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Das BOSE 901 Lautsprechersystem ist jetzt ca.12 Jahre alt.

Weltweit einmalig - das BOSE Logo
Die verbesserte Serie 4 von 1979

überarbeitet von Gert Redlich im März 2017 - Dieser Artikel ist aus 1980. Und die Legenden und Mythen der BOSE 901 sprießen bereits aus dem Boden und die Lobhudeleien der Fans und die Verteufelungen der Gegener nehmen überhand.

Wie das bei dem kontorversen "Schlagab- tauschen" anscheinend üblich geworden ist, jedenfalls ab den Internet-Zeiten ab etwa 2010, wird erstens die Intention des Erfinders und Herstellers nicht beachtet, noch werden sachliche Argumente verwendet.

Es geht ums "Rechthaben um jeden Preis". Zum Glück findet das alles nur in den Medien und in den Foren statt und auf körperliche Gewalt in Form einer Prügelei, eines Boxkampfes oder gar eines Krieges wird (noch) verzichtet.

Um so erfreulicher ist (war) es, daß sich im Jahr 1980 ein Redaktionsteam des Hifi-Magazines stereoplay intensiv und sogar relativ wertneutral (das hatte dort Seltenheitswert) mit der BOSE 901 Serie IV auseinandergesetzt hatte.

Dazu muß man wissen, daß es (damals) wirklich Hifi-Studios gab, die diese Boxen bewußt ohne den Equalizer - mit den 8 Chassis nach vorne - in die Regale zwischen die anderen Boxen gestellt hatten. Das war dann zwar vorsätzliche betrügerische Täuschung des Kunden, aber so war das halt damals. Darum sei dieser Artikel aus 1980 jedem BOSE 901 Interessenten ans Herz gelegt.

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"Logenplatz im Wohnzimmer?" (steroplay 1980 Heft 01)

Die Illusion eines Konzertbesuchs sollen die acht nach hinten abstrahlenden Breitband-Lautsprecher der Böse 901 vermitteln. - Anmerkung : Beachten Sie bitte, hier steht nichts von Super-Edel-Hifi oder High-End Hifi. Hier steht etwas von der "Illusion eines Konzertbesuchs" !!!

Prof. Dr. Amar G. Bose, Dozent an Amerikas berühmtesten (MIT)

Professor Bose 1965
Die pulsierende Kugel

Die ganzen Lehrbuchweisheiten sind nichts als blanker Unsinn", war der verärgerte Ausspruch von Amar G. Bose, Dozent an Amerikas berühmtester Technischen Hochschule in Massachusetts (MIT), als er 1964 vor dem kläglichen Resultat seiner achtjährigen Entwicklungsarbeit stand.

Das Ideal (der ideale Lautsprecher) funktionierte nicht.

Denn er hatte gehofft, nach mühevoller Grundlagenforschung endlich dem perfekten Lautsprecher auf der Spur zu sein. Diese Konstruktion bestand aus 22 Breitbandsystemen, mußte in eine Raumecke gestellt werden und kam einer pulsierenden Kugel - der theoretischen Idealform eines Lautsprechers - sehr nah.

Um so größer war dann die Enttäuschung, daß Professor Boses Neuentwicklung genau die Fehler besaß, die er eigentlich beseitigen wollte: Das Kugelsegment klang scharf und rauh. Eine Eigenschaft, die ihn besonders bei Violinen am meisten störte.

Die Lösung in Theatern und Konzertsälen gefunden

Aber Prof. Bose gab nicht auf. Noch im selben Jahr gründete er die BOSE Corporation und forschte systematisch weiter. Aus den Erfahrungen mit der pulsierenden Kugel und aus zahlreichen Messungen und Tonaufzeichnungen in Theatern und Konzertsälen glaubten der Forscher und seine Mitarbeiter dann die Lösung gefunden zu haben.

Sie stellten nämlich fest, daß in einem Konzertsaal nur ein sehr kleiner Teil der Musik den Zuhörer direkt erreicht. Der weitaus größere Teil gelangt auf Umwegen durch reflektierende Wände zum Ohr des Zuhörers. In einem Wohnzimmer gelten aber andere Gesetze: Konventionelle Boxen erzeugen fast ausschließlich Direktschall.

