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Das Klipsch Horn wurde zur ewigen Highend Legende

In der kürzeren und weiteren Historie der Technik gibt es merkwürdige Parallelen bei den innovativen Geistern von damals und von heute. Im Bereich der Fernsehtechnik hat mir Professor Dr. Michael Hausdörfer in unseren Gesprächen erzählt, wie er sich bei seinen Chefs damals in die Nesseln gesetzt hatte, als er behauptete, diese steilflankigen Filter, mit denen man NTSC in PAL (und zurück) umwandeln könne, die könne man vorher mathematisch berechnen. Sie hatten es nie verstanden. Gleiches behauptete er auch von den Eigenschaften der Superorticon Bildaufnahmeröhre und von den Plumbikon Eigenschaften. Er wurde nur belächelt, obwohl er es später bewiesen hatte.

Und jetzt lese ich vom Dr. Paul Klipsch, übrigens ein Dr. jur, daß er bereits 1941 die Eigenschaften des akustischen Horns mathematisch dargestellt hatte. Das bedeutet, er hatte damals bereits erkannt, daß Membran-Durchmesser, Magnetkraft, Spulenwiderstand sowie Größe des Hornmundes und der Hornöffnung sowie der Hornlänge in direkten mathematischen Zusammenhängen stünden, auch bezüglich des Wirkungsgrades. Und so hat er seine Formeln zusammen gebaut.

Klipsch hatte also sein Klipsch-Horn nicht nur penibel durchdacht, er hat es vorher errechnet und dann hat er es erst gebaut. Und wir sprechen von 1941 bis 1945 und nicht von 2000 oder 2010, also einer Zeit, in der die allermeisten Menschen dieser Erde andere Sorgen hatten, als Hifi Lautsprecher zu berechnen. Heute kann man fast "Alles und Jedes" im PC simulieren und vorberechnen.

Ein Kurzbesuch bei Canton im Taunus mit einer ganz kurzen Vorführung einer Simulation eines perfekten praktisch resonanzfreien Gehäuses war sehr beeindruckend.

Übrigens hat das "Klipsch Horn" mit dem Namen "Klipschorn" eine ähnliche Historie wie bei AGFA das mit dem "Magnetonband", welches eigentlich mit mit 2 "t" geschrieben würde. Findige Marketingleute hatten damit aber die AEG und die BASF, die Erfinder des "Magenttonbandes" ausgebremst, über einen Namenschutz.

Und eigentlich wird ja das "Klipsch-Horn" auch mit 2 "h" geschrieben, doch einer der Gönner des jungen Paul Klipsch kreierte diesen eigenwilligen Namen "Klipschorn".
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