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Ein Blick in das Innenleben der BOSE 901 / II

Serie 2 ohne Rückverkleidung
Blick auf die Anschlüsse

Über die 901 - vor allem die Serie I - wurde schon viel Unsinn verbreitet, vielleicht aus Nichtwissen, vielleicht aus geschäftlichen Interessen oder einfach nur so. Es "soll" in den USA sogar Hifi-Läden gegeben habe, die ließen einfach den Equalizer weg, um die angeblich minderen Qualitäten zu demonstrieren.

Meine Erfahrung sieht aber ganz anders aus, nämlich daß dieser Lautsprecher damals um 1972 ein beeindruckendes Phänomen war, welches neue ungeahnte Wiedergabe- Qualitäten ermöglichte. Und dazu trug das 901 Konzept einiges bei.

Bei den HECO Profi-Boxen habe ich es vor einigen Jahren ganz genau nachgemessen, wieviel von der vom Verstärker abgegeben Leistung wirklich an den Chassis ankommt. Es waren in der Regel zwischen 70% und 75%. Das bedeutet im Umkehrschluß : zwischen 25 und 30% gingen (gehen immer noch) verloren. Das mag bei deutlich teueren Boxen etwas günstiger aussehen, doch die passive Frequenzweiche schluckt da einiges weg. Das soll sie ja auch, denn die hohen Töne, die der Bass nicht bekommen soll, werden teils gesperrt, teils kurzgeschlossen und so vernichtet.
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Bei der 901 kommt "alles" an Power an den Chassis an.

Heute nach 40 Jahren sollte man
die hier wieder mal nachziehen

Aber auch das stimmt so nicht ganz, denn auch eine direkte Ankoppelung eines oder mehrerer Chassis an die Leistungs-Endstufe - bei allen aktiven Boxen ist das so - läuft über meist kurze Kabel und oft noch über Steckverbindungen.

Also ein wenig geht auch da verloren, aber es sind nur ganz wenige Prozent - wenn die Box diekt neben der Endstufe wohnt.

Bei den BOSE 901 ist in der Regel eine ziemlich lange Leitung dazwischen
und deren Widerstand zählt natürlich. Dann haben die BOSE 901/II (und auch die Serie I) recht bescheidene Anschluß-Terminals, das ist die Schraubverbindung direkt an der Box unten im Boden. Wenn diese Schrauben sich lockern, bekommt man die fast nicht mehr fest, (die Schraube dreht durch) außer man schraubt hinten eines der 8 Chassis raus und läßt mit einem Schraubenschlüssel (Achtung - US Zollschrauben) rohe Kräfte walten. Auch dort kann sich ein erheblicher Übergangswiderstand (unbemerkt) einschleichen.

Die Wire-Wrap Technik bei BOSE

BOSE 901 Chassis
Pioneer Netz-Trafo
Yamaha Netz-Trafo

Bei der BOSE 901 sind alle 9 Chassis mit je ca. 0,9 Ohm (zusammen also etwa 8 Ohm) in Reihe geschaltet. Damit habe ich mindestens 18 Verbindungen, die (mir) weh tun könnten. BOSE hat zur Optimierung der Produktion diese damals neue Technik eingeführt, die auch von manchen Zeitgenossen verteufelt wird.

Die peniblen Elektrotechniker hatten aber vorher bereits herausgefunden, daß die WireWarp Technik sogar normalen Schraubverbindunngen und sonstigen Steckverbindungen (Kabelschuhe usw.) deutlich überlegen ist.

Man spricht von einer Kalt-Verschweißung. Der Übergangs- widerstand ist extrem gering und dabei ebenso stabil wie bei jeder anderen Verbindung auch, jedoch weniger anfällig für Korrosion.

Voraussetzung ist ein gut eingestelltes Druckluftwerkzeug
mit dem entsprechenden Umschlingungszug, die den festen Draht recht brutal um den Stift herumwirbelt. Dabei werden die Windungen 4 Mal pro Windung kräftig eingekerbt und hauteng um den WireWrap Stift festgezurrt. Mit flexibler Litze geht das natürlich nicht.

