Fi Receiver, (Plattenspieler) Lautsprecher, Meßgeräte, (Decca-Tonarm und Tonabnehmer-System). Ein Tonbandgerät scheint in Entwicklung zu sein. Die Verstärker und Tuner werden teilweise relativ handlich verpackt auch als Kit geliefert. Die fabrikatorisch hergestellten Geräte haben golden eloxierte Frontplatten, während die Kits schwarze Frontplatten haben. Alle Chassis bestehen aus Aluminium und sind teilweise sogar mit Kupferfolie beklebt. Ein Teil der Verstärker hat den sogenannten "Dynaural dynamic noise suppressor". Dies ist eine Rumpel bzw. Rauschunterdrückung, die nur dann wirkt, wenn in dem entsprechenden Bereich gerade kein Signal vorhanden ist. Als Stereo-Verstärker- Aussteuerungsanzeiger wird die Röhre "Mullard DH 3-91" verwendet. Nach Mr. D. v. Recklinghausen: "Lautsprechermeßwerte anzugeben ist nicht sinnvoll, weil der Raum zu großen Einfluß hat."

Mr. v. Recklinghausen führte Labormuster einer Kleinst-Lautsprecher- Kombination vor, (ca.350x250x150) die an ausreichend starken Verstärkern betrieben einen guten Eindruck machten. Der "Unterflur"-Plattenspieler (mit mehrfacher Rumpelisolation) wird aus Preisgründen nicht mehr gebaut. Nach Mr. v. R. soll er einen unbewerteten Störabstand von über 60dB haben. In Verbindung mit der Fa. Decca wurde der London-Scott-Tonarm, ein integrierter Tonarm mit einer dynamischen Masse des Nadelträgers des TA-Systems von ca. 1 mg, so daß die Resonanz mit der Plattenmaterialnachgiebigkeit bei ca. 30..40 kHz liegt, entwickelt.

Außer den High-Fidelity-Geräten stellt die Firma Scott eine ganze Reihe elektroakustischer Meßgeräte her. (Schallpegelmesser und Analysator, Rauschgeneratoren, Multiplexprüfsender, Rundfunksenderkontrollempfänger und Verstärker, von denen der Silicon Solid State High Power Ampifier mit 300 W, 20..20.000 Hz, 1,5% Klirrfaktor bei 30...8.000 Hz, Ausg. Trans. 2 x 2N 1812 mit eingebautem Lüfter bemerkenswert ist.

i) bezüglich dhfi :
Von Mr.v. Recklinghausen wurde bestätigt, daß man für Messungen an Plattenspielern in USA hauptsächlich die NARTB-Methoden verwendet. Über die IHFM-Publikation für Verstärker hinaus wies er auf die Charakterisierung durch "Power bandwidth" hin. (Nennleistung = f (Frequenz); Parameter; Nennklirrfaktor; Power bandwidth wird durch den Abfall um 3dB bestimmt).

Die Fa. Scott wünscht Unterlagen über Motore für Tonbandgeräte.

Zu (8) Die Firma Acoustic Research, Inc.

a) Acoustic Research, Inc. 24 Thorndike Street Cambridge 41 Mass.
b) ca. 100
c) Mr. E.M. Villchur, President, Mr. Hofmann Verkauf, Mr. Rotstein Sales Manager, Mr. Mayer Einkaufsleiter, (1930 aus Deutschland emmigriert)
d) Im Industrie und Hafengelände von Cambridge (liegt am anderen Ufer des Charles River, gegenüber von Boston; enge Verkehrsverbindungen) in einem alten 4-stöckigen Holzgebäude und in einem auf der anderen Straßenseite liegenden teilweise benutzten Steinhaus.
e) Kaufmännische Abteilungen in mehreren kleineren Räumen. Konferrenzraum, auch für gemeinsamen Lunch der ca. 8 höchsten Angestellten zusammen mit Mr. Villchur.
f) Entwicklungsabteilung in ca. 2 mittelgroßen Räumen. Infolge des bisher sehr spezialisierten Programms (nur Lautsprecher - 5 verschiedene Typen - und Lautsprecherkombinationen - 4 verschiedene Typen-) nur geringer Aufwand erforderlich.
g) Fabrikation in mehreren mittleren Sälen in den verschiedenen Stockwerken des Holzgebäudes. Mit vielen Prüfeinrichtungen in den verschiedenen Fabrikationsstufen ausgerüstet, (u.a. schalltoter Raum).

