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Warum hat "stereoplay" für uns solch eine Bedeutung ?

Zum Jahresende 1983 wurde die Mutter der High-Fidelity im deutschsprachigen Raum - die Hifi-Stereophonie - nach 23 Jahren Selbständigkeit in "stereoplay" eingegliedert und ex Chefredakteur Karl Breh übernahm für 12 weitere Jahre auch dort die Chefredaktion.

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Die "Hifi-Stereophonie" geht in "stereoplay" auf.

Mit der ersten Ausgabe im neuen Jahr 1984 prankt links oben auf der Coverseite der "stereoplay" gut sichtbar das alte "Hifi-Stereophonie" Logo. Diese Zeitschrift hat nach über 22 Jahren aufgehört zu existieren und lebt jetzt nur noch virtuell weiter.

Die "stereoplay" hat zu der Zeit ein denkbar schlechtes Image als Hifi-Ramschblatt auf Bildzeitungs-Niveau. Und über die damalige gedruckte Auflage und die verkaufte Auflage sind nur wenige Informationen zu erhalten. Es war (vermutlich auch) von ganz oben Handlungsbedarf angesagt.

Das alles sollte und wollte Karl Breh ändern und verbessern, als er sich breitschlagen ließ, dort vorerst als Berater mitzumachen. Denn jeden Tag auf der viel befahrenen Autobahn von Karlsruhe über Pforzheim nach Stuttgart zu fahren, das macht nicht immer Spaß. Mit seinen über 10.000 CDs hätte er es auch noch viele viele stressfreie Jahre sehr gut ausgehalten. Wie er mir in 2014 aber sagte, ist man hinterher immer schlauer. - Übrigens : Wir haben jetzt mit der Berlin Lieferung vom Juni 2015 fast alle stereoplay-Ausgaben vollzählig - sogar die allererste 1978er Ausgabe.

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Das Editorial Heft 1 aus 1984 - "Willkommen"

Für HiFi-Freunde dürfte das Jahr 1984 ereignisreich werden: Der noch recht junge Compact-Disc-Spieler fällt im Preis rapide, die digitale Aufnahmetechnik für jedermann beschert einige interessante Geräte und neue, spezielle Bänder. Lichtblicke kündigen sich auch im Lautsprecherbau an, der schon im vergangenen Jahr deutliche Fortschritte bei der Klangqualität erzielte. Aber noch ein Ereignis wird 1984 Akzente setzen.

Die renommierte HiFi-Zeitschrift HiFi-Stereophonie, seit 22 Jahren am Kiosk, suchte einen soliden Partner. Chefredakteur und Verlagsleiter Karl Breh plädierte für stereoplay, weil es seinen Vorstellungen von einem „hochqualifizierten und seriösen Blatt" (Breh) am nächsten kam und weil seit langem gute Beziehungen zwischen Karl Breh und mir existieren.
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  • Anmerkung : Das war eine sehr weit ab von der Wahrheit liegende Beschreibung - eigentlich war es gelogen. Auch war Karl Breh zwar der für den Inhalt verantwortliche Chefredakteur, aber doch nicht der verantwortliche Verlagsleiter des G. Braun Verlages - das war zu der Zeit der bereits 82jährige Dr. Knittel.

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Die neuen Leser sind willkommen . . . . .

  • Anmerkung : Das in der Überschrift war ganz bestimmt die Wahrheit - also nicht gelogen.


Meine Mitarbeiter und ich heißen die neuen Leser herzlich willkommen.
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  • Anmerkung : Vermissen Sie nicht auch etwas ? Die neuen Mitarbeiter wurden also NICHT "Willkommen" geheißen !! Zwischen den Zeilen liest man, daß die alte stereoplay Redaktion auf die neuen Mitarbeiter aus Karlsruhe keinen so großen Wert gelegt hatte, denn die waren eine gefährliche und hochkarätige Konkurrenz.

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Für sie wird es ab sofort in stereoplay Vertrautes geben: Karl Breh bereichert mit Rat und Tat das Redaktionsangebot (Anmerkung : Zum Chefredakteur wurde Karl Breh aber erst 11 Monate später - sehr zum Verdruß von Dr. Gerald O. Dick); Günther Mania, Joachim Kuli und Arndt Klingelnberg verstärken die eh schon starke Test- und Technik-Mannschaft von stereoplay.

  • Anmerkung : Das ist wahre Lobhudelei, denn die alte Testmannnschaft von Stereoplay war damals der "letzte Brüller". Einige Testberichte aus der Zeit vor 1984 - und davor - werden hier noch zitiert. Arndt Klingelnberg hatte mir in 2016 erzählt, daß er gar nicht mehr für stereoplay gerabeitet hatte.

