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Mit dem Wissen von 2016 ein Rückblick auf 1982/1983 :
"stereoplay" wird ab 1982 etwas genauer "durchleuchtet"

Inzwischen weiß ich, daß Karl Breh in 1983 nur wenige Argumente hatte, um seinen langjährigen Freund, den 82-jährigen Verlagsleiter Dr. Knittel davon zu überzeugen, mehr Geld oder (Genesungs- und Zukunfts-) Kapital in die 23 Jahre alte Hifi-Stereophonie zu investieren. Zum Ende 1983 bzw. zum Beginn 1984 wurde die Hifi-Stereophonie dann an die Motorsport Presse Stuttgart abgegeben oder verkauft (oder wie man das nennen soll) und dort in stereoplay "integriert".

Aus diesem Grund untersuche ich (nur noch) die beiden voran gegangenen Jahrgänge 1982 und 1983 von stereoplay - also die Ausgaben 1982 und 1983 - recht genau, was da damals - noch in Konkurrenz zur Hifi-Stereophonie, fonoforum, AUDIO, Klangbild, Hifi-Exklusiv und STEREO - geschrieben und getestet und verbreitet wurde.
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Viele vierfarbige Auto und Zigaretten-Anzeigen im A4 Format

Eigentlich sind diese ganzseitigen A4- Farb-Anzeigen recht teuer und so mancher Hifi-Vertrieb biß sich an den Kosten die Zähne aus. Beim Hifi-Vertrieb Michael Gießen hatte ich einen kleinen Einblick, was Werbung damals gekostet hatte und mit Herrmann Hoffmann von Audio Intl. habe ich in 2016 ausgiebig über die Vergangenheit und die Kosten und den Nutzen solcher Anzeigen gesprochen.

Und mit einem Ex-Mitarbeiter der AUDIO Redaktion habe ich auch mehrere Stunden gesprochen und erstaunliche Interna zu hören bekommen. Der Anzeigenvertrieb des Verlages, also nicht der der einzelnen Redaktionen, wollte Kunden für die teuren Auto-Motor-Sport Ausgaben ködern. Das war nicht so einfach, weil dort die Anzeigen-Preise aufgrund der über Jahre erarbeiteten Marktdurchdringung dieses Auto-Magazins "gesalzen" waren.

So konnte der Vertrieb einem wankelmütigen Interessenten jede Menge naherzu kostenloser "Schmankerl" oder "Goodies" anbieten, denn da gab es AUDIO, stereoplay und noch weitere Magazine und Zeitschriften.

Daß diese Auto-und Zigarettenanzeigen in den Hifi-Magazinen nicht nur fachfremd waren und den Hifi-Lesern dort überhaupt nichts gebracht hatten, spielte keine Rolle, das Geld wurde ja mit Auto-Motor-Sport verdient. Und alles kam dem gleichen Verlag zu gute.

Dann kam (auch) raus, daß auch jede Menge 4-farb Anzeigen regelrecht verschenkt wurden, damit mindestens die 100 Seiten der jeweiligen Auflage zustande kamen. Die Druckereien weigerten sich, schmalbrüstige Magazine (unter 100 Seiten) zu drucken und zu binden oder zu heften.

So kamen diese ganzen teilweise sogar doppelseitigen 4farbigen Kassetten-Anzeigen der Japaner zustande. Jeder eingermaßen intelligente Leser wunderte sich, daß bei dem angeblich gnadenlosen weltweiten Verdrängungs-Wettbewerb die Preise auf den Pfennig ausgeknautscht "seien" und dann brachten TDK und Maxell und SONY und BASF und AGFA in fast allen diesen Ausgaben diese fast immer bunten Riesenanzeigen.

So kam es also dann doch raus, in den Verlagen und auch in den Redaktionen wurde getrickst und getürkt, was das Zeug hielt. Im Klartext, ein großer Verlag nutzt seine Marktmacht gnadenlos aus und killt damit den kleineren.
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In den Jahren 1982 und 1983 fällt auf, stereoplay oder "die Redaktion" lobt sich gnadenlos selbst . . . .

Vor allem bei den Leserbriefen dieser Jahre liest man das so oft - viel zu oft -, daß diese Zeitschrift ja die einzige seriöse Publikation im Hifi-Bereich sei und man (also der Leserbriefschreiber) sich ja so glücklich schätze, dieses Magazin abonnieren zu dürfen und wie toll alle diese Berichte und Tests seien, und vor allem, wie gut die eigenen Geräte dort immer abgeschnitten hätten und man das ja alles bestätigen könne, daß das alles nur noch Testsieger seien.
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Solchen schleimigen Schmus glaubte doch kein Mensch mehr und der Chefredakteur Dr. O. Dick ließ das auch noch zu. In seinen monatlichen Impressi ist auch öfter solches Eigenlob zu erkennen. Über die echten gedruckten, verbreiteten und verkauften Auflagen der stereoplay aus diesen Jahren 1982 und 1983 gibt es keine glaubwürdigen (oder gedruckten) Informationen (mehr). Die hätte ich gerne, denn die Zeiten waren damals hart, nicht nur für Hersteller und Hifi-Studios, auch für Hifi-Zeitschriften.
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Ein letztes Tonbandgerät wird "getestet"

Nach dem AKAI 747 kam dann nichts mehr, denn der Markt für diese großen Prozzo-Prozzo- Boliden war ziemlich vorbei. In den Ausgaben von 1982 - von fast allem Hifi-Magazinen - wurden dann auch die PCM-Variatonen beschrieben und gelobt und in den Himmel gehoben.
Auch hier wurde dem Kunden einiges an Schmus erzählt und die Realität endete im bösen Erwachen, daß die Videorecorder alle einem deutlichen Verschleiß bei den rotierenden Köpfen unterliegen.
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Bis Ende 1983 wenige Hifi-Händler und Hifi-Studio Anzeigen ....

Die Menge der Anbieter-Anzeigen in stereoplay wuchs ganz langsam mit dem Rückgang der Anzeigen bei der Hifi-Stereophonie. Bis Mitte/Ende 1983 waren zum Beispiel noch fast keine Mainzer und Wiesbadener Hifi-Studios vertreten. Als es ab Jan. 1984 keine Hifi-Stereophonie mehr gab, wuchs die Liste der Inserenten von Hifi-Studio-Adressen bei stereoplay in den "Kleinanzeigen" und im "MARKT" schlagartig.
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