Die JBL 4212 war die Mitte ihrer Gattung
Es begann mit einer Studio Monitor Box, die durch gezieltes (und gekonntes) Markting einen verklärten Ruf (lanciert) bekam und in Ami-Land laut Hersteller zu zigtausenden gekauft wurde. Sogleich wurden flugs auch noch die L100 Homeversion gestyled und "nachgeschoben". Doch der Klang war alles andere als legendär, alleine das lancierte Image von JBL (ähnlich wie bei den aber wirklich guten englischen Spendor Boxen) wurde legendär.
JBL baute damals wie heute wirklich gute Profi-Bühnenlautsprecher mit einer bis dahin unglaublichen Lautstärke bei erstaunlicher Qualität, also Langlebigkeit. Doch mit Hifi hatte das damals alles nichts zu tun und sollte es ja auch gar nicht. Nur laut war gefragt mit viel Bass, auch in unseren deutschen Diskotheken und natürlich weltweit. An diese Schalldrücke im Bass und Tiefbass kamen zum Beispiel die Bose oder Isophon Boxen nie ran.
Aus der 4310 (Regler unten) wurde die 4311, dann die 4312 (Regler oben) und irgendwann die (liegende) 4411 (Regler wieder unten rechts).
Allen gemeinsam ist eine willkürlich plazierte Bassreflexöffnung, von der man später wieder abging. Im Vergleich mit heutigen JBL Boxen müssten sich die Entwicker sicherlich verstecken. Aber das ist 40 Jahre her und die Chassis und Gehäuse-Technik ist erstaunlich weit voran gegangen.
Die beiden sichtbaren Regler sind mit dem Hoch- und dem Mitteltöner in Reihe geschaltete Drahtpotentiometer, die allzuoft ihren Geist aufgeben und kratzen.
Die im Ebay beschworene Legende ist Wunschraum . .
zur Erlangung möglichst hoher Gebote. Und es scheint zu funktionieren.
Ein Gebot von 462.- Euro + Fracht (also etwa DM 1.000.-) für ein Paar JBL 4312 (Artikel 220597557179), selbst wenn sie funkel nagel neu wären, ist absoluter Schwachsinn, kommt aber immer wieder vor. Und wenn dann in bestimmten Foren diese Boxen in Verbindung mit einem 50 Watt Verstärker in höchsten Tönen gelobt werden, ist das moderne Selbstbefriedigung. Nur mit der Realität hat das inzwischen überhaupt nichts mehr zu tun.
Damals, 1975, da war das vielleicht wirklich obere Mittelklasse im Studiobereich, nur als Legende haben die Boxen dieser Serie nichts wirklich verdient. Im amerikanischen Audioclub und im Commissarry, den beiden amerikanischen Hifi Läden für die US- Militärangehörigen im Rhein Main Gebiet, wurden diese JBL 4311 Lautsprecher zu unglaublich niedrigen Dollar Preisen abgegeben. Es war nicht mal ein Viertel des europäischen Retail Preises (sogenannter UVP) umgerechnet in DM. (etwa 1.200 Mark pro Paar)
Selbst die JBL 4411 wurde vermutlich nur aus Makertinggründen herausgebracht, weil die Nachfrage immer noch da war. Es ist beinahe wie der abgelatschte Film "Terminiator 9" oder die "198. Folge" einer ehemals erfolgreichen Seifenoper, die auch Keinen mehr vom Hocker haut.
Jedenfalls der Vergleich mit den JBL L90 (entwickelt etwa 25 Jahre später) zeigt gnadenlos, welche Qualität in den 70er verkauft wurde.
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Dem JBL Phänomen auf den Grund gehen . . .
Nach vielen Gesprächen mit leidenschaftlichen JBL Fans kam raus, sie wollten damals den "Ford 17m", die Badewanne, aber bitte mit Weißwandreifen.
Und das Basschassis hatte eine weiße Menbrane und die hatte "damals" keine anderer Lautsprecher. Es gab braune, graue, schwarze und silberne und goldene Membranen, aber weiß, das war also das Kaufargument. Heute "spräche" man vom sogenannten "Totschlag"-argument, wenn jemand unbedingt ohne Rücksicht auf seinen Verstand irgend etwas kaufen möchte. Das iPhone, teilweise auch das iPad , zum Beispiel lassen grüßen.
Unbestritten gehen die 4311 recht laut, mühelos, klingen an manchen ausgewählten guten Endstufen auf recht gut, je nach Geschmack, doch das behaupten Grundig, Sabe, Wega, Braun und Dual Fans von den von ihnen favorisierten Lautsprechern auch.





