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Erfahrung mit BOSE Profi Boxen (aus 1976)

von Gert Redlich im Jan. 2014 - In den Jahren 1975 bis 1978 habe ich mich intensiv mit der Beschallung von Diskotheken und Tanzschulen und auch von kleinen und mittelgroßen Bühnen in Hallen beschäftigt. Das damalige Boxen-Angebot an JBL, Cervin Vega und Electro-Voice Hornstrahlern (und anderen) war - zumindest für mich - nicht überzeugend. Die Hörner machten zwar richtg viel Lärm, doch alles klang immer eine Spur von verzerrt - die nächtlichen teils bereits angeheiterten Diskobesucher assoziierten das aber mit "richtig gut laut".
Ich wollte aber nicht "gut laut", sondern laut und !! gut haben. Und als dann die ersten Bose 800 professional Boxen angeboten wurden, hatte ich mir das sehr sorgfältig angehört und dann zugeschlagen - wohl wissend, daß damit nicht jede Anforderung gelöst werden konnte..
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Mit zwei Kanonen (BOSE 1800) auf die 8 Boxen "geschossen"

Mir war von der Physik her klar, diese kleinen Boxen brauchen Power, damit sie genauso abgehen wie die 901 in den Wohnräumen. Und man brauchte nicht eine Box, sondern deren mehrere. Meine erste größere Veranstaltung war in der großen Rhein Main Halle direkt vor meiner Haustür mit etwa 2000 Zuhörern. Der Tontechniker wollte es sowieso mal ausprobeiren und die Leitung wollte solche Boxen anschaffen. Also habe ich 2 Endstufen - je eine auf jeder Seite - mit 4 BOSE 800 aufgebaut. Die große Unbekannte war die NF-Leitung von über 150m bis zum Mischpult in die Tonkabine ganz hinten unter der Decke über dem Projektorraum. Die Mikrofonleitungen samt der Vorverstärker waren in der Halle bereits fest installiert, alles vom Feinsten natürlich.

Eine BOSE 1800 Endstufe leistet nachweislich etwa 2x400 Watt Sinus an 8 Ohm bei allen Frequenzen - beide Kanäle gleichzeitig betrieben. Und bei der Nutzung von 2 Boxen je Kanal - also bei 4 Ohm - waren es fast 1KW je Verstärker-Hälfte. Wir hatten also beinahe 2 x 2KW Leistung. Das war super und insgesamt voll ausreichend, um den Orchestersound eines Unterhaltungsmusik- Orchesters "unterstützend" !! in den ganzen Saal zu bringen. Es gab keine Vorgaben oder Anstalten, die Zuhörer tot zu "pusten" - wie in den Diskotheken. Dort hätten die 8 Bose 800 mit Sicherheit nicht ausgereicht, um richtigen Druck zu machen.
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Nicht ausreichend war das bei richtiger Disco-Power

Doch da hatte ich andere Tricks auf Lager, lange bevor BOSE mit der "akustischen Kanone" auftauchte. Für die BOSE 800 und später die 801 (wie im Bild) brauchte man ja diesen Equalizer, der den Frequenzgang der Breitbandchassis linearisierte.

Und so schloß ich in jeder der 4 Tonsäulen (in den Ecken der Tanzfläche) an je einen (von vier) BOSE 1800 Verstärkern je 2 BOSE 801 parallel an einen Kanal mit Euqalizer an und ein JBL Basshorn mit 38cm Tiefbass-Lautsprecher - aber ohne den BOSE Equalizer. Mit der NACHAMICHI Frequenzweiche nahm ich den BOSE 801 etwas Bass weg und leitete diese Frequenzen auf das Basshorn um, mit gigantischem Erfolg. Am ersten Tag fiel nebenan ein Messestand um und am letzten Tag kamen mehrere Scheinwerfer mit gelockerten Schrauben von der Decke herab in ein Blumenbeet geplumst.

Damit war der Nachweis erbracht, meine Boxen-Kombination war "umwerfend" im wahrsten Sinne des Wortes.

In kleineren Diskotheken war es richtig laut

Die Diskothek Blue Ranch 1976

In einer Diskothek im Taunus wurden dann auch 8 BOSE 800 mit 2 Endstufen aufgefahren, zusätzlich zu den 4 Basshörnern, bis die Sicherungen rausflogen. Wie man im Bild sieht, konnten Berufs-Musiker auch übertreiben. Viele der jungen Besucher damals hatten leichte Gehörschäden davongetragen, die sich aber erst Jahrzehnte später bemerkbar machten.

Der Audiologe Ludwig Moser von der Universitäts-HNO-Klinik Würzburg referiert auf seinen 3 Artikeln aus dem Jahr 1988 über diese Probleme des Hörens und der Hörschäden hier auf diesen Seiten.

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