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Warum hat "stereoplay" für uns solch eine Bedeutung ?

Zum Jahresende 1983 wurde die Mutter der High-Fidelity im deutschsprachigen Raum - die Hifi-Stereophonie - nach 23 Jahren Selbständigkeit in "stereoplay" eingegliedert und ex Chefredakteur Karl Breh übernahm für 12 weitere Jahre auch dort die Chefredaktion.

Beobachtungen vom Autor Gert Redlich in 2017

Bei meinen ersten selbständigen "Gehversuchen" so um 1974 hatte ich damals einen Freund, der mir folgenden Tip gab. Vermeide in der (seriösen) Werbung jede Art von (neudeutsch) Gimmiks und Cliparts bzw. Cartoons oder Karrikaturen. "Auch wenn es Dir gefallen sollte, es ist für andere Außenstehende destruktiv." Ich hatte mich über 30 Jahre efolgreich daran gehalten und Sie finden auch hier auf den Museenseiten nur ganz ganz wenige Strichmännchen (in irgendwelchen fremden Artikeln).

In den stereoplay Ausgaben von 1982 und 1983 wird pro Ausgabe eine ganze A4 Seite für sehr gewöhnunsgedürftige Cartoons (mit geringer Aussagekraft) verwendet bzw. verschwendet. Ich jedenfalls kann diesen Cartoons oder Kindermalereien nichts abgewinnen.

Beim Überfliegen der Cover-Seiten sehen sie recht schnell, es sind gigantische Mengen an verschiedensten Lautsprechern aller Größen, Farben und Formen, die die Kunden kaufen sollen oder "dürfen". Die Auswahl ist so gigantisch wie unübersichtlich, weil man in einer Zeitschrift eben nicht selbst probehören sondern nur lesen und schauen kann. Und einige dieser sogenannten "Tests" sind richtig hahnebüchener Unsinn, andere scheinen ganz fundiert. Sie finden hier also beides.

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Editorial 1/1983
Unzufrieden?

Irgendwann verspürt jeder mal Unruhe. Sie kommt plötzlich und ergreift von einem Besitz. Meistens fängt es ganz harmlos an: Man kommt vom Konzert oder von Freunden nach Hause, schaltet die HiFi-Anlage ein und ist unzufrieden.

Die eigene Musikanlage, das scheint sonnenklar, verstößt gegen den wichtigsten Grundsatz der High Fidelity, vom Musikgeschehen so wenig wie möglich für sich zu behalten und ihm auch eigenmächtig nichts hinzuzufügen. Sie soll nur genau das, was in der Plattenrille steckt, wiedergeben - nicht mehr und nicht weniger. Aber das ist eben äußerst schwierig.

Die vorprogrammierte Unzufriedenheit mit der eigenen HiFi-Anlage ist verständlich. Denn richtiges Hören ist trainierbar, egal ob der Musikliebhaber 14 oder 40 Jahre alt ist. Immer dann, wenn ein Hörer intensiv einem Konzert lauscht, speichert sein Gehirn diesen Klang, und zu Hause bei der Wiedergabe deckt ein Vergleich zwischen Original und Reproduktion die Schwächen der HiFi-Anlage auf.

Manche verlieren dann die Lust am highfidelen Geschehen. Schade, denn Musikhören dürfte sicher zu den schönsten Hobbys gehören. Die meisten aber, und das ist der richtige Weg, verbessern die Klangqualität ihrer Anlage. Oft genügt schon eine neue Tonabnehmernadel oder ein moderner Tonabnehmer für wenig Geld, um der Musik wieder Leben einzuhauchen.

Manchmal müssen aber auch ein neuer Plattenspieler, Verstärker oder ein Paar Lautsprecher her, um die gewachsenen Ansprüche zufriedenzustellen. Plötzlich macht dann Musikhören wieder Spaß: Man ertappt sich, daß man öfters und lauter als zuvor Musik genießt. Das geht auch lange Zeit gut - bis zur nächsten Unruhe. Und die kommt bestimmt.

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Editorial 2/1983
Jedes Mittel recht

Hin und wieder gibt es Firmen, die wollen mal eben das schnelle Geld machen. In Windeseile schustern sie mit billigsten Bauteilen Geräte oder Lautsprecher mit Leuten zusammen, die nie zuvor einen Lötkolben in der Hand hatten. Oft sieht dann das mangelhafte Produkt sogar recht verlockend aus. Es scheint vor allem aber recht preisgünstig zu sein.