Die Produkte :

h) ca. 4 Typen Lautsprecherkombinationen mit ca. 5 verschiedenen Lautsprecherchassis, in den 7 Jahren des Bestehends der Firma wurden ca. 130.000 (davon in den ersten 2 Jahren nur wenige) Lautsprecherkombinationen verkauft. Die Entwicklung eines relativ preiswerten Plattenspielers war abgeschlossen und man ging gerade in die Produktion. Für die Zukunft plant man die Herstellung eines Hi-Fi-Transistorverstärkers 2 x 20 Watt, dessen Musteraufbau wir schon sahen.

Bei der Firma AR fiel besonderst auf, daß alle Einzelteile vor dem Zusammenbau geprüft werden, z.B. wird jeder Lautsprecher provisorisch in ein Gehäuse eingebaut und im schalltoten Raum mit einem NP-Wobbel-Oszillographen geprüft. Es werden Klebstoffe und Kitte in größten Mengen verwendet. AR gibt eine 5-jährige Garantie für Material und Arbeit.

i) Die Firma AR stellt kompromißlose High-Fidelity-Geräte her. Laut Mr. Villchur muß man u.U. die Verbraucher zur richtigen High-Fidelity erst erziehen. Zu diesem Zweck und zur Werbung hat die Firma AR Demonstrationsräume in Cambridge und an der Central Station in New York.

Die Firma AR führte auch einen Test durch, auf den sie besonders stolz ist. :
In einem kleineren Theater wurde ein Quartet auf der Bühne auf Magnetband aufgenommen. Vor Zuschauern spielte das gleiche Quartet die gleichen Musikstücke auf der gleichen Bühne, auf der auch AR-Lautsprecher in stereophonischer Anordnung aufgestellt waren, gleichzeitig mit der Wiedergabe der Bandaufnahme. Bei einer langsamen Überblendung von Originalspiel und ausgeschalteten Lautsprechern zu nur (vorher geübten) lautloser Spielimitation der Musiker und Lautsprecherwiedergaben konnten große Teile des Publikums keinen Unterschied feststellen bzw. nicht entscheiden, ob Original oder Lautsprecherwiedergabe .

Mr. Villchur hat etliche Veröffentlichungen über das von ihm erfundene Prinzip der akustischen Suspension und die danach gebauten Lautsprecher sowie ein Buch über Schallwiedergabe veröffentlicht und Vorlesungen über dieses Sachgebiet gehalten.

Technische Einzelheiten über AR-Erzeugnisse

Baßlautsprecher :
Der Geweberand wird selbst hergestellt, die Zentriermembran wird gekauft, wobei bei jedem einzelnen Stück die Federsteife gemessen wird. Die Schwingspule wird auf einen offenen (Cu ?)-Blechkörper gewickelt, dessen Hals gelocht ist, um die Luftbewegung im Luftspalt des Magneten zu vermeiden.

AR 2 und AR 2a ca. 1" Schwingspule und ca. 1 lbs Magnet
AR 1 und AR 3 ca. 1 3/4" Schwingspule und ca. 1 lbs Magnet.

Dicke (voluminöse ?) Papiermembran mit Schaumgummidämpfungsring .

Anmerkung aus 2017 - das sind die Schaumgummis, die inzwischen alle zerbröselt sind und damit wurden die allermeisten AR Lautsprecherboxen bereits entsorgt. Erst in den letzen Jahren ab etwa 2010 wurden Ersatzsicken zur Reparatur, dem sogenannten Refoamen, angeboten.

Kontrolle der einzelnen Lautsprecher bei Betrieb in der freien Luft Resonanz (ca. 20 Hz) durch genaues Abhören mit einem Stetoskop sowohl in ausgebautem als auch eingebautem Zustand. (Geräusche durch Schwingung oder Luftstrom).
Der Magnet ist auch innen mit Glaswolle gefüllt, die gegen Berührung mit der Schwingspule gesichert ist .

Dome-type-tweeter
2" und 1 3/8" Membran bzw. Schwingspulendurchmesser. Die aus getränktem und gebackenem Gewebe bestehende Membran wird durch 4 Aufhängeklötzchen aus elastischem Material gehalten.
Die Magnete sind hinter der Schwingspule und unter dem Dom in Berührung mit Steinwolle gefüllt. Der Luftspalt ist mit einem dünnen Lackfilm abgedeckt.
Die Schwingspulen bestehen aus (rechteckigen ?) Aluminiumdraht und werden auf Widerstand abgeglichen.

Mitteltonlautsprecher
(für AR 2 und AR 2a) mit Papiermembran werden gekauft und nur die Ränder mit Dämpfungsmaterial bestrichen. Hierbei befindet sich in dem geschlossenen Korb in Berührung mit der Membran Glaswolle.

