Sie sind hier : Startseite →  Hifi Hersteller (8) Lautsprecher→  JBL (USA)→  JBL L90
der rechte L90 Lautsprecher
jetzt im Vergleich zur Braun L710
die Anschlüsse mit 6qmm Kabel

Die L90 sind meine Abhörlautsprecher

April 2010 - Für jede Art von akustischer Kontrolle sind diese Boxen super geeignet. Man muß aber bei der Aufstellung beider Boxen die Konstruktionsprinzipien beachten. Irgendwo in einem JBL- oder einem anderen (Spendor-) Tonstudio- Prospekt aus England stand es dann:
Tonstudio-Abhörlautsprecher sind nie Wohnraum-Boxen und klingen nur in ganz bestimmten (räumlichen) Konstellationen.
Und zweitens: Studiolautsprecher sind nie "schön".

Darum ein Blick zurück
auf den Kauf dieser Boxen in 1996 (oder 1997). Ich hatte mich nach dem Kauf der JBL Ti250 (in 1987) schlau gemacht, was denn die Nachfolger der angeblich so tollen (alten) JBL L100 (auch JBL 4311 und 4312) seien und was dieses Modell jetzt besser könne. Damals war der Hochtöner der L100 und auch der anderen genannten Typen eine "Krücke", der Mitteltöner der L100 und der 4311 auch. Diese Dinger gingen einfach nur laut, aber nie richtig gut, wie es die lancierte Legende vielfach weiß machen wollte und immer noch will, dennoch für Zig-Tausende von Amerikanern war das gut genug.

Die L90 Box hatte da aber die neuen Chassis drinnen
, vor allem den neuen Titan-Folien- Hochtöner der Ti250 und sollte umwerfend besser klingen. Und bei Media-Saturn in Mainz standen sie dann - zufällig -, doch oh weh, wo hatte man sie aufgestellt ?

Die JBL 90 werden als symmetrisches Paar geliefert

Die beiden JBL L90 wurden als (spiegel-symmetrisches) Paar geliefert und sind so wie im Bild als liegende Boxen konzipiert. Sie haben so (in schmalen Räumen) durch die außen liegenden Hoch- und Mitteltöner eine breitere Stereobasis. Weiterhin erkennt man hier, daß die Hoch- und Mitteltöner senkrecht übereinander plaziert sind. Das war nämlich ein gravierender Nachteil der (ersten) Braun- und Heco Boxen der frühen Anfänge, der vom Entwickler Wolfgang Seiktritt erst bei den Canton Boxen korrigiert wurde. Die Experten haben herausgefunden, daß die zwar geringen Phasenunterschiede deutlich hörbar sind bezüglich des räumlichen Hörens. Auch bei der JBL L80 sind alle Chassis in einer senkrechten Flucht positioniert.

.

Die Mitarbeiter bei Saturn Mainz hatten damals keine Ahnung,

. . . was sie dort verkaufen. Obwohl es bei Saturn in Mainz damals eine große, sogar edle, Hifi Abteilung gab, hatte man die JBL L90 Studio-Abhörlautsprecher draußen im 400qm großen Laden ganz oben unter der Decke auf ein Regal gestellt, aber ohne rückwärtige (Reflektions-) Wände. Und so klangen sie dort auf dem Regal einfach grausam dünn und schmalbrüstig und somit total unverkäuflich für diesen horrenden Preis von angeblichen 2500.- Mark (UVP) je Stück !!
.

natürlich ein gestelltes Foto

Das fiel mir mit meinen 197cm sofort auf, das klingt ja richtig nach Murks. Weiterhin war es mir möglich, wegen meiner Länge, dem Verkäufer die dicke Staubschicht auf dem einen Lautsprecher direkt mit dem Finger unter die Nase zu halten. Der verstand zumindest, daß diese beiden "neuen" Vorführ-Lautsprecher dort bereits viel zu lange (herum-)gestanden hatten.

Da hatte es gestanden - das mit den Studio Monitoren

In einem uralten englischen Spendor Prospekt stand es: "Normally monitor speakers are placed directly at the Window to the Studio." Der Regieraum war allermeist mit einem großen Doppelglasfenster vom eigentlichen Studio abgetrennt. Und direkt vor dieser oft sehr großen Glasscheibe standen links und rechts die Abhörboxen (sogenannte Nahfeldmonitoren) oder sie hingen in den beiden Ecken unter der Decke über der Glasscheibe.

