Die Grundig NF Röhren-Endverstärker
Der letzte Grundig Röhren-Endverstärker NF 20 aus der Mitte der 60er Jahre war den ganzen Grundig Geräten dieser Epoche um einiges voraus. Er machte bereits Hifi (und natürlich auch Stereo), als die anderen noch nicht wußten, was denn nun das schon wieder sei. Die Endstufen dieser Bauart NF1, NF10, NF2 und NF20 (mit ganz einfacher Lochblechverkleidung) waren für den Einbau in Max Grundigs Lieblingskinder, die großen Musiktruhen entwickelt und gebaut worden.
Die beiden ELL80 oder 2 x EL84 pro Kanal im Gegentakt mit üppigem Netztrafo (beim NF 2 und 20) und mit zwei üppigen Ausgangsübertragern (beim NF20) sollen 2 x 15 Watt Sinus liefern und könnten damit dem Braun CSV13 (mit 2 x 12 Watt spezifiziert) das Leben schwer machen. Es war aber halt nur ein Grundig. Und die zugehörigen Radio-Empfangs- Vorverstärker HF2 und HF10 hatten Omas Musikschrank "Loudness" eingebaut, die die Höhen beschnitt und die Bässe anhob. Somit war von Hifi fast keine Spur mehr.
Dazu hatte Grundig damals jedenfalls noch kein so richtiges Händchen für das Styling, auch wenn diese "Loch-Blech-Kisten" immer nur unter der "Haube" stehen sollten. Die HF (Tuner-Vorverstärker) Vorstufen sahen für den damaligen Geschmack super, im Vergleich mit den progressiven Braun Geräten (aus heutiger Sicht) nicht so berauschend aus. Das konnten die Braun Designer damals besser.
Nach unseren Recherchen fing Grundig so etwa bei dem NF1 an, echte technische Daten zu publizieren. Vorher waren immer die Anzahl der Kreise, der Wellenbereiche und vor allem die Anzahl der Röhren die (für uns damals schon völlig unsinnigen) Qualitätskriterien.
Also mal sehen, wann wir den NF20 Verstärker abholen dürfen samt Tuner- Vorverstärker. (Er ist da seit Juli 2011.) Den lieben Spendern aus dem Ruhrpott und aus Nürnberg sei hier schon mal recht herzlich gedankt, daß sie die Teile überhaupt noch aufgehoben haben und sie uns zu unseren Tests zur Verfügung stellt.
Laut diveser Unterlagen gab es zuerst den NF1 Endverstärker, dann den NF2, dann den NF10 und dann erst den NF20 und irgendwann noch mal den NF22. Dann war die Röhrenzeit in den Musikschränken nahezu vorbei. Danach gab es in 1963 den SV50 als ersten europäischen Germanium Vollverstärker als Nachfolger und dann 1965 den SV40 und SV40M (mit Metallfront) und SV80. Von da an wurde alles komplett auf Transistoren umgestellt.
Die Tuner und Vorverstärker zu den NF xx Verstärkern
Zu diesen Endverstärkern gab es damals die Empfänger-Vorverstärker ebenfalls alle noch in Röhrentechnik vom Typ HF1 (und HF1L) sowie den HF2 und auch einen HF10 und HF10L.