Plattenspieler
Silicongedämpfter Tonarm, den man "fallenlassen" kann. Er senkt sich langsam ab und ist nach Aufliegen auf der Platte frei !?). Nur 33 1/3 U/min.
2 Uhrenmotoren zu je 4 W untereinander mit einem Riemen verbunden; der eine (stärkere) Synchronmotor dient zur Antrieb des Tellers über einen weiteren Riemen, der andere Motor (mit geringerem Drehmoment) nur um die Anlaufrichtung festzulegen, da der starke Antriebsmotor in beiden Richtungen laufen kann. Die Motore sind an der Platine befestigt, die ungefedert eingebaut wird. Plattenteller und Tonarm sitzen auf einer T-förmigen "Unterflur"-Traverse und sind mit 3 (Druck oder Zug-) Federn gegen die Platine relativ weich geräuschisoliert. Der Teller ist nicht besonders schwer (3,3 lbs) im Gegensatz zu Weather aber auch nicht besonders leicht. Das Tellerlager befindet sich in einem Kunststoffgehäuse.
Nach Anzeigen werden NAB Spezifikationen bezüglich Drehzahlgenauigkeit, Flutter, Wow und Rumpeln erfüllt.

Zu (10) Die Firma Fisher Radio Corporation

a) Fisher Radio Corporation 21-21 44th Drive Long Island City 1, N.Y.
b) ca. 500 Die Firma Fisher ist der größte der "Hi-Fi-Components"-Hersteller.
c) Mr. Avery Fisher, President
Mr. Buxton, Export Manager
Mr. F. Mergner, Vice-President Development.
ca. 1956-57 kam Herr Mergner (HF-Spezialist) zuerst und dann folgend einige HF- und NF-Ingenieure und Techniker von der Fa. Grundig.
d) Im Industriegelände von Long Island City, in einem älteren doppelstöckigen Gebäude, befinden sich die kaufm.- und Entwicklungsabteilungen. Fabriken befinden sich außerhalb von New York. (Neubau in Milroy, Pennsylvania).
e) Kaufmännische Abteilungen in kleinen und mittleren Räumen.
f) Entwicklungsabteilung ebenso in kleinen und mittleren Räumen.
g) Fabrikation außerhalb von New York, wurde nicht besichtigt.

Die Produkte :

h) Verstärker, Tuner, Hi-Fi-Receiver, Lautsprecher, Musikschränke mit eingebauten Hi-Fi- oder "nicht Hi-Fi"-Bausteinen, Meßgeräte, teilweise als Kit.
Besonderheiten an den Geräten: Die AFC schaltet sich beim Berühren des
Abstimmknopfes aus. Chassis anscheinend aus Aluminiumblech. Die Trafos haben Kerne aus kornorientierten Spezialblechen.
In Zukunft soll eine neue von Philips entwickelte Endröhre verwendet werden.
In den neuesten Lautsprechern ist der äußere Membranrand durch dünnes Aluminiumblech, an dem die Membraneinspannung befestigt ist, verstärkt.

i) Von dem Multiplex-Receiver (das ist in 1962 UKW Stereo) wurden bereits 8.000 Stück verkauft. Die Geräe von Sherwood, Scott und Fisher sind sich relativ ähnlich.
Verkauf in Deutschland über die Firma Echolette, München (Herr Bauer) und über die Firma Behr, Stuttgart.

Zu (13) Die Firma Electro-Sonic Laboratories, Inc.

a) Electro-Sonic Laboratories, Inc. 627 Broadway, New York 12, N.Y.
b) ca. 15..25 angeblich je nach Jahreszeit
c) Mr. Baumeister (wahrscheinlich President), Mr. Connell Vicepresident, techn.
d) Im mit Fabriken durchsetzten mittleren Teil von Manhatten in einem Obergeschoß eines älteren Hauses.
e) Kaufmännische Abteilung: sehr klein.
f) Entwicklungsabteilung in verschiedenen kleinen Räumen bestehend aus ca. 5 Angestellten, davon 1 ehemaliger Orthophon-Ingenieur für Tonabnehmersysteme
g) Fabrikation, in relativ dunklen Räumen, war infolge der angeblich augenblicklichen Flaute nur schwach besetzt.

