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Die Firma PILOT Hifi Acoustics GmbH

In 1989 warb die Firma Pilot noch einmal unter ihrem Chef Bernd Rateitschak mit ihrem 12jährigen Bestehen. Angefangen hatte es unter Michael Giessen mit dem "OHM F" Vertrieb in Wiesbaden in der Schiersteiner Straße. Dann wollte auch OHM (sowie deren Export Agent) mehr Umsatz sehen und OHM baute die Produktpalette mit ganz konventionellen Boxen aus. Das ist alles auf der OHM Seite nachzulesen.

Doch der deutsche Markt wollte nicht noch mehr nahezu gleich klingende und gleich aussehende amerikanische "Value Speaker-Kisten" (Value = Billig-Lautsprecher) haben.

Die "OHM F" war ja in den ersten Jahren wirklich aussergewöhnlich - wie auch die Infinity Servostatic 1, die BOSE 901, die ESS AMT1 und auch die Otto Braun Boxen - alle nur als Beispiele. Doch die ganze Menge der nachgeschobenen stinknormalen Allerweltsboxen - also die ganzen KLH, The Fisher, AR Boxen und jetzt auch noch die Massen der Infinity und OHM Consumerboxen, das war zuviel für einen abflauenden Markt.
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Und dann noch das Distributoren Problem

Wie auf den anderen Seiten und auch von Herrmann Hoffman zulesen ist, hatten die Amerikaner - so gut wie alle - einen Export-Agenten drüben in den USA, der sich um den Export kümmern sollte. Und der wollte für seine mageren (bis zu) 3% Provision nichts weiter als Umsatz sehen. Glaubte der US-Agent also, aus diesem oder jenem Markt sei mehr herauszuholen, wurde der alte Importeur (oft über Nacht) unverhofft in die Wüste geschickt und der neue mit den höheren Zusagen und/oder Versprechungen bekam den neuen "Exklusiv-" Vertrag.

Oft ging das sogar so weit, daß der neue Distributor nichts vom alten wußte und der alte Distributor (noch) nicht wußte, daß er gerade gefeuert worden war. Darum waren die beiden Comdex- Hifi-Messen im glühenden LasVegas immer mit Schüttelfrost hier bei uns in Deutschland verbunden - man wußte ja nie, was dort hinter den Kulissen im Kämmerchen wieder "ausbaldovert" worden war. Herrmann Hoffman und damals auch Micheal Gießen konnten mühelos stundenlang von diesem makabren Spiel mit den beruflichen Existenzen erzählen. Man braucht nur mal zu recherchieren, in wievielen Händen dieses oder jenes Produkt bereits gelegen hatte, die KOSS Kopfhörer zum Beispiel.
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Eigene Boxen mit eigenem Anspruch waren das neue Ziel ...

Nachdem die Importeure das hier bei uns in Deutschland endlich realisiert hatten, wie sie immer wieder ausgetrixt wurden, drehten sie den Spieß rum und entwickelten eigene Produkte, - das waren Verstärker, Filter, Meßgeräte und natürlich auch Boxen- und nicht nur bei Pilot, sondern auch bei Audio-Intl.

Bei den Boxen war unser deutscher Geschmack schon lange weg von japanischen oder amerikanischen Sound-Vorstellungen. Alleine BOSE hielt sich enorm lange (über 20 Jahre) mit den BOSE 901 Breitbandsystemen, die waren weitgehend "geschmacksneutral".

Da das Ende der "OHM F" Hype abzusehen war, begann die Entwickung eigener Boxen hier in Wiesbaden und im Rheingau. Auf den letzten OHM Prospekten sieht man bereits die ersten Anfänge mit der Pilot Produktlinie.

Wie das nun im Einzelnen ablief, müßte von den wenigen Verbliebenen bzw. Beteiligten in einem Zeitzeugengespräch aufbereitet werden. Bislang (Feb. 2018) konnte ich Bernd Rateitschak noch nicht ausfindig machen. Jede Hilfe bzw. jeder Tip ist daher willkommen.
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Hier gibt es einen Einblick in diesen vermutlich letzten PILOT Boxen Prospekt aus 1989.

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