Und etliche HiFi-Freunde fallen auch prompt auf die nach allen Regeln der Kunst fabrizierten Werbekampagnen herein und kaufen das vermeintlich günstige Gerät. Der Geschäftemacher freut sich manchmal aber zu früh. Denn ab und zu gelingt es seriösen Fachzeitschriften, derartige Praktiken ans Tageslicht zu zerren.

Dann geht natürlich das Gezeter los: Die ertappten Firmen erwirken beispielsweise Gegendarstellungen, in denen viel Falsches behauptet wird - laut Pressegesetz muß jede Formulierung, ohne Rücksicht auf den Wahrheitsgehalt, veröffentlicht werden.

Sie unternehmen Werbefeldzüge, bei denen ihr Produkt geradezu glorifiziert und die bösen Tester verdammt werden. Sie drohen mit Klagen wegen Geschäftsschädigung oder versuchen, die Redaktion mit dubiosen Prozessen wegen Verdienstausfalls in astronomischer Höhe zu erpressen.

Jedes Mittel scheint recht zu sein, um im Geschäft zu bleiben; jedes, warum nicht aber um alles in der Welt das einzige richtige Mittel - überzeugende Qualität? Aber das ist eben ein dornenreicher Weg, den allenfalls solide Firmen erfolgreich praktizieren können.

Ich kann nur dringend raten, bei markenlosen Produkten äußerst vorsichtig zu sein und vor einem Kauf unbedingt einen Hörtest beim Fachhändler vorzunehmen. Und falls das nicht möglich ist, noch viel vorsichtiger zu sein.

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Editorial /1983
Die Konsequenz

In diesem Monat führen etliche HiFi-Hersteller den Digital-Plattenspieler für die Compact Disc ein. Die digitale Technik, bei Computern ausgereift, wird nun auch den HiFi-Freunden Klangqualitäten bieten, wie sie bisher nicht möglich waren.

Allerdings kann nur der die überragenden Möglichkeiten des Superspielers vollständig ausschöpfen, der entsprechend gute Verstärker und Lautsprecher besitzt. Die Tester von stereoplay machten nämlich eine erstaunliche Entdeckung: Einige Boxen klangen nur dann akzeptabel, wenn als Programmquellen konventionelle Plattenspieler oder Bandgeräte dienten.

Vom CD-Spieler gespeist, brachten sie den Höhenbereich merklich unsauberer. Der Grund: Das digitale System kennt nicht die physikalisch bedingten Beschränkungen der analogen Bandaufzeichnung - die ja, außer beim Direktschnitt, meist noch Ausgangspunkt für die Schallplattenproduktion ist -, reproduziert also erheblich stärkeren Höhenanteil als konventionelle Platte oder Band. Und damit werden manche Lautsprecher nicht fertig und verzerren.

Die Tatsache, daß es Lautsprecher gibt, denen die Compact Disc keine Schwierigkeiten bereitet, zeigt andererseits, wie gut die traditionelle Musikwiedergabe sein kann. Denn damit mußten die Entwickler ja bisher leben. Der „alte" Plattenspieler kann also auch in Zukunft seinen angestammten Platz in der HiFi-Anlage behalten.

Die Konsequenz aus der CD: Erstens wird stereoplay in künftigen Tests zusätzlich untersuchen, ob die Lautsprecher das anspruchsvolle Angebot von der Digitalplatte verkraften. Zweitens empfiehlt stereoplay den Lautsprecher-Entwicklern, bei ihrer Arbeit den CD-Spieler einzusetzen. Und drittens rät stereoplay allen Musikfreunden vor dem Kauf neuer Boxen, einen Hörtest mit der Compact Disc durchzuführen und die Finger von markenlosen Produkten zu lassen.

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Editorial 4/1983
Qualität gefragt

Viele Bekannte und Freunde, die bei mir zuhause zum ersten Mal die neue Compact Disc hören konnten, waren sprachlos. So exzellente Wiedergabe hatten sie noch nie zuvor erlebt. Zugegeben, meine HiFi-Anlage ist vom Feinsten, der Wohnraum ist akustisch untadelig, und ich legte nur die allerbesten Silberscheiben auf - leider gibt es zur Zeit nur sehr wenige wirklich gute Digitalaufnahmen.