.

Taktisch geschickt einen Super Preis erhandelt.

Der Verkäufer wollte mir sodann 500.- Mark nachlassen auf die 2.499.- DM . Ich lachte und sagte, dann doch lieber verheizen, daß die Kunden nicht so frieren. Es war damals mit -15 Grad richtig kalt draußen. Weiter hinten im Studio fielen mir die beiden JBL Ti 1000 auf, ebenfalls "leicht" verstaubt, also vermutlich (mit diesem "hochkarätigen" Personal) ebenso unverkäuflich.

Nachdem sich der Verkäufer davon überzeugt hatte
, daß die beiden JBL L90 wirklich miserabel klingen, auch bei volle Pulle, bot ich ihm taktische 4000.- Mark in bar ohne Rückgaberecht für alle 4 Boxen zusammen an. Es dauert fast eine ganze Stunde, bis er alle Geschäftsführer des Konzerns davon überzeugt hatte, daß er endlich einen "Blinden" (oder vielleicht sogar "Bekloppten") an der Angel habe, der diese Dinger mitnehmen würde und der auch noch "Bares" dabei hätte, also keine Sprüche mache.

Und so nahm ich sie mit, alle 4 Boxen unverpackt und staubig
für DM 4.000.- mit Rechnung und Mwst. !! natürlich und mit der JBL Neugeräte-Garantie.

Eines der weich aufgehängten Baßchassis bewegte sich nicht.

Es fiel mir Zuhause sofort auf, das war der Fehler, mit nur einem Baß reicht es nicht für große Räume. Nach ca. 1 Stunde fing das Chassis an, sich wieder leicht zu bewegen (ich hatte etwas nachgeholfen) und nach 2 Stunden kam leidlicher Sound aus den Boxen.

Am nächsten Tag ging das gleiche Spiel von vorne los und schon war ich am Telefon bei JBL/Harman in Heilbronn. - Ja, das käme schon mal vor, daß sich der Kleber der Schwingspule im Magnetspalt breit macht, also gleich samt Rechnung einschicken.

Nach drei Tagen kam ein neues Bass-Chassis
und das geht jetzt schon ganz lange seit weit über 10 Jahren, übrigens ganz hervorragend.

Dann kam die (sehr mühsame !) Arbeit mit der Aufstellung.

An den Stellen, an die sie hin sollten, klangen die Boxen (merkwürdigerweise) überhaupt nicht. So etwas Dünnes und Schwächliches (im Bassbereich) hatte ich selten gehört.

In Erinnerung an die Regieboxen Expertise
fing ich an, die Boxen vor bzw. unter meinen schrägen Dachflächenfenstern zu positionieren. Und siehe da, es kam langsam näher, das Erfolgserlebnis. Aber es dauerte lange. Das Umstellen und Hören dauerte mehrere Stunden an mehreren Tagen mit vielen (mit gelbem Klebeband) auf dem Fußboden markierten Einstellungen.
.

Hier stehen beide L90 auf Ständern mit Spikes

Man kann es in dem kleinen Bild rechts kaum erahnen. Die Platform des Standfußes steht mit 4 kleinen dünnen Spikes auf dem Parkettboden und so wird der fulminante Baß so gut wie nicht auf die Balkendecke übertragen.

Die beiden Boxen könnten aber durchaus auf einer Anrichte vor einer harten Wand stehen oder an Ketten aufgehängt werden. Wichtig ist nur, daß die Baßreflex-Öffnung nach hinten raus zur Wirkung kommt.
.

Die Aufstellung der L90 ist also kritisch ! Das muß man wissen.

Die Baßreflexöffnung geht nach hinten raus. Also muß da genügend Raum sein, den Schall im Tiefbassbereich zu reflektieren. Und direkt dicht an der Wand kann der Lautsprecher auch nicht klingen, es sind mindestens 15cm bis 30cm erforderlich. Und ganz ohne Wand klingt der Lautsprecher überhaupt nicht, er braucht hinten die harte Wand. (Die BOSE 901 lassen grüßen.)

