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Philips in Holland hatte die neue CD maßgeblich (vor-)entwickelt

Und aus diesem Grund haben wir die Philips Hauszeit- schrift "PHILIPS Kontakte" - mit Werbe- und Fach- Informationen - mehr für die Händler, Werkstätten und Techniker - durchgesehen und die dortigen Informationen ausführlich recherchiert und die relevanten Artikel eigescannt. Diese Zeitschriften haben wir hier in der Redaktion lückenlos ab der Ausgabe 1/1965 bis zur Ausgabe 3/1983. Die (vermutlich) restlichen "Kontakte Aktuell" Ausgaben nach 1983 suchen wir noch.
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Die von Philips entwickelte Laser-Disc war der Vorläufer der CD

Oben die Platte und unten der Laser

Und somit beginnt die Geschichte der CD eigentlich bereits vor 1969. Die Ingenieure in den Philips- Labors hatten die berührungslose Abtastung einer spiralförmigen Informationsspur mit Hilfe eines Laser-Strahles ins Auge gefaßt und dafür ein Konzept entwickelt, anfänglich ein analoges Konzept für eine Video-Bildplatte.

Diese (analoge) Bildplatte hatte den gleichen Durchmeser von 30cm wie auch die bekannte analoge Audio- Langspielplatte, konnte aber (anfänglich) 30 bis 45 Minuten je nach Farbe oder scharz weiß + Stereo Ton in einer recht guten Qualität speichern.
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Wir beginnen hier mit "Kontakte Nr. 25" vom Dez. 1972
Informationen für Fachhandel, Werkstätten und Techniker

  • Inhalt der Ausgabe 25 (hier nur Ausschnitte aus der Liste)
  • Seite 1 - Ein neues Verfahren zur Wiedergabe von Farbprogrammen haben Philips Forscher entwickelt. Das VLP-System erlaubt Speicherzeiten bis zu 45 Minuten. Das VLP-System arbeitet mit optischer Abtastung durch einen Laserstrahl. Der VLP-Plattenspieler wird an das Fernsehgerät angeschlossen.
  • Seite 4 - Das jetzt auf den Markt kommende Philips Farbgerät „GOYA" enthält das transistorisierte K9-Chassis mit Steckmodultechnik und ausklappbaren Printplatten.
  • Seite 13 - Elektronik spielt eine wichtige Rolle bei den auf dem Philips Stand
  • zur Photokina gezeigten Dia-Projektoren. Großes Interesse fanden auch die neue Cassetten-Recorder.
  • Seite 17 - Einen Rückblick auf die technische Ausstattung der Olympischen Sportstätten mit Philips Geräten und Anlagen bringen wir auf mehreren Seiten dieses Heftes.

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  • Zum Titelbild (rechts): Die steckbaren Module des mit dem K9-Chassis ausgerüsteten Farbfernsehgerätes „Goya" (D 26 K 260) enthalten insgesamt zehn integrierte Schaltungen. Die Module sind mit hartvergoldeten Longlife-Kontakten versehen, die damit über Jahre hinaus korrosionsfeste und kontaktsichere Verbindungen gewährleisten.

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HERAUSGEBER: DEUTSCHE PHILIPS GMBH 2 Hamburg - Redaktionsausschuß: Gerhard Grosse, Ingwert Ingwertsen, Leonhard Owsnicki, Manfred G. Bader, Carl Heinz Zieseniß. Redaktion: Heinz Bahr.

Die Deutsche Philips GmbH übernimmt keinerlei Gewähr, daß die Angaben in der Zeitschrift »Kontakte» frei von Schutzrechten sind.

Nachdruck - auch auszugsweise - ist nur gestattet, wenn eine Quellenangabe erfolgt. Belegexemplare werden erbeten. Die »Kontakte« sind nur durch den Herausgeber zu beziehen. Einzelhefte in begrenzter Anzahl werden gegen eine Schutzgebühr von DM 3,- pro Heft abgegeben.
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VLP: Die "Video Langspielplatte" mit optischer Spurabtastung

Mit diesen und ähnlichen Schlagzeilen kommentierte die Presse das am 5. Sep. 1972 im Rahmen einer internationalen Veranstaltung vorgestellte neue Philips VLP-System. Es handelt sich hierbei um ein Verfahren zur Wiedergabe von Farbprogrammen, die auf einer Platte gespeichert sind. Einem Team von Forschern (Abb. 1) gelang damit erstmalig die Realisierung von Speicherzeiten, die mit 30 bis 45 Minuten erheblich über den bisher bekannten liegen.

