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Die Firma Shure in USA

Ein Shure M44MB

Hier eine Betrachtung unabhängig der vielen vielen (teils lancierten oder gekauften) Selbstdarstellungen in den gängigen Hifi-Magazinen und Tageszeitungen und Magazinen. (von Gert Redlich in 2012)

In Berührung kam ich mit dem Namen Shure etwa 1966/67 beim Kauf meines ersten Plattenspielers, eines Lenco L75 im Bieberhaus in Frankfurt "auf" der Zeil und der Auswahl des notwendigen Magnetsystems.
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Natürlich haben "wir", meine damaligen Nachbarn und Freunde und ich, die für uns teure und damals wertige "Hifi-Stereophonie" andächtig und mit verklärten Augen vielfach durchgelesen und "jeden einzelnen Buchstaben" der Testberichte exakt verglichen und fachmännisch abgewogen. (Sie hören die Glosse ?)

Da hatte dann ein Sure M44MG einen Frequenzgang von 34 bis 19.300 Hz und ein Pickering oder Ortofon oder Elac oder AKG "nur" 42 bis 18.500 Hz. . . . . und damit war das Shure natürlich besser als das Empire und es kostete auch nur die Hälfte - toll. Also wurde das Shure M44 gekauft und die publizierten technischen Daten wurden "an die Wand gehängt" und täglich angehimmelt.

Daß das alles ziemlicher Unsinn war, das wissen wir alten Grufties (Baujahr 1949) jetzt. Doch damals war das der Hifi-Himmel, alles selbst immer viel besser zu wissen als die "Anderen".
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Shure war damals bereits und ist eigentlich eine Marktingfirma.

Shure und Bose haben Einiges gemeinsam. Sicher hatte Bose von Shure Einiges  übernommen, gelernt oder gar abgeschrieben, denn die Shure Brothers waren zuerst da. Irgendwann 10 Jahre nach dem 2. Weltkrieg haben die Amerikaner von einer deutschen "Hifi-Klitsche" (in der betrachtung immer weltweit gesehen) namens ELAC in Kiel gehört, die einen bemerkenswerten Tonabnehmer für die damals neue 33er Stereo-Langspielplatte aus Vinyl entwickelt und patentiert hatten.

Die bewegten einen kleinen an dem Nadelträger befestigten Magneten zwischen zwei Spulen und zauberten eine bemerkenswerte Qualität an den Verstärker und an die Lautsprecher. Sie nannten das" Moving Magnet". Die Shure Leute waren überzeugt, daß dies die Hifi- Schallplattentechnik gewaltig aufbessern würde.

Sie lizenzierten dieses Patent weltweit und ließen sich dann aber von den eigenen Leuten solch ein Magnetsystem (nach-?) entwickeln - uralte Experten sprechen von einer Verbesserung des ELAC Abtasters, fast so ähnlich wie die Ampex A200, die erste Magnetbandmaschine der Amerikaner, die ja eine Kopie oder besser - ein Ableger der beiden deutschen AEG K4 Maschinen (Kriegsbeute) war.
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Und dann wurde das Marketing in Bewegung gesetzt.

So, wie es später auch Bose gemacht hatte, wurde jetzt der Bekanntheitsgrad professionell "gepowert". Der Otto Normalbürger schloß nämlich von der Größe und der Häufigkeit der ganzseitigen Anzeigen in allen nur möglichen Magazinen sowie von der Größe der Messestände auf den Ausstellungen und "Exebitions" auf die Größe und die Wichtigkeit des Unternehmens.

Ich glaube, daß diese "komische" Denke nicht nur eine deutsche Eigenschaft war.
Denn es funktionierte hervorragend - weltweit. Selbst Max Grundig hatte das erkannt und fuhr auf diesen Trip ab und mietete zu seinen Glanzzeiten in Hannover zur jährlichen Messe oder zur Funkausstellung jeweils eine ganze Halle. Da konnte manch anderer auch großer Hersteller einfach nicht mit.

Shure hatte neben einer ganzen Palette von Pickup-Systemen auch noch
professionelle Musiker-Mikrofone und ELA Anlagen samt Zubehör. Später kamen auch noch Tonarme und Lautsprecher hinzu. Damit konnte man schon einen größeren Messestand "impressive = beeindruckend" füllen. Auch damals war es in den amerikanischen Staaten schon so, die "Show" war das Wichtigste und "die Show must go on".
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Erstens "gleich richtig" und zweitens "weltweit".

Die von Shure verstanden ihr Handwerk, im Nachhinein (wir haben jetzt 2012), sie waren damals verdammt gut. Wer das Buch des alten Sony Chefs Akio Morita gelesen hat, der wird verstehen, daß man immer dazulernen kann.

Als der "kleine" Morita mit seinen 1,65m (Körpergröße) zum ersten Mal ganz mutterseelenalleine in New York unter dem riesigen Empire State Building umhergelaufen ist, etwa 1956, (die Japaner kannten ja gar keine Hochhäuser - damals noch überhaupt nicht) dachte er für sich:
Wenn irgend ein Produkt - egal aus welcher Ecke dieser Welt - Erfolg haben soll, muß es in diesem gigantischen Land Erfolg haben. Und wie recht erhatte !!!!

Und die Macher bei Shure setzen noch eins oben drauf.
Sie wollten nicht nur in ihrem Heimatland die Größten (also nicht die Besten !!) werden, nein weltweit.
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Von den anderen lernen - und zwar schnell . . . .

Das ELAC D796H30

Marketingleute akzeptieren recht früh, daß es immer Einen geben wird, der besser ist. Aber ist der auch erfolgreich ? (Siehe Grundig und VCR/Video 2000 gegenüber VHS).

Manche Abtastsysteme vom Lizenzgeber ELAC waren absolut hervorragend, vielleicht sogar besser als die besten von Shure. Dennoch - 1978 war ELAC bereits am Ende - pleite. DUAL "folgte" 1982 und dann kamen die anderen alle.

Es gab schon früh konkurrierende Magnetsysteme, die auch ein Shure V15 übertrafen. Wieviel ist dabei Nebensache, das ist nämlich subjektiv. Doch weltweit wurden bestimmt mehr als die Hälfte (Allwissende sprechen von 90%) aller Plattenspieler (werksseitig) irgendwann doch mit einem Shure System ausgeliefert - siehe DUAL.

Deshalb lächeln ja auch unsere deutschen Bosch leute so nachsichtig und geheimnisvoll weise. Lass sich doch die Hersteller bis aufs Blut bekriegen, solange die gesamte Autoelektrik und Elektronik von Bosch kommt, selbst bei den Japanern und den Chinesen, solange sind die von Bosch glücklich.

So oder so ähnlich müssen die Macher von Shure auch gedacht haben. Und sie hatten grandiosen Erfolg, damals jedenfalls.

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