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KOSS und KOSS ist nicht das Gleiche

Der ESP 9 - weltberühmt
John C. Koss (2vl) und Sidney Harmann (3vl) im Jahr 1983 in Heilbronn

Nachdem John C. Koss (83), der Gründer von KOSS (gegründet 1953) ab 1958 mit seinen Kopfhöreren einen steilen Aufstieg hingelegt hatte, übernahm sich die Kopfhörer-Firma so ab etwa 1978 mit den neuen Koss Lautsprechern und den Koss Elektronik-Produkten - neben den etablierten Kopfhörern und "erwirtschaftete" 6 Millionen Dollar Verlust und so musste die KOSS (CORP. - a Wisconsin corporation) 1985 Konkurs anmelden. Das ist in den USA aber erst mal der Vor-Konkurs (sogenanntes Chapter 11 Kapitel 11) und, wenn das keinen Erfolg  zeigt, folgt der endgültige Konkurs (Chapter 7 ähnlich wie bei uns). Nach einer eingegangenen Partnerschaft mit der US Firma (eine große Kette von geschäften) Radio-Shack ging es wieder aufwärts.

Der Sohn des Gründers Michael J. Koss (60 - son of the company's founder) gründete etwa 1991 eine neue Firma Koss Corp. , die sich wieder auf Kopfhörer konzentrierte und deutlich kleinere Brötchen backte.

Laut einigen Berichten auf diversen Internet-Seiten soll in 1992 die Vize-Präsidentin der Finanzen (Sujata "Sue" Sachdeva) 4,6 Millionen US$ veruntreut haben und wanderte für 11 Jahre ins Gefängnis.

In den offiziellen Firmen-Chroniken wird davon natürlich kein Wort erwähnt, und diese turbulente Phase mit anderen Marketing Highlights übergangen.

Diese Hintergründe kamen so langsam raus, weil viele Amerikaner die lebenslange Garantie auf "ihren KOSS" (ab 1989 ) bei der neuen Firma (gleichen Namens) einlösen wollten. Erstens waren aber bereits gar keine alten Teile (spares bzw. spareparts) mehr da und zweitens hätte das (für die Neugründung) sehr teuer werden können.

Der Urvater der Koss Stereo-Kopfhörer, John C. Koss (83)
, soll heute noch (2014) bei KOSS als "Chairman of the Board" zugegen sein. Sein damaliger Partner Martin Lange jr., der 1958 den SP/3 Stereokopfhörer mit aus der Taufe gehoben hatte, ist bereits 2009 vestorben.

Juli 2014 - Mal sehen, wo wir weitere Informationen auftun können, die deutschen Hifi Zeitschriften ab 1960 werden gerade durchforstet.

Über den legendären KOSS ESP 9 von 1972 steht etwas bei den Kopfhörern.
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Über den Partner von John C. Koss haben wir folgendens gefunden:

MILWAUKEE, Wisconsin - 17. Februar 2009 - Martin Lange hat als Partner mit John C. Koss Koss 1958 den ersten Stereophonen Kopfhörer SP/3 entwickelt.

"Marty Lange war maßgeblich an der Entwicklung der ersten SP/3 stereophone beteiligt" sagt Firmengründer John C. Koss heute. "Seine Kreativität und Engagement waren entscheidend für das Geschäft, das wir zusammen aufgebaut hatten."

Im Jahr 1957 taten sich Martin Lange, John Koss und Jerome Kadrich zusammen, um die "Amerikanische Entwicklungsgesellschaft" zu gründen. Die drei Männer stellten eine Fernsehröhren- Kontrolleinrichtung her, die Herr Lange für den Einsatz in Apotheken konzipiert hatte. 1958 entwickelten Koss und Lange einen tragbaren Phonographen-Player und Koss kam auf die Idee, einen Stereo-Kopfhörer für privates Hören zu verkaufen. Herr Lange produzierte einen Prototyp aus einer Sammlung von Ersatzteilen aus Reparatur-Fernsehern in der Garage, die die beiden Männer als Büro benutzten. Das Ergebnis war der erste Koss Stereo-Kopfhörer.

Im Jahr 1973 kaufte Lange die Acoustech Company von Koss. Eine der vielen Facetten dieses neue Projektes/Abenteuers war die Gründung des Koss "US-Service-Netzwerks" als eine der am schnellsten reagierenden Reparaturanlaufstellen in der Audio-Branche.

Herr Lange blieb in vielen Aspekten des Koss Geschäfts aktiv beteiligt und das seit über 50 Jahren.

"Marty Lange war größer als das Leben", erinert sich John C. Koss. "Sein Geist war eine unermüdliche Herausforderung und sein Durst nach Wissen war unerbittlich. Er war der perfekte Partner."
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Inzwischen sammeln sich die Unterlagen über KOSS an.

Die Firma KOSS war mit den Kopfhörern weltweit sehr erfolgreich und konnte erheblich expandieren. Doch so um 1978 brach der Hifi-Weltmarkt ein, also nicht nur bei uns in Deutschland. Selbst McIntosh hatte dicke Probleme. Und so gut wie alle Hifi-Firmen versuchten, die vermeintlichen Lücken zu besetzen, die die Japaner noch übrig gelassen hatten und vor allem, sie versuchten es alle gleichzeitig.

Doch auch die Japaner bekamen große Probleme mit dem Größenwahn
und stopften die aus ihrer Sicht noch möglichen kleinsten Lücken mit allem nur möglichen Hifi-"Krimskrams" voll.

Und just zu der Zeit glaubten die KOSS Manager, zu den Kopfhörern passen doch auch super gute Lautsprecher, vor allem Elektrostaten. Und man hatte ja Erfahrung mit dem hervorragenden ESP 9 Kopfhörern und könnte daran anknüpfen. Aber genauso, wie sich die BRAUN AG mit der BRAUN LE1 (als Lizenz von QUAD) die Finger verbrannt hatte, erging es KOSS. Denn auch die anderen Lautsprecherhersteller brachten eine Fülle neuer Modelle auf den Markt, selbst McIntosh mischte dort (aus unserer Sicht unerfolgreich) mit.

KOSS ging dabei in Konkurs, denn sie hatten keine alternativen Produktlinien wie GRUNDIG oder die Japaner.
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Diese KOSS Story kommt auf englisch.
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