Die Firma Acoustic Research aus USA
Eigentlich ist diese Firma aus den USA auch nur eine Lautsprecher Firma wie die unendlich vielen Hersteller "von drüben", also nicht aus dem Ossi-Land "drüben". Dennoch hat sie etwas nahezu unbekanntes Besonderes.
Die Geschichte hängt mit Braun Hifi zusammen . . .
Und sie müsste im Braun Bereich erzählt werden. Doch hier ist der (geistige) Ursprung. Der langjährige Chefentwickler für Hifi bei Braun war Wolfgang Hasselbach aus Königstein. Er wechselte nach dem Physikstudium in Frankfurt 1950 erst zur Assmann Magnetbandtechnik nach Bad Homburg und 1957/58 zur Braun AG nach Frankfurt.
Dort hatten im Jahr 1951 die beiden Söhne des alten Max Braun die Firma übernommen und erst mal richtig nachgedacht. Der damals junge energische und mutige Max Grundig machte nämlich den ganzen etablierten "Radio-Fritzen", egal wie gut sie ehemals waren, tüchtig zu schaffen. Er warf alle Grenzen und Absprachen um und mischte diesen alten verkrusteten Radio-Markt mal so richtig auf und zwar mit bemerkenswert guten Produkten.
Die Braun Brüder waren (für die damalige Zeit) erstaunlich weitsichtig und fixierten die geerbte Firma lieber auf eine kleine lukrative Lücke (das spätere Braun Design) als auf den gnadenlosen Wettbewerb.
Hifi Qualität und Exklusivität seien ab Ende der 50er das Gebot der Stunde und auch für die Firma Braun die Zukunft, aber besseres Hifi als es Grundig anbot und all die anderen, eben Braun Hifi.
Bislang waren alle Lautsprecherboxen fast mangelhaft . . .
(... das wäre die heutige Umschreibung der damaligen Qualität.) Die damalige Lautsprecherentwicklung wurde bei einigen wenigen Gurus oder "Spezialisten" (sprich Eigenbrötlern) gemacht, ein großer Teil bei Isophon in Berlin. Firmen wie HECO und FEWO bastelten Nischenprodukte und produzierten Chassis für Radiohersteller, und fast keiner hatte auch nur annähernd brauchbare Hifi-Lautsprecher Boxen. Auch die Musikschränke (selbst von Grundig) waren klanglich nur Mittelmaß. Die (deutsche) Anlage mit getrennten "Komponenten" gab es bislang ja noch gar nicht.
Schauen Sie mal in unsere historischen Zeitschriften rein, der 9 Röhren 8 Kreis Super beherrrschte die Gedanken. Es wurden Röhren und Kreise gezählt. Fast keiner sprach in dieser Zeit von Ausgangsleistung oder Frequenzgang, außer bei den Rundfunkleuten und in ganz wenigen Fachzeitschriften.
Doch es gab 1957/58 weder Bauanleitungen noch Literatur.
Aus den 1947er bis 55er Fachzeitschriften, die wir inzwischen fast lückenlos ab Ende 1946 in der Redaktion haben, geht deutlich hervor, der Krieg hat uns viel mehr zurückgewofen als die wenigen Highlights wie das Magentophon uns voran gebracht hatten. Anfang der 50er Jahre brachte der Autor Karl Tetzner vermutlich einen Bericht aus den USA mit, dort gebe es Lautsprecher, die waren rundrum zu !
Quatsch, sagten die etablierten Hersteller, das geht nicht. Die Braun Brüder aber schickten 1957/58 den jungen frisch eingestellten Entwickler Dipl. Ing. Wolfgang Hasselbach nach USA, sich das mal genauer anzusehen, dort bei Acoustic Research in Massachusetts. Aber Mist, der Chef von AR hatte 1956 ein weltweites Patent auf eine speziele Technik für einen klirrarmene Basslautsprecher in Verbindung mit der unendlichen Schallwand (sealed enclosure). Das war nämlich der Kern der ganzen Geschichte der ersten AR1 Box von 1955. Und es funtionierte auch, wie man an dieser ersten Box bereits hören konnte.
Auch war der Chef, Mr. Edgar Villchur, nicht gerade ein Freund der Deutschen. Das bekam später auch Walter Hummel von Klein & Hummel zu spüren ebenso wie noch eine paar weitere neugierige Deutsche. Wir dürfen nicht vergessen, es war 1957, die Amerikaner hatten wegen Deutschland etwa 170.000 Tote zu beklagen und viele Amerikaner hatten das längst noch nicht verdaut oder gar vergessen.
Die AR Box war also rundrum "zu".
Inzwischen hatte man bei Braun (um 1960) auch schon eine schneeweiße Stereo Anlage mit Steuergerät und Verstärker und Plattenspieler und zwei Lautsprechern des Typs L20. Zum Glück hatte sich niemand bei Braun verstiegen, dort Hifi drauf zu schreiben. Es klang und klingt (wir haben welche) sehr bescheiden. Mehr dazu steht auf der Braun Seite.
Braun brauchte dann ab 1962 solche geschlossenen (AR-) Boxen, in weiß natürlich und mit dem AR Klang, also kleine Boxen fürs Wohnzimmer oder sogar für das Regal mit dem Klang der großen Siemens Klangfilm oder Telefunken Ungetüme fürs Rundfunkstudio. Das also gehört zum eigentlichen Ursprung der deutschen Hifi-Entwicklung.
Walter Hummel hatte dann 1958 aus USA die ersten AR 3a auf dem Schreibtisch stehen und nahm die als Vorlage für die eigenen bislang nicht so erfolgreichen Verbesserungen. Braun entwickelte und baute auf dieser Wissens-Basis ab 1964 die L80 mit einem Leak Sandwich Tieftöner mit 30cm rund, einem Mitteltöner von Heco und einem Kelly Ribbon Hochtöner. Vorher gab es nochdie L40 und L60 in geschlsossener Bauweise, jedoch bescheidenem Klang. Erst später Anfang der 70er bauten sie bei Braun dann eigene Chassis.
Nicht nur die Deutschen waren lernfähig . . . .
Auch in Amerika sprossen Anfang der 60er Jahre die Lautsprecherbauer aus dem Boden und machten AR kräftige Konkurrenz. Die AR3a führte zwar eine ganze Zeit lang die Hifi Riege aus denUAS an, wurde aber immer öfter erreicht und dan deutlich überholt. Mitte der 60 Jahre gab es massenweise geschlossene Boxen aus den USA, eine war angeblich besser als die andere. Wenige waren wirklich gut, und auch die AR- Boxen hatten Schwächen.
Der Autor dieser Seite hatte mal die riesigen AR LST fürs Wohnzimmer und später die kleinen AR7 für einen Hobby-Arbeitsplatz. Die AR Boxen waren immer leistungshungrig und es fehlte ein wenig an Dynamik. In die kleine AR7 konnte man bedenkenlos 100 Watt Sinus "reinpumpen", die gingen einfach nicht mehr lauter.
Inzwischen (2010) sind so gut wie alle AR Basslautsprecher defekt, die PU-Schaum Sicken sind ausgefranzt und der Schaumstoff ist einfach weggebröckelt.