Die spontane Begeisterung über die ausgezeichnete Klangreproduktion kam meist in Ausrufen wie: „Jetzt fange ich noch mal von vorne an!" zum Ausdruck. Die klare Quelle mit ihrer bisher unbekannten Wiedergabequalität schärft aufs Neue die Ohren der Musikliebhaber.

Vorhandene HiFi-Geräte genügen also den gesteigerten Ansprüchen oft nicht mehr. Denn ein zweitklassiger Verstärker oder ein klanglich unbefriedigender Lautsprecher behält zuviel vom Musikerlebnis für sich und verfälscht es zusätzlich durch Verzerrungen oder sonstige Störungen. Der erhoffte Ohrenschmaus findet dann eben nicht statt.

Fein heraus sind Besitzer von Top-Anlagen. Ihre HiFi-Geräte sind geradezu für die Compact Disc prädestiniert. Die neuen Platten werden bei ihnen auf Anhieb gut klingen, und sie brauchen auch nicht zu befürchten, daß die große Dynamik die Boxen killt. Musikfreunden mit einfacheren Anlagen bleibt aber der Gang zum Fachhändler nicht erspart.

Allerdings sollten sie, bevor sie einen CD-Spieler kaufen, zuerst neue Lautsprecher suchen. Mit Billigwandlern nämlich würde sich das erwartete Erlebnis nicht einstellen. Es gibt heutzutage glücklicherweise gute Boxen für fast jeden Geldbeutel, stereoplay hilft bei der Auswahl mit kritischen Tests und objektiver Beratung.

Mai 1983 - "stereoplay" ist jetzt 5 Jahre alt

Und der Motor-Presse Verlag hat Großes vor. Stereoplay soll die Hifi-Stereophonie übernehmen. Dort läuft seit der weltweiten Marktschwäche im Bereich Unterhaltungselektronik (1979-1983) etwas aus dem Ruder. Der G. Braun Verlag will oder muß sich von der Hifi-Abteilung trennen.

Die Verhandlungen müssen aber schon seit ein paar Monaten hinter den Kulissen geführt worden sein.

Editorial 5/1983
Zu kompliziert?

"HiFi ist für alle da", verkündeten Grundigs Werbetexter vor geraumer Zeit. Wirklich für alle? Ich meine ja, unter der Voraussetzung allerdings, daß die Käufer Spaß an der Musik haben und gute Wiedergabequalität bekommen.

Musikfreunde brauchen heute wirklich keine Ingenieure mehr zu sein, um eine ausgebuffte HiFi-Anlage richtig bedienen zu können. Trotzdem bleiben eine Menge Knöpfe und Regler, die korrekt eingestellt sein wollen. Der eine oder andere hat vielleicht schon wegen kompliziert aussehender Geräte resigniert und fährt mit Minimal-Programm.

Freilich sind wir von der Ein-Knopf-High-Fidelity weit entfernt. Es bedarf zur Zeit eben noch der Schalter zur Tonabnehmer-Anpassung, der Knöpfe für die exakte Bandeinmessung oder der Regler, die den Baßbereich des Lautsprechers auf den Raum abstimmen.

Bringen nicht gerade diese Möglichkeiten, die Musikwiedergabe zu perfektionieren, einen gewissen Reiz? Ich glaube, für viele HiFi-Anhänger ist das ein absolutes Muß. Trotzdem gibt es etliche, die nur die Musik in möglichst vollendeter Wiedergabe interessiert, abseits jeglicher Technik.

Das digitale Zeitalter wird ihnen sehr entgegenkommen. Da gibt es nur noch Programme zu regeln oder einzustellen. Aber auch eine andere, neue Technik wird das HiFi-Leben vereinfachen: der Lichtgriffel, stereoplay hatte die Weltneuheit von Sony, den Casseiver XO-1001, unter der Lupe, der einen vernünftigen Weg in Sachen Bedienung darstellt. Ich bin sicher, das wird Schule machen. Und der High-Fidelity neue Freunde gewinnen.

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Editorial 6/1983
Qualität gefragt

Was Insider in kluger Voraussicht weissagten, aber Voreilige hartnäckig dementierten, scheint sich nun doch zu bewahrheiten: Die betagte, aber keineswegs angestaubte analoge High-Fidelity ist noch lange nicht tot.

