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Ein seltenes Dokument gefunden - wer hatte die Idee ?

In den Firmenprospekten eines (also quasi aller) Hersteller(s) wírd natürlich immer die Sonnenseite des Lebens hervorgehoben und verklärt, insbesondere, wenn die Protagonisten bereits verstorben sind und es auch sonst keiner mehr weis.

Doch ab und zu kommen Dokumente ans Licht,
die etwas mehr über die Geschichten von damals aussagen - so auch hier mit der Paragon Entwicklung bei JBL. Sehr ähnlich war das zum Beispiel auch mit oder über die Deutschen (Nachkriegs-) Patente oder die amerikanische Ignoranz bezüglich des Magnetophons.

In dem JBL-Prospekt steht etwas von "Designed by Arnold Wolf from a concept elaborated by Col. Richard Ranger". Und jetzt ist es ähnlich wie bei dem Dieter Rams Mythos und dem BRAUN Design, das natürlich nur aus seiner Feder (oder seinem Bleistift) geflossen sei.

Der Ex-Soldat Colonel Richard R. Ranger war ein Visionär und er hatte in Opelika (Alabama) direkt nach dem Sieg über Deutschland eine Magnetbandfabrik aus dem Boden gestampft, weil er dieser deutschen Magnetophon Technologie eine wichtige Zukunft und Perspektive zuerkannt hatte - und er hatte Recht.

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Drei Seiten Fotokopien , die man kaum lesen konnte.

Auszüge aus einer Arbeit von Oberst Richard R. Ranger über das JBL-Ranger-System der stereophonen Reproduktion.

Anmerkung : Dieser Aufsatz von R. Ranger müsste aus der Anfangszeit der Stereoplatten - also nach 1959/60 - geschrieben sein, als die Ping-Pong Stereophonie von der Effekthascherei in die qualitative Normalität überging.

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Richard Ranger (left) with an early JBL Paragon Speaker

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Der Text :

Die übliche Methode, zwei Lautsprechersysteme zu verwenden, die ungefähr zwei Meter voneinander entfernt sind, bedeutet, dass die Zuhörer ihre Stühle in einer Linie entlang der Achse dieser Anordnung aufstellen müssen, ähnlich wie bei einer Eisenbahn, um eine echte Stereoanlage zu erhalten.

Dies liegt daran, dass nur entlang dieser Symmetrieachse die beiden Lautsprecher durchgehend den gleichen (räumlichen) Effekt erzielen. Sobald sich der Hörer von der Achse weg bewegt, hat der Lautsprecher, zu dem er sich bewegt, Vorrang. Die Schallintensität nimmt mit zunehmender Entfernung schnell ab und der weiter entfernte Lautsprecher verliert schnell an Nähe.

Dies kann vermieden werden, indem der Schall von jedem Lautsprecher gegen eine gekrümmte Oberfläche projiziert wird, die als konvexe Linse für den Schall wirkt und ihn stärker auf die dem Lautsprecher gegenüberliegende Seite lenkt als auf die eigene Seite.

Der konvexe Refraktor beseitigt somit die scharfe Symmetrieachse, bei der die geringste Abwanderung des Zuhörers aus der Mitte so störend ist.

Im Hörbereich vor dem integrierten PARAGON Lautsprechersystem wird durch die Energie der beiden Stereokanäle eine vollständige Schallfront aufgebaut, die von mehreren Personen sofort wahrgenommen werden kann. Die Symmetrieachse übt also kein instabiles Gleichgewicht mehr auf den kritischen Hörer aus.

Teil 2

Der Begriff "instabiles Gleichgewicht" ist nicht nur ein Spruch oder eine Laune. Bei der Stereowiedergabe ist es üblich, dass der Solist in der Mitte erscheint.

Dann werden im Studio beim Abmischen der Aufnahme bestimmte Abschnitte der Begleitmusik nach rechts oder links positioniert. Aber es ist am wichtigsten, dass sie, wo immer sie sind, dort bleiben. Eine unsichere Bewegung der scheinbaren Schallquelle führt zu einem sehr unangenehmen Gefühl.

Als es möglich wurde, den Mono-Sound in der Mitte zu halten, stellte sich heraus, dass mit einer normalen Stereoanlage alles an seinem richtigen Platz stand. ... Ein ganzer Vorhang aus Sound wurde geöffnet.

Wir haben die Fähigkeit eines größeren Publikums getestet, scheinbare Schallquellen zu lokalisieren, während die Quelle von einer Seite auf die andere überblendet wurde. Wir baten sie, die Augen zu schließen und auf die Richtung der Schallquelle zu zeigen.