Darum werden diese Lautsprecher oft im ebay regelrecht "verhökert".
Diese ebay- "Verkäufer" haben sie also nie zum Klingen gebracht !!! und haben mangels Nachdenken, Wissen und/oder mangels Geduld resigniert, trauen sich aber nicht, das auch so zu schreiben. - Schade.

Sie sehen ja hier die Fotos von meiner Eckenposition im Studio
unter dem schrägen Dach vor den Dachflächenfenstern. Und es klingt toll - natürlich mit etwas viel Geduld.

Die Lautsprecher mit der eingbauten Loudness ....

im direkten Vergleich, L90, L710 und L715

Die L90 klingen jetzt super, vor allem sowohl leise als auch laut und (sogar !) ohne eine Loudness (-Korrektur), denn so etwas hat der Revox B251 Verstärker nicht. Es klingt mit diesen Lautsprechern trotzdem. (- und damit im Gegensatz zu den Braun L715, die ohne die gewaltige Loudness des Regie 550 unten rum recht dünn klingen und leise sogar sehr dünn).

Aber es klingt (bei mir) auch "nur" hier an diesem !! Stellplatz. An fast keiner anderen Stelle in dem über 100m² Raum, die auch nur annähernd in Frage kam, war ein Erfolg zu erzielen.

Das muß man wissen und auch akzeptieren ! Dann kann man mit diesen Lautsprechern rundrum richtig zufrieden und glücklich werden.
.

Wo die Grenzen bei der JBL L90 liegen . . .

Der L90 Mitteltöner

Die beiden L90 Boxen sind toll, unbestritten, aber sie haben auch ihre Grenzen, die Sie leicht selbst feststellen können. Einen leistungsfähigen Verstärker vorausgesetzt (bei uns der Revox B251), muß man schon ganz besondere Musikstücke abspielen, um dorthin zu kommen.

Das Stück Nummer 1 ist "Sultans of Swing" von Dire Straits. Wenn Sie dieses Stück mit Genuss so richtig "powern", daß die Hütte wackelt und die Nachbarn Sturm klingeln (wir haben keine Nachbarn), meldet sich der Mitteltöner und verkündet, daß er damit überlastet ist, jedenfalls mit der speziellen Gitarre von Mark Knopfler. Dort kommen bestimmte Töne in einer Intensität vor, die zu viel für ihn sind. Er verzerrt.

Das zweite kritische Stück ist von Milva, eines ihrer Paradestücke. "Zuviele-Nächte-ohne-dich" ist recht hoch ausgesteuert und die (diesmal herbe) Stimme liegt in der gleichen Tonlage wie die Gitarren von Knopfler. Auch der männliche Sänger in diesem Stück hat eine extrovertierte herbe Stimme, die den Boxen das Letzte abverlangt. Also da geht es leider nicht ganz so schön laut wie die 250 Ti, die ja den fast gleichen Mitteltöner - aber als Mittel-Hochtöner - haben und da übernimmt der Mittel-Tieftöner einen Teil des hoch ausgesteuerten Pegels. Andere Milva Titel gehen genauso laut, und ohne die deutlich hörbaren Verzerrungen.

Und es gibt noch ein drittes Stück - auch von Milva, das Stück heißt "Vado Via" auf italienisch und wieder ist die Stimme sehr prägnant. Probieren Sie es mal mit Ihren Lautsprechern.
Noch ein Test kommt von den Peter Hoffmann Musiken. Als Tenor singt er auch in den kritischen Tonlagen für Mitteltöner.
.

- Werbung Dezent -
Zurück zur Startseite ----- © 2009 / 2017 - Deutsches Hifi-Museum Wiesbaden - Copyright by Dipl. Ing. Gert Redlich - Zum Telefon der Redaktion - - - - NEU : Zum Flohmarkt
Bitte einfach nur lächeln: Diese Seiten sind garantiert RDE / IPW zertifiziert und für Leser von 5 bis 108 Jahren freigegeben - kostenlos natürlich.

Privatsphäre : Auf unseren Seiten werden keine Informationen an google, twitter, facebook oder andere US-Konzerne weitergegeben.