Völlig neue Prinzipien des Lautsprecherbaus

Um seine Philosophie zu verwirklichen, warf Bose alle geheiligten Prinzipien des Lautsprecherbaus über Bord und konstruierte eine Box (Modell 901) die im normalen Wohnraum einen konzertsaalähnlichen Anteil indirekten Schalls erzeugte.

Das Prinzip ist simpel: Ein Chassis strahlt nach vorne ab, vier nach hinten rechts und weitere vier nach hinten links. Den Zuhörer erreichen also nur elf Prozent des Schallfelds auf direktem Weg, die restlichen 89 Prozent kommen über Reflexionen an den Zimmerwänden zeitverzögert beim Hörer an. Zu der unkonventionellen Anordnung der Lautsprecher, die für die typische Fünfeckform der 901 verantwortlich ist, dachte sich der findige Amerikaner aber noch weitere Tricks aus.

Wirkungsstark: Der Magnet ist groß- zügig dimensioniert, um einen hohen Wirkungsgrad zu erreichen.

Keine 3-Wege, keine Frequenzweichen

Während fast sämtliche anderen Lautsprecherhersteller Mehrwegesysteme* verwenden, brach Bose auch hier mit den geheiligten Konstruktionsregeln: In seinem Lautsprecher sind Breitbandsysteme eingebaut, deren Schwingspulen aus rechteckigem Aluminiumdraht gewickelt sind.
* Boxen, bei denen die Tiefen, Mitten und Höhen von je einem Lautsprecher- Chassis getrennt abgestrahlt werden.

Da diese Chassis den gesamten Frequenzbereich abstrahlen, benötigt die 901 keine Frequenzweiche - ein weiterer Vorteil, denn der Verstärker kann so wesentlich leichter das Einschwingverhalten der Chassis kontrollieren. Bei Lautsprechern mit komplizierten Frequenzweichen, die für Endstufen eine kritische Belastung (komplexe Last) darstellen, verhindern oft die (passiven) Weichen das exakte Zusammenspiel zwischen Chassis und Verstärker.
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Übersichtlich: Die Bauteile des Equalizers brachte Bose auf einer einzigen Platine unter. An der Rückwand sind Buchsen zum Anschluß eines Tonbandgeräts vorgesehen, da der Tonbandanschluß durch den Equalizer belegt ist.
Eigenwillig: Frequenzgang des Equalizers in verschiedenen Stellungen des Tiefen- und Höhenreglers.

Auch völlig neu - ein Equalizer

Viel fortschrittlicher ist nach der Meinung des Traditionsbrechers der Gebrauch eines "aktiven Equalizers" (Anmerkung : Hier gehört eine Erklärung auf Deutsch hin, was denn ein "Equalizer" ist.), mit dem sich der Lautsprecher an die Raumakustik anpassen läßt.

Bei der 901 ist eine Anpassung an die akustischen Eigenschaften des Hörraumes aber auch absolut notwendig. Wände reflektieren nämlich nicht alle Frequenzen gleichmäßig. Je nach Möblierung und Ausstattung können beispielsweise die Höhen kräftig geschluckt werden.

Aber auch der Frequenzbereich der oberen Tiefen und der Mitten beeinflussen die Klangbalance nach Meinung der Bose-Konstrukteure ganz erheblich.

So besitzt der Equalizer, der zwischen Vor-und Endverstärker geschaltet wird, Regler für den Tief-Mitten- und den Hochtonbereich, die genau auf die besonderen Abstrahlbedingungen der BOSE abgestimmt sind.

Frequenzgang-Messungen seien völliger Blödsinn

Selbst bei Messungen tanzt Professor Bose aus der Reihe. Beispielsweise hält er Frequenzgangmessungen für völligen Blödsinn, da sie wenig über den Klangeindruck aussagen sollen. (Zitat aus der Werbung: „Die Meßmethoden sind falsch und die Deutung der Ergebnisse vage.")

In der Tat wird gerade durch das charakteristische Verhältnis von direktem zu indirektem Schall die Interpretation der Schalldruck-Kurve schwierig.