Allen Unkenrufen zum Trotz, die Digital-Technik würde wegen ihrer weitaus besseren Qualität den konventionellen Platten samt Plattenspieler den Garaus machen, produzieren alle Preßwerke munter schwarze Scheiben. Auch ihre Kollegen der Gerätetechnik überbieten sich gegenseitig mit immer neuen, noch besseren Laufwerken, Tonarmen und Tonabnehmern.

Der Test auf Seite 8 spricht eine deutliche Sprache. Sieben Mal „sehr gut" konnten die Tester vergeben, so gut waren Tonabnehmer noch nie.

Spornt die digitale Konkurrenz die Systembauer zu neuen Höchstleistungen an? Oder gingen die „Analogen" stur und zielstrebig ihren Weg und schöpfen bloß die Möglichkeiten moderner Technologien aus?

Wie auch immer. Fest steht jedenfalls, daß die bisherige Schallplatte noch lange nicht tot ist. Unter einer Voraussetzung allerdings: Qualität ist gefragt. HiFi-Freunde werden anspruchsvoller, denn die Compact Disc spielt vor, wie gut Wiedergabe aussehen kann. Auch wenn es bisher nur wenige wirklich gute CD-Aufnahmen gibt, sie setzen Maßstäbe.

Wer im Konzert der guten Wiedergabe mitmischen will, muß jetzt Qualität liefern - egal, ob Plattenspieler-Produzent, Verstärker- oder Boxenbauer. Fein heraus ist der Käufer. Er wird immer bessere Qualität bekommen, zu angemessenen Preisen. Denn dafür wird schon der Konkurrenzdruck sorgen.

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Editorial 7/1983
Das Jahr der High-Fidelity

1983 scheint das Jahr der High-Fidelity zu werden. Ich meine damit nicht nur die spektakuläre Markteinführung des außerordentlich guten digitalen Plattenspielers für die Compact Disc, der neue Klangdimensionen eröffnet. Ich meine auch Konventionelles.

In der Januar-Ausgabe beispielsweise führte stereoplay einen extrem aufwendigen Vergleichstest der "weltbesten" Lautsprecher durch. Hier konnten die Boxenbauer erstmals im Umfeld der Weltelite ihre Kunst unter Beweis stellen. Das Ergebnis: dreimal „sehr gut".

Im März stellte Nakamichi mit dem Dragon ein weiteres Mal einen Meilenstein in der CC-Recordertechnik auf. Erstmals läßt sich jede beliebige Cassette, selbst wenn ein fremder Recorder mit nicht exakt justierten Köpfen sie bespielte, ohne Klangverluste wiedergeben. Freilich ist dieses Vergnügen zur Zeit noch relativ teuer. Aber es gibt auch Erfreuliches an der preiswerten Front.

Tests im April brachten ein erstaunliches Resultat: Von zehn Lautsprechern der 400-Mark-Klasse erhielten sage und schreibe fünf das Prädikat „sehr gut". Und ein Tuner der Absoluten Spitzenklasse, der Kenwood KT-1100 für 1100 Mark, bringt Leistungen, für die noch vor zwei Jahren mindestens das Doppelte bezahlt werden mußte. Sony gar bietet für nur 60 Mark einen erstklassigen MC-Übertrager, wie der Test im Mai zeigte.

Auch in der Mittelklasse tat sich einiges. Überraschte ebenfalls im Mai die Firma Magnat mit der sensationellen neuen "All Ribbon 10P", so gibt es in dieser stereoplay-Ausgabe die Taten der Recorderhersteller zu bewundern. Die Tester kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus: Siebenmal „sehr gut", damit hatte niemand gerechnet.

Unterm Strich: Qualität kostet so wenig wie nie zuvor und ist besser als je zuvor. Wer jetzt kauft, liegt richtig, denn ob es je wieder ein so günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis gibt, ist fraglich.
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Editorial 8/1983
Heißer Tip

Wer spart nicht gerne ein paar Hunderter, wenn er sich neue HiFi-Geräte kauft? Leider gibt es dazu nur wenige Möglichkeiten. Von dubiosen Grauimporten einiger übler Geschäftemacher beispielsweise ist dringend abzuraten, da diese Schieber ihre Garantie-Versprechungen meist nur mangelhaft oder gar nicht erfüllen können. Der Käufer steht im Falle eines Falles dann im Regen, denn die Werksvertretungen übernehmen grundsätzlich weder Service noch Reparatur.