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Und der erstklassige Stab von Klassik-Rezensenten der HiFi-Stereophonie sorgt dafür, daß dieser Musikteil die verwöhnten HiFi-Stereophonie-Leser zufriedenstellt.
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Chefredakteur Dick hatte den Zug der Zeit nicht erkannt.

Die treuen stereoplay-Leser brauchen aber nicht zu befürchten, daß sie auf Gewohntes verzichten müssen: Für sie bleibt alles beim bewährten Alten. Denn das, was neu ist - mehr Technik, mehr Klassik -, gibt es zusätzlich. Zusätzlich zu fundierten Tests, interessanten Reports, Neuheiten und viel Musik - übrigens ohne einen Pfennig mehr.

Gerald O. Dick (stereoplay-1-1984-Editorial)

  • Anmerkung : Eigentlich hieß er ja Dr. Gerald O. Dick, doch die Darstellung der akademischen Überqualifikation war offensichtlich nicht gewollt.

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Doch der Frieden dauerte nur knapp 1 Jahr . . . .

Der Qualifikationsunterschied zwischen dem in der gesamten Branche wohl bekannten und anerkannten begeisterten Hifi-Machers Karl Breh und dem Physikdoktor war anscheinend zu groß, als daß der Wechsel nicht von vorneherein bei der Übernahme der Hifi-Stereophonie geplant war. Als dann Karl Breh zum Chefredakteur ernannt wurde und O. Dick in die zweite Reihe abtreten sollte, kam der Ausstieg.
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Hier im Januar 1984 schaun wir mal ganz weit nach vorne in die Mai Ausgabe 1998 von stereoplay :

Etwa 20 Jahre später wurde das so formuliert:

"Dann zog Dr. Gerald O. Dick mit einem Teil der alten Redaktion bei Stereoplay aus, nach dem er als Chefredakteur von Karl Breh abgelöst worden war und gründete 1985 die HIFI-Vision, nur ein paar Straßen weiter."

Das kann man im klaren deutlichen Wortlaut alles in der "20 Jahre" Jubiläums-Ausgabe vom Mai 1998 nachlesen.

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stereoplay 1984-02

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  • Anmerkung : Auch hier ist es unbedingt sinnvoll, zwischen den Zeilen zu lesen. Der alte Chefredakteur Dr. Gerald O. Dick ist nämlich ganz bestimmt nicht freiwillig "gegangen", denn dann hätte er nicht wenige Monate später ein eigenes Hifi-Magazin - es war die Hifi-Vision - gestartet. Das Image der "stereoplay" war herunter- "gewirtschaftet" und der Motor Presse Verlag hatte es vermutlich gemerkt. Im Klartext: Herr Dr. Dick "wurde !!" neuen Aufgaben "zugewendet".

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Karl Breh übernimmt nach 10 Monaten des geduldigen Wartens die Chefredaktion von "stereoplay" und schreibt nachfolgendes Editorial :
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Führungswechsel - stereoplay 11/1984 - Editorial

Karl Brehs erstes Editoirial 1984

Der neue Chefredakteur formuliert es so :
Weil Dr. Gerald O. Dick sich anderen Aufgaben "zuwenden wird", bat mich die Geschäftsführung des Verlags, die Leitung der Redaktion von "stereoplay" zu übernehmen. Von Heft 12 an trage ich die volle Verantwortung für den redaktionellen Inhalt dieser Zeitschrift.

Alle Leser von stereoplay kennen mich als Verfasser einiger Klassik-Rezensionen, von vier Folgen der Technik-Beilage und einigen anderen Beiträgen. Nicht wenige Leser mögen sich an mich als den langjährigen Chefredakteur der HiFi-Stereophonie erinnern. Und einige wissen vielleicht, daß ich seit 1968 Vorsitzender des Deutschen High-Fidelity Instituts (DHFI) und in dieser Eigenschaft auch Präsident der Düsseldorfer hifivideo-Messen bin, also nicht gerade das, was man ein unbeschriebenes Blatt zu nennen pflegt.

Die vorliegende Ausgabe von stereoplay
ist mit 224 Seiten die umfangreichste, die es je gab. Das ist nicht mein Verdienst, sondern das meines von mir sehr geschätzten Vorgängers, Dr. Gerald O. Dick, und seiner Mitarbeiter, die nun meine sind.
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  • Anmerkung : Aus meiner Sicht etwas zu pathetisch formuliert - nennt man das nicht auch wieder : "Krokodilstränen" ? - fast genauso wie bei der Übernahme im Januar 1984.