Das stereoplay-Team war deshalb sehr gespannt, was auf dem Umweg über die Raumwände das Meßmikrofon erreichen würde. Um praxisgerechte Aussagen zu erhalten, wurden die Messungen in einigen typischen Wohnräumen ausgeführt, wo die Tester die Bose auf ihrem mitgelieferten Sockel stehend vor einer freien Wand plazierten.

Überraschung

Optimal: Aufstellung der Bose vor einer reflektierenden Wand, um den Frequenzgang mit Rauschen zu messen.

Das Ergebnis überraschte das Testteam: Der Frequenzgang im Hörraum war erstaunlich ausgewogen. Ein Beweis für die Sorgfalt, mit der die Bose-Techniker Lautsprecher und Equalizer, der jeweils nach Gehör eingepegelt wurde, auf einen praktischen Betrieb im Raum abgestimmt haben.

Neben der Frequenzgang-Korrektur des Equalizers, dessen Regelbereich allerdings noch vergrößert und in mehrere Frequenzbereiche unterteilt werden sollte (in einem Testraum blieb das Klangbild trotz ganz zurückgenommenem Regler zu baßlastig), erhielt diese Korrekturelektronik noch eine weitere Aufgabe.

Da Bässe und Höhen der 901 relativ stark abfallen, hebt der Equalizer schon in seiner Grundstellung diese Bereiche wieder an, so daß sich ein ausgeglichener Frequenzverlauf ergibt. Gleichzeitig unterstützt ein ausgeklügeltes Baßreflex-System den Equalizer bei seiner Arbeit.

Strömungsgünstig: Der zentrale Kern der Baßreflexöffnung soll Geräusche durch Turbolenzen verhindern.

Mit Hirn und Nachdenken die Grundlagen der Physik ausnutzen

Das Gehäuse konstruierten die Bose-Techniker ungewöhnlich: Je vier der acht hinteren Chassis arbeiten zusammen auf ein gemeinsames Baßreflex-Rohr. Der Einzeltreiber vorne besitzt zusätzlich seine eigene Reflexleitung. Diese Konstruktion, die auf eine Resonanzfrequenz von etwa 35 Hertz ausgelegt ist, sorgt dafür, daß der Baß trotz des kleinen Gehäuses der 901 sehr tief reicht. Außerdem bleiben dadurch auch bei großen Lautstärken die Membranauslenkungen relativ klein, was die Verzerrungen im Baßbereich gering hält.

Das Resultat ist ein Baß, der die Wände beben läßt. Ein konventioneller Lautsprecher gleicher Größe klingt dagegen vergleichsweise dünn. Liebhaber von Orgelmusik werden es kaum für möglich halten, daß die Größe dieses Instruments von einem so kleinen Lautsprecher derart majestätisch wiedergegeben werden kann. Aber auch eine Pauke kommt knackig und mit Druck.

Hauptaufgabe : Den Konzertsaal zu Hause nachzubilden.

Beim Hörtest fiel auch die Lebendigkeit des Klangbilds in den Mitten und Höhen auf. Impulsartige Musik gab die 901 sehr lebhaft wieder. Falls die Platten gut waren, zeigte sich nie Müdigkeit im Klang. So machte es auch Spaß, mit der BOSE 901 Pop- und Rockmusik oder Jazz anzuhören. Beim Test mit Klassik wurden allerdings bei den Streichern Verfärbungen hörbar. Außerdem fiel hierbei eine Eigenart der Testkandidaten auf, die aber zur Firmenphilosophie gehört.
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Die Beurteilung der Redakteure :

Da Professor Bose versucht, den Konzertsaal zu Hause nachzubilden, erscheinen die Musikinstrumente weiter voneinander gerückt und größer zu sein, als es der Hörer mit konventionellen Boxen gewohnt ist.

Das erzeugt zwar ein sehr plastisches Klangbild, aber es erhält nicht die Präzision, mit der beispielsweise Hornlautsprecher einen Klangkörper abbilden können. Doch das ist Geschmacksache.