Aber es gibt einen sicheren Weg, ohne Schaden ans Ziel zu kommen. Besonders in der Vor-Messezeit stoßen manche Hersteller Restposten und Auslaufmodelle zu wesentlich günstigeren Preisen über ihre Händler ab. Die Lager müssen für die neue Generation geräumt werden. Ist es nun sinnvoll, „veraltete" Geräte zu kaufen, oder soll man lieber gleich die neuen erwerben?

Wer sparen will, ist sicher mit manch altem Modell gut bedient. Nur weil es jetzt einen Nachfolger gibt, wird ja ein bestimmter Typ nicht plötzlich schlechter. Wenn er in stereoplay einen guten Test erhielt - und darauf sollte unbedingt geachtet werden, denn es hilft in jedem Fall, viel Geld zu sparen -, gelten die Ergebnisse nach dem Modellwechsel genauso wie vorher.

Wenn also nicht gerade eine bahnbrechende Neuerung, wie beispielsweise Nakamichis automatische Azimutregelung bei Recordern die neuen Geräte ziert, wenn auf das eine oder andere neuartige Bedienelement verzichtet werden kann, so ist ein Auslaufmodell für etliche HiFi-Freunde ein interessanter Kauf.

Allerdings sollte schnell gehandelt werden. Denn das Angebot ist meist gering. Oft gibt es nur wenige Stücke vom billigen Modell für die Händler, die sie obendrein zuerst ihren Stammkunden offerieren. Es lohnt sich also, Anzeigen zu studieren und einen guten Draht zum Händler zu haben.

  • Anmerkung : Ist das wirklich ein Argument dafür, daß auch stereoplay jede noch so kleine preiswerte Verkaufs-Anzeige so dringend benötigt ? - Auch die von billigsten dubiosen Boxenschiebern, die hier so verteufelt werden ?

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In der Speptember Ausgabe 1983 ist zu lesen:
"News in stereoplay"

Nächstes Jahr bekommt stereoplay Verstärkung:
die HiFi-Stereophonie.

Der G. Braun Verlag in Karlsruhe baut nächstes Jahr eine neue Druckerei und will im Medizinthemen-Bereich expandieren. Da war plötzlich kein Platz mehr für die in der Auflage stagnierende, stark meßtechnisch und im Musikbereich überwiegend an Klassik orientierte HiFi-Stereophonie.

Mit Zustimmung des Bundeskartellamts verkaufte der G. Braun Verlag die renommierte Zeitschrift an die Vereinigten Motor-Verlage Stuttgart. "stereoplay" hat die Ehre, ab 1. Januar 1984 die HiFi-Stereophonie nicht bloß im Untertitel, sondern in Form von mehr Plattenkritiken und (von vielen Lesern langersehnten) zusätzlichen technischen Grundlagenartikeln weiterführen zu dürfen.

HiFi-Stereophonie - Chefredakteur Karl Breh hält diese Lösung für gut
: "stereoplay ist der beste Partner, den ich mir denken kann. Es liegt, was Test und Technik anbelangt, der HiFi-Stereophonie am nächsten."

In der Dezember-Ausgabe wird stereoplay detailliert über alle derzeit noch diskutierten Themenerweiterungen berichten.
gezeichnet von "K. K."
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  • Anmerkung : So richtig gut fand Karl Breh diese Lösung nicht, doch er war eben nicht der Eigentümer bzw. Verlagsleiter und mußte sich der Entscheidung des Chefs beugen. Sein Chef war bereits 82 Jahre alt und konnte sich in diesem Markt keine Perspektive mehr vorstellen. Karl Breh hatte versucht, das Beste draus zu machen und das Magazin zumindest nicht einzustellen wie manche anderen Magazine.

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Editorial 9/1983
Ein Platz für HiFi

Bei den großen Messen der Unterhaltungselektronik droht das HiFi-Geschehen immer mehr unterzugehen. Zu übermächtig setzen sich Fernsehen, Video und neuerdings auch Computer in Szene.

