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Im gigantischen und übertriebenen "Sprüchemachen" hatten sich die Amerikaner noch nie zurück gehalten.

Der amerikanische Markt war schon immer viel härter (andere sprechen von "brutaler") als hier bei uns in Deutschland. Erst sehr spät wurde in Deutschland das "Kuscheln" bei der (vergleichenden) Werbung "aufge- brochen" und so wurde der deutliche Vergleich mit Nennung der Namen auch hier bei uns eingeführt bzw. nicht mehr unter Strafe gestellt. In Amerika gehörten die "tollen" Sprüche schon von Anfang an bei der Neuvorstellung (man spricht vom "launch") eines Produktes dazu.

Darum - nehmen Sie diese Sprüche unbedingt mit Humor -,
denn längst nicht alles hatte da gestimmt, schon gar nicht die vorab gerühmte himmlische Klangqualität. Es kommt nicht immer nur auf die Sinusleistung oder den Frequenzgang und den Klirrfaktor an. Manche güldenen Verstärker hatten klingende Namen wir der "PhaseLinear 700" mit 2 x 350 Watt Sinus an 8 Ohm, doch der Klang war eben "nur" gut, und mehr nicht.

Darum beachten Sie bitte :
Das sind die Werbesprüche aus dem BOSE Prospekt:

.

1973 - "Die spektakulärsten Stereo-Neuentwicklungen tragen zweifellos den Namen BOSE."

Werbung in Deutsch
Werbung in Deutsch
die Frontseite des 1801
der 1801 von oben
im Vergleich zu einer 901/II
von hinten
ein Promotion Foto

Die folgenden Texte stammen aus einem Bose-Flyer aus 1973 !! Der Kommentar steht ganz unten.

Wenn über Neuentwicklungen auf dem HiFi-Markt von der Fachwelt länger als üblich diskutiert wird, kann man mit Sicherheit auf einen Namen tippen: BOSE.

Es ist bekannt, daß die Wissenschaftler und Ingenieure von BOSE an ihre Arbeit Kriterien anlegen, die gerade für den Käufer von entscheidender Wichtigkeit sind. Nicht allein die technischen Daten sind von Bedeutung. Was zählt, ist das hörbar bessere Ergebnis, die Betriebssicherheit, die Stabilität und die Lebensdauer. Und das zu einem fairen Preis.

Ungewöhnlich wie die BOSE-Produkte sind auch die Informationsbroschüren. Der Interessent erfährt hier die Zusammenhänge und Hintergründe der Forschung und nicht einzelne, beziehungslose Daten. Man kann hierbei von Verbraucherschutz durch umfassende Aufklärung sprechen (Eigentlich eine Selbstverständlichkeit).

Wer diese Information gelesen hat, sollte den unmittelbaren Vergleichstest mit anderen HiFi-Geräten nicht scheuen. Er wird sehr schnell erkennen, warum die gesamte internationale Fachwelt zum Beispiel die BOSE Direct/Reflecting® Lautsprechersysteme so einhellig begeistert beurteilt hat. Eine Seltenheit bei Fachleuten.

Der Netztransformator :

Schon der Netztrafo des BOSE 1801 ist ungewöhnlich - er wiegt 18kg. Das ist nahezu das Gesamtgewicht anderer Hochleistungsverstärker .

Nur ein Trafo dieser Dimension bot aber die Garantie einer ultrastabilen Speisespannung für jede Betriebssituation. Maximal nur 6% Spannungsschwankung, "also erhöhte Lebensdauer der Leistungstransistoren".

  • Anmerkung : Solch ein dummer Unsinn - wer hat das übersetzt ? Bei Belastung gehen die Spannungen immer runter und sind somit nie eine Gefahr für die Endtransistoren.


Jede weitere Verbesserung über dieses Ziel hinaus, lehnten wir ab. Solche „Verbesserungen" vermindern meist die Lebensdauer, die Betriebssicherheit und die Stabilität eines Verstärkers. Zudem steigen die Kosten und somit der Preis, den Sie für solche unhörbaren „Verbesserungen" zu zahlen hätten.

Der 1800 hat 8.800 cm² Kühlfläche. Also niedrige Betriebstemperatur der Leistungstransistoren und somit längere Lebensdauer und größere Zuverlässigkeit.