Der Käufer sollte sich durch Hörproben überzeugen, ob ihn die fehlende Präzision stört, für die er allerdings durch eine enorme Räumlichkeit entschädigt wird.

Pop- und Rockfreunde jedenfalls wird sie wohl nicht stören. Denn bei dieser Musik spielen die Boxen ihre Trümpfe aus. Wenn beispielsweise Rod Mason und seine Mannen die Trompete fetzen lassen und auf die Pauke hauen, dann glaubte der Hörer wirklich, in einem verrauchten Jazzkeller zu sitzen.

Und angesichts des angemessenen Preises von 2.600 Mark für das Paar inklusive Equalizer, scheinen diesmal Professor Boses Berechnungen aufgegangen zu sein: Trotz Mißachtung der Lehrbuchweisheiten konstruierte er eine Box, die vielen HiFi-Fans Spaß machen wird.

Joachim Reinert

Das fiel (den Redakteuren) bei der Bose 901 auf :

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  • Mich wunderte beim Hörtest, daß die 901 scheinbar keine Belastungsprobleme kennen: 400-Watt-Verstärker ließen sie kalt. Da fiel mir die Anzeige der cleveren Bose-Manager ein. „Schließen Sie die 901 ruhig an 220 Volt an ...". Rechnerisch ergeben sich bei einer Impedanz von 8 Ohm und 50 Hertz Netzfrequenz 6 Kilowatt, die der Lautsprecher aufnehmen würde! Membranen und Schwingspulen müßten eigentlich durch die Gegend fliegen - dachte ich. Alles was rausflog, war die Sicherung.
  • Gerald O. Dick

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  • Es ist erstaunlich, welche Klangfülle aus einer so kleinen Box kommt. Besonders beeindruckt hat mich die wuchtige Baßwiedergabe, mit der tiefe Frequenzen körperlich fühlbar werden. Selbst Türen fangen an zu vibrieren und Regale zu klappern. Eine Baßtrommel steht in ihrer vollen Größe im Raum und läßt das Trommelfell erzittern. Neben der enormen Baßwiedergabe fiel mir die übergroße Räumlichkeit auf, die von diesem Lautsprecher kunstvoll produziert wird. Aus einem kleinen Wohnzimmer zaubert die BOSE 901 einen Riesensaal. Der Zuhörer glaubt wirklich, mitten im Konzertsaal zu sitzen.
  • Joachim Reinert

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Ein weiterer Artikel folgt gleich hinten dran -
Grundsätzliches : "Rundstrahl-Verhalten bei Lautsprechern"

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  • Anmerkung : Hier beschreibt ein Redakteur von stereoplay seine eigene Auffassung von konventionellen Lautsprechern und seine Anforderung nach einem idealen Abstrahlverhalten.

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Lautsprecher-Boxen sollen möglichst überall im Hörraum ein natürliches Klangbild erzeugen. Bedingung dafür ist, daß sie ein gutes Rundstrahlverhalten besitzen. Das heißt, sie müssen den Schall in alle Richtungen gleich stark abstrahlen.

  • Anmerkung : Das ist hier die eigene Meinung der Redakteure. Aber diese Meinung als allgemeingültig hinzustellen, ist eher Unsinn. Das entscheidet nämlich jeder Hörer subjektiv selbst. Im professonellen Tonstudio zum Beispiel ist der optimale Stereo- Hörbereich direkt vor dem Mischpult zwischen den beiden Nahfeldmonitoren sehr eng auf zwei nebeneinander stehende Bürosessel begrenzt. Bei mir in meinem großen Hörstudio ist eine Couch mit 4 Sitzplätzen das Maß der Dinge und bei einem sehr anspruchsvollen High-End Freund von mir ist sein genau mittig plazierter Opa-Lehnstuhl das Maß der Dinge.


Ideal wäre, wenn eine Box an verschiedenen Orten im Raum, jedoch immer im selben Abstand zum Hörplatz, für alle Frequenzen stets den gleichen Schalldruck erzeugen würde. Die gemessene Pegel-Kurve würde dann einen Kreis ergeben.