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  • Anmerkung : Zu der Zeit wußte Karl Breh noch nicht, daß Herr Dr. Dick etwa die Hälfte der stereoplay und der AUDIO Redaktion zu seiner neuen Zeitschrift mitnehmen wird. - Es muß also schon längere Zeit kräftig gebrodelt und gekocht haben in den beiden Hifi-Redaktionen. - Doch Karl Breh kannte natürlich nach 23 Jahren "Gott und die Welt" in der Hifi-Branche und konnte diese Lücken wieder erstaunlich schnell füllen bzw. schließen.

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Die Übernahme der Redaktionsleitung just mit diesem Heft ist für mich Herausforderung und Ansporn zugleich: Was den Erfolg dieser Zeitschrift ausmacht, wird konstruktiv bewahrt. Einsatz, Begeisterung und Fleiß des Redaktionsteams lassen mich hoffen, daß der stetige Prozeß der Verbesserung in Gang bleibt.

Die für uns maßgebende Instanz ist und bleibt der Leser. Ihm fühlen wir uns verpflichtet. Er soll aus der Lektüre von stereoplay Nutzen ziehen, wenn es um Kaufentscheidungen geht. Sie soll ihm aber auch Unterhaltung bieten, Freude bereiten und Spaß machen. Der einschlägigen Industrie werden wir ein ebenso fairer wie gestrenger publizistischer Partner sein.

Dr. Dick wünschen seine zum Teil langjährigen Mitarbeiter viel Glück und Erfolg für seinen weiteren Lebensweg. Ich schließe mich - wohl auch im Namen der ganzen Leserschaft - diesen Wünschen an.

Karl Breh

stereoplay 1984-12 - Editorial
"Mengen-leere"

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Leserbriefe in großen Mengen sind der Stolz und die Not aller Zeitschriftenmacher, gelten sie doch als ein untrügliches Zeichen für die Bindung des Lesers an sein Blatt. Nur wer seine Zeitschrift und deren Redaktion schätzt und ernst nimmt, macht sich die Mühe, Kritik, Ärger, Verbesserungsvorschläge, Anregungen, gelegentlich sogar ein Lob, Zustimmung oder gar Begeisterung mehr oder weniger pointiert zu formulieren, einen Brief zu frankieren und dann auch noch abzusenden.

Solche Leserbriefe sind für die Redakteure wahre Vitaminstöße, mehr noch, sie sind ihr journalistisches Lebenselixier. Denn nichts träfe die schreibende Zunft härter als die Frustration, daß ihre publizistische Stimme im echolosen Niemandsland verhallt. Sie würde dann quasi im eigenen Saft schmoren, entbehrte der Rückkopplung zwischen sich und ihrem Adressaten, aus der allein sie eine direkte Beurteilung ihrer Arbeit entnehmen kann.

Leserbriefe sind aber auch die Not der Redaktionen, insbesondere derer von Test-Zeitschriften. Eine überwältigende Leermenge von Zuschriften, die stereoplay Monat für Monat überflutet, ist dadurch gekennzeichnet, daß deren Absender eine höchst qualifizierte und darum ebenso zeitrau-
bende Beratung für die Zusammenstellung, Erweiterung oder teilweise Erneuerung ihrer HiFi-Anlage erwarten. Sie erhoffen sich von stereoplay einen individuellen Service, den ihnen eigentlich der Fachhandel bieten müßte.

Diese Kategorie von Leserzuschriften bringt uns in Gewissensnöte. Einerseits fühlen wir uns verpflichtet, jede Anfrage nicht nur mit einer Höflichkeitsfloskel, sondern sachkundig zu beantworten. Andererseits werden wir dafür bezahlt, Monat für Monat eine gute Zeitschrift zu machen. Beides zusammen schaffen wir beim besten Willen nicht. Dafür bitten wir Sie um Verständnis.

Ihre Zuschriften landen auf jeden Fall bei den zuständigen Redakteuren. Beantwortet werden diejenigen, deren Bearbeitung keine zeitintensiven Recherchen verursacht. Die anderen nimmt der Redakteur zur Kenntnis. Soweit sie allgemein interessierende Fragen betreffen, erfolgt die Behandlung der angesprochenen Probleme bei passender Gelegenheit in der Zeitschrift.

So hoffen wir denn, daß Sie, liebe Leser, stereoplay auch nächstes Jahr die Treue halten, selbst wenn Sie zu der doch relativ kleinen Teilmenge zählen, die im zu Ende gehenden Jahr auf eine Zuschrift keine persönliche Antwort erhielt. Mit den besten Wünschen zu den bevorstehenden Feiertagen und zum Jahreswechsel,

Ihre stereoplay-Redaktion.
Karl Breh

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