Die Produkte:

h) Plattenspieler, Tonarme, Tonabnehmersysteme (in offenbar kleinen Serien.) Außer den Hi-Fi-Components stellt die Fa. ESL Ansageanlagen für Aufzüge u.a., die mit magnetischen Tonträgern arbeiten, her.
Der neue ESL-Tonarm S 2000 hat Overhang-Justage durch eine exzentrische Lagerung in einem weiteren drehbaren Lagerflansch.
Die neuen Tonarmköpfe sind aus Aluminium. Plattenspieler mit auf Werksboden festgeschraubtem Tellerlager und Tonarm. Riemenantrieb vom Motor in Schwingmetallagerung in der linken vorderen Ecke so, daß die Riemenscheibe des Motors im Drehpunkt der Schwingmetallaufhängung liegt, (guter Gleichlauf, wenig Rumpeln).
Tellerlager, Tonarm und Motor sind einzeln am Werksboden festgeschraubt. 2 auswechselbare Doppelstufenrollen; 55/45 u. 16/78 U/min. Relativ dicke Tellerachse (ca. 1/2").
i) Mr. Connell ist für ungedämpfte Tonabnehmersysteme? Er erklärte auch, daß in dem entsprechenden Ausschuß des IHFM zwischen Mr. Bauer (CBS), Mr. Stanton (Pickering) und anderen keine Einigung über die zu vereinheitlichenden Meßmethoden für Tonabnehmersysteme zu erzielen sei.
Die Firma ESL scheint nicht gerade in vollster Blüte zu stehen und sucht u.a. irgendwelche in ihr Vertriebsprogramm passende Geräte, wie z.B. einen guten duetschen Hi-Fi-Plattenwechsler, den sie in den USA vertreiben könnte. Außerdem verhandelt die Fa. ESL mit der Firma Assmann auf dem Gebiet der magnetischen Tonträger zusammenzuarbeiten. ESL vertritt die Fa. Sennheiser Electronic in den USA.

Zu (14) Die Firma Marantz Inc.

a) Fa. Marantz Inc. 25-14 Broadway, Long Island City 6, N.Y.
b) ca. 50
c) Mr. Saul Marantz, President und Mr. B. Strome
d) Im Industriegelände von Long Island City in einem alten zweistöckigen Gebäude.
e) Kaufmännische Abteilung in mittleren und kleineren Räumen.
f) Entwicklungsabteilung in kleineren Räumen; mit mittlerer Meßgeräteausrüstung.
g) Fabrikation in einem mittleren Saal mit relativ wenig weiblichen und mehr männlichen Arbeitskräften, weil nur höchstqualifizierte Geräte gebaut werden. Im Prüffeld werden die Geräte einzeln eingehend geprüft.

Die Produkte:

h) Endverstärker und Vorverstärker in höchster elektroakustischer und mechanischer Qualität und Preis. Ein Multiplex-Tuner steht kurz vor Entwicklungsabschluß (für ca. US $ 500.-). Anmerkung : Das war für US verhältnisse von 1962 sehr sehr viel Geld. Die Ausgangstransformatoren sind röhrenförmig verschachtelt und werden selbst mit größter Sorgfalt gewickelt.

In den Endverstärkern ist ein Meßinstrument mit dazugehörigem Prüf-Schalter eingebaut, womit man die Einstellung der Endröhren prüfen kann. Ebenfalls auf der Frontseite ist ein abnehmbares Deckblech, hinter dem sich die Anschlußschrauben und die Schraubenziehereinstellungen für die Endröhren befinden.Die Vorverstärker-Röhrenplatte ist in Schwingmetall gelagert. Alle Elektrolytkondensatoren sind in der Ausführung für erhöhte Anforderungen.

Die Frontplatten bestehen aus 3 bis 4mm dickem blaßgold oder farblos eloxiertem vorher gebürstetem Aluminium. Die Knöpfe sind gedreht und ebenfalls aus eloxiertem Aluminium. Die Frequenzgangsregelungen erfolgen stufenweise.

i) Die Firma Marantz stellt nur geringe Stückzahlen her, genießt aber in Hi-Fi-Kreisen (neben der Fa. McIntosh) einen ausgezeichneten Ruf (so wie Quad o. Leak in England) und wenn irgend jemand, der nicht gerade selbst Verstärker herstellt für Vorführungen Verstärker benötigt, dann verwendet er im allgemeinen Marantz-Verstärker.

Zu (15) Die Firma Fairchild Recording Equipment Corporation

a) Fairchild Recording Equipment Corporation, Inc. 10-40 45th Avenue, Long Island City 1, N.Y.
b) ca. 50
c) Mr. Plunkett
d) Im Industriegelände von Long Island City in einem Obergeschoß eines älteren Hauses.
Da wir nur in Mr. Plunketts Büro waren und sonst nichts besichtigen konnten,, können nur noch Angaben über die Produkte gemacht werden.

