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1927 - Erste Lautsprecher von Phlips

Dies hier ist ein Promotion Artikel aus der Philips Hauszeitschrift "KONTAKTE" vom Dezember 1977. Er beginnt so : Vor fünfzig Jahren begann Philips mit der Herstellung von Lautsprechern für Rundfunkgeräte.
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1927 - Lautsprecher-Jubiläum - 1977

Der Lautsprecher ist heute aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Vom Radiowecker über Autoradio und Stationslautsprechern der Vorortbahnen, über Sprechanlagen in Fabriken und Büros bis zum abendlichen Fernseh- und Rundfunkprogramm ist der Lautsprecher im Tagesablauf unser ständiger Begleiter. Ob zu Hause, beim Einkauf, bei Veranstaltungen oder auf Reisen, überall empfangen wir Informationen aus Lautsprechern.

Lautsprecher damals

Philips entwickelte seine ersten Lautsprecher im Jahre 1926, die dann ab
1927 in Eindhoven hergestellt wurden.
Die Serienproduktion fand damals noch im dritten Stock der Verpackungsmaterialfabrik statt, "wo" es durchdringend nach Nickelzement roch, den man seinerzeit für das Verkleben des Magnetsystems verwendete.

Diese Lautsprecher waren Freischwinger mit polarisiertem Magnetsystem, bei dem die Membran mit einem Stützpunkt mechanisch am Magnetsystem befestigt war. Sie hatten eine Impedanz von 1200 bis 2000 Ohm und waren aus Bakelit gefertigt. Der größte Lautsprecher hatte eine Membran mit einem Durchmesser von 45 Zentimetern.

1928 produzierte Philips bereits einen 6-Zoll Schwingspulen-Lautsprecher, den »Meistersinger«, der im Rundfunkempfänger Paladin (Typ 2514) verwendet wurde (Bild 1). Dieser Lautsprecher hatte eine 1-Zoll Schwingspule, und die Membran bestand aus gutem Zeichenpapier mit einer Sicke aus Flanell. Auch beim Meistersinger handelte es sich immer noch um Lautsprecher mit hoher Impedanz.

Erst 1930 ging man mit der Einführung eines neuen Mantelmagnet-Systems zu niederohmigen Lautsprechern über. Die Produktion lief dann in den folgenden Jahrzehnten mit zahlreichen Verbesserungen unvermindert weiter: andere Größen, andere Impedanzen, erweiterte Frequenzbereiche und weniger Verzerrungen machten die Wiedergabequalität ständig besser.

1956 - Umzug der Fabrik nach Hasselt/Belgien

Schließlich konnte man der steigenden Nachfrage mit der verfügbaren Produktionsfläche nicht mehr gerecht werden, und so zogen Entwicklung und Fertigung 1956 nach Hasselt/Belgien um. Anfang der 70er Jahre stellte Hasselt über 200 verschiedene Lautsprecherausführungen her.

1965 - weitere Umzug nach Dendermonde

Mit dem Anwachsen der Verbrauchernachfrage bei Produkten der Unterhaltungselektronik konnte schließlich auch Hasselt den Anforderungen nicht mehr entsprechen. So zog die Lautsprecherfabrik noch einmal um, und zwar diesmal nach Dendermonde, einem kleinen Ort zwischen Hasselt und Antwerpen.

Heute (1977) ist Philips mit einer jährlichen Gesamtproduktion von etwa 20 Millionen Lautsprechern der größte Hersteller in Europa und steht in der Welt an zweiter Stelle.

Die meisten dieser Lautsprecher werden in Dendermonde und in Wien gefertigt. Weitere Fabriken befinden sich in aller Welt. Die Programmvielfalt wurde jetzt auf 75 Grundtypen begrenzt, und man ist bestrebt, die Herstellungskosten durch Rationalisierungsmaßnahmen zu senken und gleichzeitig Produkte von stets gleichbleibender, hoher Qualität zu liefern.

Die zurückliegenden 50 Jahre brachten einen ständig wachsenden Bedarf an Lautsprechern. Mit Sicherheit wird dieser Trend auch in Zukunft anhalten.

Lautsprecher heute (1977)

Zur Funkausstellung im August 1977 zeigt Philips vier neue passive HiFi-Lautsprecherboxen, und zwar zwei Zweiweg- und zwei Dreiweg-Ausführungen, wobei die größere der letzteren zusätzlich mit einem antriebslosen Baß-Schwinger (wir nenne das eine Passiv-Membran) ausgestattet ist.

Es handelt sich um qualitativ sehr hochwertige Lautsprecherboxen (DIN 45500), die als Nachfolger der in Tests mehrfach klanglich gut beurteilten bisherigen Modelle anzusehen sind. Sie unterscheiden sich von den bisherigen Modellen rein äußerlich durch die abgerundeten Gehäusekanten und einen breiten Metallrahmen, der die abnehmbare Frontseite der Lautsprecherboxen einfaßt (Bild 2). Alle neuen Modelle stimmen in der Gestaltung überein, unterscheiden sich jedoch in den Abmessungen. Die technischen Daten sind unten aufgeführt.

MFB-Serie ergänzt

Mit der aktiven HiFi-Lautsprecherbox »567 Electronic-MFB« nach dem Motional-Feedback-Prinzip rundet Philips das MFB-Boxenprogramm ab. Es umfaßt
neben dem neuen Typ jetzt die Ausführungen
541 (30 W Sinus, 8L),
544 (60 W Sinus, 15L),
545 (100 W Sinus, 70L, Studiobox) und ist in Bild 3 zu sehen.

Die aktive HiFi-Lautsprecherbox »567 Electronic-MFB« ist eine Dreiweg-Ausführung mit integriertem 60-W-Verstärkerteil, der in einen MFB-Tiefton- und einen Mittel-/Hochtonkanal aufgeteilt ist.

In einem Meter Abstand beträgt der Schalldruck max. 107 dB, der Übertragungsbereich erstreckt sich von 27 bis 20.000 Hz. Als Tieftonlautsprecher mit PXE-Wandler ist ein 10"-System eingebaut. Wie die anderen Philips MFB-Boxen kann auch das neue Modell an HiFi-Steuergeräte mit 1V-Ausgang und an NF-Verstärker mit Ausgangsspannungen zwischen 1 und 23 Volt angeschlossen werden.

Bild 1 Philips Rundfunkempfänger Paladin mit » Meistersinger «-Lautsprecher aus dem Jahr 1928.
Bild 2 Die neuen HiFi-Lautsprecherboxen haben abgerundete Gehäusekanten und einen breiten Metallrahmen, der die abnehmbare Frontseite einfaßt.
Bild 3 Das Philips MFB-Lautsprecherprogramm umfaßt die Ausführungen 545, 567, 541 und 544 (von links nach rechts). Philips »Kontakte« 42/77
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