Die Video-Langspielplatte (VLP = video long play) wird auf einem ebenfalls neuentwickelten Plattenspieler abgespielt, der mit optischer Abtastung arbeitet und zur Wiedergabe an das Fernsehgerät angeschlossen wird. Das sehr anpassungsfähige VLP-System gestattet neben der normalen Bildwiedergabe verschiedene Betriebsarten, wie Stehbild, Zeitlupe, Zeitraffer und sogar sichtbaren Bildrücklauf.

Die VLP-Platte (das Medium)

Der VLP-Plattenspieler

Die Video-Langspielplatte hat die gleichen Abmessungen wie eine normale LP-Schallplatte (mit 33 1/3 U/min) und besteht auch aus einem ähnlichen Material, dessen Oberfläche mit einer hauchdünnen Metallauflage überzogen ist (Abb. 2).

Ihre Abspielgeschwindigkeit beträgt 25 Umdrehungen pro Sekunde, entsprechend 1500 Umdrehungen pro Minute. Die für den Bildaufbau benötigte Information ist in einer spiralförmigen Spur festgelegt. In der Spur ist je Umdrehung ein vollständiges Fernsehbild gespeichert. Auf diese Weise lassen sich auf der VLP-Platte mindestens 45 000 Farbbilder festhalten.

Die Festlegung der Information in der Spur erfolgt auf völlig andere Weise als bei der gewöhnlichen Schallplatte. Anders als bei dieser besteht die Spur der VLP-Platte aus einer Folge von mikroskopisch kleinen, länglichen Vertiefungen gleicher Tiefe und Breite (Abb. 3).

Die für die Bildwiedergabe benötigten Informationen - Helligkeit, Farbe, Ton, Synchronisation - sind in der unterschiedlichen Länge der Vertiefungen und deren Abstand zueinander enthalten.

Die Tiefe der mikroskopisch kleinen „Pits" beträgt 0,15um; der Spurabstand liegt bei 2um, es wurden aber auch schon 1,65 um erreicht.

Der VLP-Plattenspieler

Wie Abbildung 4 zeigt, wird anstelle der herkömmlichen Abtast- nadel im neuen VLP-Plattenspieler ein sehr feiner Lichtpunkt verwendet, der aus einem Laser stammt.

Eine opto-elektronische Regelung führt diesen Lichtpunkt über die spiralförmige Spur der Platte. Damit erübrigt sich die mechanische Führung des Abtastsystems durch eine Rille; dies ist im Hinblick auf die Erzielung des äußerst kleinen Spurabstandes und der entsprechend hohen Informationsdichte wichtig.

Dank der berührungslosen Abtastung sind die Platte und das Abtastsystem keinem Verschleiß ausgesetzt; das ist besonders bei der Wiedergabe von Stehbildern von Bedeutung. Der genaue Abstand zwischen Platte und Abtastsystem wird von einem auf kapazitiver Basis arbeitenden Regelsystem eingehalten.

Tricktechniken

Durch das neue opto-elektronische Regelsystem ergeben sich die bereits kurz erwähnten speziellen Anwendungsmöglichkeiten: Das Bild kann beispielsweise zu jedem gewünschten Zeitpunkt und an jeder beliebigen Stelle der Platte als Stehbild wiedergegeben werden. Ferner kann jede Szene beschleunigt (Zeitraffereffekt) oder nach Belieben verzögert (Zeitlupe bis zur Einzelbildwiedergabe) abgespielt werden.

Auch sichtbarer Bildrücklauf ist möglich. Außerdem gestattet das System einen sofortigen wahlfreien Zugriff (random access) zu jedem beliebigen Programmteil auf der Plattenoberfläche. Selbstverständlich kann der Begleitton bei diesen speziellen Betriebsarten abgeschaltet werden.

Signalerzeugung und Signalverarbeitung

Beim Abtasten der Spur durch den Lichtpunkt wird das von der Platte reflektierte Licht dem Muster der Vertiefungen entsprechend moduliert. Das modulierte Lichtbündel wird anschließend in einer Photodiode in ein elektrisches Signal umgewandelt. Dieses Videosignal kann nach Verstärkung und elektronischer Verarbeitung unmittelbar dem Eingang eines Fernsehgerätes zugeführt werden.

Um ein genügend rauscharmes Signal zu erhalten, ist eine sehr intensive Lichtquelle erforderlich. Sie besteht beim VLP-Plattenspieler aus einem kleinen Helium-Neon-Laser (Abb. 5). Philips hat für diesen Laser ein spezielles Produktionsverfahren entwickelt, das eine wirtschaftliche Massenfertigung erlaubt.
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Einfache Plattenfertigung

Der Fertigungsprozeß verläuft im Prinzip wie bei Schallplatten, d. h., die VLP-Platte wird zwischen Matrizen aus einer ähnlichen Masse gepreßt, wie sie für normale Schallplatten verwendet wird. Das Preßverfahren wird z. Z. von Polygram systemgerecht weiter vervollkommnet. Nach dem Pressen erhalten die Platten eine dünne, reflektierende Metallauflage. Das „Schneiden" der für den Preßvorgang benötigten Matrize erfordert lediglich einen Zeitaufwand, der als sogenannte Echtzeit der Dauer des aufzunehmenden Programms entspricht.