Die kleineren HiFi-Anbieter fristen auf Messen wie der Funkausstellung üblicherweise in einer Ecke ein kaum beachtetes Dasein - und seien ihre Produkte noch so hochwertig. Die Großen stellen mit viel Pomp die optischen Medien in den Vordergrund, und etliche scheinen gar HiFi nur als lästiges Übel zu betrachten, mit dem kein Geld mehr zu verdienen ist. Wie unrecht sie haben, beweisen manche Firmen, die ausschließlich von HiFi leben - und nicht zu schlecht.

So bleibt es nicht aus, daß einige HiFi-Hersteller gar nicht erst zur Funkausstellung kommen wollen. Ein paar präsentieren ihre Neuheiten auf Händler-Messen, zu denen der Konsument keinen Zugang hat. Ein paar suchen ihr Glück in einer Parallel-Ausstellung, wo sie fernab vom Trubel in einem Hotel ihre edlen Produkte einigen Insidern zeigen.

Ist das der Sinn einer Funkausstellung, bei der es ursprünglich sogar ausschließlich ums Hören ging? Ich meine, man sollte auch auf den Mammut-Veranstaltungen dem HiFi-Gedanken einen gebührenden Platz einräumen.

Für viele ist nun mal Hören wichtiger als Sehen. Und alle haben Spaß am Musikhören, ganz besonders, wenn die Wiedergabe perfekt ist. Das galt früher, das gilt heute, und das wird in der Zukunft gelten.

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Editorial 10/1983
FTZ und kein Ende

Als im Mai 1982 stereoplay die FTZ-Verordnungen* kritisch unter die Lupe nahm und auf manche Ungereimtheiten hinwies, wiegelten die Betreiber und auch einige deutsche Hersteller handfeste Argumente ab. Sie meinten, es koste nur ein paar Mark, um HiFi-Geräte FTZ-tauglich zu machen, und der Klang bliebe davon völlig unberührt.

Mag sein, daß es Leute gibt, die keine Klangunterschiede zwischen Geräten hören, die den FTZ-Zauber über sich ergehen lassen mußten, und den Urversionen, die in alle Welt gehen - außer nach Deutschland. HiFi-Freunde aber hören sie und beschweren sich zu Recht. Auch die voreilig zu niedrig taxierten Kosten stimmen nicht. Gewiß, stereoplay hatte schon mal Geräte im Test, die geschwind mit ein paar Bauteilen FTZ-sicher gemacht worden waren. Das Testergebnis: Klang mangelhaft (Ausgabe 8/1982, Receivertest).

So ergibt sich die verrückte Situation, daß etliche HiFi-Hersteller zwei Geräte desselben Typs bauen, ein klanglich hochgezüchtetes und ein FTZ-taugliches, speziell für den deutschen Markt. Wer die Mehrkosten zu bezahlen hat, steht wohl außer Frage.

Im jüngsten Verstärkertest in dieser Ausgabe zeigten sich wieder die Auswirkungen des FTZ-Unheils. stereoplay erkundigte sich bei einigen Firmen nach den Änderungen, die notwendig waren, um die FTZ-Prüfnummer zu erhalten. Damit die klanglichen Einbußen möglichst klein blieben, mußten die Ingenieure bis zu 38 Bauelemente austauschen oder zusätzlich einbauen. Die Kosten: über 100 Mark.

Stereoplay fordert, daß die FTZ-Bestimmungen gründlich überdacht werden. Denn es ist nicht einzusehen, daß ein paar Low-Fi-Besitzer, deren miese Geräte von CB-Funkern gestört wurden, den High-Fidelity-Gedanken in Deutschland behindern. Der Preis dafür ist viel zu hoch.

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Editorial 10/1983
Versalzene Suppe

Wo viel Licht ist, ist starker Schatten, ließ Goethe seinen Götz von Berlichingen seufzen. Zuviel schlechte Erfahrung hatte der alte Haudegen in seinem von unbeugsamem Gerechtigkeitssinn geprägten Leben mit schlechten Mitmenschen sammeln müssen.

Ab und zu muß ich an dieses nur allzu wahre Zitat denken. Besonders dann, wenn mal wieder der eine oder andere versucht, stereoplay unter Druck zu setzen. Je mehr Leser stereoplay gewinnen konnte, je mehr Macht also das Magazin verkörpert - und stereoplay nimmt heute eine klare Spitzenposition ein -, um so massiver versuchen Störenfriede und Widersacher Einfluß auf Testergebnisse zu nehmen.