Doch diesen Anspruch können Boxen nur im Baßbereich erfüllen. Lediglich die tiefen Frequenzen breiten sich nämlich kugelförmig aus. Je höher dann die Frequenz wird, um so gerichteter strahlt eine Box den Schall ab. Hörer, die in der Mitte vor den Boxen sitzen, hören das Obertonspektrum der Instrumente richtig, während die auf der Seite Sitzenden nur ein Klangbild wahrnehmen, bei dem der Höhenanteil abgeschwächt ist.
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Es gibt noch weitere Punkte

Neben der Richtwirkung der Chassis gibt es weitere Punkte, die den gleichmäßigen Schalldruck stören. Dazu gehören die Anordnung der Chassis auf der Schallwand und die Gehäusekonstruktion der Box. Wird Schall von mehreren Chassis gleichzeitig abgestrahlt, so treten Überlagerungen auf, die zu Abschwächungen und Verstärkungen führen können (Interferenz-Effekt). Ebenso bewirken vorspringende Kanten oder Reflexionen an der Box selber solche Effekte.

Der unausgeglichene Schalldruckverlauf führt dazu, daß es bei "schlechten" Lautsprechern oft genügt, den Kopf um zehn Zentimeter zu verschieben, um ein verändertes Klangbild zu erhalten, stereo-play ermittelt deshalb diese wichtige Meßgröße, die Aufschluß darüber gibt, ob man seine Hörposition mehr oder weniger frei bei einem bestimmten Lautsprechermodell wählen kann.

  • Anmerkung : Und wenn man das gar nicht will ? Die High-Ender hören ihre Musik fast alle immer ganz alleine in der optimalen Sitzposition. Dann liegt dieses angeblich so wichtige Kriterium völlig daneben.


Bei der Messung wird das Testexemplar auf einem motorgetriebenen Drehschemel um die eigene Achse gedreht und dabei mit einem Meßmikrofon der Schalldruckpegel ermittelt. Der über einen Meßverstärker angeschlossene Pegelschreiber zeichnet diesen Pegel als Polardiagramm (Diagramme 1 - 3) auf.

Da nur der Mitten- und Hochtonbereich aussagekräftig ist, mißt stereoplay bei den vier Frequenzen 4, 8, 16 und 20 Kilohertz. Die Interpretation der Diagramme ist einfach: Je gleichmäßiger der Linienverlauf ist und je breiter er bei der Null-Grad-Achse verläuft, um so besser ist das Rundstrahl-Verhalten der Box.

Der Schalldruckverlauf, den das Diagramm zwischen 90 und 270 Grad zeigt, der sich also auf den rückwärtigen Teil der Box bezieht, ist dabei weniger bedeutend. Er sollte möglichst klein sein, da er Reflexionen an der Zimmerwand verursacht.

Jürgen Schoppmann

Die Messungen im Einzelnen

In einem separaten Kasten werden dennoch die Meßergebnisse dargestellt, obwohl sie zu den gehörten akustischen Ergebnissen nicht so recht passen.

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Technische Daten und Meßwerte
Lautsprecherbox BOSE 901 SERIE IV

Frequenzgang im Abhörraum:

Frequenzgang der BOSE 901, wenn sie im Hörraum 30 Zentimeter vor eine freie reflektierende harte Wand gestellt wird. Bässe werden etwas bevorzugt wiedergegeben (A). Der Einbruch zwischen 3000 und 6000 Hertz läßt sich nicht mit dem Equalizer beheben (B).

Impedanzverlauf:

Der Impedanzverlauf hat ein Minimum von 5,5 Ohm zwischen 30 und 40 Hz (Baßreflexfrequenz). Zwischen 500 und 2000 Hertz zeigen sich Unregelmäßigkeiten, die auf Resonanzen der Lautsprecher durch die Luftkammern (verursachen Verfärbungen) zurückzuführen sind.