Die Produkte:

h) Plattenspieler, Tonarme, Tonabnehmersysteme, kommerzielle Schallplatten- Aufnahme- und Wiedergabegeräte; Plattenspieler auch als Kit.

Besonderheiten am Plattenspieler: sogenannte doppelte Rumpelisolation: Motorriemenrolle am in Schwingmetall gelagerten Motor - Riemen - Zwischenrolle auf Schwingmetall - Riemen - Plattenteller.
Sehr langes, großes Tellerlager. Das Tellerlager und die Schwingmetalle sind auf einem aus relativ dünnem Blech bestehenden abgewinkelten Chassis gelagert, das seinerseits an den Werksboden geschraubt wird.

Hi-Fi-Händler und Demonstrationsräume

Die sich mit dem Verkauf von High-Fidelity-Anlagen beschäftigenden Händler haben in jedem Fall einen Ausstellungsraum, der Stereovorführung ermöglicht. In allen Fällen sind die ausgestellten Geräte betriebsbereit angeschlossen und durch eine entsprechende (Um-)Schalteinrichtung ist es möglich, alle Bausteine untereinander zu kombinieren. Von den besuchten Händlern charakterisierte jeder eine bestimmte Gruppe, die hier in Stichworten beschrieben werden soll.

Zu (7) Audio Lab (Cambridge, Mass.)

Von jungen Leuten wurden die Keller eines Hauses zu Demonstrations- und Verkaufsräumen ausgebaut. Dadurch entstand eine gewisse Studenten- bzw. Künstleratmosphäre ähnlich der der Jazzkeller. Kaufmännisch gesehen ist der Kostenaufwand natürlich relativ gering. In diesem Geschäft wurden auch gebrauchte Geräte gehandelt.
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Zu (17) Schirmer (New York in guter Lage)

Hier wurden die Hi-Fi-Geräte in einer Sonderabteilung eines sehr guten Schallplatten- Noten- u. (Musikinstrumenten ?) Geschäftes verkauft. Der Ausstellungs- und Vorführraum war in jeder Hinsicht sehr gut eingerichtet. Durch entsprechende Regale, Tische, Sitzgelegenheiten, Teppiche und Beleuchtung wurde eine Art Wohnraumatmosphäre geschaffen. Die Bedienung war seriös.

Zu (18) Harvey (New York; in guter Lage)

Hier wurden außer Hi-Fi-Geräten Einzelteile für Bastler und Studioeinrichtung für Rundfunksender verkauft. Hier waren auch die Vorführräume mehr technisch als mit "musikalischer Atmosphäre" eingerichtet. Die Ausstattung des ganzen Ladenlokals war wesentlich einfacher als bei Schirmer; auch das Publikum gehört wahrscheinlich einer niedrigeren Gehaltsstufe an.

Bemerkenswert ist noch, daß Harvey in seinem Schaufenster mehrere vollständige Hi-Fi-Anlagen ausstellt, deren Zusammenstellungen bei einer Umfrage m. W. einer Zeitschrift von Experten z.T. mit und z.T. ohne Rücksicht auf den Preis ausgewählt wurden.

Harvey hat(te) einen eigenen Katalog, in dem neben Bauteilen auch Hi-Fi-Components enthalten sind.
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Zu (19) Airex (New York, Cortland Street)

Wahrscheinlich der beste unter den Läden in der Cortland Street, die infolge der auch in dieser Gegend vorhandenen Spezial-Radio-Trödlerläden doch in ihrem Niveau abfallen, obwohl die Auswahl nicht wesentlich kleiner als bei denen in einer besseren Gegend zu sein braucht und die Cortland Street seit ca. 40 Jahren die Straße der Radio-Läden in New York ist.

Airex hatte auch einen eigenen Katalog.
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Zu (8) Acoustic Research - Demonstrationsräume (12)

Die Demonstrationsräume der Fa. Acoustic Research sind sehr einfach eingerichtet: An einer Raumseite stehen in Stereo-Anordnung jeweils 3 Lautsprechertypen (AR 3, AR 2, AR 2a) in einem Gestell übereinander. Bei dem augenblicklich angeschalteten Lautsprecherpaar leuchten Signallampen. An der gegenüberliegenden Wand sind Stehplätze für die Zuhörer. In einem ausliegenden Buch kann man seine Adresse für die Zusendung von Prospektmaterial eintragen. Das die meist, mit Schallplattenwiedergabe laufende Anlage bedienende Personal, gibt u. U. auch nähere Auskünfte.

Das war ein USA-Reisebericht aus dem Juli 1962

Frankfurt/Main den 26.7.1962
Hba/Bns
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