JBL (James B. Lansing) wurde bei uns zum Idol hochstilisiert
Es gab da mal ein tolles Stereo- Horn-Lautsprecher System, das (der oder die) Paragon, das war eine Wucht für uns Neuankömmlinge auf den Hifi- Messen der frühen 70er. Was immer dort (während der Vorführung) gespielt wurde, es war phänomenal gewaltig und sehr beeindruckend.
Vor diesem Lautsprecher stand nur ein Sofa für 4 "Leute" und dort klang es die 5 kurzen Minuten, die wir dort sitzen "durften", berauschend. Doch die 15.000.- (oder 18.000.-) DM waren für einen 25 bis 30-jährigen völlig illusorisch. Und dann sah dieses eingeölte leicht glänzende Palisander Monster auch noch richtig elegant und gut aus mit tollen geschwungen Linien, einfach super (weit weg). "Mann" konnte ihm ansehen, daß es gut klang.
Dieses Teil war damals 263cm breit, 80cm hoch und 70cm tief und wog an die 220 Kilo ohne die Chassis und ca. 300 Kilo komplett bestückt.
Es blieb ein Traum.
So wurde der Markenname "JBL" geschickt etabliert. Später machten die JBL Power-Boxen nur noch Krach, sie waren sehr sehr laut und wummerten gewaltig. Auf Bühnen und auf Festivals war das ja noch ok und die Bose 901 und 800 Boxen gab es noch nicht. Im Hifi Bereich spielten dann JBL und auch Altec Lansing eine ganze Zeit lang keine Rolle mehr, jedenfalls hier in Deutschland, nicht so in den USA. In den USA war die Masse der Hifi-Fans wesentlich unkritischer und, sagen wir mal, "preisbewußt". Dort war JBL ein amerikanischer Traum aus "Rosewood" oder "Walnut", weit abseits vom wirklich Klang. Laut war dort in.
Doch dann auf einmal gab es etwas Neues von JBL, die TI 250.
1987 - Ein Freund von mir hatte sich neue Lautsprecher gekauft. Er war "reich" und hatte auch ein Paar Accuphase P1000 (sehr edle 1000 Watt Monoblöcke) samt dem 12.000.- D-Mark Vorverstärker C270. Ich war wie aus dem Häuschen, die (von JBL) können es also doch. Was war das, diese beiden Pyramiden. Das war ein Baß, davon träumte ich trotz meiner gigantisch teuren Infinity Servostatic 1 und auch der AR LST Boxen.
Und klar und laut gingen die beiden Türme. Und dann waren sie paarweise symmetrisch gefertigt. Das sah auch noch gut aus. Stimmen klangen wie Stimmen aus dem realen Konzert aus dem Wiesbadener Opernhaus. Jazz klang gut und verdammt laut und immer noch gut, selbst Schlager und U-Musik kam erstaunlich gut rüber. Und klassische Konzerte füllten den ganzen Raum.
Das war der Durchbruch auf zu neuen Ufern. JBL konnte also doch (wieder) Hifi Lautsprecher bauen. Ich mußte ein Pärchen haben. Doch 1988 waren für mich 13.000.- Mark immer noch kein Pappenstiel. Das war verdammt viel Geld.
Das sollte sich ändern. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und dann ging es auch deutlich preiswerter über Freunde aus der Branche.
Eine sehr schön gemachte amerikanische Lansing History Seite finden Sie hier:
www.audioheritage.org/intro.htm
und
test.audioheritage.org