Alle Hände winkten korrekt auf die Schallquelle mit Ausnahme von einem oder zwei, denen die Stereorichtung anscheinend unbekannt war.

Aber auch diese beiden schienen immer noch die breitere Klangfront zu genießen. Wir fanden heraus, dass die Lokalisierung des gebogenen Refraktors sehr gut war, außer an den extremen Enden. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass das, was für den großen Refraktor bestimmt war, auch für kleinere Versionen richtig war.

Die Illusion eines "festen" dreidimensionalen Schallfeldes, das durch das integrierte stereophone Lautsprechersystem ermöglicht wird, wird sowohl von Audioingenieuren als auch von Musikern geschätzt.

Während einer unserer frühen Vorführungen kam ein Komponist vorbei. Wir spielten die RCA-Stereoaufnahme von Richard Strauss's imposantem "Also Sprach Zarathustra". Er sagte, er hätte eine enorme Wertschätzung (besser: Identifikation der Plazierung) für alle Instrumente des Orchesters, im vergleich, wie er es gehört hatte in der Carnegie Hall, in der er in der Nacht zuvor gewesen war.

Mit dem Aufkommen von Stereo haben sich einige für eine extreme Verbreitung (der Stereobasis) entschieden - einige Instrumente nur rechts und andere nur links zu plazieren. Dies ist zwar eine beeindruckende erste Stereo-Demonstration, es ist jedoch nicht zu erwarten, dass sie einen dauerhaften Gewinn (oder Wert) hat. Die Realität bei der Klangwiedergabe erfordert ein integriertes stereophones Schallfeld. Nur so entsteht der authentische Eindruck einer Live-Performance.
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Insbesondere der letzte Satz ist ganz erstaunlich

Genau diese Zielsetzung hatte der Professor BOSE, als er mit seiner Entwicklung, dem damals 1969 völlig neuen BOSE 901 Lautsprecher-System, den ungläubigen aber neugierigen Redakteuren Rede und Antwort stehen sollte.

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Hier für Leser mit guten Englisch-Kenntnissen der engl. Text

Excerpts from a paper by Col. Richard R. Ranger on the JBL-Ranger Badial Refraction system of Stereophonic reproduction.

The usual method of using two speaker systems separated eight feet or so means that the listeners must put their chairs in a line down the axis of this set-up, much as if they were playing railroad, to get real stereo.

This is because it is only along this axis of symmetry that the two speakers have consistently equal effect. As soon as the listener moves off axis, the speaker toward which he moves takes predominance. Sound intensity decreases rapidly with distance and the more distant speaker quickly loses out to the nearer.

This can be avoided by projecting the sound from each speaker against a curved surface which acts as a convex lens for the sound and directs it more strongly to the side opposite the speaker than it does to its own side.

The convex refractor thus eliminates the sharp axis of symmetry where the slightest movement of the listener is so disturbing.

In the listening area in front of the integrated speaker system, the energy from the two stereo channels builds up a full front of sound which can readily be appreciated by more than one person. So the axis of symmetry no longer exerts its unstable equilibrium on the critical listener.

The term "unstable equilibrium" is not mere whimsy. In stereo reproduction, it is customary for the soloist to appear in the center.

Then, certain sections of the accompanying music are positioned right or left; but it is most important that wherever they are, they STAY THERE. Uncertain movement of the apparent sound source gives a very queasy feeling.

Once it became possible to hold monaural sound to the center, it was found that with regular stereo everything fell into its proper place ... A whole curtain of sound was opened up.

We made tests of the ability of an audience to locate apparent sound sources as the energy was cross-faded. We askad them to shut their eyes and point to the direction of the source of sound.

All hands waved together with the exception of one or two, to whom stereo direction was apparently unknown.

But they still seemed to enjoy the broader sound front. We found that the localising of tha curved refractor was very good except at tha vary extreme ends .... Fortunately, what was determined for the big refractor turned out to be right for smaller versions as well.


The illusion of a "solid" three-dimensional sound field, made possible by the integrated stereophonic speaker system, is appreciated by both audio engineers and musicians.

During one of our early demonstrations a composer dropped in. We were playing the RCA stereo recording of Richard Strauss' imposing "Also 3praoh Zarathustra", he said he got a keener appreciation of all the instruments of the orchestra then if he had heard it in Carnegie Hall where he had been the night before.

With the advent of stereo, some have gone all out for extreme spread - putting some instruments only on the right and others on the left. While this may make an arresting first stereo demonstration, it is not felt that it will have permanent velue. Reality in sound reproduction demands an integrated stereophonic sound field. Only in this manner is the authentic Impression of a live performance created.

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