K2-Verzerrungen (zweite Harmonische) und Frequenzgang im schalltoten Raum:

Der mit einem Sinussignal gemessene Frequenzgang im schalltoten Raum hat in diesem besonderen Fall wenig Bedeutung. Die große Zahl der Breitbandsysteme verursachen durch Interferenz den gezackten Frequenzgangverlauf in den Mitten und Höhen, was wenig über den Klangeindruck aussagt. In den Bässen reicht der Frequenzgang bis zu 30 Hertz. Ab 4000 Hertz werden die Höhen kräftiger als die Tiefen und Mitten wiedergegeben. Der Höhenverlust durch energieschluckende Wände wird dadurch vorsorglich linearisiert. - Die Messung der harmonischen Verzerrungen wurde bei einem Pegel von 70 dB anstatt der üblichen 90 dB durchgeführt. Unter diesen Bedingungen sind die Verzerrungen sehr gering. Im unteren Tieftonbereich (30-60 Hz) nehmen die K2-Verzerrungen stark zu. Das menschliche Gehör nimmt diese Verzerrungen im Baßbereich allerdings kaum wahr.

Rundstrahlverhalten:

Die Rundstrahldiagramme zeigen sehr deutlich die indirekte Abstrahlung dieser Box. Der Hauptanteil der Abstrahlrichtung liegt bei allen Frequenzen in der Nähe der Achse der beiden hinteren Lautsprechergruppen (bei ±30 Grad gegenüber der Symmetrieachse der Box).

K3-Verzerrungen:

Die K3-Verzerrungen sind sehr gering. Nur im mittleren Frequenzbereich um 2000 Hz ist ein deutliches Maximum festzustellen. Dieses Maximum ist für den etwas rauhen Klangeindruck bei massierten Streichern verantwortlich.

Das Einschwingverhalten:

Bei 60 und bei 100 Hertz ist ein leichtes Nachschwingen feststellbar. In den Mitten und Höhen werden die Impulspakete durch Interferenzen zwischen den vielen Einzellautsprechern verfälscht.

 

  • Anmerkung : Das Einschwing- und Ausschwing-Verhalten ist sehr stark von der Stabilität der Endstufe (dem Dämpfungsfaktor) und insbesondere von dem Querschnitt der Lautsprecher-Zuleitung abhängig. Spätere Tests haben ergeben, mit der großen BOSE 1801 Endstufe schwingt nichts nach, mit meiner Accuphase P800 Endstufe ganz sicher auch nicht.

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Prinzip:

Unbedämpfte Baßreflexkonstruktion. Jeder Lautsprecher besitzt seine eigene Kammer. Jeweils vier Lautsprecher arbeiten gemeinsam auf ein Baßreflexrohr.
Bestückung: Neun Breitbandlautsprecher.

Wirkungsgrad :

(1 m Abstand, 2,83 Volt rosa Rauschen): 90 dB. Diese Zahl sagt bei dem Lautsprecher wenig über den Wirkungsgrad aus, da durch den Equalizer die Leistungsaufnahme sehr stark frequenzabhängig ist.
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Zur Belastbarkeit - ein Nachsatz aus 2017 :

Kann mit jedem HiFi-Verstärker ohne Gefahr betrieben werden (Herstellerangabe).

  • Anmerkung : Dieser Satz gehörte unbedingt kommentiert, denn das stimmt so nicht. Mit einem 2 x 60 Watt (8 Ohm) Verstärker ist bei einem mittelgroßen Raum (zwischen 24 und 40m² bereits Ende, denn die Bässe werden (müssen) mit dem Equalizer exorbitant angehoben und dort wird immens viel Leistung benötigt. Ist der Verstärker leistungsmäßig zu klein, produziert er bei Überlastung im Bass-Clipping nur noch Rechtecksignale, die die angeblich unverwüstlichen Breitband-Chassis mangels Auslenkung (Bewegung) und damit mangels Kühlung zerstören können. Das wird von BOSE auch so gesagt, nur an anderer Stelle. Für den ganz normalen Betrieb zwar ausreichend, sind für lautes Hören bereits stabile gesunde 2 x 100 Watt Sinus (an 8 Ohm) erforderlich. In großen Räumen ab ca. 60m² und aufwärts sollte man den BOSE 1801 Verstärker (oder ein Äquvalent) andenken. Es hatte ja einen Grund, warum sich BOSE bereits relativ früh (auch) auf diesem neuen Feld der Elektronik engagierte.

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