Unser Ziel bei BOSE :

Wir hatten nur ein Ziel vor Augen, als wir den BOSE 1801 Stereo-Endverstärker konstruierten: einen Verstärker zu bauen, der einem elektrischen Signal keine hörbaren Verzerrungen oder Verfärbungen hinzufügt.

85°C Computer-Standard-Elektrolytkondensatoren
, weil hohe Temperaturen die Kondensatoren gefährden. Bessere Kondensatoren als im BOSE 1801 gibt es heute nicht.

  • Anmerkung : Das stimmte bereits 1972 nicht. Es gab bereits Kondensatoren für 108°C Umgebungstemperatur. Die lebten nicht nur noch länger, sie waren auch deutlich teurer. Und es gab noch die "military grade" Qualität, die war nochmal Faktor 4 teurer als die 108° Kondensatoren.


Absolut einmalig: die „Integral Design Technik". Erstmals sind alle Bauteile eines Kanals einschließlich der 14 Leistungs- transistoren und der Wärmeschutzschaltungen auf einer gedruckten Schaltplatine untergebracht.

Vorteile: Bessere Qualitätskontrolle der Baugruppen als bei konventionellen Verstärkern. Wesentlich "exakterer" Schaltungs- aufbau durch gedruckte Schaltungen. Mehr Servicefreundlichkeit. Der Austausch eines Kanalmoduls ist in 5 Minuten möglich, ohne Abstimmen, da durch die „Integral Design Technik" alle Kanalmodule in der gleichen Güte und Exaktheit produziert werden.

Ein Novum: die integrierten VU-Meter und die Luminiszenz- dioden, die den gesamten Ausgangsleistungsbereich im Verhältnis 4000 :1 anzeigen. Anstiegszeit: 1/100 millionstel Sekunde. Auch das „Clippen" wird sofort angezeigt.

Fazit: Der BOSE 1801 Stereo Endverstärker ist eine Pionierleistung in der HiFi-Verstärker- technik. Die umfangreiche Informationsbroschüre gibt Ihnen einen Einblick in die Hintergründe der Technik, vermittelt Ihnen ein Wissen, das Sie woanders in dieser Form kaum finden.

Anmerkung: Das Ganze "etwas differenzierter betrachten"

Mein Fazit als damaliger "BOSE Professional" Händler war differenzierter. Dieser Verstärker hatte nämlich (andere) Super-Qualitäten, und die waren (damals) wirklich einzigartig und umwerfend gut. Er konnte Tag und Nacht ungekühlt nur mit seinen eigenen riesigen Kühlkörpern unter Vollast laufen, also wirklich 2 x 400 Watt Sinus - Tage lang - also immer. Das kannten die alten Diskothekenbauer nur von dem legendären McIntosh MC275 Röhrenverstärker (aber nur mit 2 x 75 Watt).

Die Audio-Qualität dieses BOSE Kraftwerks
war für ein Kino, ein Theater, ein Konzertsaal oder eine Disko absolut super. Zuhause in den heimischen Wänden und bei absoluter Ruhe fehlte dem Verstärker (wie auch später dem Bose 4401 Vorverstärker) aber das Quäntchen "Super-Edel High-End Qualität" im Vergleich zu anderen (sicher gleich teuren aber leistungsschwächeren) Produkten oder Fabrikaten. Fairer Weise muß ich dabei immer wieder betonen: Das mit dem High-End haben die BOSE Leute aber auch nie beworben oder propagiert.

Ein (Amcron) Crown DC-300A klang einfach (ein homöopatisches kleines Stückchen) besser, nicht lauter oder baßstärker. Das haben auch andere Gourmets festgestellt, es haperte (damals noch) an dem Hifi-Klang in diesen oberen High-End Leistungs-Sphären.

Und mit den 18 Kilo des Netz-Transformators könnte man eventuell die Dauerleistung und die Wärmeentwicklung verknüpfen, doch mit der Audio-Qualität hat das Gewicht des Trafos erstmal nicht das Geringste zu tun. Das waren alles nur Werbe-Sprüche !! Ein Schnittbandkerntrafo oder gar ein Ringkerntrafo - wie in den Accuphase Endstufen - liefert bei halbem Gewicht die gleiche tolle Leistung - aber wie gesagt, das hat mit der Audio-Qualität überhaupt nichts zu tun. Mein Accuphase P800 läßt grüßen.

- Werbung Dezent -
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