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Tuning für die BOSE 901 aller Serien

Da habe ich etwas gelesen, das provoziert die Gegenrede. Mit dem Austausch des Kabelbaumes - ich vermute durch Kabel mit einem höheren Querschnitt - könne man die Qualität der BOSE 901 erheblich steigern.

Dazu folgendes : Es ist physikalisch allgemein unbestritten, daß eine Membrane mit einer kleinen Masse schneller schwingen kann als eine Membrane mit einer größeren Masse bzw. einem größeren Durchmesser. Deshalb trennen die Tonstudio-Profis und die High-End Gourmets die Wiedergabe einer Lautsprecherbox auch in 2 oder 3 Frequenzbereiche auf.

Das Optimum liegt dann bei aktiven 3 Wege Boxen ala Georges Cabasses Brigantin V oder B+W oder anderen Herstellern mit jeweils (nur !!) einem Chassis pro Frequenzbereich. Alle Kombinationen mit mehreren gleichartigen Chassis, egal in welchem Frequenzbereich, haben phsikalische und psychoakustische Nachteile. Dazu haben wir hier auf den Museumsseiten mehrere fundierte Artikel von erfahrenen Akustikern anzubieten.

Ein Breitbandchassis mit nur 13cm Durchmesser kann weder die ganz tiefen noch die ganz hohen Frequenzen optimal wiedergeben. Es ist ein Kompromiss, der - jedenfalls bei der 901 - andere Vorteile haben soll und herausstellen soll. Auch kann ein 13cm Chassis, wie es bei BOSE verbaut wurde, bei weitem nicht den mechanischen Hub, den ein 38cm oder gar 48cm Tieftöner in einem aktiven Basswürfel oder einer Kammer in einer aktiven Box ausführt. Dort sind es ±1,0cm bis zu ±2,5cm, und das können die Bose Chassis aller 901er nicht.

Fazit : Ich komme so oder so nicht in klangliche High-End Regionen der ganz großen und edlen Superlautsprecher mit einem Erdbebenbass, die es durchaus gibt. Denn nur dafür brauchte ich die extrem hohe Verstärker-Leistung im 20Hz oder 30Hz Bereich und davon mehr als 200 Watt.

Und ob ich mir deshalb eine Accuphase Endstufe für 12.000.- Euro
an zwei Bose 901 dran hängen werde, ist auch wieder zweifelhaft. Da stimmen auch die Relationen nicht.
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Die BOSE 901 dort einsetzen, wofür sie optimal ist

Die Heimversion der BOSE 901 ist für mittelgroße Räume (amerikanischer Wohnzimmer) von 36qm bis etwa 80qm konzipiert. Darunter wird es schwierig (eigene Erfahrung) und darüber wird es akustisch dünn, denn dann fehlt es an Bassvolumen.

Nicht umsonst hat Bose für den Einsatz in sehr großen Räumen die akustische Kanone entwickelt, die - sogar als 4er Pack - ganze Sportstadien oder Eventhallen tot schießen kann - also akustisch töten kann. Ich hatte die mal mit einem Rohr in einem Mediamarkt in der Hanauer Landstraße in Frankfurt gehört, ca. 2.400 qm mit bestimmt 10m Hallen-Höhe, es war schon sehr beeindruckend, was dort an Bass raus kam.

Doch in Wohnräumen hat die 901 ganz andere Qualitäten. Sie soll angenehmen Sound in beeindruckender Stereowiedergabe produzieren. Und das kann sie ganz hervorragend. Der psychoakustische Eindruck begeistert jeden, der das nicht kennt.

Der langjährig geschulte Tonmeister aus einem Plattenstudio oder vom Rundfunk und vielleicht auch der Toningenieur hört natürlich sofort, was da an Stereo- Effekthascherei im Spiel ist. Doch dessen Urteil ist hier gar nicht gefragt. Hier sind ganz normale Menschen mit Spaß an guter Musikwiedgabe am Werk und die sind mit zwei 901 voll und ganz zufriedengestellt.
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Kann man sie wirklich besser machen ?

Natürlich kann man das. Ob aber der Aufwand das geringe Mehr an akustischer Qualität rechtfertigt, ist eine andere Frage. Aus meiner Sicht kann man die 901 nur sehr geringfügig verbessern. Bei Zimmerlautstärke wird man bereits den Unterschied von 1,5 Quadrat zu 2,5 Quadrat bei einer 2 x 6m Zuleitung nicht mehr unterscheiden können. Die originale recht billige Verkabelung des Equalizers zwischen Vor- und Endverstärker kann einige Verbesserungen bei den Kabeln und Buchsen vertragen. Das rentiert sich vielleicht ab der Serie III.

Das Weglassen der hinteren Abdeckung kann die Hochtonwiedergabe leicht verbessern. Und eine 2 x 100 Watt Endstufe ist für Räume oberhalb 24 qm sicherlich vernünftig. Bei noch größeren Räumen sind ein paar Watt mehr auch nicht verkehrt.

Doch insgesamt ist die BOSE 901 im oberen Mittelklasse Segment (oder ab der Serie 5 in der unteren Spitzenklasse) der Hifi-Boxen angesiedelt, und damit im "Massenbereich", wie die Amerikaner das ausdrücken. Drüben in USA kostete solch ein Pärchen um die 1.400.- Dollar, etwa so viel wie damals ein Paar Acustical Research 3A Boxen.

Solche Konzepte bekommt man auch mit extremen Aufwendungen nicht hoch in die High-End Regionen. Das muß man so akzeptieren und die 901 Boxen genau dazu nutzen, wofür sie konzipiert waren und sind, für normalen Musikgenuß, der nicht anstrengt, sondern Freude bereitet.
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Bei uns wird die BOSE 901 Serie IV mal neben den JBL Ti250 stehen und zeigen sollen, wo die Unterschiede sind und wie groß diese Unterschiede sind. Der Raum ist aber bereits etwa 120 qm groß und bis zu 6m hoch, also mal sehen, ob das klappt.
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