Der einzige Nachteil dabei ist, es ist wirklich eine "Einmal- verbindung" ohne Wenn und Aber. Man kann sie nur mit (ebenso) brutaler Gewalt lösen, doch dann ist sie unwiderruflich hin.
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Die Verhältnismäßigkeit dieser Technik

Die scheinbar dünnen Anschlüsse von innen
2,5 qmm für die Zuleitung sind besser

In jeder Box gibt es also einen Kabelbaum mit ganz vielen recht kurzen Drähten/Leitungen von Chassis zu Chassis, alle farblich markiert. Jetzt kann man also zusammenrechnen, welchen Leitungswiderstand diese 0,5qmm Drähte in der Summe (innerhalb der Box) ausmachen - zuzüglich der (Zu-) Leitungs- länge von vielleicht 2 mal 10 oder 15 Metern mit 2,5qmm Querschnitt.

Das Verhältnis zu den 9 x 0,9 Ohm der Schwingspulen
ist dermaßen marginal, wenn ich es nicht vorgerechnet bekommen hätte, ich hätte auch angefangen, den inneren Kabelbaum mit 1,5mm Litze zu ersetzen (und natürlich zu verlöten).

Die (nachgerechneten) Leitungsverluste der gesamten inneren Verkabelung bewegen sich unterhalb von 1% pro Kanal und das könnte ich mit erheblichem Aufwand ganz leicht verbessern.
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Es gab nie einen High-End Anspruch

Auf der einführenden BOSE Seite hatte ich schon erläutert, daß diese Boxen bzw. die Leute von BOSE nie den Anspruch erhoben hatten, im High End Bereich mitspielen zu wollen (was immer damals High End war). Das geht auch nicht physikalisch mit Breitband-Chassis. Daran hatten sich schon viele versucht.
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Der Leistungsverstärker muß solide arbeiten ....

Solide arbeiten heißt für mich, er muß im leistungshungrigen Breich bis herunter zu 30 Hz seine echten 2 x 60 bis 2 x 100 Watt Dauerleistung an 8 Ohm problemlos abgeben können. Der nahezu fest eingestellte elektronische BOSE Klangregler (das ist der BOSE Equalizer) hebt die Bässe kräftig an, die Höhen natürlich auch. Ein guter 120 Watt / 8 Ohm Verstärker mit einem gesunden Dämpfungsfaktor kann die BOSE 901 dann schon zum Klingen bringen.

Ein Edelverstärker kann da sicher auch noch etwas mehr raus holen, wir werden das testen.
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Demontage der Serie I und II Chassis

Zumindest bei der BOSE 901 Serie I und Serie II sind die Blech-Chassis mit solchen Holzschrauben ins nackte Holz geschraubt. Das ist keine solide Lösung für mehrfaches Auswechseln. Aber das hat CANTON mit den deutlich teueren ERGO Aktiv auch nicht besser gemacht. Unsere beiden Serie II Boxen waren in den letzten 40 Jahren noch nie auf - es gab auch keinen Grund dazu. Erst die wackeligen Anschlüsse - das merkt man ganz leicht beim Anschließen der Zuleitungen - haben das quasi erzwungen.
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1. Mai 2015 - der 20 Hz Test ist ok

Wie von BOSE vorgeschlagen, solle man die Boxen mit tiefen 20 Hz füttern, einen 100 Watt / 8Ohm Verstärker vorausgesetzt und dann die Lautstärke langsam hoch regeln und auf Zischen und Pfeifen lauschen.

Beide Boxen sind also noch oder wieder dicht. Ich musste sie ja öffnen, um sicherheitshalber die Anschlußklemmen festzuziehen.

Jetzt wird der alte Serie II Equalizer elektronisch "durchleuchtet" und vorsorglich aufgearbeitet und dann gemessen.
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