Manche dubiosen Händler versuchen, wenn sich stereoplay für die "gerechte" Sache (Anmerkung : Was ist eine grechte Sache ???) eines geprellten Käufers einsetzt, Testergebnisse als unglaubwürdig hinzustellen, die Zeitschrift schlechtzumachen oder gar mit gerichtlichen Schritten wegen Geschäftsschädigung zu drohen.

Ein paar Hersteller, deren Produkte nicht gut sind und deshalb im Test schlecht abschnitten, legten sich noch weit mehr ins Zeug. Das scheint verständlich, denn wenn in stereoplay ein Test mit miserablen Ergebnissen erscheint, ist es mit dem Verkauf dieser Geräte nicht mehr weit her. Also ist es aus mit der schnellen Mark, die man mit einem miesen Produkt machen wollte.

  • Anmerkung : Es geht um die Lautsprecherbox "Charly" aus Pappe.


Dann werden Zeit und Geld investiert, Anwälte und Gerichte bemüht und mit allen Mitteln gekämpft, um den Bösewicht stereoplay einzuschüchtern - Zeit und Geld übrigens, die besser in die Geräteentwicklung gesteckt worden wären. Ich sehe dem verzweifelten Treiben gelassen entgegen. Schließlich kämpft stereoplay für eine gerechte Sache.

In der HiFi-Szene tummeln sich leider zu viele Scharlatane und Geschäftemacher der übelsten Sorte. Deren Süppchen aber wird stereoplay nach wie vor versalzen, und sei der Druck auch noch so groß.

Im Dezember 1983 zum ersten Male:

Da wird erstmalig in der Vorschau der Name Karl Breh erwähnt.

Dezember 1983
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  • Einen Exklusivtest der deliziösen neuen 10 OOO-Mark-Endstufe P-600 von Accuphase.
  • Erstaunliche Erlebnisse mit HiFi-Discountern.
  • Jede Menge Plattenkritiken, jetzt 4 Seiten mehr Klassik.
  • 4 Seiten Technik-Beilage von Karl Breh.
  • Ein Interview mit Rene Bardet, Kopf des ambitionierten Ensembles Poesie und Musik.

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Editorial 10/1983
Reeller Gegenwert

Wer 2.000 Mark auf den Ladentisch legt und sich dafür eine HiFi-Anlage mit nach Hause nimmt, sollte eigentlich sicher sein, etwas Vernünftiges dafür zu bekommen. 2.000 Mark sind schließlich eine ganze Menge Geld, für das ein entsprechender Gegenwert erwartet werden darf.

Aber die simple Rechnung geht nicht immer auf. Im großen Turm-Test ab Seite 8 zeigt sich nämlich, daß es durchaus keine Garantie ist, in dieser Preisklasse reelle Leistung zu erhalten. Da gibt es beispielsweise schlecht klingende Lautsprecher, deren Baß-und Höhenmangel durch eine im mitgelieferten Verstärker fest eingebaute, also nicht abschaltbare Loudness kompensiert werden soll.

Da gibt es Geräte, die mangelhafte Bedienmöglichkeiten und ungenügende Ausstattung aufweisen. Wenn etwa der Recorder einer 1600-Mark-Anlage nicht einmal Aussteuerungsregler besitzt, hat das mit HiFi nichts mehr zu tun. Genausowenig, wenn die Wiedergabe fremdbespielter Cassetten in einem schlecht konstruierten Gerät unter Höhenmangel leidet.

Da gibt es Plattenspieler, die sehr Trittschall empfindlich sind oder deren Tonabnehmer sich allenfalls zum Abspielen von Märchenplatten eignen. Billige Bauteile und liederliche Verarbeitung runden das düstere Bild ab. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber es ist besonders für Einsteiger - dafür sind Türme ja vorwiegend gedacht - sehr schwierig, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Eine Regel hilft jedoch immer. Wer möglichst viel Klang für sein Geld möchte, der verzichte auf allen möglichen Schnickschnack. Ein solider Plattenspieler mit richtigem Tonabnehmer, ein gut klingender Verstärker und zwei hochwertige Boxen für zusammen 2.000 Mark bringen lange Zeit ungetrübten Hörgenuß.
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Autor der Editorials ist Dr. Gerald O. Dick

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