Folglich kann das Schneiden direkt unter Verwendung von gewöhnlichen Fernsehkameras, Bildbandgeräten oder Filmabtastern erfolgen. Dies trägt entscheidend zu den geringen Herstellungskosten der Platte bei. Durch das Preßverfahren bedingt, weist die VLP-Platte in der Struktur der länglichen Spurvertiefungen eine Präzision im Sub-Mikrometerbereich auf. Dagegen können an makroskopische Größen, wie Zentrierung und Ebenheit, dank des schon genannten optoelektronischen Regelsystems wesentlich geringere Anforderungen gestellt werden.

Anwendungsmöglichkeiten

Es ist zu erwarten, daß die VLP-Platte eine erhebliche Verbilligung von audiovisuellen Programmen mit sich bringen wird. Dies dürfte sich in dem breiten Fächer möglicher Anwendungen, wie Unterricht, Information, Dokumentation und selbstverständlich auch Unterhaltung, als sehr vorteilhafterweisen.

Dieser Aspekt wird durch die außerordentliche Flexibilität des VLP-Systems (Stehbild, Zeitlupe, Zeitraffer, sichtbarer Bildrücklauf sowie einfacher und sofortiger wahlfreier Zugriff) noch unterstrichen.

Eine Markteinführung des Philips VLP-Systems in einigen Jahren wird angestrebt. Ein Formgestaltungsmodell des VLP-Plattenspielers ist in der Abbildung 6 sowie weiter oben gezeigt.
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Diese Texte sind geparkt, bis die Bilder kommen

Abbildung 1
Das Foto zeigt die zum Entwicklungsteam gehörenden 59 Mitarbeiter des Philips Forschungslaboratoriums vor einem etwa 100 000fach vergrößerten Modell der VLP-Struktur.

Abbildung 2
Die VLP-Platte ist mit einer reflektierenden Metall auf läge überzogen, die mit einem durchsichtigen Plastiküberzug geschützt ist. Sie entspricht in Gewicht und Abmessungen einer Langspielschallplatte.

Abbildung 3
Hier ist die Raster-Elektronenmikroskop-Aufnahme der Oberfläche einer VLP-Platte zu sehen. Da der abtastende Lichtpunkt nur wenig breiter als die Vertiefungen (Pits) ist, muß er äußerst exakt geführt werden. Dies geschieht mit einem opto-elektronischen Regelsystem.

Abbildung 4
Schematischer Aufbau des VLP-Plattenspielers. Die VLP-Platte (1) wird von unten abgetastet, die oben im Bild angedeuteten Spuren befinden sich also nicht wie bei einer Schallplatte auf der Oberseite. Das Licht des nur 1 mW Leistung abgebenden Lasers (6) wird fokussiert und über ein teildurchlässiges Umlenkprisma (4), einen Umlenkspiegel und einen Klappspiegel (3) zur Spurverfolgung auf ein federnd aufgehängtes Mikroskopobjektiv geleitet und gelangt von dort automatisch fokussiert auf die abzutastende Spur. Das reflektierte oder teilreflektierte Licht läuft den gleichen Weg zurück, wird am teildurchlässigen Spiegel (4) aber nicht umgeienkt, sondern gelangt auf die Photodiode (5) und wird dort in ein elektrisches Signal umgewandelt.

Abbildung 5
Der Laser des VLP-Plattenspielers ist ca. 20 cm lang und gibt ein Licht mit einer Wellenlänge von etwa 600 nm ab. Wegen der Tiefe der „Pits" (0,15 um oder 150 nm) ergibt sich eine Beugung der Lichtstrahlen an den Kanten, so daß ein Teil des Lichts in andere Richtungen abgelenkt wird und die Photodiode nicht erreicht.

Abbildung 6
Ausführungsbeispiel für einen VLP-Plattenspieler mit Tastenbedienung.

Abbildung 7
Schnappschuß von der internationalen VLP-Pressekonferenz im Philips Forschungslabor Eindhoven. Projektleiter Dr. P. Kramer (ganz links) im Gespräch mit den deutschen Fachjournalisten W. Roth (vorn rechts} „Funktechnik", Prof. Dr. C. Reuber (2. v. r.) „radio mentor electronic", W. Reichwaldt (3. v. rechts) „elektronik zeitung" und W. Sandweg (2. v. links) „radio fernseh händler".

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